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Geschichte
des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK) |
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1943 |
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Bei der ersten ordentlichen Generalversammlung nach dem Zusammenschluss des Rudervereins Rüsselsheim und der Rudergesellschaft Undine Rüsselsheim im Jahr 1942 zählt der RRK 306 Mitglieder. Die laufenden geschäftlichen Angelegenheiten werden, da ein Großteil der Klubkameraden zur Wehrmacht eingezogen ist, vom stellvertretenden Vereinsführer, Joseph Grass, erledigt. Eine Einheit der Luftwaffe belegt das RRK-Bootshaus und richtet hier ein Notrevier ein. Gesellschaftliche Veranstaltungen können daher in den eigenen Räumen nicht mehr stattfinden.
Durch die großen sportlichen Rudererfolge des Vorjahres angespornt, wird sehr frühzeitig mit dem Training der Jungruderer begonnen, das wiederum der unermüdliche Fritz Brumme übernimmt. Beim RRK können 21 Jungen, 16 Mädchen und 8 Frauen zum Training verpflichtet werden. Nach dem landesweiten Anrudern am 11. April 1943 werden zunächst die Regatten in Heidelberg und Mannheim besucht, gerudert wird immer in fremden Booten. Am 6. Juni in Heidelberg siegt der RRK mit Alfred Buch, Edgar Thielmann, Wilfried Seipp, Heinz Grote und Stm. Reinhold Brumme im Zweiten Renngig-Vierer, auch der Kohl-Vierer des Flörsheimer RV ist im Ersten Rennboot-Vierer siegreich. Außerdem startet der RRK im Renngig-Anfängervierer, im Zweiten Achter und im Mädchen-Doppelvierer (Stilrudern) – drei zweite Plätze sind das Ergebnis. Eine Woche später in Mannheim muß der RRK-Vierer den zur Wehrmacht einberufenen Edgar Thielmann durch Georg Jung ersetzen und erreicht einen zweiten Platz. Die besonderen Verhältnisse der Kriegszeit bringen es mit sich, dass durch Einberufung von Ruderern aus Mannschaften immer mehr Lücken gerissen werden. In Anbetracht dieser Umstände kommt es dazu, dass RRK-Trainer Fritz Brumme auf der Rückreise von der Mannheimer Regatta mit dem Vorsitzenden des Flörsheimer Rudervereins die Bildung einer Renngemeinschaft Rüsselsheimer RK / Flörsheimer RV abspricht. Große Überraschung ruft die gute Zusammenarbeit der Vierer- und Achter-Mannschaft der neugebildeten Renngemeinschaft RRK/FRV schon bei der Mainzer HJ-Regatta hervor. Die Renngemeinschaft siegt in Rennbootrennen im Ersten Leichtgewichts-Vierer und im Ersten Achter. Bei der folgenden Frankfurter Regatta, bei der am zweiten Tag die Gebietsvergleichskämpfe ausgetragen werden, siegt der leichte Vierer mit Alfred Buch, Karl Breckheimer, Herbert Missler, Heinz Grote und Stm. Reinhold Brumme sowie der schwere Achter mit Alfred Buch, Heinz Grote, Herbert Missler, Karl Breckheimer, Hermann Munk, Georg Schneider, Wilfried Seipp, Erich Kohl und Stm. Hanswalter Messer zunächst auf der Regatta und für das Gebiet Hessen-Nassau auch in den Vergleichsrennen im Vierer vor Moselland und Köln-Aachen und im Achter vor Westmark und Köln-Aachen. Dazu kommen Regattasiege des schweren Vierers und des Mädchen-Gig-Doppelvierers mit Erika Schadt, Marianne Bauer, Hedwig Alt, Liesel Harth und Stfr. Else Brumme, der im toten Rennen mit Kastel ins Ziel kommt.
Nach der Offenbacher Regatta am 11. Juli 1943 mit drei Siegen für die Renngemeinschaft RRK/FRV folgen eine Woche später die Gebietsmeisterschaften des Gebiets Hessen-Nassau auf der Gerbermühlstrecke in Frankfurt. Die Titelkämpfe in den fünf Rennbootklassen sind gleichzeitig die Ausscheidung für die Deutschen Jugendmeisterschaften anfangs August in Berlin Grünau. Die "Presse" berichtet:
Bei den Gebietsvergleichskämpfen von sechs Gebieten in Mannheim wird der schwere Achter durch die Renngemeinschaft gegen Moselland, Baden, Westmark und Württemberg gewonnen, der leichte Vierer muss wegen eines Defektes am Leihboot aufgeben.
Vierzehn Tage später, am 13. bis 15. August 1943, sollen die Deutschen Jugendmeisterschaften in Berlin-Grünau ausgetragen werden, doch aus "besonderen Gründen" werden diese auf den 9. bis 12. September nach der alten Donaustadt Wien verlegt. Einerseits war die Hinausschiebung des Termins angenehm, andererseits aber auch mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Für die Jugendmeisterschaft soll der leichte Vierer aus dem Achter herausgenommen werden, so dass man bereits in Gießen am 29. August in neuer Besetzung mit Herbert Missler, Karl Bauer, Georg Schneider, Paul Messerschmidt, Hermann Munk, Kurt Seifert, Wilfried Seipp, Erich Kohl und Stm. Hanswalter Messer siegen kann. Der leichte Vierer, bei dem Peter Messerschmitt für den zur Wehrmacht eingezogenen Heinz Grote als Schlagmann einspringt, unterliegt in Gießen in einem schlechten Leihboot. Die Deutschen Jugendmeisterschaften in Wien bringen den Höhepunkt des Ruderjahres 1943. In bester Zuversicht treten die Rüsselsheimer und Flörsheimer Ruderer die Reise an, doch nach der Ankunft gibt es gleich Sorgen, da nur ungenügend gutes Bootsmaterial zur Verfügung steht. Für die Rennen brauchbar sind eigentlich nur acht Achter, acht Vierer und sechs Doppelzweier, die sich die 28 Gebiete von Fall zu Fall teilen müssen. Von den 16 gemeldeten Booten im Leichten Vierer können sich fünf für das Finale qualifizieren, Rüsselsheim/Flörsheim gibt im Vorrennen Württemberg, Baden und Schwaben das Nachsehen, schlägt im Zwischenlauf dann Oberschlesien, Württemberg und Moselland und hat den Endlauf erreicht. Schwerer tut sich der schwere Achter der Renngemeinschaft RRK/FRV. Ohne vorherige Trainingsfahrt wird im Vorrennen ein Boot benutzt, das für die Nr. 2 nicht richtig eingestellt ist, außerdem rutscht der Rollsitz während des Rennens aus den Rollschienen, so dass die Mannschaft Mühe hat, noch als drittes Boot in den Zwischenlauf zu kommen. Doch hier qualifiziert sich der Achter durch einen Sieg über Ostpreußen, Westfalen-Nord und Köln-Aachen für die Entscheidung. Zu den Endläufen lassen wir die "Presse" berichten:
Die Mannschaft Alfred Buch, Karl Breckheimer, Herbert Missler, Peter Messerschmitt und Stm. Reinhold Brumme erringt im leichten Vierer gegen 15 Gegner den Titel eines Deutschen Jugendmeisters.
Im schweren Jugendachter wird die Deutsche Vizemeisterschaft hinter dem Achter von Vineta Potsdam in der Besetzung Herbert Missler, Karl Bauer, Georg Schneider, Paul Messerschmidt, Hermann Munk, Kurt Seifert, Wilfried Seipp, Erich Kohl, Stm. Hanswalter Messer erkämpft. Am 17. Oktober 1943 beschließt die Renngemeinschaft die Rudersaison mit einer gemeinsamen Vereinsregatta und anschließender Siegesfeier um Gasthaus "Hirsch" in Flörsheim, bei der die Sieger und Trainer Fritz Brumme geehrt werden. Trotz wachsender Schwierigkeiten durch Stellungsbefehle junger Ruderer und durch fehlende Transportmittel zum Regattabesuch können 17 Regattasiege, 8 Vierer- und 7 Achterrennen in Renngemeinschaft sowie 2 Viererrennen als RRK, im Jahr 1943 gewonnen werden. Erfolgreichster RRK-Ruderer des Jahres mit 14 Regattasiegen ist der Leichtgewichtsruderer Alfred Buch. Die bei den Männern immer mehr entstehenden Lücken versuchen die Frauen zu schließen, die fünf Vierer-Mannschaften zum Training "aufs Wasser" bringen. Die Hockeyabteilung kann unter der Leitung von Karl und Josef Saar vier Mannschaften in Wettkämpfe schicken. Während die Herrenmannschaft immer wieder mit Aufstellungsschwierigkeiten zu kämpfen hat, kann die Damenmannschaft, die erstmals an einer Meisterschaftsrunde teilnimmt, schöne Erfolge erringen. Außerdem spielen eine "Jungmädel-" und eine "Pimpfen-Mannschaft". Zu Beginn des Jahres wird Karl Saar in die Auswahlelf des Gaus Süd-West berufen und trägt im Spiel gegen den Gau Köln-Aachen beim 2:1-Sieg wesentlich zu diesem Erfolg bei. Im April kann sich die HJ-Mannschaft des RRK trotz Einberufung guter Spieler zur Wehrmacht bis zum Endspiel um die Gebietsmeisterschaft durchspielen, muss sich hier jedoch der wesentlich stärkeren Mannschaft des Bannes 81 Frankfurt mit 0:5 beugen. Auch die Herrenelf des RRK kann, ab und zu verstärkt durch Wehrmachtsurlauber, schöne Erfolge verzeichnen. Am 2. Mai 1943 unterliegt sie auf dem Opel-Sportfeld vor 1.200 Zuschauern einer Auswahl des Gaus Süd-West mit 4:7. In einem Freundschaftsspiel gegen den Endrundenteilnehmer um die Deutsche Meisterschaft, den TV 57 Sachsenhausen, spielt der RRK 1:2 und 14 Tage später in einem Trainingsspiel gegen den gleichen Gegner gewinnt man in der zweiten Verlängerung mit 3:2. Die RRK-Mannschaft spielt im Tor mit Muchow; in der Verteidigung mit Josef Saar und Fischer; im Lauf mit Behr, Karl Saar und Pfeifer; im Sturm mit Berger, Wilhelm Blöcher, Schön, Hans Ludwig Blöcher und Mundo. |
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