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Geschichte
des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08 (RRK) |
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1990 |
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In den ersten Tagen des neuen Jahres sind vier Damen des RRK – Bianca Weiß, Britta Becker, Tanja Dickenscheid und Eva Hagenbäumer – mit der deutschen Hockey-Nationalmannschaft in Elmshorn bei der Hallenhockey-Europameisterschaft. Acht Mannschaften haben sich qualifiziert, aber es gibt nur einen Favoriten. Die deutsche Mannschaft gewinnt den Titel zum sechsten Mal in Folge. Anschließend beginnt für die RRK-Damen sofort die Rückrunde der Hallen-Bundesliga, und auch die RRK-Herren mit Trainer Berti Rauth und Coach Martin Müller sind in der Regionalliga gefordert. Während sich die Damen trotz unterschiedlicher Leistungen durch einen 9:4-Sieg im letzten Spiel gegen Raffelberg den ersten Platz und damit die Endrunden-Teilnahme sichern, sind die Herren zeitweise in akuter Abstiegsgefahr, müssen am letzten Spieltag bei Eintracht Frankfurt gewinnen, verlieren jedoch und liegen damit nur dank des besseren Torverhältnisses auf dem vorletzten Tabellenplatz. Doch auch dieser Platz ist noch abstiegsgefährdet, wenn aus der Regionalliga Süd kein Verein in die Bundesliga aufsteigt. Rot-Weiß München steigt auf, der RRK ist erneut gerettet. Die RRK-Damen fahren zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft nach Bremen. Noch dabei sind der Südzweite, Eintracht Frankfurt, der Norderste und amtierende Deutsche Meister, SC Brandenburg Berlin, der die Bundesligarunde verlustpunktfrei abgeschlossen hat, sowie der Nordzweite, Eintracht Braunschweig. Die RRK-Damen, der "Kindergarten" aus Rüsselsheim, das Mannschafts-Durchschnittsalter liegt unter 20, spielen im Halbfinale gegen Eintracht Braunschweig, eine Mannschaft mit Raumdeckung, und müssen kämpfen. Nach regulärer Spielzeit steht es 6:6 (3:3), doch in der Verlängerung kann der RRK die größeren Reserven freisetzen, Annette Laquai und Angela Müller sorgen für die Entscheidung, den 8:6-Endstand. Im anderen Halbfinale bieten der SC Brandenburg und Eintracht Frankfurt Hallenhockey vom Feinsten, mit 8:7 sind die Berlinerinnen glücklicher Sieger. Zum Finale lassen wir die "Main-Spitze" berichten:
Von den Reservemannschaften des RRK verabschieden sich die Ib-Herren aus der 1. Verbandsliga, die von Spielertrainer Uwe Wötzel betreuten Dritten Herren machen ihr Meisterstück in der 3. Verbandsliga, können jedoch nicht aufsteigen, da nicht zwei Mannschaften eines Vereins in der gleichen Klasse spielen dürfen. Die Vierten Herren beenden die Saison in der 6. Verbandsliga auf einem Mittelfeldplatz, die Senioren können im Pokal nicht in die Endrunde einziehen. Verlustpunktfrei beenden die Ib-Damen die Runde der 2. Verbandsliga und steigen in die 1. Verbandsliga auf.
Bei der Hockeyjugend können die A-Knaben sich die Hessenmeisterschaft in der Halle sichern. Nach einem 1:4-Rückstand im Finale gegen den THC Wiesbaden gelingt am Ende noch ein 5:4-Sieg. Während auch die weibliche Jugend schon Ende 1989 Hessenmeister wurde, erreichen die B-Knaben und die A-Mädchen den dritten Platz, die B-Mädchen werden Vierter. Damit dürfen A-Knaben und weibliche Jugend zu den Süddeutschen Meisterschaften fahren, die A-Knaben belegen in Schwenningen den 2. Platz, die weibliche Jugend in Nürnberg ebenfalls, damit sind beide Mannschaften für die Endrunde der Deutschen Meisterschaft qualifiziert. Die C-Knaben des RRK spielen im März ein Turnier bei der Spvgg. Bad Homburg. Nach einem 1:0 über Bad Homburg und einem 0:1 gegen Frankenthal ist der RRK im Halbfinale, entscheidet dieses Spiel gegen den THC Wiesbaden im Sieben-Meter-Schießen für sich und siegt auch im Finale mit 2:0 über den Offenbacher RV. Die Schützlinge von Torsten Althoff und Betreuer Carsten Wolf, die A-Knaben des RRK, setzten sich in Leverkusen in der Vorrunde der Deutschen Meisterschaft gegen Uhlenhorst Mülheim und den Großflottbeker HC durch, verlieren aber gegen den Club zur Vahr Bremen. Das ist das Halbfinale gegen den RTHC Leverkusen, man verliert jedoch mit 3:6 Toren und muss sich schließlich mit dem 4. Platz zufrieden geben. Nicht besser machen es die "Ladies" der weiblichen Jugend in Dortmund, hatten jedoch auch Pech. Nach Siegen in der Vorrunde über Uhlenhorst Mülheim und den Großflottbeker HTC sowie einer Niederlage gegen Klipper Hamburg steht der RRK im Halbfinale gegen den RTHC Leverkusen. Dreißig Sekunden vor Ende der Spielzeit kassiert der RRK das 1:2, steht damit nur im Spiel um Platz 3 und verliert gegen Eintracht Frankfurt mit 0:9. Oh, oh! Die Hauptversammlung der Ruderabteilung wählt eine neue Abteilungsleitung: Abteilungsleiter Rudi Reitz, stellvertretender Abteilungsleiter Werner Alt, Jugendleiter Lutz Dörsam, Schriftführerin Heike Richter, Kassenwartin Elke Schumacher, Bootswarte Georg Gagel und Helmut Schumacher, Pressewart Heinz Grittner, Beisitzer Jürgen Berger, Ragnar Otto und Harald Richter. Da die Kasse der Ruderabteilung im Soll steht, sollen die Mitgliedsbeiträge der aktiven Ruderer erhöht werden. Nach längerer Diskussion ergibt die Abstimmung ein fast einstimmiges Votum für die Erhöhung. Bei der Meisterfeier des RRK anlässlich der Deutschen Meisterschaft der Damen Mitte März taucht der Baudezernent der Stadt Rüsselsheim, Armin Muth, als Überraschungsgast auf. Er verkündet die Erfüllung eines vom RRK lang gehegten Wunsches: "Ab April 1991 wird der RRK seine Spiele auf Kunstrasen austragen können. Der Baubeginn auf dem alten Hartplatz ist für den 15. Oktober 1990 angesetzt." Diese Meldung wird mit großem Beifall aufgenommen.
Bei der eine Woche später stattfindenden Hauptversammlung der Hockeyabteilung können Abteilungsleiter Winfried Cezanne sowie die sportlichen Leiter Thomas Blivier (Damen) und Martin Müller (Herren) positiv über Sportliches berichten, doch der Kassenbericht und auch die Fertigstellung des Naturrasenplatzes, der nach Kanalbauarbeiten nicht bespielbar ist, gibt zu Sorgen Anlass. Die Versammlung beschließt, die steigenden Verluste nicht über Beitragserhöhungen abzudecken, sondern das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden mit einer nur für Sponsorensuche zuständigen Person zu besetzen, die aber nicht gefunden werden kann. Es folgt die Jahreshauptversammlung des RRK, bei der neben den Sportberichten der Abteilungen insbesondere Neuwahlen anstehen: 1. Vorsitzender Prof. Dr. Dietmar Klausen, 2. Vorsitzender Horst Ackermann, Schatzmeister Wilfried Hoffmann, Schriftführerin Elke Schumacher, Kassierer Heinz Schmitt, Hausverwalter Jochen Zimmermann und Adolf Ketter, Jugendwart Kurt Becker, Beisitzer Peter Kraus, Gerhard Ruppert und Helmut Robl. Die Ruderer des RRK mit Trainer Harald Blum stehen im April vor den ersten Regattastarts. Doch schon seit Oktober haben sie sich mit täglichem Training im Kraftraum, beim Laufen, auf dem Ergometer, in der Sporthalle und am Wochenende auf dem Wasser, außerdem über Ostern in einem 14-tägigen Trainingslager am Lago di Varese die Voraussetzungen geschaffen, um auf eine erfolgreiche Regattasaison hoffen zu können. Da Renngemeinschaften geplant sind, haben auch Ruderer vom Flörsheimer RV, von Nassovia Höchst und vom Eschweger RV sowie eine Ruderin von der FRG Oberrad am Trainingslager teilgenommen. Beim Anrudern können zwei neue Boote getauft und ihrer Bestimmung übergeben werden. Das Ehrenmitglied des RRK, Karl Pöppel, tauft bewegt einen Rennzweier ohne Stm. auf seinen eigenen Namen und Michaela Heuß einen Renneiner auf den Namen "Excalibur". Die erste Regatta ist Mannheim, doch hier kann nur Michaela Heuß im Renngemeinschafts-Doppelvierer einen Sieg herausfahren. Dann folgt Flörsheim für die Männer und parallel dazu die DRV-Prüfungsregatta in Breisach für die Junioren. In Flörsheim können Thorsten Reisz und Michael Adam je einen Einersieg erringen, in Breisach siegt Michaela Heuß erneut im Rgm.-Vierer, das gleiche gelingt einem Rgm.-Vierer mit Michael Gagel im Vierer-ohne. Dann folgen die Hessenmeisterschaften in Eschwege und hier bricht eine regelrechte Medaillenflut über den RRK herein. Michael Gagel wird in Renngemeinschaft Hessenmeister im Vierer-ohne, im Vierer-mit und im Achter, Michaela Heuß siegt in Rgm. im Doppelzweier und Doppelvierer, Thorsten Fett wird Hessenmeister in Rgm. im Lgw.-Doppelzweier und Lgw.-Doppelvierer sowie Harald Blum, Lutz Beyer, Michael Adam und Thorsten Reisz gewinnen gemeinsam mit Ruderern von Igor Offenbach den Männerachter – das sind acht Hessenmeisterschaften für den RRK.
Es folgen die Regatten in Hürth (2 Siege), Köln, Offenbach-Bürgel (5 Siege) und als Höhepunkt die Deutschen Jugendmeisterschaften in München. Michaela Heuß rudert mit Natalie Tenckhoff aus Oberrad den Doppelzweier sowie die beiden zusammen mit zwei Ruderinnen aus München den Doppelvierer. Michael Gagel ist gemeldet im Vierer mit Stm. und im Achter. Thorsten Fett rudert in einem Lgw.-Achter. Alle gemeldeten Mannschaften können in das Finale der sechs besten Boote vorstoßen. Der Doppelzweier und der Vierer mit Stm. holen sich in knüppelharten Rennen die Bronzemedaille, der Doppelvierer landet, obwohl eine Ruderin noch auf der Meisterschaft ausgewechselt werden muss, auf dem vierten Platz, der "dicke" Achter wird fünftes und der "Dünnmann-Achter" sechstes Boot. Bei den Eichkranzrennen, ebenfalls in München, starten Thorsten Reisz und ein "abgespeckter" Michael Adam im Lgw.-Doppelzweier der Männer, doch im Hoffnungslauf ist Schluss, der Endlauf ist nicht erreichbar. Zwischendurch rudern die Wanderruderer des RRK auf dem Neckar, die Gruppe der RaB/RRK-Freunde und auch die "Jungen AHs", und der Marathonruderer des RRK, Michael Schindler, rudert in Paris über 42 km im Einer. Er fährt einen Ultramarathon, die "Tour de Lac Leman" (Genfer-See-Marathon) über 160 km im Vierer (2. Platz nach 12 Stunden 50 Minuten), er rudert den Marathon in Lüttich im Einer und auch das Langstreckenrudern auf dem Baldeneysee über 22 km im Einer. Nach der Sommerpause folgen noch die Herbstregatten auf der Kurzstrecke (500 m). Der RRK holt 10 Siege in Mühlheim, 4 Siege in Schierstein, 4 Siege in Großauheim, 3 Siege in Sarnen (Schweiz) auf der 2.000-m-Strecke und 3 Siege in Bad Waldsee. Damit hat der RRK im Jahr 1990 insgesamt 44 Regattasiege errudert – erfolgreichste Ruderer des Jahres sind Michael Gagel und Martin Kraft mit je 12 Siegen.
Am Ende der Saison starten die "Alten Herren" des RRK sowie ein Rgm.-Achter RRK / Eschweger RV noch beim Roseninselachter in Starnberg über 12 km. Während die AHs (Lutz Dörsam, Dr. Wolfgang Mack, Jochen Zimmermann, Georg Gagel, Werner Alt, Klaus Hartmann, Dr. Dietmar Klausen, Rudi Reitz, Stm. Karl-Heinz Wagner) in der Klasse "Rennboot, MDA 43 Jahre" in der Zeit von 47 min 42 sec unter vier Booten den 2. Platz belegen, rudert der Rgm.-Männerachter (Bernd Bidlingmaier, Daniel Rosenberger, Michael Gagel, Stefan Pöppel, Sven Hoffmann, Jens Bornemann, Harald Blum, Lutz Beyer und Stm. Sascha Rachow) 42 min 31 sec, liegt unter dem alten Streckenrekord und wird in seiner Klasse ebenfalls Zweiter hinter einem Münchener Achter. Beim Abrudern der Ruderer werden sechs klubinterne Rennen ausgetragen. Einer-Klubmeister des Jahres 1990 wird Bernd Bidlingmaier in einer knappen Entscheidung vor Martin Kraft und Knut Müller. Geehrt werden auch die Fahrtenpreissieger des Jahres 1989: Thorsten Reisz bei den Männern mit 2.332 km, Heike Richter bei den Damen mit 1.989 km und Dietmar Ostermai bei den AHs mit 1.412 km.
Die Feldsaison der Hockeyspieler beginnt Ende April. Nur noch drei Vereine des 16köpfigen Männer-Oberhauses spielen auf Naturrasen, darunter auch der RRK. Daß es für die RRK-Herren bei ihrem 20. Mitwirken in der höchsten Feld-Spielklasse – der RRK fehlte allein im ersten Bundesligajahr – erneut nur ums Überleben geht, daran führt kein Weg vorbei. Dennoch ist das Ziel von Trainer Berti Rauth ein "gesicherter Mittelplatz", obwohl in Expertenkreisen der RRK als Abstiegskandidat Nummer eins gilt. Im personellen Bereich ist Berti Rauth eine Sorgen genommen, Abwehrspezialist Dr. Christoph Krehl hat sich zu einer weiteren Saison überreden lassen. Harald Eisenacher übernimmt wieder die Liberoposition. Im Tor steht der 17-jährige Jugend-Nationalspieler Christopher Reitz (von SaFo Frankfurt). Weiter zum Kader gehören Klaus Eberts, Jens George, Glenn Eifert, Fritz Schmidt jr., Thomas Bischoff, Volker Schädel, Gerrit Rothengatter, Holger Kraft, Kai Stieglitz, Marcel Janson, Georg Otto, Harald Schmitt und sogar Berti Rauth, der auf der Bank dann von Martin Müller ersetzt wird. Die Mannschaft trainiert auf den Kunstrasenplätzen des SC Opel und der SG Eintracht am Ostpark und absolviert eine bravouröse Saison, als Höhepunkte sind die Siege in Frankenthal und Stuttgart sowie der Heimsieg gegen den SC 80, den amtierenden Feldmeister, zu nennen. Am Ende liegt der RRK auf dem 5. Platz.
Bevor die Damen mit den Punktspielen in der Bundesliga beginnen können, spielt die deutsche Damen-Nationalmannschaft bei der Hockey-Weltmeisterschaft in Sydney, mit dabei Britta Becker, Tanja Dickenscheid und Eva Hagenbäumer vom RRK. Nach Siegen über Japan und China folgt eine Niederlage gegen Australien, dann ein Unentschieden gegen England und ein Sieg gegen Argentinien, doch zum Halbfinale reicht es nicht. Die deutsche Mannschaft belegt schließlich Platz 8. Weltmeister werden die Niederlande. Dann beginnt auch die Bundesligasaison der Damen. Der Kader: Bianca Weiß, Eva Hagenbäumer, Britta Becker, Tanja Dickenscheid, Denise Klecker, Sabine Lersch, Susanne Hoffmann, Katrin Schmidt, Anja Mück, Angela Vögele, Kerstin Strubl, Annette Laquai, Anja Warnecke, Ramona Münze, Angela Müller (ab Sommerpause), Sybille Breivogel (ab Sommerpause). Mit sieben Siegen vier Unentschieden und drei Niederlagen wird schließlich der 2.Platz belegt; das ist die Qualifikation für das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft im Feldhockey. Gegner ist der Tabellenerste der Nordgruppe, der RTHC Leverkusen. Mit viel Optimismus reist die Mannschaft nach Leverkusen. Beide Teams zeigen ein ausgeglichenes Spiel, doch die Schwäche der gesamten Saison, zu viele Torchancen zu benötigen, ist auch hier beim RRK offensichtlich. Als der Schlusspfiff ertönt, hat der RRK mit 1:2 verloren. Auch die Reservemannschaften spielen eine durchmischte Saison. Die Zweiten Herren ("Wötzel-Team") belegen in der 1. Verbandsliga den 4. Platz, die Dritten Herren ("Dörsam-Team") werden Meister der 2. Verbandsliga, aber der Aufstieg ist leider nicht möglich. Die Zweiten Damen müssen mit dünner Spielerdecke auskommen, spielen daher sogar oft in Unterzahl und liegen am Ende eigentlich logischerweise auf dem letzten Tabellenplatz der Verbandsliga. Erstes Highlight der Feldsaison im Jugendhockey ist Ende April die Fahrt einer B-Jugend-Mannschaft nach Paris zu einem Einladungsturnier des C.A. Montrouge. Neben dem RRK spielen noch neun Mannschaften, u. a. aus Barcelona, Genf, Madrid, Gent, Frankfurt und Montrouge. Die RRK-Jugend, die größtenteils aus A-Knaben besteht, verliert gegen Gent 1:2 und gegen Barcelona 0:1, gewinnt gegen eine Normandie-Auswahl 2:1, verliert dann erneut gegen Voorburg 0:4 und gewinnt gegen Mook 3:0. Das ist der 9. Platz. Von den Jugendmannschaften des RRK spielen die B-Jugend, die A-Knaben, die B-Knaben, die weibliche Jugend, die A-Mädchen und die B-Mädchen um die Hessen-Meisterschaft. Hessenmeister werden die weibliche Jugend und die A-Knaben, die B-Knaben werden Zweite, die B-Jugend und die A-Mädchen werden Dritte. Wegen Terminüberschneidung mit der Damenmannschaft kann die weibliche Jugend nicht zur DM-Vorrunde antreten, die A-Knaben dagegen spielen ihre Vorrunde am heimischen Sommerdamm erfolgreich. Sie schlagen Phönix Lübeck 5:1, dann den Düsseldorfer HC 4:0. Der strahlende Trainer Torsten Althoff und seine jungen Schützlinge (12 bis 14 Jahre) freuen sich auf die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft in Frankenthal, an der noch Schwarz-Weiß Neuss, der SC SaFo Frankfurt und die TG Frankenthal teilnehmen. Gegner des RRK im Halbfinale ist Schwarz-Weiß Neuss. Nachdem Neuss zunächst führt, erzielt Oliver Domke den Ausgleich in der 26. Minute und Nico Hosang markiert in der 40. Minute das knappe 2:1 Endergebnis. Im Finale steht dem RRK erneut der Gegner des Hessenendspiels, SC SaFo Frankfurt, gegenüber. Wir zitieren die "Main-Spitze":
Die Dresdner Bank verleiht unter der Schirmherrschaft des Deutschen Sportbundes seit 1987 60mal im Jahr ihr "Grünes Band" für vorbildliche Talentförderung und unterstützt damit sportlich leistungsorientierte Nachwuchsarbeit in Sportvereinen. Ende August erhält der RRK als Sieger in der Sparte Hockey des Jahres 1990 den mit 10.000 DM dotierten Preis. Die Auszeichnung wird folgendermaßen begründet: "Seit 64 Jahren wird im Rüsselsheimer Ruder-Klub auch Hockey gespielt. Vor 13 Jahren begann Trainer Berthold Berti Rauth mit intensiver Jugendarbeit, vor allem bei den Mädchen. Das Resultat waren sieben Meistertitel für die A-Mädchen hintereinander auf Bundesebene, die Jugend wurde 1989 deutscher Meister auf dem Feld und die noch jugendlichen Damen – jüngste Mannschaft in der Bundesliga – 1989 Vize- und 1990 deutscher Meister in der Halle. Ein Dutzend Rüsselsheimerinnen standen in Jugend-Nationalmannschaften. Tanja Dickenscheid, Bianca Weiß und die 16-jährige Britta Becker wurden in Kanada Junioren-Weltmeister und mit Eva Hagenbäumer auch noch Hallen-Europameister bei den Damen. Die Jungen unter den 112 Jugendlichen sind auf Landesebene vorne dabei". Die Klubmeisterschaft der RRK-Tennisgruppe erfreut sich nur geringer Beteiligung. So muss der Wettbewerb der Damen sogar ausfallen. Bei den Herren gibt es zehn Meldungen, wobei im Endspiel Rainer Seifert über Thomas Späck siegt. "10 Jahre Tennis im RRK", Mitte September feiert die Tennisgruppe des RRK ihr zehnjähriges Bestehen auf und neben den Tennisplätzen. Ein Sektempfang, zwischendurch Leckereien für das leiblich Wohl, viel Tennisspielen bei einem Schleifchenturnier, von Gerd Hartgen gestiftete Pokale, Kaffee sowie Torten und Kuchen, und abends ein Büffet, für alle dabei gewesenen ist es ein gelungener Tag.
Ende Oktober verabschieden sich die Hockeyspieler bei wunderschönem Wetter von der Feldsaison, hauptsächlich aber von ihrem Naturrasen, da sich "schon" im Jahr 1991 der Spielbetrieb aller Mannschaften auf einem neuen Rasen, einem Kunstrasen, fortsetzen soll. Alle sollten nochmals erinnert werden, welche Bedeutung der alte Platz für den RRK und die Stadt Rüsselsheim hatte. Für ein Spiel "Alt" gegen "Jung" sind alle eingeladen, die in den 70er Jahren im RRK Hockeygeschichte geschrieben haben. Obwohl Schnelligkeit, Kondition und Beweglichkeit der "Alten" etwas nachgelassen hat, sie zeigen Hockey, als ob die Zeit stehen geblieben sei, und gewinnen sogar am Ende mit 2:1 über die 1. Herren, die in Bestbesetzung angetreten sind. Am 31. Oktober 1990 verabschiedet das Parlament der Stadt Rüsselsheim einen Nachtragshaushalt, in dem auch das Geld für den Kunstrasen des RRK enthalten ist. Auch die Vergabe der Arbeiten wird beschlossen. Der für den 9. November angesagte "Erste Spatenstich" entpuppt sich schließlich als Baustellenbegehung, da die Arbeiten schon begonnen wurden. Nach kurzen Ansprachen von zwei Magistratsmitgliedern, Baudezernent Armin Muth und Sportdezernentin Liesel Thurn, dankt "RRK-Vize" Horst Ackermann mit dem Versprechen, dass der RRK weitere Erfolge einfahren wird. Die Investition ist auf 2,2 Mio. DM veranschlagt. Die Hoffnung auf rechtzeitige Fertigstellung des neuen Platzes bis zur Feldsaison 1991 ist beim RRK, dem letzten Bundesligaverein ohne Kunstrasen, groß. Doch da das Auftragen der Polyurethanschicht Temperaturen über 10°C erfordert, muss auf gutes Wetter im Frühjahr gehofft werden. Noch im Oktober beginnt bereits die Hallenhockey-Saison mit dem 4. Hallenhockey-Turnier des RRK für Damen und Herren in der Sporthalle "Dicker Busch". Neben dem RRK spielen bei den Damen der RTHC Leverkusen, Eintracht Braunschweig, BW Köln, THGC Großflottbek und Klipper Hamburg, sowie bei den Herren SSV Ulm, RTHC Leverkusen und BW Köln. Während die Damen des RRK wegen schlechteren Torverhältnisses hinter Leverkusen "nur" Zweite werden, gewinnen die Herren ihr eigenes Turnier – der Sekt fließt in Strömen. Auf weitern Turnieren in Dortmund, Leverkusen und Braunschweig bereiten sich die Damen für die Bundesliga-, die Herren für die Regionalligasaison vor. Bereits im November fällt die Entscheidung in der Hessenmeisterschaft 1990/91 der weiblichen Jugend. THC Hanau, SC Frankfurt 1880 und Eintracht Frankfurt haben gegen den RRK keine Chance.
Während die Punktspiele Mitte November bereits begonnen haben, ehrt der RRK am 24. November 1990 im Bootshaus seine erfolgreichen Sportler erstmals nicht beim "Ball des RRK" sondern im Rahmen einer gesonderten Meisterehrung. Mehr als 100 aktive Sportler sind vom 1. Vorsitzenden Dr. Dietmar Klausen sowie den beiden Abteilungsleitern zu ehren, wobei natürlich die zwei deutschen Meisterschaften herausragen. Aber auch Platzierungen und Hessenmeisterschaften werden von den 250 anwesenden Gästen entsprechend gewürdigt, unter ihnen Jakob Marx vom Jugend- und Sportausschuss der Stadt Rüsselsheim. Die Spielerinnen der Damen-Meistermannschaft Britta Becker, Susanne Hoffmann, Annette Laquai, Angela Müller, Katrin Schmidt, Kerstin Strubl, Angela Vögele, Anja Warnecke und Bianca Weiß erhalten die Silberne Leistungsnadel des RRK.
Am 30. November 1990 werden in Marburg hessische Sportler vom Hessischen Sozialminister mit der Sportplakette des Landes Hessen ausgezeichnet. Es sind Sportler, die "nach internationalen Maßstäben sportliche Höchstleistungen erzielt haben und durch ihre sportliche Haltung Vorbild sind". Ausgezeichnet werden auch Britta Becker, Tanja Dickenscheid, Eva Hagenbäumer und Bianca Weiß vom RRK. Bei den Ruderern übernimmt Günter Müller, ein "neuer Alter", die Trainerfunktion von Harald Blum, der den RRK Richtung Nassovia Höchst verlässt. Bei der Sportlerehrung der Stadt Rüsselsheim werden 191 Sportler geehrt, 20 mit dem Silbernen Lorbeerzweig (davon 13 vom RRK) und 171 mit Ehrenurkunden (davon 23 vom RRK). Bei der Wahl zum Sportler und zur Mannschaft des Jahres in Rüsselsheim schlägt die Stunde des Damenhockeys. Erstmals in der 30-jährigen Geschichte des Sportlerballs steht mit der 17-jährigen Britta Becker eine Hockeyspielerin als Sportlerin des Jahres im Rampenlicht. Dazu trifft die Wahl der Mannschaft des Jahres das Damenhockey-Team des RRK nicht unerwartet, da sich diese Mannschaft den deutschen Titel in der Halle sicherte. Thomas Blivier, die "gute Seele der Hockeydamen", erhält für sein langjähriges Engagement in der Hockeyabteilung den Ehrenbrief der Stadt Rüsselsheim. Beim "Ball des RRK" Mitte Dezember im weihnachtlich geschmückten Adlersaal spielt traditionsgemäß die Tanz- und Showband "Take Five". Die festliche Atmosphäre bietet auch den Rahmen, langjährige Mitglieder zu ehren. Georg Franke und Hans Mietzschke gehören dem RRK seit 60 Jahren an, Wilfried Seipp und Ingrid Weidmann seit 50 Jahren. Elke Schumacher, Wolfgang Vorfalt und Klaus Hartmann werden für langjähriges Engagement in Vorstandsämtern mit der Silbernen Leistungsnadel ausgezeichnet. Vor der Weihnachtspause liegen die RRK-Herren in der Regionalliga Süd nach sieben Spielen auf dem 1. Platz mit 12:2 Punkten, dagegen müssen sich die RRK-Damen nach sechs absolvierten Spielen in der Süd-Bundesliga mit 10:2 Punkten und dem 2. Platz hinter Leverkusen begnügen. Für beide Mannschaften ist das eine gute Ausgangssituation für das Jahr 1991. Im Jahr 1990 verliert der RRK die Trägerin der RRK-Ehrennadel in Gold, Else Rostalski, die den Weg des RRK 57 Jahre treu begleitet hat. |
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