|
| Allgemein | Archiv | Kontakt | Sitemap | Impressum |
Geschichte
des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK) |
|||||||||||||||||||
1979 |
|||||||||||||||||||
Zu Beginn des Jahres muss das Pachtverhältnis mit dem Pächter der Bootshaus-Gaststätte gelöst werden, so dass zunächst nur eine provisorische Bewirtschaftung der Kegelbahn erfolgen kann, bis dann die Familie Schönmehl im Frühjahr als Pächter die Gaststätte übernimmt. Im Hallenhockey nehmen unter Jugendleiter Erich Hund neun Jugendmannschaften an den Hessischen Hallenhockey-Meisterschaften teil. Die B-Mädchenmannschaft mit Monika Reichmann, Bianca Weiß, Daniela Weiß, Claudia Friedl, Sabine Rausch, Beate Bemmert, Kerstin Strubl, Anke Wild, Barbara Napp und Anja Mück wird nach 1978 erneut Hessenmeister, ein schöner Erfolg für Trainer Berti Rauth und Betreuer Arno Wild. Weiterhin können die A-Jugend und die C-Knaben dritte Plätze bei der Hessenmeisterschaft erringen, die B-Jugend belegt den vierten Platz. Die Damenmannschaft muss in der Halle aus der höchsten hessischen Spielklasse, der Oberliga, wieder absteigen. In der Hallenhockey-Bundesliga kann sich der RRK für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifizieren und trifft in der Eppelheimer Rhein-Neckar-Halle (Heidelberg) im Halbfinale auf Schwarz-Weiß Köln. Der RRK spielt unbekümmert auf, hat vor allem die stärkeren Auswechselspieler und siegt 9:7 (6:2). Unglücklichster Spieler auf dem Feld ist Christoph Krehl, der in diesem Spiel die dritte gelbe Karte der Saison sieht und damit für das Finale ausfällt. Für die Sensation der zweitägigen Veranstaltung sorgt ohne Zweifel der Gladbacher HTC im Halbfinale, als er dem hohen Turnierfavoriten aus Frankenthal nach einem berauschenden Finish mit 12:11 (3:7) das Nachsehen gibt, so dass sich die Gegner des letztjährigen Feldhockey-Endspiels nun auch in der Halle gegenüberstehen. Die "Hockeyzeitung" schreibt:
Damit hat der RRK nach 1973 und 1976 zum dritten Mal die Deutsche Hallenhockey-Meisterschaft der Herren gewonnen. Die von Fernsehreporter Fritz Klein als Wanderpreis gestiftete "Silberne Hockeykugel" für den besten Spieler des Endrunden-Turniers, die nach 1978 (Peter Trump) zum zweiten Mal vergeben wird, erhält die überragende Spielerpersönlichkeit der beiden Endrundentage, der 146-malige Ex-Nationalspieler, der Rüsselsheimer Spielführer Fritz Schmidt. Und noch eine große Ehrung erfährt der 146-fache Nationalspieler und langjährige Spielführer der deutschen Nationalmannschaft, Fritz Schmidt. Auf dem Bundestag des Deutschen Hockey-Bundes im Mai in Gernsbach überreicht ihm DHB-Präsident Jürg Schaefer die zum zweiten Mal verliehene Paul-Reinberg-Plakette (erstmals 1977 an die Braunschweigerin Gudrun Scholz) für seine sportlichen Erfolge und seine sportlich faire Einstellung.
Da in der Feldrunde der Meisterschaftszug für den RRK wegen der allzu schwankenden Leistungen bereits früh abgefahren scheint, konzentriert sich die Trainingsarbeit vornehmlich auf das Europacup-Turnier der Landesmeister in Den Haag. Dennoch wird durch starke Leistungen im Endspurt der Punktrunde die Endrunde fast noch erreicht, da dem RRK schließlich nur ein Punkt fehlt, um ins Halbfinale einzuziehen. So spielt die Mannschaft zu Pfingsten in Den Haag ihre große, auch auf internationalem Parkett gewonnene Erfahrung aus. In den Gruppenspielen gelingen Siege mit 2:0 (1:0) über Slavia Prag und mit 5:0 (3:0) über den Basler HC. Die folgende Partie im Halbfinale gegen den spanischen Meister Real Club de Polo Barcelona wird für die Rüsselsheimer zu einem Spiel der verpassten Chancen. Roca erzielt bereits nach acht Minuten die Führung für die Spanier, der der RRK bis zur 45. Minute vergeblich nachläuft, ehe Rainer Seifert den Ausgleich erzielen kann. Das Spiel endet unentschieden. Im Siebenmeterschießen zeigt sich Real Polo glücklicher und zieht mit 5:3 erstmals ins Finale ein. Der RRK spielt um den dritten Platz gegen Edinburgh Civil Service. Rainer Seifert (48. und 64.), Fritz Schmidt (22. und 56.) sowie Manfred Liebig (15.) sorgen bei einem Gegentreffer für einen klaren 5:1(2:0)-Erfolg des RRK, der damit bei seiner vierten Europacup-Teilnahme nach dem zweiten Platz im Vorjahr zum dritten Mal nach 1972 und 1976 die Bronzemedaille gewinnt. Das Finale entscheiden die Niederländer vom HC Klein Zwitserland durch ein 2:1 (1:1) gegen den Real Club de Polo Barcelona für sich und sorgen damit für den ersten niederländischen Erfolg. Im August geht das Steuer der Hockeyabteilung von Karl Heuß in neue Hände über, an Wolfgang Vorfalt; und auch der seitherige Coach der Herrenmannschaft, Walter Leichtweiß, wird durch Peter Kraus abgelöst. Während Karen Joisten und Steffi Christ vom DHB zu Lehrgängen eingeladen werden, spielen noch vierzehn weitere jugendliche Aktive repräsentativ in hessischen und deutschen Auswahlmannschaften. Herauszuheben ist hier der Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft der deutschen Hockeyjunioren mit den RRKlern Alfred Segner, Christoph Krehl und Tobias Frank. Die Generalversammlung des RRK findet relativ spät, am 8. Juni 1979, statt. Man beschließt, gemeinsam mit der Stadt zwei Tennisplätze zu bauen und die von der Stadt für den RRK vorgesehene Kostenbelastung von 15.000 DM je Platz zu tragen.
Die Ruderer des RRK bereiten sich nach Abschluss des Wintertrainings in den Osterferien bei einem 14-tägigen Trainingslager in Norditalien auf dem Lago di Varese für die kommenden Regatten vor. Vierzehn Ruderer und zwei Steuermänner trainieren unter den Trainern Werner Alt und Lutz Dörsam zweimal täglich und rudern damit 30 bis 40 km am Tag. Schon auf den ersten Regatten in Worms, Flörsheim, Frankfurt und Gießen können die jugendlichen Ruderer des RRK 20 Siege herausfahren, allerdings gelingen bei den Hessenmeisterschaften in Flörsheim im Vierer und Achter nur zweite Plätze hinter der Rudergemeinschaft Frankfurt. Es folgen die Regatten in Kassel, Heidelberg, Breisach, Mainz und Wolfsburg mit insgesamt 10 Siegen, wobei der für den RRK startende Konzer Nikolai Hartz den hessischen Landesentscheid und auch den Bundesentscheid im Einer für Jungen (bis 14 Jahre) gewinnt. Nach 1973 führen RRK und RaB zum zweiten Mal eine Ruderwanderfahrt auf der Lahn durch, an der zehn RRKler und fünfzehn RaBler teilnehmen. Gerudert werden an drei Tagen 118 km von Oberbiel über Weilburg und Limburg bis Bad Ems.
Anfangs Juli starten die RRK-Ruderer Stefan Pasura, Lutz Beyer, Andreas Dührssen, Thomas Mildenburger, Harald Richter, Ulrich Thiele, Matthias Mohr, Thomas Nonnengießer und Stm. Peter Hafner im Achter für die Schüler-Ruderriege der Immanuel-Kant-Schule beim Landesentscheid "Jugend trainiert für Olympia" in Kassel und erkämpfen sich durch einen ungefährdeten Sieg die Fahrkarte zum Bundesentscheid in Berlin. Eine Woche später heißt es für die Rennruderer des RRK Farbe zu bekennen, wenn es darum geht, Meisterehren nach Rüsselsheim zu holen. Auf der Olympia-Regattastrecke in Feldmoching bei München finden die Deutschen Jugendmeisterschaften im Rudern statt. Nach den großartigen Erfolgen der Saison ist man beim RRK gespannt über das Abschneiden der eigenen Ruderer. Zeigte doch die Prüfungsregatta in Breisach, dass man in der Lage ist, ganz vorne mitzumischen und das nicht nur in einer, sondern gleich in drei Bootsgattungen, dem Vierer-mit, dem Vierer-ohne und dem Achter. Lassen wir das "Rüsselsheimer Echo" berichten:
Schon eine Woche später starten der Jugendvierer und ein etwas umgesetzter Achter in Hannover bei den Eichkranzrennen, der Deutschen Meisterschaft der 19- bis 22-jährigen Aktiven. Wir zitieren das "Rüsselsheimer Echo":
Es folgen im Herbst noch die Regatten in Frankfurt und Schierstein mit elf Siegen, wobei sich erstmals auch die von Heiner Bindrim trainierten Mädchen beteiligen und Ulrike Kirsch vier Siege beisteuert. Insgesamt haben die Ruderer des RRK im Jahr 1979 41 Siege auf Regatten errungen. Erfolgreichster Ruderer des Jahres ist Wolf-Rüdiger Kirsch mit 15 vor Achim Erhard und Harald Richter mit je 14 Regattasiegen. Noch zwei Wochen später findet in Berlin der Bundesentscheid der Schulen "Jugend trainiert für Olympia" mit dem Achter der Immanuel-Kant-Schule statt. Der Rüsselsheimer Achter kann sich für das Finale qualifizieren, jedoch nicht in die Entscheidung eingreifen. Beim Saisonausklang der Ruderer, dem Abrudern mit interner Regatta, wird Wolf-Rüdiger Kirsch Klubmeister im Einer. Mitte November treffen sich die Ruderer des RRK zur Ruder-Hauptversammlung. Diskutiert wird die Frage, ob der den Ruderern im RRK zur Verfügung stehende Etat mehr dem Breitensport oder mehr dem Leistungssport dienen soll. Die Entscheidung fällt eindeutig zu Gunsten des Leistungsruderns, so dass ein fest engagierter Trainer eingestellt und damit die Voraussetzung geschaffen werden soll, dass vom Verband in Rüsselsheim ein Ruderstützpunkt eingerichtet wird. Bei den anstehenden Wahlen wird Klaus Köppen als Abteilungsleiter bestätigt, Reinhard Kober wird Jugendleiter, Kassenwart Klaus Jeske und Schriftführerin Elke Schumacher. Die von der Ruderabteilung organisierten Feste, das Bayerische Bierfest im Oktober und der Nikolausball im November, sind beide zwar gut besucht, jedoch ist eine gewisse Veranstaltungsmüdigkeit unter den Mitgliedern festzustellen, so dass sich die Frage stellt, wie diesen Veranstaltungen wieder mehr Attraktivität gegeben werden kann. Um die am RRK-Bootshaus geplanten Tennisplätze wird in Presse und Öffentlichkeit heftig diskutiert, insbesondere deshalb, weil die RRK-Plätze wegen Auflagen des Regierungspräsidenten rund 50.000 DM mehr Mittel erfordern, als die ebenfalls geplanten Plätze der anderen Rüsselsheimer Sportvereine. In dieser Situation schafft der Brief eines anonymen Spenders an Oberbürgermeister Dr. Karl-Heinz Storsberg zusätzliche Verwirrung. Er will anfallende Mehrkosten tragen, obwohl bereits ein Stadtverordnetenbeschluss aus dem Jahr 1977 vorliegt, der besagt, dass die Stadt Restkosten in voller Höhe übernimmt. Jedoch die Entscheidung für den Bau ist bereits 1977 gefallen und auch die Genehmigungen liegen nun vor. Kurz vor dem Jahresende startet die deutsche Hockey-Nationalmannschaft mit den zum Olympiakader für Moskau gehörenden Rainer Seifert und Alfred Segner zur "Champions Trophy" nach Karachi. Durch den Tod verliert der RRK im Jahre 1979 sein langjähriges Mitglied, den ehemaligen Hockeyspieler Hans Richter. |
|||||||||||||||||||
Welches Jahr nun? Hier klicken!!!