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Geschichte
des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK) |
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1962 |
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Am 1. Januar 1962 gehören dem RRK 349 Mitglieder an, damit 16 weniger als ein Jahr zuvor. Gleich zu Beginn des Jahres, am 20. Januar 1962, hält der RRK seine Generalversammlung ab, zu der etwa 50 Mitglieder erscheinen. Günter Schmitt wird erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt, 2. Vorsitzender wird Josef Saar, Schatzmeister Richard Trapp, Kassierer Josef Schnur und Schriftführer Paul Schmitt. Nach dem Faschingsball unter dem Motto "Studio Sex" ist Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss der Faschingsfeste in Rüsselsheim wieder traditionsgemäß der Lumpenball in allen Räumen des Bootshauses. Bei den Hessenmeisterschaften im Hallenhockey erringen die Herren und die Knaben des RRK je einen 3. Platz, die Jugend- und die Mädchenmannschaft können sich nicht platzieren. Die Ruderer, die sich im Winter unter Trainer Dr. Alfred Buch mit Gymnastik, Hanteln und Beckenrudern in Form gebracht haben, werden am 24. März 1962 im Rahmen eine Herrenabends vierzehn Ruderer zum strengen Training verpflichtet – die Junioren Lutz Dörsam, Rudi Reitz, Wolf von zur Mühlen, Walter Eberle und Rudolf Müller, die Jungmannen Dietmar Klausen, Klaus Hartmann, Klaus Köppen und Wilfried Hoffmann, die Jugendlichen Knud Adam, Jochen Zimmermann, Andreas Hartmann und Werner Leichtfuß und der Steuermann Bernd Kalup. Die beiden Rennboote "Jumbo" und "De Ungel", die in der Rudersaison 1961 teils durch fremdes, teils durch eigenes Verschulden beschädigt wurden, kehren repariert in die RRK-Bootshalle zurück. Am 6. Mai 1962 aus Anlass des Anruderns können bei leider regnerischem Wetter ein neuer Rennvierer auf den Namen des 1961 verstorbenen RRK-Ehrenmitgliedes, "Oscar Schlieben", durch dessen Enkelin Margarete Bangert und ein Rennachter auf den Namen des RRK-Ehrenmitgliedes und siebenmaligen Deutschen Meisters, "Georg von Opel", durch den RRK-Vorsitzenden Günter Schmitt getauft werden. Gleichzeitig werden erstmals neue Rennruder mit breiter Blattform, dem "Macon-Blatt", in Betrieb genommen. Nach dem Anrudern schreibt das RRK-Ehrenmitglied, der mehrfache Meisterruderer Dr. Georg von Opel am 10. Mai einen Brief an den RRK-Trainer Dr. Alfred Buch mit Kopie an den RRK-Vorstand. Hier einige Ausschnitte zu seinen Anmerkungen auch über Rudertechnik:
Die Regattasaison beginnt in Flörsheim mit zwei Siegen für den RRK im Jungmann- und Junior-Vierer. Es folgen die Regatten in Heidelberg (2 Siege), Mannheim (1), Gießen (3), Koblenz (4), Schweinfurt (1), Offenbach (4) und Eberbach (3), keine Regatta ohne RRK-Sieg.
Anschließend startet der 5mal erfolgreiche Jungmann-Achter bei der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft für Nachwuchsachter, dem Eichkranzachter (U23), in Mainz. Wir zitieren die "Main-Spitze":
Vierzehn Tage nach der Mainzer Regatta findet auf dem Mainzer Floßhafen das Deutsche Meisterschaftsrudern statt. Der "Leichte Vierer" des RRK ist mit dabei, lassen wir die "Klub-Nachrichten" des RRK berichten:
Beendet wird die Regattasaison mit der Herbstregatta in Mühlheim (1 Sieg), so dass schließlich bei 45 Starts 22 Siege für den RRK herausgerudert werden. Erfolgreichste Ruderer des Jahres 1962 sind der Steuermann Karl-Heinz Wagner mit 20, die Ruderer Wilfried Hoffmann mit 15, Klaus Hartmann und Klaus Köppen mit 14 sowie Dietmar Klausen mit 13 Regattasiegen.
Das Abrudern mit interner Regatta Ende September beendet offiziell die Regattasaison für die erfolgreichen RRK-Ruderer. Zum Rennen um die Klubmeisterschaft im Einer und den neu gestifteten Wanderpreis haben acht Skuller gemeldet, so dass Vorläufe und Halbfinale anstehen, bevor sich im Finale Wilfried Hoffmann vor Klaus Köppen Sieg und Wanderpreis sichern kann. Insgesamt werden sieben Rennen ausgefahren. Hier die Ergebnisse im einzelnen:
Da die Hockeyabteilung an Ostern kein eigenes Turnier veranstaltet, spielt die Herrenmannschaft auf dem Internationalen Hockeyturnier des Wiesbadener THC und beweist dort ihr spielerisches Können. Weiterhin unternimmt die Herren- und die Seniorenmannschaft Ende April eine Reise nach London, um "Metropolitan Police" zu besuchen, deren Mannschaft dreimal am RRK-Osterturnier teilgenommen hat. Fünf Tage lang ist das Mount-Pleasant-Hotel fester Wohnsitz der Rüsselsheimer Thomas Blivier, Winfried Cezanne, Rolf Dauber, Willi Filtzinger, Karl-Heinz Georg, Günther Görke, Michael Götz, Philipp Gütlich, Hans Hermann, Erich Hund, Karl-Heinz Ims, Peter Kraus, Walter Leichtweiß, Dieter Meyer, Horst Pöppel, Alfred Rausch, Klaus Schreiber, Fritz Schröder, Fritz Staubach, Rolf Teerling, Hans Teerling und Rüdiger Weidmann. Die Herrenmannschaft spielt gegen Southgate 3:1, gegen Purley 0:0 und gegen die Bobbys von Metropolitan Police 3:4, die Senioren trennen sich von den gleichen Klubs mit 2:2, 2:2 und 1:2. Die Herrenmannschaft zieht nach dem Gewinn der hessischen Vizemeisterschaft im Feldhockey 1961/62 in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft ein, die im K.-o.-System ausgetragen wird. Das Los bestimmt als Gegner den bayerischen Meister, den Nürnberger HTC, der dieses Spiel in Nürnberg mit 2:1 gewinnt, so dass der RRK nach diesem Spiel bereits ausgeschieden ist. Bei der am 10. Mai 1962 stattfindenden Generalversammlung der Hockeyabteilung berichtet Abteilungsleiter Alfred Rausch von einem erfolgreichen Spielbetrieb im Geschäftsjahr 1961/62: Fünf Mannschaften (1. Herren, Ib-Herren, Senioren, Jugend, Knaben) haben 114 Spiele ausgetragen, 72 gewonnen, 20 verloren und 22 endeten unentschieden. Bei der Wahl der neuen Abteilungsleitung wird Alfred Rausch wieder zum Abteilungsleiter gewählt, Kassierer wird Werner Wiessner, Schriftführer und Jugendleiter Fritz Schneider. Die Jugend- und die Knabenmannschaft starten an Ostern zu einer sechstägigen Reise zum Jugend-Hockeyturnier des Braunschweiger THC, wobei die RRK-Jugend alle Spiele gewinnt und als beste Mannschaft des Turniers bezeichnet wird. Im Finale um die Hessische Meisterschaft im Feldhockey der Jugend treffen die beiden Gruppensieger der Meisterschaftsrunde aufeinander. Die unter der Trainingsleitung von Philipp Gütlich und Fritz Schneider stehende RRK-Jugend mit Karl-Heinz Nuffer, Thomas Uebel, Dieter Dick, Uwe Seibert, Manfred Liebig, Wolfgang Knoll, Wolfgang Mix, Rainer Seifert, Michael Heuß, Wolfram Jirzik und Klaus-Dieter Michalski erringt gegen den 1. Hanauer THC durch einen knappen 1:0-Sieg den Titel. In der Meisterschaftsrunde 1962/63 der Hockey-Oberliga liegen die RRK-Herren nach fünf Spielen am Tabellenende, so dass das Abstiegsgespenst umgeht. Am Jahresende nach zwölf von vierzehn Spielen steht der RRK gesichert auf dem 6. Platz der Tabelle. "Hi gut Rüsselsheimb alleweg". Am sechsten Tag im Gilbhart (6. Oktober) machen sich in der Abendstund' zwei Fähnlein des landgräflichen Heeres unter der Leitung des Hauptmann Scheuermann vom Bootshaus auf und erreichen nach einem kurzen Marsch die sichere und gut bewehrte Festung, um hier im großen Gewölbe die traditionelle Burgkneipe zu feiern. Leutenant Kurzschlussfelder (Gerhard Müller), der den edlen Feldhauptmann Alf von Buchenstein (Dr. Alfred Buch) vertreten muss, berichtet von den Treffen des 1. Fähnlein. Hier ein Auszug:
Der "Ball des RRK" am 20. Oktober 1962 im Hotel Adler ist der gelungenste Ball seit Jahren, zu dem die "Morinos", das Robana-Ballett, der Sänger und Parodist Hans Uwe Schneider, eine Tombola und der Ansager Hans-Jürgen Stein beitragen. Gag des Festes aber ist das von Karl Pöppel entwickelte Saalachter-Rennen, bei dem die teilnehmenden Damen zeigen, welchen Ehrgeiz sie entwickeln können. Siegerin in einer äußerst knappen Entscheidung wird Gudrun Traiser vor "Betty" Schaeffter. Natürlich werden auch die erfolgreichen Sportler, die Ruderer mit Trainer Dr. Alfred Buch und für die jugendlichen Hockeyspieler ihr Trainer Fritz Schneider, sowie einige Jubilare geehrt. Vierzig Jahre gehören dem RRK Heinz Bangert, Dr. Theo Brand und Wilhelm Hummel an, 25 Jahre sind es bei Paula Dörhöfer, Gerhard Müller, Ernst Schmidt, Hans Ludwig Blöcher, Werner Klepper und Wilhelm Blöcher. Im November treffen sich bei "Dippehas und Klöß" Jäger und Treiber zur Hasenkneipe im Bootshaus. Mit "Fressen, Saufen und dem Absingen uriger Lieder" vergehen die Stunden wie im Flug. Manche Runde ist schon ausgewürfelt, als es nach hartem Kampf dem Treiber Günther Görke gelingt, dem Jäger Josef Schnur den Hasen abzujagen. Allerdings soll des Treibers Frau am nächsten Morgen nicht allzu erfreut gewesen sein, als ihr so eine "Bestie" aus dem Kühlschrank entgegensprang. Am 7. Dezember 1962 wird der erfolgreiche Jungmann-Achter des RRK für seinen dritten Platz beim "Eichkranzachter", quasi der "Deutschen Meisterschaft" im U23-Bereich, und die durch Fritz Schneider vertretene Hockeyjugend für den Gewinn der Hessenmeisterschaft bei der Meisterehrung der Stadt Rüsselsheim im Saal des "Schaab Louis" durch Bürgermeister Dr. Walter Köbel und Sportamtsleiter Willi Hofmann mit der neu geschaffenen Ehrenplakette der Stadt in Bronze ausgezeichnet. Erstmals bei einer städtischen Meisterschaftsfeier sind die Ruderer des RRK vertreten, da das Reglement dieser Sportart bekanntlich keine Kreis-, Bezirks- oder Landesmeisterschaften kennt. Nachdem die RRK-Ruderer im September gegen die RRK-Hockeyspieler ein Fußballspiel mit 7:3 gewinnen konnten, beteiligen sie sich auch Ende des Jahres an einer Fußballrunde von fünf Rudervereinen des Untermain-Gebietes, zu der die RG Wiesbaden-Biebrich auch einen Pokal stiftet. Vor- und Rückspiele sind geplant. Das erste Spiel des RRK ist zu Hause gegen den Mainzer RV. Durch Tore von Volkmar Banse und Günter Müller (2) siegt der RRK 3:1. Dann geht es am Frankfurter Riederwald gegen die Frankfurter RG Germania, wo eine knappe 1:2-Niederlage sowie zwei verletzte Ruderer hingenommen werden müssen. Das Machtwort von RRK-Rudertrainer Dr. Alfred Buch lässt nicht lange auf sich warten, Fußballspielen ist ab sofort für aktiven Ruderer verboten. Vor allem der fehlende Platz in der Bootshalle bewegt den Vorstand, sich konkret Gedanken zu machen, wie hier Abhilfe geschaffen werden kann. Man sieht schließlich die Lösung in einem großen Bootshaus-Neubau, so dass in dieser Richtung schon Überlegungen und auch klärende Gespräche stattfinden. Der RRK verliert im Jahr 1962 durch ein tragisches Geschick sein treues Mitglied Walter Weiß. |
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