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Geschichte
des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK) |
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1980 |
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Die Herrenmannschaft kann in der Hallenhockeyrunde der Bundesliga nicht konstant die von ihr gewohnten Leistungen zeigen; nach großartigen Siegen folgen deutliche Niederlagen. Am Ende der Punktrunde steht der RRK hinter Frankenthal, Heidelberg und Limburg mit 18:10 Punkten auf dem vierten Platz und damit ist die Endrunden-Teilnahme und die Titelverteidigung verpasst. Dagegen können die B-Mädchen des RRK mit Bianca Weiß, Monika Reichmann, Daniela Weiß, Claudia Friedl, Sabine Rausch, Beate Bemmert, Kerstin Strubl, Anke Wild, Barbara Napp und Anja Mück den im Vorjahr gewonnenen Hessenmeister-Ttitel im Hallenhockey verteidigen.
Im Februar erringen Rainer Seifert und Tobias Frank mit der deutschen Nationalmannschaft die Europameisterschaft im Hallenhockey. Tobias Frank, Alfred Segner und Rainer Seifert gehören zum Aufgebot der deutschen Hockey-Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele in Moskau. Am 21. März 1980 findet die Generalversammlung des RRK, dem jetzt 468 Mitglieder angehören, im Bootshaus statt. Der 1. Vorsitzende Werner Böhme berichtet von Problemen mit dem Pächterehepaar, von einer nicht rosigen finanziellen Lage des RRK, von erforderlichen Erneuerungen im Kegelbahnbereich und von der anstehenden Einweihung der neuen Tennisplätze. Hockey-Abteilungsleiter Wolfgang Vorfalt lässt noch einmal die großen Erfolge des Vorjahres aufleben und Ruder-Abteilungsleiter Klaus Köppen berichtet von Trainingsproblemen auf dem Main wegen des starken Schiffsverkehrs, von dem deswegen geplanten Trainingslager, von dem Plan des Hessischen Ruderverbandes, Rüsselsheim als Ruderstützpunkt zu wählen, und von dem beim RRK im Sommer auf dem Main auszutragenden Bundesentscheid für Jungen und Mädchen. Bei der anstehenden Wahl werden Werner Böhme, Dr. Dietmar Klausen, Wilfried Hoffmann, Ursula Alt und Elke Schumacher in den geschäftsführenden Vorstand gewählt. In der Feldhockey-Bundesliga spielt der RRK an der Tabellenspitze mit und liegt vor dem letzten Spieltag, an dem man Heidelberg auf eigenem Platz empfängt, einen Punkt hinter dem Spitzenreiter Heidelberg punktgleich mit Frankenthal auf dem 2. Platz. Bis kurz vor Schluss führt der RRK im Spiel gegen Heidelberg 1:0, dann jedoch verwandelt "Michi" Peter für Heidelberg einen Siebenmeter und das Spiel endet 1:1. Da Frankenthal beim SC SaFo mit 1:0 siegt, ist der RRK nur Dritter und auch die Feldhockey-Endrunde findet ohne ihn statt. Damit ist der RRK erstmals seit 1970 weder in der Halle noch auf dem Feld in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft vertreten. Die Zweiten Herren (Ib) spielen die Feldrunde in der Verbandsliga und liegen am Ende auf dem dritten Platz; auch die Damen spielen in der Staffel A der Verbandsliga und kommen an vierter Stelle "ins Ziel". Die RRK-Senioren beteiligen sich mit elf weiteren Mannschaften am Hessischen Senioren-Pokal und werden Vierter. An den Hessenmeisterschaften der Jugend im Feldhockey beteiligt sich der RRK mit sieben Mannschaften, viel Organisationsarbeit für Jugendleiter Erich Hund und seinen Vertreter Thomas Blivier. Den größten Erfolg erreichen die A-Mädchen des RRK mit dem Gewinn der Hessenmeisterschaft im Feldhockey. An der Meisterschaft beteiligt sind Elke Benischek, Silvia Börner, Ruth Schwarzer, Katharina Wörner, Anke Wild, Sabine Lersch, Bianca Weiß, Beate Bemmert, Monika Reichmann, Petra Moritz, Christine Traiser, Kerstin Strubl, Kerstin Storto, Anita Benischek, Sabine Rausch, Anja Mück und Trainer Berti Rauth. Die männliche A-Jugend kann hessischer Vizemeister werden. Ende Juni veranstalten der Hockey-Jugendleiter Erich Hund und sein Stellvertreter Thomas Blivier auf den Hockeyplätzen am Sommerdamm erstmals ein Hockey-Jugendfest, das sehr viel Anklang findet. Es ist eine gelungene Veranstaltung für die gesamte Familie, wobei auch insbesondere die Eltern der jungen Hockeyspieler mit Begeisterung dabei sind. Bereits im Oktober des Vorjahres beginnen die Ruderer, sich mit Hantel- und Lauftraining auf die Regattasaison vorzubereiten, und bereits Ende Februar gehen die vier Trainer (Werner Alt – schwere Senioren, Lutz Dörsam – leichte Senioren, Klaus Köppen – männliche Jugend, Heiner Bindrim – weibliche Jugend) mit ihren Ruderern aufs Wasser, um Rudertechnik und Ausdauer im Boot zu verbessern.
Über Ostern wird wieder in Norditalien, am Lago di Varese, ein Trainingslager abgehalten, an dem 24 Aktive und zwei Trainer teilnehmen. Da auf dem Lago di Varese zweimal täglich gerudert wird, haben alle Aktiven am Ende des Trainingslagers schon etwa 500 Trainingskilometer im Boot hinter sich, eine gute Voraussetzung für die angestrebten Regattasiege. Doch ein Dämpfer kommt bereits vor dem ersten Regattastart: Achim Erhard bricht sich das Fußgelenk und fällt damit für die gesamte Rudersaison aus. Bei den ersten Regatten in Offenbach, Worms, Mannheim und Flörsheim zeigen die RRK-Mannschaften bereits gute Leistungen und bringen 11 Siege für den RRK, davon 5 in Flörsheim und dort gleichzeitig die Auszeichnung mit dem Ruthardt-Preis für den erfolgreichsten Verein der Seniorenklasse mit nach Hause. Es folgen die DRV-Prüfungsregatta in Breisach (3 Siege), Gießen (9 Siege), Frankfurt (3 Siege), Heidelberg (1 Sieg) und Duisburg, bevor die Senioren zu den Eichkranzrennen (Deutsche U23-Meisterschaft) nach Salzgitter gehen. Lassen wir die "Main-Spitze" berichten:
Bemerkenswerte Erfolge erreicht auch die RRK-Jugend bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in München. Wir zitieren die "Main-Spitze":
Nach diesen Erfolgen nimmt Wolf-Rüdiger Kirsch aus dem erfolgreichen RRK-Jugendvierer als einziger die Chance wahr, sich für die Jugend-Weltmeisterschaft im belgischen Hazewinkel zu qualifizieren. Er schafft es, sitzt im deutschen Achter und belegt mit dieser Mannschaft den fünften Platz des Junioren-Championats. Es folgen im Herbst noch die Regatten in Frankfurt (2 Siege) und Schierstein (8 Siege) sowie die Hessenmeisterschaften in Hanau, wo Ulrike Kirsch im Einer, der erfolgreiche Jugendvierer im Vierer-mit und -ohne (Markus Sauer, Wolf-Rüdiger Kirsch, Lutz Beyer, Oliver Bär und Stm. Patrick Braun) und ein von Reinhard Kober trainierter Nachwuchsvierer mit Markus Bork, Ralph Tomenendal, Udo Eisenacher, Peter Hafner und Stm. Patrick Braun im Vierer-mit der jüngeren Jugendklasse siegen. Dazu kommen drei Vizemeistertitel im Mädchen-Doppelzweier (Claudia Fachinger, Susanne Rutzenhöfer), im Männer-B-Vierer-mit (Stefan Pasura, Harald Richter, Matthias Mohr, Jürgen Klein, Stm. Patrick Braun) und im Lgw.-Männer-B-Vierer-ohne (Michael Köhler, Thomas Mildenburger, Matthias Mohr, Jürgen Berger). Nach einem Sieg beim Landesfinale des Schulwettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia" startet der RRK-Vierer mit Schlagmann Markus Sauer, Stefan Pasura, Andreas Dührssen, Lutz Beyer und Steuermann Rolf Hafner mit Trainer Ulrich Vorfalt Ende September beim Bundesfinale in Berlin und kann hier einen Sieg für die Immanuel-Kant Schule erringen. Das ist der erste Sieg einer Rüsselsheimer Schulmannschaft beim Bundesfinale. Das Jahr 1980 führt die Wanderruderer von RRK und RaB Essen in den Süden zum Bodensee. Ausgangspunkt aller drei Tagesfahrten ist Konstanz. Am ersten Tag wird nach Meersburg und zur Insel Mainau gerudert, am zweiten Tag nach Stein am Rhein und am dritten Tag zur Insel Reichenau.
Aber auch organisatorischer Einsatz muss von der Ruderleitung und vielen Helfern im Jahr 1980 geleistet werden. Ende Juni findet in Rüsselsheim der "Bundeswettbewerb für Jungen und Mädchen" statt, dessen Ausrichtung der Deutsche Ruderverband dem RRK übertragen hat. Fast 600 Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren aus dem ganzen Bundesgebiet sowie deren Betreuer sind am letzten Juni-Wochenende Gast des RRK, der sie trotz steter Beeinträchtigung durch Regenschauer bestens betreut und für eine reibungslose Durchführung des sportlichen, kulturellen und geselligen Programms sorgt. Sieger in der Endabrechnung des Wettbewerbs, der sich aus drei gleichberechtigten Wettbewerben – Langstrecken-Rudern, kombinierter Schwimm- und Laufstaffelkampf und Kurzstrecken-Rudern – zusammensetzt, wird Nordrhein-Westfalen vor Bayern und Baden-Württemberg. Am gleichen Juni-Wochenende eröffnen der langjährige RRK-Vorsitzende, Günter Schmitt, und der Leiter des Sportamts der Stadt Rüsselsheim, Dieter Nachtigall, mit einem "kleinen Spielchen im Affenkäfig" offiziell den Tennis-Spielbetrieb auf den beiden neuen Tennisplätzen am Bootshaus. Im Herbst richtet der RRK unter Flutlicht am Sommerdamm das Länderspiel Deutschland – Australien aus, bei dem Tobias Frank, Alfred Segner und Rainer Seifert auf deutscher Seite mitwirken und zum 2:0-Sieg beitragen. Nach einem gelungenen Umbau der Bootshaus-Gaststätte, an dem sich der neue Pächter, die "Dortmunder Union – Frankfurter Brauhaus GmbH", und das neue Wirtsehepaar, die Familie Evangelou, finanziell beteiligen und den einige Mitglieder unter der Leitung von Andreas Hartmann in Eigenhilfe innerhalb sechs Wochen durchführen, wird Anfang November das "Bootshaus" als griechische Spezialitäten-Gaststätte neu eröffnet. Rainer Seifert, der "deutsche Inder", nimmt nach 122 Berufungen in die deutsche Hockey-Nationalmannschaft im November bei einer Länderspiel-Reise nach Australien Abschied von der Nationalelf. Bei der Sportlerehrung erhalten Günter Schmitt und Alfred Rausch den Ehrenbrief der Stadt Rüsselsheim. |
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