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Geschichte
des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK) |
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1964 |
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Die Generalversammlung am 11. Januar 1964 ist sehr gut besucht. Der geschäftsführende Vorstand mit Günter Schmitt, Josef Saar und Richard Trapp wird in seinen Ämtern bestätigt. In Sachen Bootshaus-Neubau beschließen die Mitglieder, dass der Vorstand den geplanten Neubau weiterverfolgt und zur Baureife bringt. Dann soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung einen endgültigen Beschluss fassen. Der Maskenball des RRK steht unter dem Motto "Steinzeit"; die Dekoration, die unter der bewährten Leitung von Dieter Eberle erstellt wird, verwandelt das gesamte Bootshaus in eine riesige Felsenhöhle. Der Erfolg dieses Festes und der des Lumpenballs sind phänomenal.
Im Hockey schiebt sich die Herrenmannschaft unter Trainer Wolfgang Balven in die absolute deutsche Spitzenklasse. Bei allen besuchten Hallenturnieren erreicht der RRK, obwohl Trainingsmöglichkeiten fehlen, wenigstens die Endrunde. Erster großer Höhepunkt der Hallensaison ist der Gewinn des Internationalen Wiesbadener Turniers, dem dann die Endrunde um die Hessische Hallenhockey-Meisterschaft zwischen dem TEC Darmstadt, dem Favoriten SC Sachsenhausen-Forsthausstraße mit seinen Nationalspielern Wöller, Aichinger und Lauth, dem SC Frankfurt 1880 und dem RRK folgt. In der Endrunde, in der jeder gegen jeden spielt, wird es spannend. Zunächst verliert der RRK gegen den TEC mit 0:1, dann der SC SaFo gegen den SC 80 mit 2:6. Im dritten Spiel schlägt der RRK den SC 80 mit 3:1, anschließend schlägt der TEC den SC SaFo mit 6:3 und auch den SC 80. Im letzten Spiel unterliegt der RRK dem SC SaFo mit 2:4. Der TEC Darmstadt ist Hessenmeister, die drei anderen Mannschaften sind punktgleich und müssen in Entscheidungsspielen über 2 x 5 min den Vizemeister ausspielen, da dieser wie der Hessenmeister bei den Süddeutschen Titelkämpfen startberechtigt ist. Ergebnisse: RRK – SC 80 1:0, SC SaFo – SC 80 4:1, RRK – SC SaFo 2:1. Damit gehört die Vizemeisterschaft dem RRK.
Auf dem Stuttgarter Killesberg am 15./16. Februar um die zum ersten Mal ausgespielte Süddeutsche Meisterschaft trifft der RRK in den Gruppenspielen auf die TG Frankenthal (4:2), den HC Ludwigsburg (3:3), den Karlsruher SC (5:5) und die HG Nürnberg (5:0). Damit ist der RRK völlig überraschend vor Nürnberg Gruppensieger und spielt im Endspiel gegen den HC Heidelberg. Hier steigert sich die hessische Vizemeister-Mannschaft mit Peter Kraus, Hans Hermann, Dr. Philipp Gütlich, Fritz Staubach, Walter Leichtweiß, Fritz Schmidt, Hans Teerling und Wolfram Jirzik in eine Spiellaune, die den Heidelbergern keine Entfaltungsmöglichkeit lässt und die schließlich zu einem 5:1-Endspielsieg führt.
Anfangs März steigt die Endrunde um die Deutsche Hallenhockey-Meisterschaft in Wolfsburg. Im ersten Spiel trifft der RRK auf den westdeutschen Meister Rot-Weiss Köln mit dem Rekordinternationalen Hugo Budinger. Der RRK überrascht die Experten, führt zur Halbzeit 3:0 und am Ende 5:3. Dann spielt der RRK gegen den hessischen Titelträger TEC Darmstadt. Doch schon kurz nach Spielbeginn verletzt sich Fritz Staubach so, dass sein Einsatz zunächst nur noch bedingt und später gar nicht mehr möglich ist. Der RRK muss eine knappe 5:6-Niederlage hinnehmen, so dass das letzte Spiel gegen den Harvestehuder THC über die Finalteilnahme entscheidet. In der spannendsten und schönsten Partie der Meisterschaft trennen sich die Kontrahenten unentschieden 6:6. Während ein 6:5 dem RRK für die Finalteilnahme gereicht hätte, dieses Unentschieden bedeutet der 2. Platz in der Gruppe und damit nur die Teilnahme am Spiel um Platz drei. Hier trifft der RRK auf den HC Heidelberg, kann an die Leistung im Finale in Stuttgart nicht anknüpfen und muß sich mit 2:4 geschlagen geben. Damit erreicht der RRK einen hervorragenden 4. Platz, wobei der verletzungsbedingte Ausfall von Fritz Staubach sicher eine bessere Platzierung verhindert. Deutscher Meister wird der UHC Hamburg durch einen 3:2-Erfolg über den TEC Darmstadt. Es folgt Ende März das Internationale Oster-Hockeyturnier am Sommerdamm unter der Turnierleitung von Alfred Rausch, Josef Schnur und Wolfgang Balven mit etwa 400 Spielern aus vier Nationen (England, Schweiz, Holland, Deutschland). Herren-, Damen- und Seniorenmannschaften treffen sich unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters der Opelstadt, Dr. Walter Köbel, zu einem der größten Turniere seiner Art. Bereits zu dieser Zeit steht die Herrenmannschaft in der entscheidenden Phase der Hessenmeisterschaft im Feldhockey, wo der RRK wieder einmal "nur" Vizemeister wird, jedoch auch damit in die Endrunde um die Deutsche Feldhockey-Meisterschaft einzieht. Nach einem 2:1-Sieg, an beiden Toren für den RRK hat der erst 16jährige Rainer Seifert maßgeblichen Anteil, in Berlin gegen die Neuköllner Sportfreunde steht der RRK unter den letzten Acht. Im Viertelfinale hat der RRK Heimvorteil, trifft bei sommerlicher Hitze am Sommerdamm auf Klipper Hamburg und kann vor 1.200 begeisterten Zuschauern mit 1:0 siegen. Damit steht der RRK im Halbfinale und muss in Nürnberg gegen die HG Nürnberg antreten. Wir zitieren die "Klub-Nachrichten" des RRK:
Auch die Hockeyjugend zeigt, wie in den Vorjahren, hervorragende Leistungen. Nachdem man unter der Leitung von Fritz Schneider erstmals ein Jugend-Hockeyturnier mit Gästen aus Flensburg, Stuttgart und Hannover sowie Mannschaften aus Hessen veranstaltet hat, gelingt der Mannschaft Karl-Heinz Nuffer, Thomas Uebel, Dieter Dick, Uwe Seibert, Manfred Liebig, Wolfgang Knoll, Peter Kowalski, Lothar Hartmann, Michael Heuß, Martin Müller, Michael Emig und Herbert Schäfer sowie Trainer Thomas Blivier durch einen 1:0-Sieg über den TEC Darmstadt die sechste Hessenmeisterschaft im Feldhockey in Folge. Die Damen können nach 3-jähriger sportlicher Abstinenz wieder eine Mannschaft stellen und tragen Spiele aus.
Im Rudern erfolgt Mitte März die Trainingsverpflichtung, der sich neun Senioren unterziehen. Trotz Ausfalls einiger starker Ruderer kann Trainer Dr. Alfed Buch durch Zugang der Frankfurter Germanen Wolfgang Vorfalt und Nils Freckmann erneut einen Seniorachter, der auch in den Vierern startet, sowie einen leichten Seniorvierer bilden. Die Regattasaison beginnt für den RRK mit einer Sturmregatta in Flörsheim, wo der "Senior-Vierer ohne", der "Senior-Vierer mit" und der Senior-Achter, dessen Rennen allerdings nach Zieldurchgang annulliert wird, gewonnen werden. Damit erringt der RRK auch den "Ruthardt-Gedächtnis-Preis" für den erfolgreichsten Verein. Es folgen die Regatten in Trier und Gießen, wo nur Platzierungen gelingen. Anschließend gewinnt der RRK mit geänderter Bootsriggerung in Bamberg gegen die Achter des Frankfurter RC 1884 und der Renngemeinschaft FRG Oberrad / Hassia Hanau in der Besetzung Walter Eberle, Wolfgang von zur Mühlen, Dieter Lang, Werner Alt, Wolfgang Vorfalt, Wilfried Hoffmann, Klaus Köppen, Nils Freckmann und Stm. Karl-Heinz Wagner nach hartem Kampf den Ersten Achter, den "König-Ludwig-Achter".
Nach weiteren erfolgreichen Starts in Heidelberg, Frankfurt, Würzburg und Kassel steht wie im Vorjahr die Internationale Züricher Regatta an. Im "Großen Achter" zeigt der RRK eine ausgezeichnete Leistung und belegt hinter der Renngemeinschaft Basler RC / Blau-Weiß Basel aber vor Reuß Luzern und der Renngemeinschaft Mannheim / Heidelberg den 2. Platz. Es folgen die Regatta in Offenbach-Bürgel sowie im Herbst in Nürtingen und Schierstein. Insgesamt gewinnt der RRK 1964 neun Rennen in der Seniorklasse. Erfolgreichste Ruderer des Jahres sind Werner Alt, Dieter Lang und Wolf von zur Mühlen mit je acht Regattasiegen.
Abschluss der Saison ist das Abrudern mit interner Regatta, bei der im Rennen um die RRK-Klubmeisterschaft nach zwei Vorläufen, in denen Werner Alt und Rudolf Müller ausscheiden, im Endlauf Klaus Köppen durch einen äußerst knappen Sieg über Klaus Hartmann Klubmeister im Einer wird. Aber es gibt noch acht weitere Rennen. Den Anfänger-Vierer gewinnen Andreas Würsching, Helmut Alt, Klaus-Peter Klingelschmitt, Karl-Heinz Dörfler und Stm. Klaus Berner, im Anfänger-Zweier siegen Adolf Theiner, Helmut Alt und Stm. Wolfgang Petry, im Anfänger-Einer siegt Karl-Heinz Dörfler vor Detlev Rieke. Den Sieg im Jugend-Einer holt sich Martin Herrlich vor Helmut Schumacher und Martin Herrlich kann mit Karl-Heinz Simon auch im Jugend-Doppelzweier als Erster die Ziellinie queren. Drei Boote kämpfen im Aktiven-Vierer um den Sieg, den sich im Endspurt Helmut Schwanke, Andreas Hartmann, Werner Alt und Schlagmann Walter Eberle knapp sichern. Und auch im Achter, in dem sich drei Boote im Schein der untergehenden Sonne um den Sieg streiten, lässt die Crew mit "Waldi" Eberle am Schlagriemen sich nicht überraschen.
Der Herbstball des RRK im Saal des Hotels Adler am 17. Oktober 1964 kann an die festlichen Ballereignisse der Vorjahre leider nicht anknüpfen. Bei der traditionell stattfindenden Siegerehrung werden die Hockeyherren für ihre herausragenden Erfolge in der Halle und auf dem Feld ausgezeichnet, außerdem natürlich die Hockeyjugend für ihre Hessenmeisterschaft und die Ruderer für ihre Erfolge auf Regatten im Senior-Achter und Vierer. In den Tanzpausen unterhält das Turnier-Tanzpaar Karen und Philipp Schmitt mit einem "English Waltz" und einem "Quick-Step"; bei einer Tombola kann manch schöner Preis gewonnen werden. Die "Hasenkneipe", ein Funzelabend mit den "Aristos", ein Tanztee der Ruderjugend mit der "Side-Walk-Jazz-Band" und der Silvesterball beschließen die Feste des Jahres. Zur gleichen Zeit läuft bereits die Feldsaison 1964/65 in der hessischen Hockey-Oberliga. Nach einem Superstart mit 10:0 Punkten nach fünf Spielen liegt der RRK vor der Winterpause mit 14:6 Punkten nur noch im Mittelfeld. Ausschlaggebend für die Punktverluste bei den letzten Spielen ist das verletzungsbedingte Fehlen von Fritz Schmidt. Im Oktober kann der Hockey-Nationalspieler des RRK, Fritz Schmidt, zu den Olympischen Spielen nach Tokio fliegen. Er gehört zu vierzehn deutschen Sportlern oder Pechvögeln, denen die Olympiateilnahme sicher schien, sich jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht verwirklichte. Da die Vertretung der DDR sich überraschend in der Ausscheidung gegen die Mannschaft der BRD durchsetzen konnte, dürfen drei Hockeyspieler, die damit offiziell zum Kreis der deutschen Sportjugend gehören, nach Tokio. Sportwart Hugo Budinger schlägt Fritz Schmidt, den Gladbacher Günther Krauss und den Berliner Klaus Greinert vor. Die Reise ist für Fritz Schmidt ein großes Trostpflaster für kleine Enttäuschungen in der jüngsten Vergangenheit. Zur Gruppe der "Pechvögel" gehören auch die Ruderer Günther Zumkeller aus Konstanz und Edgar Heidorn aus Hannover. Im Dezember beginnen die RRK-Herren die Hallensaison mit dem Besuch des Internationalen Hallenhockey-Turniers in Basel. Der RRK mit Peter Kraus, Karl-Heinz Nuffer, Bodo Schäfer, Hans Hermann, Fritz Staubach, Walter Leichtweiß, Rainer Seifert und Thomas Blivier zeigt Hallenhockey in Vollendung, erhält Applaus auf offener Szene, spielt sich ins Finale gegen Brandenburg Berlin und holt sich in einem rasanten und begeisternden Spiel mit 6:3 auch den Turnierpokal. Bei der Sportlerehrung der Stadt Rüsselsheim am 29. Dezember 1964 sind unter 105 geehrten Sportlern allein 27 Hockeyspieler des RRK, die Hessenmeister-Mannschaft der Jugend mit Karl-Heinz Nuffer, Thomas Uebel, Dieter Dick, Uwe Seibert, Manfred Liebig, Wolfgang Knoll, Peter Kowalski, Lothar Hartmann, Michael Heuß, Martin Müller, Michael Emig und Herbert Schäfer sowie die Erste Herrenmannschaft mit ihren großen Erfolgen bei der Deutschen Feld- und Hallenhockey-Meisterschaft mit Peter Kraus, Hans Hermann, Dr. Philipp Gütlich, Bodo Schäfer, Hans Teerling, Fritz Schröder, Walter Leichtweiß, Wolfram Jirzik, Fritz Staubach, Rainer Seifert, Thomas Blivier, Helmut Köhler, Jürgen Saar, Horst Pöppel und Fritz Schmidt. |
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