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Geschichte
des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK) |
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1975 |
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Drei Dinge beschäftigen Vorstand und auch Mitglieder besonders, der unbedingt erforderliche Bau einer neuen Bootspritsche, der Bau von Tennisplätzen und auch der Wunsch nach einer Flutlichtanlage am Hockeyplatz. Während die Bootspritsche schon zu Beginn der Rudersaison durch den tatkräftigen Einsatz von Werner Alt und Helmut Schumacher verwirklicht ist, bleiben Tennisplätze und Flutlichtanlage zunächst Zukunftsmusik. Nach gutem Start in der Bundesliga-Hallenrunde, jedoch schwächerer Rückrunde, erreicht die Herrenmannschaft des RRK als Gruppenzweiter hinter der TG Frankenthal die Endrunde um die Deutsche Hallenhockey-Meisterschaft in der heimischen Walter-Köbel-Halle. Das vorweggenommene Endspiel, darin sind sich alle, auch die neutralen Beobachter unter den 2.000 Zuschauern, einig, findet im Halbfinalspiel zwischen dem Berliner HC und dem RRK statt. Berlin und Rüsselsheim können weder in der normalen Spielzeit (9:9), noch in der Verlängerung von 2 mal 5 Minuten (11:11) den Sieger unter sich ausmachen, ehe ein Siebenmeterschießen die Entscheidung zugunsten der Berliner bringt. Während die fünf Berliner alle Peter Kraus bezwingen, scheitern beim RRK ausgerechnet die Nationalspieler Rainer Seifert und Wolfgang Beck, während Schmidt, Müller und Ziemer die Kugel über die Torlinie bringen. Endstand: 16:14 für Berlin, das im Endspiel dann die TG Frankenthal mit 10:7 bezwingt. Im Kampf um Bronze trennen sich Rot-Weiss Köln und der RRK 8:8, beide sind gemeinsam Dritte. Für den RRK spielen in der Endrunde Dr. Randolf Renker, Peter Kraus, Manfred Liebig, Friedrich Fleck, Wolfgang Beck, Martin Müller, Rainer Seifert, Fritz Schmidt, Wolfgang Molitor, Alfred Segner und Joachim Ziemer. Zwei Tage nach Beendigung der Meisterschaft beschäftigt sich die "Main-Spitze" noch einmal mit der Hallen-DM, blickt aber auch auf die kommenden Aufgaben auf dem Feld:
Im März unternimmt die RRK-Hockeymannschaft eine Reise nach Ostasien. Stationen der Reise sind Singapur, Kuala Lumpur, Bangkok und Hongkong, wobei die Mannschaft in Kuala Lumpur Gelegenheit hat, die Endphase der Hockey-Weltmeisterschaft unter Mitwirkung von Rainer Seifert und Fritz Schmidt in der deutschen Nationalmannschaft zu verfolgen. Die deutsche Nationalmannschaft belegt bei dieser Weltmeisterschaft den dritten Platz. Anschließend setzen die beiden Nationalspieler des RRK die Reise mit ihren Klubkameraden fort. Im Rudern muss, da die Aktiven und auch die Trainer der vergangenen Jahre nicht mehr zur Verfügung stehen, ein Neuaufbau mit der Jugend beginnen. Die Trainingsleitung übernehmen Werner Alt und Lutz Dörsam. Beim Maarauelauf kann Andreas Dührssen in der Jugendklasse den Einzelsieg erringen, und auch in der Mannschaft ist er mit Achim Erhard und Martin Haas siegreich. Doch auch bei den Senioren über 32 Jahre sichern sich Lutz Dörsam (6.), Klaus Hartmann (5.) und Dietmar Klausen (3.) den Mannschaftssieg. Beim folgenden Gerbermühllauf startet nur die Jugend: Andreas Dührssen wird Zweiter, die Mannschaft belegt den dritten Platz. Bei der Hauptversammlung der Ruderabteilung am 25. April 1975 lässt Abteilungsleiter Klaus Hartmann das Ruderjahr 1974 noch einmal Revue passieren. Die anstehende Neuwahl der Abteilungsleitung bestätigt Klaus Hartmann als Leiter, sein Vertreter wird Helmut Schumacher, Kassenwart Klaus Jeske, Schriftführer Dietmar Klausen und Technischer Leiter Rudi Reitz. Am 4. Mai 1975 kann im Rahmen des Anruderns wieder einmal eine Bootstaufe stattfinden. Ein durch die Stadt Rüsselsheim finanzierter Kunststoffvierer wird von Bürgermeister Dr. Karl-Heinz Storsberg auf den Namen "Stadt Rüsselsheim" getauft; Heinz Vorfalt tauft ein Kunststoffskiff, das durch Spenden von Mitgliedern des Königsberger Ruder-Clubs mitfinanziert wurde, auf den Namen "Königsberger Ruder-Club" und Rudolf Müller tauft ein zweites Skiff auf den Namen seines Vaters "Hermann Müller", des verstorbenen früheren Gastronoms des RRK-Bootshauses und langjährigen Bootsmeisters, dessen ganze Freizeit "seinen" Ruderern gehörte. Die Wanderruderer von RRK und Ruderklub am Baldeneysee Essen rudern anfangs Mai drei Tage auf der Weser mit fünf Vierern von Hannoversch-Münden über Bad Karlshafen und Bodenwerder nach Rinteln (165 km). Weiterhin rudern die Aktiven des RRK an Pfingsten auf der Mosel von Bernkastel nach Cochem (76 km). Im Hockey schließt der RRK die Feldhockey-Rückrunde mit acht Spielen ohne Gegentor und 17:1 Punkten als überlegener Tabellenerster der Südgruppe der Bundesliga ab. Im Wissen um das eigene Können und die eigene Leistungsfähigkeit sowie hervorragend vorbereitet und auf die Minute topfit, bestreitet die Mannschaft am 1. Juni 1975 vor 4.000 Zuschauern gegen den Titelverteidiger, Rot-Weiss Köln, das deutsche Feldhockey-Endspiel, das turnusgemäß wieder im Süden und damit in Rüsselsheim am Sommerdamm stattfindet. Lassen wir die "Main-Spitze" berichten:
Damit ist der RRK zum dritten Mal nach 1968 und 1971 Deutscher Feldhockey-Meister. Nachdem das Amt des Abteilungsleiters der Hockeyabteilung nach dem Tod von Hans Eisen seit Dezember 1974 nicht besetzt ist, wird bei der im Juni stattfindenden Abteilungsversammlung Karl Heuß zum neuen Abteilungsleiter, Alfred Rausch zu seinem Vertreter, Willi Nold als Kassenwart, Fritz Schneider als Schriftführer, Walter Leichtweiß als Sportwart, Fritz Schmidt als Technischer Leiter, Ludwig Kraft zum Kassierer sowie Fritz Schneider und Rolf Dauber als Jugendwarte gewählt. Die Meisterschaftsfeier der Hockeyabteilung vereinigt am 5. September 1975 Aktive, Ehemalige, Funktionäre und Vertreter des öffentlichen Lebens im Bootshaus. Prof. Dr. Philipp Gütlich hält eine Laudatio auf die Meistermannschaft, mit deren älteren Mitgliedern er selbst noch Hockey spielte, die Jüngeren betreute er zum Teil als Jugendtrainer. Aber die Hockeyabteilung besteht nicht nur aus den deutschen Meistern. Daneben spielt eine Reservemannschaft (Ib), die in der Halle in die Oberliga aufsteigt und eine Damenmannschaft; die Senioren nehmen an der Punktspielrunde teil und besuchen Einladungsturniere in Hannover und München. Außerdem spielen etwa 120 Jugendliche Hockey, die in sieben Mannschaften, darunter zwei Mädchenmannschaften, zusammengefasst sind. Schon zwei Tage nach der Meisterschaftsfeier beginnt die neue Punktspielrunde in der Feldhockey-Bundesliga. Nach einem Sieg und einem Unentschieden folgen drei Niederlagen, so dass schon das Abstiegsgespenst durch das RRK-Bootshaus geistert. Doch mit zwei Siegen in Folge steht der RRK nach Abschluss der Vorrunde und des ersten Spiels der Rückrunde mit drei Punkten Rückstand auf Kickers Stuttgart punktgleich mit dem Berliner HC (2.) auf dem dritten Rang. Die gründliche Ausbildung der jungen Ruderer während des Sommers trägt auf der Herbstregatta in Großauheim die ersten Früchte, denn der neu zusammengesetzte Jungen-Achter (bis 14 Jahre) besteht seine Feuertaufe und gewinnt in der Besetzung Martin Haas, Siegfried Hübner, Achim Erhard, Harald Richter, Oliver Steinmetz, Andreas Dührssen, Thomas Mildenburger, Stefan Pasura und Stm. Markus Sauer sein Rennen gegen ARC Würzburg und RC Möve Großauheim. Weiterhin starten Helmut Schumacher und Reinhard Kober im Senior-Doppelzweier, können jedoch keinen Sieg erringen. Die Klubregatta am 19. Oktober 1975 beschließt die Rudersaison; Klubmeister im Einer wird erneut, wie schon in den Vorjahren, Harald Ruppert. Der große "Renner" unter den Festen des RRK ist wieder das Bayerische Bierfest mit Rutschbahn, Nagelbalken, Torwand und dem RRK-Ballett (Renate Dörsam, Maria Hartmann, Birgit Hoffmann, Margarete Kober, Brigitte Reitz, Doris Ruf und Elke Schumacher) mit einer Jazzgymnastik zu dem Hit "Paloma Blanca". Der Ball des RRK ist mit nur 73 Ballgästen sozusagen eine "Blamage", dennoch ist die Stimmung gut und es wird bis in die Morgenstunden getanzt. Für 50-jährige Mitgliedschaft im RRK werden Richard Trapp und Fritz Weidmann mit der RRK-Ehrennadel in Gold und der Goldenen Ehrennadel des DRV ausgezeichnet. Beim ersten Sportlerball des Stadtverbandes für Leibesübungen in eigener Regie wird Fritz Schmidt zum "Sportler des Jahres 1975" und die RRK-Hockeymannschaft, der Deutsche Feldhockey-Meister, zur "Mannschaft des Jahres 1975" gekürt. Die Stadt Rüsselsheim ehrt Willi Filtzinger und Karl Heuß mit ihrem Ehrenbrief für das ehrenamtliche Engagement, das diese beiden im RRK gebracht haben. Durch den Tod verliert der RRK im Jahre 1975 sein Gründungsmitglied Georg Blöcher. |
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