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Geschichte
des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK) |
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1991 |
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Zu Beginn des Jahres gehören zum RRK 478 Mitglieder, 265 gehören der Hockeyabteilung an, 174 gehören zur Ruderabteilung und 98 zur Tennisgruppe. RRK-Herren und Damen gehen in ihren Ligen in die Rückrunde. Nachdem die Herren zum Jahresende Tabellenführer der Regionalliga waren und nun die Aufstiegsrunde im Visier haben, erleben sie im ersten Spiel des neuen Jahres ein Debakel gegen Eintracht Frankfurt, sie verlieren ihr Heimspiel 2:12. Eingesetzt werden in der Mannschaft während der Runde Christopher Reitz, Dr. Christoph Krehl, Fritz Schmidt jr., Klaus Eberts, Glenn Eifert, Jens George, Jan-Erik Reitz, Thomas Bischoff, Kai Stieglitz, Volker Schädel, Gerrit Rothengatter, Holger Kraft und Marcel Janson. Es folgen fünf Siege nacheinander, so daß die Aufstiegsrunde vor dem letzten Spiel in Mannheim, das unentschieden endet, schon erreicht ist. Um den Aufstieg geht es dann anfangs März wieder in Mannheim, wo traditionell vier Mannschaften sich im Vergleich "jeder gegen jeden" um die begehrte Fahrkarte ins Hallen-Oberhaus balgen. Neben dem RRK sind das der Bonner THV, Eintracht Frankfurt und der Osternienburger HC. Der RRK startet mit einem 6:6. gegen Frankfurt die Runde, nichts ist verloren. Dann folgt ein 5:5 gegen Bonn und das ist die Vorentscheidung. Ein 13:8-Sieg über Osternienburg besitzt nur noch statistischen Wert, der RRK ist gescheitert. Aufsteiger ist Eintracht Frankfurt. Eindeutig besser läuft die Hallensaison bei den RRK-Damen. Natürlich ist das Erreichen der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft das erklärte Ziel. Nach vierzehn Spieltagen liegt der RRK drei Punkte hinter Leverkusen auf Rang zwei und hat damit die Endrunde erreicht. Bevor es um die Deutsche Meisterschaft geht, fahren die RRK-Damen jedoch zum Europacup nach Amiens, wo der DHB mit dem Pokalverteidiger SC Brandenburg Berlin und dem Deutschen Meister RRK zwei heiße Eisen im Feuer hat. Zwölf Jahre nach dem letzten Spiel einer RRK-Mannschaft im Europapokal gehen die RRK-Damen selbstbewusst in diesen Wettbewerb, siegen in der Vorrunde 8:0 über den walisischen Klub Swansea HC und 6:1 über Glasgow Western, spielen 3:3 gegen den SC Brandenburg. Damit ist Brandenburg nicht im Halbfinale, der RRK spielt gegen den SC Amiens. Trotz Ausfalls von Eva Hagenbäumer durch Verletzung siegt der RRK klar mit 12:4 (7:0). Im Finale warten die Ipswich Ladies; wir zitieren die "Mainspitze":
Schon eine Woche später soll der deutsche Meistertitel in der heimischen Walter-Köbel-Halle verteidigt werden. Dennoch wird montags im Bootshaus erst einmal der Gewinn des Europacups gefeiert. Dann gilt die ganze Konzentration von Trainer und Mannschaft der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Der Countdown läuft. Gelingt dem RRK die Titelverteidigung in eigener Halle? Jedoch nicht nur die Mannschaft muss sich vorbereiten, auch die Organisation dieses Großereignisses in der Walter-Köbel-Halle fordert von "Chef-Organisator" Martin Müller und seinen etwa 50 Helfern volles Engagement. Neben dem RRK haben sich der SC Brandenburg Berlin, der RTHC Leverkusen und Eintracht Braunschweig für die Endrunde qualifiziert. Im Halbfinale hat es der RRK mit Eintracht Braunschweig zu tun und kann sich in den sechzig Minuten dieser Begegnung nicht eine Sekunde sicher sein. Erst in der 41. Minute geht der RRK mit 7:6 erstmals in Führung, beim Stande von 8:7 gibt es in der Schlussminute noch einen Siebenmeter für Braunschweig, doch die Kugel saust am Tor vorbei. Das ist das Finale! Als Gegner wartet hier der RTHC Leverkusen, der Brandenburg mit 13:11 ausschaltete. Lassen wir die "FAZ" berichten:
Der RRK hatte mit Susanne Hoffmann die sicherste Torschützin des Turniers (9 Treffer) in seinen Reihen, dazu wählte die Expertenjury auch noch Eva Hagenbäumer zur besten Spielerin und Bianca Weiß zur besten Torhüterin. Eine Meisterschaft ist bei den Reserveteams des RRK nicht drin. Die 2., 3. und 4. Herren des RRK belegen in der 2., 3. und 6. Verbandsliga den 2. Platz, die 2. Damen in der 1. Verbandsliga den 3. Platz. Die Jugendteams des RRK eifern dagegen dem Meisterteam nach. Hessenmeister in der Halle werden die weibliche Jugend und die A-Knaben, Vizemeister die A-Mädchen und die B-Knaben. In Böblingen werden die A-Knaben souverän Süddeutscher Meister, die A-Mädchen werden in Worms Süddeutscher Meister und die weibliche Jugend in Ludwigsburg süddeutscher Vizemeister. Damit sind diese drei Mannschaften bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft dabei, gehören damit schon zu den besten acht Mannschaften ihrer Altersklasse.
Gleichzeitig zur Endrunde der Damen in Rüsselsheim spielen die A-Knaben ihre Endrunde um die Deutsche Meisterschaft in Gau-Algesheim. Wir zitieren die "Main-Spitze":
Eine Woche später sind die beiden weiblichen Teams bei der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft gefordert, die A-Mädchen in Mülheim und die weibliche Jugend in Berlin. Beide Mannschaften machen sich Titelhoffnungen. Wir zitieren auch hier die "Main-Spitze":
Anfangs März hält die Hockeyabteilung ihre Hauptversammlung ab, die natürlich von den sportlichen Erfolgen des Jahres geprägt ist. Bei den anstehenden Neuwahlen der Abteilungsleitung wird Fritz Schneider, der die Abteilungsleitung im Herbst 1990 kommissarisch von Winfried Cezanne übernommen hat, in diesem Amt bestätigt. Sein Stellvertreter wird Uwe Wötzel, Jugendleiter bleibt Kurt Becker und Kassenwart Ludwig Kraft. Sorgen bereitet der Bau des Kunstrasenplatzes, der wegen witterungsbedingter Arbeitsunterbrechungen zumindest für die Saisonvorbereitung nicht zur Verfügung stehen wird. Schon einen Tag später trifft sich die Ruderabteilung zur Hauptversammlung. Wie aus dem Bericht des Abteilungsleiters Rudi Reitz hervorgeht, bleiben weiter das Fehlen ruderwilligen Nachwuchses, die Zusammenarbeit im Schulrudern und das Abbauen der vorhandenen Schulden die Probleme.
Bei der Hauptversammlung des RRK Mitte März ohne Wahlen stehen die Berichte der Sportabteilungen im Vordergrund. Aber auch die Instandhaltung des Bootshauses, eine Vermietung weiterer Räume, Rudern als Schulsportangebot und die Mitgliedsbeiträge werden diskutiert. Der Vorstand informiert, dass der Rechtsstreit um den fehlerhaften Belag der Tennisplätze weiter andauere und dass der Vorstand beschlossen habe, in diesem Jahr anstelle eines Balls ein Oktoberfest im Bootshaus zu veranstalten. Bereits kurz darauf, im Juni 1991, schließt der Vorstand des RRK mit dem Ersteller der Tennisplätze am Bootshaus, der Deutschen Asphalt GmbH, einen Vergleich. Die Deutsche Asphalt zahlt an den RRK 20.000 DM sowie außerdem die Gerichts- und Anwaltskosten, der RRK verzichtet auf alle Ansprüche aus dem Werkvertrag über die Herstellung der beiden Tennisplätze. Ein fast zehn Jahre dauernder Rechtsstreit geht damit zu Ende! Die Regattasaison der Ruderer unter dem neuen Trainer Günter Müller beginnt bereits vor dem Anrudern mit der Langstreckenregatta in Offenbach; Knut Müller siegt im Doppelvierer in Renngemeinschaft mit Undine Offenbach, Martin Kraft belegt im Einer den 2. Platz. Es folgt das Anrudern, in dessen Mittelpunkt die Taufe von drei neuen Booten steht. Elke Schumacher tauft einen Einer auf den Namen "Balmung", Stadtverordnetenvorsteher Siegbert Reinig einen Einer auf den Namen "Rugby" und Oberbürgermeister Norbert Winterstein einen Gig-Vierer auf den Namen "Ruzilo". Auf der Regatta in Mannheim startet Michaela Heuß mit der Partnerin des vergangenen Jahres, Natalie Tenckhoff von der RG Oberrad, im Frauen-Doppelzweier und legt zweimal an der Siegerpritsche an. Es folgen die Regatten in Offenbach (5 Siege), Flörsheim (1 Sieg), Gießen (3 Siege) und anschließend die Hessenmeisterschaften in Kassel. Der RRK meldet für fünf Rennen. Michaela Heuß startet in Rgm. im Doppelzweier und im Doppelvierer, Martin Kraft startet im Junior-Einer B (15/16 Jahre) und A (17/18 Jahre) sowie Sascha Rachow im Jungen-Einer (14 Jahre). Hessenmeister werden die beiden Frauenboote, Doppelzweier und Doppelvierer, sowie Martin Kraft im Einer B. Im Einer A muss er sich knapp geschlagen geben, wird jedoch Vizemeister. Sascha Rachow belegt in seinem Einerrennen den 5. Platz. Nach dem Ergebnis von Kassel empfiehlt sich Martin Kraft für einen Start bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Hamburg-Allermöhe. Es sind die ersten gesamtdeutschen Jugendmeisterschaften im Rudern nach der Wiedervereinigung. Martin Kraft startet im Einer der 15/16-jährigen Junioren mit dem Ziel der Endlaufteilnahme. Zwanzig Boote sind gemeldet, so dass Vor- und Hoffnungsläufe sowie Halbfinals vor dem Einzug ins Finale stehen. Nach einem 3. Platz im Vorlauf rudert Martin Kraft im Hoffnungslauf auf Platz 2, doch das ist nicht genug, er verpasst den Einzug ins Halbfinale um 1,62 Sekunden.
Eine Woche später startet Michaela Heuß, die zur Zeit in Zürich lebt und trainiert, mit ihrer Partnerin von der RG Oberrad, Natalie Tenckhoff, bei den Eichkranzrennen (Deutsche Meisterschaft bis 23 Jahre) im Doppelzweier. Unter elf Booten qualifizieren sich die beiden für das Finale, können lange den Kampf um Platz drei offen halten, müssen sich am Ende aber mit dem 4. Platz zufrieden geben. Mitte August beginnen bereits die Herbstregatten mit Bad Ems. Nach etwa 25 Jahren "Rennabstinenz" starten Ulrich Vorfalt, Wilfried Hoffmann, Wolfgang Vorfalt, Klaus Hartmann und Stm. Karl-Heinz Wagner auf der 1.000-m-Strecke der Lahn und erreichen im "Veteranen-Vierer, DA 50 Jahre" den 2. Platz. Es folgt Mühlheim (500 m), die AHs versuchen sich erneut und werden nach langer Führung erneut nur knapper Zweiter. Michael Schindler rudert sein erstes 500-m-Rennen als Veteran, MA 27 Jahre, und kann ebenfalls den 2. Platz belegen. Martin Kraft gewinnt zwei Einerrennen und Sascha Rachow eines. Dann geht es nach Frankfurt (4 Siege Martin Kraft), nach Schierstein (3 Siege Martin Kraft), Bad Waldsee (2 Siege Harald Blum in Rgm.) und zum Schluss nach Großauheim (2 Siege Martin Kraft, 2 Siege Sascha Rachow, 1 Sieg Harald Blum in Rgm.). Der RRK hat damit im Jahr 1991 insgesamt 32 Regattasiege errungen, erfolgreichster Ruderer ist natürlich Martin Kraft mit 19 (!!!) Siegen. Wie im vergangenen Jahr wagen sich die "Alten Herren" erneut an den Roseninsel-Achter auf dem Starnberger See über 12 km. In leicht veränderter Besetzung mit Lutz Dörsam, Dietmar Ostermai, Jochen Zimmermann, Georg Gagel, Werner Alt, Klaus Hartmann, Ulrich Vorfalt, Rudi Reitz und Stm. Karl-Heinz Wagner ist es im nachhinein das Wichtigste, dabei gewesen zu sein. Und: "Keiner ist ertrunken." Michael Schindler, der "Marathon-Man" des RRK, startet in Lüttich über 60,55 km, siegt in der Klasse "Kunststoff-Einer" und belegt in der Gesamtwertung aller gestarteten Boote den 3. Platz. Bei der Handicap-Regatta auf dem Baldeneysee über 20 km wird er in seiner Klasse 3. Boot. Bereits für Ende Mai hatten die Ruderfreunde vom RK am Baldeneysee Essen und RRK wieder zu ihrer Ruderwanderfahrt gerufen. Ziel ist Neuruppin am gleichnamigen See. Neunzehn Ruderer teilen sich im Hotel eine Dusche und eine Toilette, da kommt es schon mal zu Gedränge. Und abends ist schon vor 22 Uhr "last-order-time", da hilft kein Bitten und Betteln, Ordnung muss sein. Bei drei Tagesausflügen in Skullbooten werden Neuruppiner See, Bützsee, Rhin, Molschowsee und Tarnowsee erkundet, insgesamt werden etwa 117 km gerudert, und das auf stehendem Wasser!
Das Abrudern beendet die Regattasaison der Ruderer mit einer internen Regatta. Deren Höhepunkt ist die Klubmeisterschaft im Skiff, bei der sich der hessische Juniorenmeister Martin Kraft vor dem Titelverteidiger Bernd Bidlingmaier und Peter Deister durchsetzt.
Zu Beginn der Feldsaison warten die Hockeyspieler des RRK sehnsüchtig auf die Fertigstellung des Kunstrasenplatzes. Um den Belag zu verkleben und zu verspannen werden einige schöne und trockene Tage benötigt. Das Sportamt hofft, dass die Arbeiten bis Ende April abgeschlossen sind. So müssen die ersten Heimspiele der RRK-Herren in der durch Vereine der ehemaligen DDR erweiterten Bundesliga beim SC 80 Frankfurt ausgetragen werden. Da von neun Mannschaften am Ende der Bundesligarunde zwei absteigen müssen, hat der RRK bereits vor dem ersten Anpfiff die fast schon traditionelle Rolle des Abstiegskandidaten inne. In seinem dritten Jahr als Männertrainer des RRK hofft Berti Rauth auf den Klassenverbleib. Doch bereits die beiden ersten Partien gegen Dürkheim und RW München (zwei Niederlagen) zeigen, obwohl sogar Jugend-Nationaltorwart Christopher Reitz aus Italien eingeflogen wird, wie schwer es werden wird. Der RRK spielt mit Christopher Reitz, Klaus Eberts, Dr. Christoph Krehl, Marcel Janson, Glenn Eifert, Jens George, Fritz Schmidt jr., Thomas Bischoff, Peer Schlennstedt, Volker Schädel, Holger Kraft, Harald Eisenacher, Jan-Erik Reitz, Gerrit Rothengatter, Gerrit Steinert und Torsten Althoff. Zur Halbzeit der Runde liegen die RRK-Herren auf dem vorletzten Platz vor dem Cöthener SV, beide Mannschaften sind Abstiegskandidaten. Parallel zu den Herren beginnen auch die Damen im April ihre Bundesliga-Saison, die aber schon im Mai wegen der Feldhockey-Europameisterschaft in Brüssel unterbrochen wird. Mit dabei im deutschen Nationalteam sind Britta Becker, Tanja Dickenscheid, Eva Hagenbäumer und Bianca Weiß, die schließlich nach einem 1:2 gegen England im Finale die Vize-Europameisterschaft erringen. Die RRK-Damen, die mit Bianca Weiß, Sabine Lersch, Denise Klecker, Anja Mück, Petra Vollhardt, Katrin Schmidt, Britta Becker, Eva Hagenbäumer, Tanja Dickenscheid, Marja Busch, Nicole Hardt, Ramona Münze, Angela Vögele und Angela Müller spielen, liegen anfangs Juni nach fünf Spielen auf dem 4. Platz. Zu einer Meisterschaftsfeier im Adlersaal am 1. Juni 1991 lädt der RRK die erfolgreichen Hockeymannschaften der abgelaufenen Hallensaison, Ehrengäste, Mitglieder und Freunde. Zusammen mit ihren Trainern Thorsten Althoff und Berti Rauth werden die Meistermannschaften einzeln den etwa 170 Anwesenden vorgestellt und mit einem Präsent bedacht. Für den musikalischen Rahmen sorgt die "Leather Town Band". Am 8. Juni 1991 ist es endlich soweit. Der neue Kunstrasenplatz am Sommerdamm wird eingeweiht und sofort mit dem Bundesligaspiel der Damen gegen die Zehlendorfer Wespen getestet. Zahlreiche Prominente und Ehrengäste aus Politik und Sport, aber auch viele RRK-Mitglieder sind anwesend, um dieses Ereignis gebührend zu feiern. Das Wort ergreifen Oberbürgermeister Norbert Winterstein, Stadtverordnetenvorsteher Siegbert Reinig, RRK-Vorsitzender Prof. Dr. Dietmar Klausen, SfL-Vorsitzender Norbert Weil und Hockey-Verbandspräsident Hans Jürgen Pabst.
Ein Traum hat sich erfüllt! Nach diesem für den RRK denkwürdigen Ereignis geht der Alltag in den Bundesligen der Damen und Herren weiter. Trotz ansprechender Leistungen sieht es für die RRK-Herren schlecht aus. Der Abstand zum rettenden Ufer, dem drittletzten Tabellenplatz, ist schon beträchtlich. Das erforderliche Wunder bleibt aus, drei Spieltage vor Ende der Runde steht es fest, nach 20jähriger Erstklassigkeit im Feldhockey muss der RRK in die 2. Bundesliga absteigen. Besser läuft die Rückrunde bei den RRK-Damen. Sie schieben sich immer weiter nach vorn und beenden die Runde schließlich unbesiegt mit 28:4 Punkten als klarer Erster. Das bedeutet Heimvorteil im Halbfinale gegen den Nordzweiten Club Raffelberg. Doch weder Titelverteidiger RTHC Leverkusen, noch der durch den Heimvorteil ebenfalls favorisierte Hallenmeister RRK, vermögen in den Halbfinalspielen den Vorschußlorbeeren gerecht zu werden. Die Hoffnungen des RRK auf die erste Teilnahme an einem Freiluft-Endspiel zerstört der Club Raffelberg, der sich im Stadion am Sommerdamm ein wenig glücklich, aber keineswegs unverdient mit 2:1 Toren behauptet. Die noch größere Sensation vollbringt der Südzweite Eintracht Frankfurt, der den Titelträger des Vorjahres nach Verlängerung ebenfalls mit 2:1 entthront und anschließend auch Deutscher Meister wird. Da der dritte Platz nicht ausgespielt wird, belegen der RTHC Leverkusen und der RRK gemeinsam diesen Platz. Die Hockeyreserven des RRK spielen hervorragende Runden. Die Ib-Damen werden mit 19:1 Punkten und 27:0 Toren Meister der 2. Verbandsliga und steigen in die 1. Verbandsliga auf. Die Ib-Herren haben am Ende 24:4 Punkte und 24:5 Tore in der 1. Verbandsliga, sind Meister und steigen in die Oberliga auf. Die 3. Herren belegen den 6. Platz in der 2. Verbandsliga. Am erfolgreichsten im Hockeylager ist jedoch zweifelsohne die Jugend. Hessenmeister werden die weibliche Jugend, die B-Mädchen und die männliche B-Jugend. Die A-Mädchen werden Dritte und die A- und B-Knaben Vierte. Damit sind weibliche Jugend und männliche B-Jugend für die Vorrunde zu Deutschen Meisterschaft qualifiziert. Die weibliche Jugend muss nach Leverkusen, kann das Halbfinale gegen den Rahlstedter THC im Sieben-Meter-Schießen glücklich 5:4 für sich entscheiden und schlägt den favorisierten Gastgeber nach 0:2-Rückstand und kampfstarkem Spiel knapp mit 3:2. Die männliche B-Jugend hat Heimrecht und spielt am Sommerdamm, gewinnt gegen Mannheim im Halbfinale 7:0 und gegen RW München im Finale 10:0. Ein Supererfolg! Beide Mannschaften haben damit die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft erreicht. Beginnen wir mit der DM-Endrunde der männlichen B-Jugend in Mülheim. Im Halbfinale trifft der RRK auf den RTHC Leverkusen, agiert übernervös, kann das Geschehen mit zunehmender Spieldauer aber immer mehr dominieren und kommt zu einem verdienten 4:2-Erfolg. Im Finale dann ist der Gegner des RRK der amtierende Deutsche Meister bei den Herren, Uhlenhorst Mülheim. Lassen wir die "Main-Spitze" berichten:
Die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft der weiblichen Jugend findet in Braunschweig statt. Wir zitieren die "Main-Spitze":
Bei den Klubmeisterschaften des RRK im Tennis setzt sich bei den Herren Rainer Seifert im Endspiel gegen Oliver Domke durch, bei den Damen siegt Silvia Braner über Maria Hartmann.
Ende Oktober beginnt für die Mannschaften des RRK schon wieder die Hallensaison mit dem traditionellen RRK-Hallenturnier in der Sporthalle "Dicker Busch". Die RRK-Herren trotzen dem Feldmeister Uhlenhorst Mülheim ein 10:10-Unentschieden ab, gewinnen alle drei weiteren Spiele und sind Turniersieger. Dagegen verlieren die RRK-Damen gegen den Berliner HC und müssen sich mit dem 2. Platz bei vier Mannschaften begnügen. Natürlich peilen die RRK-Herren erneut den Aufstieg aus der Regionalliga in die Bundesliga an, für die RRK-Damen mit Neuzugang Susanne Müller ist das Erreichen der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft fast schon Selbstverständlichkeit. Anstatt bei einem RRK-Ball im Adlersaal feiert der RRK im Oktober ein Oktoberfest mit Rippchen, Haxen und Sauerkraut. Trotz nicht zufriedenstellenden Besuchs ist es gemütlich, das Tanzbein kann ungehindert geschwungen werden und der Gebirgstrachtenverein Almarausch unterhält mit bayerischen Volkstänzen. Im Oktober mit der deutschen Hockey-Nationalmannschaft am anderen Ende der Welt unterwegs sind die fünf RRK-Nationalspielerinnen – Britta Becker, Tanja Dickenscheid, Eva Hagenbäumer, Susanne Müller und Bianca Weiß. In Auckland bestreiten sie das mit zwölf Teams besetzte Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 1992. Das DHB-Team besiegt das Gastgeberteam von Neuseeland im Finale, das durch Siebenmeter-Schießen entschieden wird. Zur zweiten Meisterschaftsfeier des Jahres lädt der RRK Mitte November ein. Hockeymannschaften und Ruderer werden vorgestellt und geehrt. Eine Auszeichnung besonderer Art für sportliche Erfolge ist die Verleihung der Silbernen Leistungsnadel des RRK an Sabine Lersch und Ramona Münze. Für 65-jährige Mitgliedschaft im RRK erhält Ehrenmitglied Karl Heuß eine Ehrenurkunde. Erstmals in der Geschichte des RRK wird die Ehrung der Jubilare von der Ehrung der Sportler abgetrennt. Die RRK-Ehrennadel in Gold für 50 Jahre Mitgliedschaft erhalten Charlotte Wippich, Rolf Sittmann, Dr. Walter Gentzsch und Friedebert Grass. 65 Jahre im RRK ist Friedebert Armbruster, 40 Jahre Hans Leonhardt und Dr. Randolf Renker. Im Rahmen der Feier verleiht RRK-Ehrenvorsitzender Günter Schmitt gemäß Beschluss des Gesamtvorstands dem RRK-Vorsitzenden Dr. Dietmar Klausen die RRK-Leistungsnadel in Gold, außerdem erhält Gerhard Ruppert, der verhindert ist ("Sambaschau in Rio"), die RRK-Leistungsnadel in Silber. Wie schon Jahre Tradition werden bei der Sportlerehrung der Stadt Rüsselsheim alle Erfolge von der Hessenmeisterschaft aufwärts gewürdigt. Den Silbernen Lorbeerzweig erhalten 12 Hockeyspielerinnen des RRK, eine Ehrenurkunde 42 Hockeyer und 3 Ruderer. Beim folgenden Sportlerball wird der Deutsche Meister und Europacup-Sieger, die RRK-Damenmannschaft, wie schon 1990 nun auch Mannschaft des Jahres 1991. Nachdem die deutsche Damen-Nationalmannschaft im Oktober in Neuseeland bei einem Qualifikationsturnier das Olympische Hockeyturnier erreicht hat, nominiert Bundestrainer Rüdiger Hänel sein vorläufiges Aufgebot. Zu den 20 Olympia-Kandidatinnen gehören vom RRK Britta Becker, Tanja Dickenscheid, Eva Hagenbäumer, Bianca Weiß und Susanne Müller. Vor der Weihnachtspause ist die Hinrunde bei den Damen in der Bundesliga und bei den Herren in der Regionalliga gespielt. Nach sechs mehr oder weniger leicht herausgespielten Siegen müssen die RRK-Damen zum Vorrundenabschluss wieder das Verlieren lernen, im Duell der vermeintlich stärksten deutschen Hallenteams nimmt Gastgeber RTHC Leverkusen mit 8:5 Revanche für die im DM-Finale 1991 erlittene Niederlage. Der RRK steht auf dem 2. Platz. Und auch in der Regionalliga stehen die RRK-Herren nach einer unglücklichen aber auch unnötigen 12:14-Niederlage im letzten Spiel gegen den SC 80 Frankfurt mit 10:4 Punkten auf dem 2. Platz hinter dem SC 80. Der RRK verliert im Jahr 1991 durch Tod die langjährige Mitglieder Hans Kraft, Träger der RRK-Ehrennadel in Gold und viele Jahre Mitarbeiter im Vergnügungsausschuss, und Karl Gerbig, Träger der RRK-Ehrennadel in Silber. |
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