|
| Allgemein | Archiv | Kontakt | Sitemap | Impressum |
Geschichte
des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK) |
|||||||||||||||||||||
1948 |
|||||||||||||||||||||
Auch im 40. Vereinsjahr, an dessen Ende der Mitgliederstand 376 beträgt, ist das RRK-Klubhaus noch immer von den Besatzungstruppen beschlagnahmt. Die RRK-Ruderer trainieren wie schon im Vorjahr gemeinsam mit den Ruderern des Flörsheimer RV vom Flörsheimer Bootshaus aus. Auf den Regatten sollen die erfolgreichen Mannschaften des Jahres 1947 wieder als Renngemeinschaft RRK/FRV starten. Die Ehrung der Sieger des Jahres 1947 wird am 31. Januar 1948 im Hotel "Rüsselsheimer Hof" abgehalten. Bürgermeister Ludwig Dörfler nimmt in liebenswürdiger Weise die Ehrung der Deutschen Meister vor, wobei jeder Meisterruderer und Trainer Fritz Brumme eine Ehrentafel erhalten. Der RRK-Vorsitzende, Joseph Grass, verleiht den Deutschen Meistern Hanswalter Messer, Edgar Thielmann, Philipp Roth, Peter Messerschmitt, Kurt Gechter, Wilfried Seipp, Karl Bauer, Adam Munk, Adam Stieglitz, Georg Schneider, Georg Boller und Erich Kohl die Silberne Verdienstnadel sowie Georg von Opel und Fritz Brumme die Goldene Verdienstnadel für besondere Leistungen.
Mit dem Weiterbau der neuen RRK-Bootshalle unterhalb des Bootshauses kann am 17. März 1948 begonnen werden. Die Holzdach-Konstruktion wird am 6. April 1948 aufgesetzt. Bis Ende April können auch die Ziegel aufgelegt werden, so dass die neue Halle wenigstens vor den Witterungseinflüssen geschützt ist. Nach und nach wird nun die Inneneinrichtung durchgeführt und bis Ende des Jahres ist sogar eine Werkstatt entstanden, in der anfallende Bootsreparaturen ausgeführt werden können. Die beiden Leihboote des RC Nassovia Höchst, der Gig-Doppelzweier "Carlchen" und der Gig-Vierer "Main", werden aus den Festungsräumen nach der neuen Bootshalle umgelagert. Für einen eigenen Ruderbetrieb besteht jedoch noch immer keine Möglichkeit. Das gemeinsame Anrudern der Renngemeinschafts-Ruderer von RRK und FRV am 18. April in Flörsheim ist mit der Trainingsverpflichtung der Rennruderer sowie der Taufe des Ruder-Lernschiffes verbunden. Als Vertreter des Hessischen Ruderverbandes tauft Dr. Lingnau die Zehn-Ruderer-Holzarche, die nach den Plänen von Fritz Brumme angefertigt und von Georg von Opel gestiftet wurde, auf den Namen "Arche Noah". Außer dem Nachwuchs (Jungmannen und Jugend) verpflichten sich 20 Senioren, unter diesen die vollständige Meisterbesetzung des Achters und des Leichtgewichts-Vierers. Bei den Senioren trainiert Fritz Brumme Besatzungen im Achter, Vierer-mit und -ohne, Zweier-ohne und Einer, ferner einen 2. Seniorachter, den Leichtgewichts-Vierer und einen Leichtgewichts-Achter. Beim Nachwuchs sind Vierer und Achter der Jungmannklasse sowie Jugendvierer im Training, also insgesamt eine sehr beachtliche Mannschaft. Am 16. Mai 1948 findet wieder, wie im Vorjahr, eine Pfingstregatta in Flörsheim statt, die von 25 Vereinen beschickt ist. Etwa 6.000 Zuschauer sind Augenzeugen dieser glänzend ausgerichteten Ruder-Wettkämpfe. Die Senioren der Renngemeinschaft RRK/FRV siegen auf ihrer Hausstrecke in sechs Rennen, im Einer (2), Zweier-ohne, Vierer-mit und -ohne sowie im Leichtgewichts-Achter.
Vierzehn Tage später folgt die Regatta in Gießen mit fünf Siegen für die Flörsheim/Rüsselsheimer, dann die Regatta auf dem Bertasee in Duisburg, wo ebenfalls fünf Rennen gewonnen werden, darunter an beiden Tagen der Erste Achter. Es folgen in den kommenden Wochen die Regatten in Mannheim (1 Sieg), in Offenbach (3 Siege) und in Frankfurt (1 Sieg). Frankfurt bringt die letzte große Kraftprobe vor dem Deutschen Meisterschaftsrudern zwischen den beiden Meisterschaftsfavoriten im Achter, der Frankfurter Rudergemeinschaft Germania-Verein 65 und den Flörsheim/Rüsselsheimern, das die Frankfurter mit zwei Bootslängen klar für sich entscheiden.
Nach 21 Rennsiegen in der Regattasaison folgt als Höhepunkt, der Besuch der Deutschen Rudermeisterschaft am 22. August 1948 in Duisburg-Wedau, zu deren Besuch, weil eine Zonengrenze passiert wird, bei der Militärregierung Pässe beantragt werden müssen. Die Trainingsleitung mit Fritz Brumme an der Spitze meldet Mannschaften der Renngemeinschaft RRK/FRV beim Deutschen Meisterschaftsrudern zu sechs Rennen – Hanswalter Messer, Edgar Thielmann, Philipp Roth und Peter Messerschmitt zum Leichtgewichts-Vierer-ohne und mit Steuermann Kurt Gechter zum Leichtgewichts-Vierer-mit – Albert Gechter, Michael Schollmayer, Helmuth Streck, Franz Weinmann, Kurt Bertram, Paul Messerschmidt, Werner Messerschmidt, Georg Hofmann und Stm. Philipp Wagner zum Leichtgewichts-Achter – den 20-jährigen Gerhard Ruppert und den 38-jährigen Willi Wenz zum Zweier-ohne – Adam Munk, Georg Boller, Georg von Opel und Erich Kohl zum Vierer-ohne – Wilfried Seipp, Karl Bauer, Adam Munk, Adam Stieglitz, Georg Schneider, Georg Boller, Georg von Opel, Erich Kohl und Stm. Hanswalter Messer zum Achter. Zehn Tage vor den Meisterschaftsrennen begeben sich die Mannschaften mit einem Opel-Blitz nach Duisburg, bereits vorher werden die Boote auf Georg von Opels Wohnschiff verpackt und im Schlepp über Main, Rhein und Ruhr zum Bertasee in Duisburg-Wedau gebracht. Mit Ruhe und Training bereiten sich die Flörsheimer und Rüsselsheimer Ruderer am Ort der Meisterschaft auf die schweren Rennen vor. Lassen wir die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" einen Vorbericht abgeben:
Die Vorrennen, die am Tag vor den Endläufen gefahren werden, betreffen nur den Achter, zu dem acht Boote gemeldet haben. Wem Vorlaufzeiten etwas bedeuten, der kann sich hier schon den Sieger aussuchen: Rüsselsheim 6:12,0 min, Frankfurt 6:14,0 min, Benrath 6:14,2 min, Bochum 6:15,0 min, Lübeck 6:22,0 min, Bremen 6:24,0 min. Mülheim/Ruhr scheidet aus, Mühlheim/Main meldet ab.
Dann ist der Tag der Entscheidungen gekommen. Nach dem Sieg der Mannheimer Baden im Vierer-mit folgt das erste Rennen mit RRK/FRV-Beteiligung, der "Leichtgewichts-Vierer ohne Stm." Die Flörsheimer Hanswalter Messer und Peter Messerschmitt sowie die Rüsselsheimer Edgar Thielmann und Philipp Roth siegen in 7:29,9 min mit anderthalb Sekunden vor dem Vorjahressieger RV Gelsenkirchen, das ist die Deutsche Meisterschaft. Dann müssen Adam Munk, Georg Boller, Georg von Opel und Erich Kohl im Vierer-ohne an den Start. Es gibt einen harten Kampf auf der Strecke zwischen den als Favorit gehandelten Meistern im Vierer-mit, der Mannheimer RG Baden, und der Renngemeinschaft RRK/FRV. Doch am Ende können die Mannheimer nicht folgen, die Untermainer siegen sicher in 7:06,6 min vor Mannheim in 7:11,7 min, abgeschlagen die Lübecker RG und der RV Gelsenkirchen. Das ist die zweite Deutsche Meisterschaft für Flörsheim/Rüsselsheim. Sollte das so weitergehen? Nein, es wird so nicht weitergehen. Die Meister im Leichtgewichts-Vierer-ohne wollen sich auch im Leichtgewichts-Vierer-mit beweisen, doch sie können sich nicht platzieren. Im Leichtgewichts-Achter muss sich die Renngemeinschaft RRK/FRV hinter der Renngemeinschaft Duisburg/Essen-Werden, dem RV Münster und dem RV Bochum mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Dann machen die beiden Riemenzweier-ohne am Startnachen fest, die in dieser Bootsgattung Meister werden wollen, Gerhard Ruppert und Willi Wenz (147 kg) vom Untermain und die Duisburger Gresch/Konrad (146 kg). Duisburg zieht schnurgerade seine Bahn und kommt in 7:53,9 min verdient zum Sieg vor dem Flörsheimer Gerhard Ruppert und dem Rüsselsheimer Willi Wenz in 7:58,7 min, die damit für die Renngemeinschaft RRK/FRV die Vizemeisterschaft holen.
Nur noch ein Rennen steht aus, das Rennen der Achter. Nach den erfolglosen Rennen im leichten Vierer-mit und im leichten Achter scheint Trainer Fritz Brumme mehr pessimistisch als optimistisch gestimmt zu sein. Er gibt seine Achterleuten das Versprechen: "Wenn Ihr gewinnt, springe ich ins Wasser!" Wir zitieren den "Sport-Beobachter":
Das ist für die Renngemeinschaft RRK/FRV die dritte Deutsche Meisterschaft des Jahres 1948. Als die Achtermannschaft an die Siegerpritsche kommt, erschöpft vom harten Rennen, steht ihr Trainer, gemäß seinem Versprechen vom bösen Gewissen getrieben, "in voller Kriegsbemalung" bis zu den Knien im Wasser. Weiter aber ist er mit den besten Worten nicht zu bringen. Da rafft Georg Boller, die kräftige Nummer 6, alle noch zur Verfügung stehenden Kräfte zusammen und befördert den Glückstrahlenden im weiten Bogen ins wohlverdiente Nass. Dem "Fritz" hat es nicht geschadet.
Auch im Hockey kann von schönen Erfolgen berichtet werden. Die Damenmannschaft des RRK spielt in der Oberliga eine herausragende Runde und trifft im Endspiel um die Hessenmeisterschaft auf den Wiesbadener THC. Auf dem Platz des Titelverteidigers im Wiesbadener Nerotal liefern sich am 21. März 1948 die beiden Mannschaften ein rassiges Hockeyfinale. Obwohl der WTHC auf eigenem Platz spielt und wohl technisch besser ist, gelingt es ihm gegen die körperlich fiteren und jüngeren RRK-Spielerinnen nicht, daraus einen Vorteil zu ziehen. Mitte der zweiten Halbzeit "stochert" die Halblinke des RRK den Ball ins "feindliche" Tor. Bei diesem 1:0 bleibt es. Das ist die Hessenmeisterschaft für die RRK-Damenmannschaft mit Hedwig Traiser im Tor, mit Maria Herdt und Pauline Hill in der Verteidigung, mit Irmgard Faller, Lucie Moser und Anni Diehl in der Läuferreihe sowie Käthe Sieben, Carola Fröder, Irene Traiser, Charlotte Krebs und Annemie Hummel im Sturm. Damit hat sich die RRK-Mannschaft für die Spiele um die Süddeutsche Meisterschaft qualifiziert. Gegner sind hier der Baden-Meister VfR Mannheim, die RSG Stuttgart als Meister von Baden-Württemberg und der Bayern-Meister Kickers Würzburg. Jede Mannschaft spielt gegen jede in Vor- und Rückspiel. Im ersten Spiel müssen die RRK-Damen in Stuttgart antreten und verlieren gegen den Meister von Baden-Württemberg mit 1:5. Auch in den folgenden Spielen bleibt die in solchen Spielen gegen erstklassige Gegner unerfahrene Mannschaft ohne Erfolg.
Nach einer großen Serie mit ausgezeichneten Leistungen können die Ersten Herren des RRK in der Oberliga am Ende der Punktrunde 1947/48 ihr Potential nicht mehr abrufen und verlieren Spiel nach Spiel. Zum Kader gehören Willi Filtzinger, Werner Klepper, Wilhelm Blöcher, Walter Muchow, Hans Eisen, Heinz Bopp, Karl Heuß, Hans Ludwig Blöcher, Josef Schnur, Karl Saar, Karl-Heinz Ims, Werner Wüstenhöfer und Wilhelm Nold.
An Ostern veranstaltet die Hockeyabteilung des RRK – unter der Turnierleitung von Karl Saar und Ludwig Römer sowie dem Turnierausschuss mit Karl Heuß, Georg Mack, Ludwig Hill, Albert Pfeifer, Georg Schmidt und Dr. Karl Renker – zum zweiten Mal nach 1947 ein Hockeyturnier am Sommerdamm. An vier Tagen finden dreizehn Spiele zwischen den Mannschaften von Klipper Hamburg, Uhlenhorst Mülheim, Limburger HC, TV 57 Sachsenhausen, TEC Darmstadt, SG Höchst, SC 80 Frankfurt und dem RRK statt. An drei Abenden wird gefeiert, am Freitag im Gasthaus "Zur Ludwigshöhe" ("Schaab Louis"), am Samstag im Gasthaus "Chausseehaus" und am Sonntag im Gasthaus "Zum Löwen". Anschließend im Mai unternehmen die Damen- und Herrenmannschaft eine Westdeutschlandreise mit Spielen gegen Rot-Weiss Köln und Düsseldorfer HC. Mit acht Mannschaften werden in der Spielzeit 1947/48 170 Hockeyspiele ausgetragen. Davon werden 93 Spiele gewonnen, 27 enden unentschieden. Die Hockeyabteilung des RRK ist organisatorisch und finanztechnisch als Sportabteilung innerhalb des RRK auf Zuwendungen angewiesen, die der RRK, ohne seine übrigen Aufgaben (Bootshallenbau, Bootsbeschaffung) zu gefährden, abzweigen kann. Da immer mehr Mannschaften an Punktspielen teilnehmen, ist der Hockeyplatz am Sommerdamm diesen Belastungen nicht mehr gewachsen, so dass ein zusätzliches Spielfeld in Angriff genommen wird. Zur Aufrechterhaltung des Trainings- und Spielbetriebs in optimaler Weise fehlt Geld. Daher spricht die RRK-Hockeyabteilung alle Sportler und Freunde der Abteilung sowie die Eltern der Jugendlichen an, und bittet um finanzielle Zuwendungen zur Anschaffung von Sportgeräten, zur Pflege des Platzes und zur Deckung der Trainings- und Wettspielkosten. Auch in der Wettspielsaison 1948/49 nehmen die Ersten Herren und die Ersten Damen des RRK an der Punktrunde in der Hessischen Hockey-Oberliga teil. Unter der Trainingsleitung von Georg Mack spielen neun aktive Mannschaften, wobei eine Mädchenmannschaft und eine Juniorenmannschaft neu hinzugekommen sind. Die 40-jährige Gründungsfeier mit Siegerehrung der Meisterschaftsruderer und der Hessenmeisterinnen im Hockey findet am 2. Oktober 1948 im Hotel "Rüsselsheimer Hof" statt. Durch den 2. Vorsitzenden Karl Müller wird der 1. Vorsitzende Joseph Grass für seine 40-jährige Tätigkeit innerhalb des Vorstands mit der Goldenen Verdienstnadel ausgezeichnet. Friedebert Armbruster, Karl Etter und Oscar Schlieben werden für hervorragende Verdienste um den RRK zu Ehrenmitgliedern ernannt und erhalten die Silberne Verdienstnadel. Die Ehrung der Meisterschaftsruderer und Hockeydamen wird liebenswürdigerweise von Landrat Jean Harth vorgenommen. Den Ruderern überreicht er einen silbernen Pokal mit der Vereinsflagge und den Hockeydamen Hedwig Traiser, Maria Herdt, Pauline Hill, Irmgard Faller, Lucie Moser, Anni Diehl, Käthe Sieben, Carola Fröder, Irene Traiser, Charlotte Krebs, Annemie Hummel sowie Trainer Georg Mack wird die Silberne RRK-Verdienstnadel verliehen. Lassen wir den "Rudersport" zum 40-jährigen Jubiläum des RRK berichten:
|
|||||||||||||||||||||
Welches Jahr nun? Hier klicken!!!