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Geschichte
des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK) |
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1999 |
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Zu Beginn des Jahres stehen die RRK-Herren in der Hallen-Bundesliga bei noch vier ausstehenden Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz drei Punkte vor dem Letzten. Die Mannschaft muss ohne Nationaltorwart Christopher Reitz auskommen, der durch eine Viruserkrankung außer Gefecht gesetzt ist. Außerdem hat man Probleme mit Oliver Domke. Auch am Ende der Runde steht der RRK auf dem vorletzten Platz vor dem Absteiger Mannheimer HC. Aufgrund der häufigen internen Querelen erklärt Trainer Volker Schädel seinen Rücktritt. Die Damen liegen zu Beginn des Jahres nach Abschluss der Vorrunde auf dem dritten Platz der Hallen-Bundesliga. Auch die Damenmannschaft muss Ausfälle verkraften; Eva Hagenbäumer hat ihren Rücktritt erklärt, wechselt dann jedoch zu Klipper Hamburg, und Britta Becker ist schwanger. Nach Abschluss der zweiten Hälfte der Runde liegt der RRK immer noch auf dem dritten Platz und verpasst damit als Titelverteidiger wie schon 1997 die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, die auch noch in der heimischen Walter-Köbel-Halle stattfindet. Deutscher Meister wird hier Klipper Hamburg mit Eva Hagenbäumer im Team, die vorher mehr als zehn Jahre für den RRK spielte. Eine Woche später steigt in Glasgow der Europacup der Hallenhockey-Landesmeister mit den RRK-Damen. Acht Wochen nach der Geburt ihrer Tochter Emily ist Britta Becker wieder im Team, außerdem spielen für den RRK Jennifer Lutz, Denise Klecker, Jana Schwärzel, Tanja Dickenscheid, Marja Busch, Nicole Hardt, Sybille Breivogel, Lisa Jacobi, Mandy Haase, Lena Schüder und Nina Günther. Lassen wir die "Main-Spitze" berichten:
Auch der Nachwuchs der Hockeyabteilung zeigt in der Halle seine Vormachtstellung. Weibliche Jugend, A- und B-Mädchen, männliche A-Jugend und A-Knaben werden Hessenmeister; die A-Mädchen werden Süddeutscher Meister, weibliche Jugend und männliche B-Jugend werden Süddeutscher Vizemeister, die A-Knaben werden Dritter, alle vier Mannschaften qualifizieren sich damit für die Endrunde um die Deutsche Hallenhockey-Meisterschaft. Wir zitieren "Sport in Hessen":
Das ist die Deutsche Vizemeisterschaft bei den A-Mädchen für Susanne Drexler, Maren Pfefferkorn, Antje Lutz, Elena Christl, Daniela Braumann, Eva Golke, Lydia Haase, Lena Jacobi, Lotte Schwärzel und Melissa Özkol.
Bei der Hockey-Hauptversammlung Ende März kann die Abteilungsleitung von sportlichen Erfolgen berichten, die sich sehen lassen können. Probleme bestehen im Schiedsrichterbereich und bei den Finanzen. Das führt zur Anhebung des Hockey-Sonderbeitrages. Fritz Schneider, der die Abteilung seit 1991 führt, legt die Verantwortung in jüngere Hände. Neuer Abteilungsleiter wird Martin Müller, Stellvertreter Ralf-Peter Rausch, Kassenwartin Sabine Harpf, Sport- und Jugendleiter Kurt Becker.
Es folgt die RRK-Jahreshauptversammlung, bei der der 1. Vorsitzende Dr. Dietmar Klausen von sportlichen Höhepunkten, von einer gelungenen 90-Jahr-Feier, von der Ausrichtung der Herren-Feldhockey-Meisterschaft, von der Einweihung des Greyhound-Busses am Sommerdamm, von der Sanierung der Dusch- und Umkleideräume sowie des gesamten Kegelbahnbereichs, aber auch von Bauproblemen am Bootshaus berichtet. Dringend notwendige Sanierungen an Betonbauteilen des Bootshauses werden große finanzielle Belastungen für den RRK erzeugen. Bei der ersten europäischen "Youth Trophy" für U18- (Belfast) und U16-Nationalmannschaften (Antwerpen) Mitte April 1999 sind acht Nachwuchskräfte der RRK-Talentschmiede beteiligt. Dem Nachwuchs des DHB bleibt der große Wurf versagt, zwei zweite, ein dritter und ein vierter Platz zeigen jedoch die Zugehörigkeit zur europäischen Spitze. In Antwerpen spielen Oliver Markowsky, Jan Petersen und Falk May in der männlichen U16, Lotte Schwärzel und Maren Pfefferkorn in der weiblichen U16, beide Mannschaften unterliegen erst im Endspiel. In Belfast spielen Lena Schüder, Nina Günther und Jana Schwärzel in der U18 und erreichen den dritten Rang. Ende April eröffnen die Ruderer mit dem traditionellen Anrudern die Rudersaison, während die jugendlichen Ruderer und Lars Kerkmann schon die erste Regatta in Mannheim (5 Siege) besuchen. Es folgen die Regatten in Offenbach (1 Sieg) und Eschwege (3 Siege) mit der Hessenmeisterschaft. Lars Kerkmann wird in Renngemeinschaft mit den Ruderern Tobias Schirmer, Tim Vorfalt und Jens Raab von der Frankfurter RG Germania Hessenmeister im Doppelvierer sowie in Renngemeinschaft mit Germania Frankfurt und der RG Wiesbaden-Biebrich Hessischer Vizemeister im Achter, der 14-jährige Sascha Adrian belegt im Jungen-Einer den zweiten Platz und qualifiziert sich damit für den Bundesentscheid in Krefeld, wo er ebenfalls den zweiten Rang belegt. Anschließend besuchen die RRK-Ruderer noch die Regatten in Gießen (4 Siege) und Offenbach-Bürgel (4 Siege) sowie im Herbst Bad Ems, Mühlheim, Limburg, Schierstein, Großauheim und Würzburg. Lars Kerkmann startet in Renngemeinschaft noch beim Deutschen Meisterschaftsrudern in Köln im Vierer-mit, kann mit den Germanen Tim Vorfalt, Jens Raab und Stm. Christoph Sommer sowie dem Aschaffenburger Alexander Keller nur den fünften Platz belegen, anschließend auch noch bei den Eichkranzrennen in Brandenburg im Vierer-ohne, wo der vierte Platz erreicht wird. Am Ende der Saison hat Trainer Harald Czerwenski mit seinen Ruderern 50 Siege für den RRK eingefahren. Zwischenzeitlich in den ersten Augusttagen starten sechs RRK-Ruderdamen zur ersten Damen-Ruderwanderfahrt im RRK in zwei Doppelvierern von Frankfurt-Oberrad nach Rüsselsheim. 30 Ruderkilometer werden an einem Tag zurückgelegt, wobei die größte Herausforderung sicher das Schleusen in Griesheim und Eddersheim ist. Begleitet werden die Damen von ihrem "Security-Team" (vier Ehemänner), das aufpasst, dass nichts passiert. Bereits im Frühsommer waren die AH-Ruderer von RaB und RRK zu ihrer Traditionswanderfahrt auf der Weser unterwegs. Beim Abrudern der RRK-Ruderer gewinnt der 15-jährige Dominic Schwöbel die Klubmeisterschaft im Einer vor Michael Schindler und Hans-Peter Wagner. Sabine Mader tauft einen neuen Kinder-Doppelzweier auf den Namen "Cassiopeia".
Bei den Hockeyspielern beginnen die Herren die Feldsaison ohne Trainer, die Verantwortung wird auf drei Schultern verteilt. Torwart Christopher Reitz und Mittelfeldspieler Björn Emmerling sind für Taktik und Trainingsaufbau zuständig, der bisherige Trainer Volker Schädel übernimmt die Umsetzung der Übungseinheiten. Vor der Sommerpause nach 10 von 14 Spieltagen liegt die Mannschaft auf dem vierten Platz der Feld-Bundesliga. Dagegen haben die Damen des RRK in den ersten zehn Spielen bis zur Sommerpause 28 Punkte eingefahren und führen die Tabelle klar an. In der Sommerpause versuchen beide Mannschaften im DHB-Pokal erfolgreich zu sein. Durch einen 5:2-Sieg über den Großflottbeker THGC erreichen die Herren das Viertelfinale, müssen dann beim drei Klassen niedriger angesiedelten Oberligisten Schwarz-Weiß Bonn auf Naturrasen antreten und der versetzt dem hohen Favoriten im Siebenmeter-Schießen mit 6:5 den Knockout. Die RRK-Damen dagegen siegen im Viertelfinale mit 3:2 über Klipper Hamburg, spielen im Halbfinale gegen Rot-Weiss Köln, verlieren ihr erstes Spiel der Feldsaison mit 3:5 und verpassen damit die Finalteilnahme. Anfangs August findet auf den Hockeyplätzen am Sommerdamm das dritte "Rüsselfanten-Turnier" statt. 30 Teams – darunter 11 weibliche – spielen an zwei Tagen auf vier Kleinfeldern 83 Spiele von mit einer Spieldauer von 20 Minuten aus. Sieger bei den Damen wird Eintracht Frankfurt vor dem RRK, bei den Herren das Reiseteam "Looser" vor dem Mannheimer HC.
In der zweiten Augusthälfte spielen die Damen-Nationalmannschaften in Köln um die Europameisterschaft, wobei der Sieger sich zusätzlich direkt für das Olympiaturnier in Sydney qualifiziert. Im Kader von RRK- und Nationaltrainer Berti Rauth sind zwei RRK-Damen, Britta Becker und Denise Klecker. Doch es reicht nicht zum EM-Titel, man unterliegt im Finale den Niederlanden mit 1:2. Und auch die Herren-Nationalmannschaft mit den RRKlern Christopher Reitz und Björn Emmerling will sich bei der EM in Padua mit dem Titelgewinn direkt für Sydney qualifizieren. Auch die Herren spielen im Finale gegen die Niederlande; nach Ende der regulären Spielzeit und auch nach Verlängerung steht es 3:3. Im Siebenmeter-Schießen kann Christopher Reitz drei "Schüsse" halten, das deutsche Team siegt 5:4, wird Europameister und löst das Olympiaticket direkt. In der zweiten Septemberhälfte gehen die Bundesligen bei Damen und Herren in die Schlussrunde. Die RRK-Damen beenden die Runde auf dem ersten Tabellenplatz, die Herren auf dem dritten. Damit spielen beide Mannschaften im Viertelfinale um die Deutsche Feldhockey-Meisterschaft. Die RRK-Herren müssen im Viertelfinale als krasser Außenseiter zum amtierenden Deutschen Meister, dem Harvestehuder THC, verkaufen sich teuer und müssen erst 50 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit das 2:3 hinnehmen. Dagegen spielen die in der Bundesliga-Punktrunde ungeschlagenen RRK-Damen am Sommerdamm gegen Club Raffelberg. Trotz Mitwirkens des Neuzugangs, der Nationalspielerin Friederike Barth, trotz großer Feldüberlegenheit und einem Eckenverhältnis von 13:0 steht es nach regulärer Spielzeit und auch nach Verlängerung 2:2, Siebenmeter-Schießen ist angesagt. Da Britta Becker in ihrem letzten Feldspiel für den RRK ebenso wie Denise Klecker und Mandy Haase in der überragenden Club-Torhüterin ihre Meisterin finden, Nicole Hardt und Friederike Barth das Ziel verfehlen, ist nach sieben von zehn Schützinnen alles klar, die RRK-Damen sind wie 1998 erneut aus dem DM-Rennen.
Die Hockeyjugend kann auf dem Feld an die Erfolge in der Halle anschließen. Die weibliche Jugend, die A-Mädchen, die männliche A- und B-Jugend werden Hessenmeister, die A-Knaben werden Hessischer Vizemeister. Bei der folgenden Vorrunde zur Deutschen Meisterschaft können sich drei der vier teilnehmenden Teams (männliche A-Jugend wird zurückgezogen) für die Endrunde qualifizieren, die weibliche Jugend, die A-Mädchen und die männliche B-Jugend. Während die weibliche Jugend die Zwischenrunde nicht übersteht, für die A-Mädchen im Halbfinale nach Siebenmeter-Schießen die Endstation erreicht ist, bleiben die schon vorher als sehr stark eingeschätzten "B-Buben" nicht hinter den Erwartungen zurück. In der Zwischenrunde fertigen sie den HC Lindenau-Grünau Leipzig mit 12:0 ab und gewinnen gegen den Münchner SC mit 5:4. Zur Endrunde um die Deutsche Feldhockey-Meisterschaft in Mülheim und beim RRK am Sommerdamm lassen wir die "Main-Spitze" berichten:
Das ist die Deutsche Feldhockey-Vizemeisterschaft für die männliche B-Jugend des RRK, für Andreas Späck, Clemens Rosenbaum, Daniel Burghardt, Sven Wohlfahrt, Jan Petersen, Jonas Hof, Daniel Hausmann, Oliver Markowsky, Frank Trautmann, Mirco Fuchs, Thomas Jost, Lorenz Klee, Falk May, Marcel Nold, Tobias Würbach und Max Ankner. Bei der am Sommerdamm ausgerichteten Endrunde um den Hessenpokal der Senioren verteidigt der RRK seinen Titel gegen den RV Offenbach, den Wiesbadener THC und den Limburger HC.
Die RRK-Tennisspieler ermitteln nur einen Klubmeister im Doppel, wo sich Thomas Späck und Kurt Maurer vor Hidegard Domke und Thomas Susenburger sowie Manfred Liebig und Martin Müller durchsetzen. Im Vereinszeitschriftenwettbewerb des LSB Hessen belegt das "Vereinsjournal" des RRK in der Klasse "Vereine über 500 Mitglieder" den dritten Platz, im überregionalen Vergleich zusammen mit Rheinland-Pfalz und Thüringen den elften Platz. Am 5. November 1999 findet im Bootshaus die Meisterehrung der erfolgreichen Sportler und Trainer statt. Erfolge beim Europacup, bei hessischen, süddeutschen und deutschen Meisterschaften, in der Nationalmannschaft sowie auf Ruderregatten werden gewürdigt. Einige Tage später werden ebenfalls im Bootshaus Jubilare für langjährige Vereinstreue geehrt, darunter das RRK-Ehrenmitglied Wilhelm "Willi" Nold, der 70 Jahre dem RRK angehört, sowie die "50-jährigen" Dr. Lothar Hüthwohl, Hans-Peter Kraft und Sigurd Traiser. 40 Jahre Mitglied im RRK sind Roland von zur Mühlen, Peter Kraus, Jochen Zimmermann und Martin Müller, 25 Jahre Kay Dreisbach, Detlev Stark, Uwe Rausch, Wolfgang Gentzsch, Dr. Harald Richter, Thomas Mildenburger, Erst Hünerfeld, Harald Eisenacher, Günter Schwanke und Wilfried Schwanke. Ab Mitte November sind die Bundesligateams von Damen und Herren wieder im Hallenhockey gefordert. Neuer Trainer bei den Herren ist der "Rüsselsheimer Bub" und RRKler Kai Stieglitz, der seit 1995 den TSV Schott Mainz trainierte. Sein Ziel ist zunächst einmal der Klassenerhalt, dagegen will Damentrainer Berti Rauth mit seiner Mannschaft und auch Britta Becker, die nun in Hamburg wohnt und ihre letzte Saison für den RRK spielt, unter allen Umständen die Endrunde erreichen. Nach 10 von 14 Spielen liegen die RRK-Damen am Jahresende unangefochten auf dem ersten Platz, die Herren liegen klar auf dem zweiten Platz, so dass beide Teams die Endrunden-Teilnahme sicher haben.
Ende November wird RRK-Nationalspieler Björn Emmerling mit der Sportplakette des Landes Hessen ausgezeichnet. Beim Sportlerball des Sportbunds werden 330 Sportler geehrt, darunter viele RRKler. Sportlerin des Jahres 1999 in Rüsselsheim wird Denise Klecker, Sportler des Jahres 1999 Christopher Reitz. Am Anfang des Jahres verliert der RRK seine langjährigen Mitglieder Hans Mietzschke und Dr. Adam Alt sowie im August das treue Mitglied, den Hockeyspieler Hans Teerling, alle drei Träger der RRK-Ehrennadel in Gold, durch den Tod. |
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