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Geschichte der Rudergesellschaft Undine Rüsselsheim (RGUR)
von 1910 bis 1914 und von 1919 bis 1942

1932

Kaum hat das neue Jahr begonnen, schon regen sich in der "Undine" die Faschingsgeister. Trotz der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse und auch großer Geldknappheit beschließt die "Undine", ihre beiden Fastnachtsveranstaltungen, den "Gesindeball" und die "Damensitzung" auch im Jahr 1932 abzuhalten.

Am 23. Januar 1932 steigt in sämtlichen Räumen des Hotels Adler nach 1931 zum zweiten Mal der "Gesindeball" der "Undine". Wie schon beim ersten Mal bringt er der "Undine" wieder ein volles Haus, da diese Veranstaltung mehr wie andere den Zeit- und Geldverhältnissen Rechnung trägt. Ein Kostüm für eine der so zahlreichen Gesinde-Typen ist leicht und ohne großen Geldaufwand zu beschaffen. Und schließlich locken auch die herrlichen Preise für die prämierten Masken und "Freds Jazzkapelle" in stärkster Besetzung. Der Ball wird zu einem Erfolg für den Veranstalter auf der ganzen Linie.

Anzeige in der "Main-Spitze" am 21. Januar 1932

Anzeige in der "Main-Spitze" am 30. Januar 1932

Schon eine Woche später steigt die "Damensitzung" der "Undine", ebenfalls im Römersaal des Hotels Adler. Mehr noch als der "Gesindeball" ist gerade diese Veranstaltung so populär, weil sie die einzige in ihrer Art in Rüsselsheim ist. Und da die altbewährten Kräfte, das weibliche "Undine"-Komitee, sich wieder in den Dienst der Sache gestellt haben, weiß jeder, was ihn an diesem Abend erwartet. Wir zitieren die "Main-Spitze" auszugsweise:

Damensitzung der RG Undine Rüsselsheim

Der Römersaal des Hotels Adler war gefüllt bis zum letzten Platz. Hunderte waren gekommen, um zu hören, was da an närrischen Wahrheiten aus der Bütt berichtet wird, um sich zu freuen über Zeitglossen und örtliche Begebenheiten. Wir gehen wohl nicht fehl in der Annahme, dass in diesem Jahr eine noch größere Besucherzahl vertreten war als bei den vorausgegangenen Sitzungen dieser Art, und die Damen der Rudergesellschaft Undine, die ja aus sich selbst heraus  für diese Veranstaltung verantwortlich zeichnen, dürfen für sich das recht in Anspruch nehmen, in dieser traditionellen Sitzung auch uns hier in Rüsselsheim etwas zu bieten, das, einzig in seiner Art, nicht so leicht überboten werden kann.

Schlag 8.11 Uhr wurde die Sitzung mit dem satirischen Vorspiel "Der Teufel lacht dazu", Verfasser Urschote Heinrich Knopp, eröffnet. Mitwirkende waren Emmy Halkenhäuser, Heinrich Knopp, Heinrich Streck, Ernst Müller und Philipp Heisel. Dann kamen "sie". Das närrische Komitee unter Präsidentin Sophie Zimmermann. Sie bleibt die "Alte" in steter Jugendfrische. Sie erteilte das Wort zur Verlesung des Protokolls, Frau Kätchen Simon, die "ewig Lächelnde", stieg in die Bütt:

"Und wann die ganze Welt auch uff em Kopp steht, wann oa Notverordnung auch die annere vertreibt.

Und wann oa Bankhaus noch em annre hops geht – die Fastnacht bleibt."

Heinrich Dietze, der Versdichter vergangener Jahre, brachte nun seinen Vortrag selbst an den Mann. Die beiden Schulmädchen Schulzes Lisbeth und Wagners Jule (Sannchen Renker und Kätchen Müller) stellten sich als zwei "Ganzgescheite" mit herrlichen Hängezöpfen vor. Es folgten Liederverse einer schneidigen Jägerin, Kätchen Simon, von der verunglückten Fuchsjagd. Urschote Heinrich Knopp, der "Rüsselsheimer Beobachter", und dann das Chorlied "Mach noch einmal so!" von Verfasser Konrad Beuerle beschlossen den ersten Teil.

Nach kurzer Pause eröffneten die Mundharmonikaspieler (Emmy Halkenhäuser, Marie Reinheimer, Kätchen Müller, Mathilde Müller, Gretel Streck und Kätchen Simon) mit "Der Matrosen Sang und Tanz" den zweiten Teil. Die Gruppe, die sich zum ersten Mal an die Öffentlichkeit wagte, und ihr musikalischer Leiter, Friseur Willi Reitz, erhielten für ihr flottes Spiel die Vereinsnadel. Der Amtsschimmel, bereits aus früheren Jahren bekannt, wurde von Heinrich Halkenhäuser in seiner Jungfernrede "bedient". Was ein Ehepaar (Sannchen Renker und Theo Kaiser) am silbernen Hochzeitstag erzählte und das humoristische Spiel "Spiritismus und Humor", dargestellt durch Gretel Streck, Emmy Halkenhäuser, Kätchen Müller, Mathilde Müller und Frau Poth sowie verfasst von Heinrich Knopp, wurden zu einem Bombenerfolg. Ein Einzelvortag von Theo Kaiser, das Gesangsduett mit Kätchen Müller und Heinrich Knopp sowie "Balser und Christian", ein Zwiegespräch dargestellt von Rudolf Wagner und Josef Müller, beschlossen das Programm.

Erwähnen wir noch die närrische Hauskapelle unter Leitung von Willi Reitz und die treffliche Gestaltung der Charaktertypen durch Hoffriseur Peter Schwinn, dann glauben wir, nichts vergessen und jedem die gebührende Anerkennung gezollt zu haben.

Den Damen der Undine aber und den Veranstaltern sei Dank gesagt, daß sie es auch in der heutigen so freudearmen Zeit gerade durch diese alljährliche Damensitzung verstanden haben, uns für einige Stunden wenigstens hinwegzuhelfen über all die täglichen Sorgen. Sie war auch dieses Jahr wieder sehr schön – die Damensitzung der Undine!"

Am 3. Mai 1932 berichtet die "Main-Spitze", dass in den letzten Jahren der Paddelsport innerhalb des Wassersports einen großen Aufschwung genommen habe. In den Sommermonaten könne man an den Ufern der Flüsse allerorts "kaffeebraune und sonnenverbrannte Sportler in ihren schmucken Paddel- und Faltbooten" bewundern. Daher entschließt sich die "Undine" auf Drängen einiger Paddler des Vereins, eine "Paddler-Abteilung" zu gründen. Zu diesem Zweck wird eine Paddelhalle gebaut und damit geworben, dass der Erwerb der "Undine"-Mitgliedschaft Paddler ohne zusätzliche Kosten berechtigt, ihr Boot in der Halle zu lagern.

Das die Rudersaison offiziell einleitende Anrudern mit verbundener Bootstaufe wird von der "Undine" am 8. Mai 1932 veranstaltet. Bereits am Morgen des gleichen Tages wird die Verpflichtung der aktiven Ruderer vorgenommen, wobei sich wieder eine große Anzahl für Regattabesuche zur Verfügung gestellt hat. Lassen wir zur Bootstaufe die "Main-Spitze" berichten:

Anzeige in der "Main-Spitze" am 7. Mai 1932

Bootstaufe der RG Undine 1919 Rüsselsheim

Am vergangenen Sonntag hob die Rudergesellschaft Undine auf ihrem Spielplatz neben dem Bootshaus einen neuen Renn-Vierer aus der Taufe ... Der Festakt selbst wurde durch einen vom Männerchor Rüsselsheim prächtig vorgetragenen Chor "Hymne an das Feuer" eröffnet. Der Vereinsvorsitzende, Paul Schubert, hatte die Genugtuung, neben Herrn Bürgermeister Müller den Vorsitzenden des Gaues Süddeutschland des DWV, den Schatzmeister des DWV, das Ehrenmitglied des Gaues Süddeutschland des DWV, Kaspar Zimmermann, Abordnungen des Mainzer RK von 1903, des WSV Schierstein, von der Fechenheimer RG und vom RV Rüsselsheim zu begrüßen. Sein Dank galt insbesondere denen, die in schwerer Zeit mitgeholfen haben, dass aus eigener Kraft dieser Bootskauf verwirklicht werden konnte. Nach einem von Heinrich Knopp verfassten und von dem Töchterchen des 2. Vorsitzenden, Hertha Simon, in sinnvoller Weise gesprochenen Vorwort nahm Kaspar Zimmermann die Taufe des neuen Bootes vor. Mit kernigen Worten verstand er es, die Großtat einer Bootsanschaffung in der heutigen, so schweren Zeit gebührend zu würdigen, und seine Ausführungen gipfelten in der Feststellung, dass das neue Boot seinen Namen "Unser Stolz" mit allen Rechten trage ... Den Taufakt beschloss der immer wieder gern gehörte und ansprechende Chor "Deutschland, Du mein Vaterland", durch den hiesigen Männerchor in kerniger Frische gesungen ..."

Bedingt durch die Wirtschaftslage wird der Gau Süddeutschland des Deutschen Wassersportverbandes (früher Süddeutscher Ruderverband) im Jahr 1932 nur drei Regatten abhalten, und zwar am 19. Juni in Frankfurt, am 3. Juli in Offenbach und die Meisterschaftsregatta am 31. Juli in Rüsselsheim. Bezüglich der Regatta in Rüsselsheim schreibt der Vorstand der "Undine" folgenden Brief an den Gemeinderat:

Rudergesellschaft Undine 1919                                                                                    Rüsselsheim, den 20. Mai 1932
Rüsselsheim am Main
Mitglied des D.W.V.

Löbl. Gemeinderat!
Hier.

Wir erlauben uns hierdurch sehr geschätzten Gemeinderat in Kenntnis zu setzen, daß unser Verein seitens des Gaues Süddeutschland des Deutschen Wassersportverbandes mit der Durchführung der diesjährigen Meisterschafts-Regatta, die, wie jetzt endgültig festgelegt, am 30. und 31. Juli stattfindet, betraut wurde.

Auf dieser Regatta, die nur als rein sportliche Veranstaltung in Betracht kommt, werden ungefähr 25 - 30 Wettkämpfe, einschließlich der vier Meisterschaftsrennen, zum Austrag kommen.

Wenn auch die heutigen Verhältnisse als sehr ungünstig zu betrachten sind, so wäre aber verfehlt, die ohnedies schon sehr reduzierten sportlichen Veranstaltungen gerade in einer Zeit, in der man dem Sport und der Jugendpflege ganz besondere Aufmerksamkeit schenken sollte, ganz einzustellen.

Aus diesem Grunde erlauben wir uns, löbl. Gemeinderat, der in sportlicher Hinsicht schon immer großes Verständnis an den Tag legte, zu bitten, uns in unserer Bestrebung zu unterstützen, vielleicht für eines dieser vielen Rennen einen Ehrenpreis zu stiften.

In Erwartung eines günstigen Bescheides zeichnet im voraus bestens dankend, mit aller

Hochachtung

Rudergesellschaft Undine 1919 e.V. Rüsselsheim a. M.
1. Vorsitzender Paul Schubert            1. Schriftführer Adam Dörsam

Die Regattasaison für die "Undine"-Ruderer ist somit nur kurz. Jeden Abend trainieren mehrere Mannschaften, um sich auf die wenigen Rennen, die anstehen, vorzubereiten. Zur ersten Regatta in Frankfurt gibt die Ruderleitung der "Undine" zu sechs Rennen ihre Meldung ab. Während Anfänger und Jungmannen sich nicht mit einem Sieg schmücken können, überzeugen die Junioren auf der ganzen Linie. Im Junior-Achter können Heinrich Wagner, Hermann Müller, Albert Göbel, Heinrich Wolf, Ferdinand Ullrich, Adolf Schmitt, Otto Hauck, Martin Popp und Stm. Philipp Wagner durch einen klaren Sieg in 6:42,6 min über die Frankfurter Amicitia (6:50,8) den wertvollen Johann-Stier-Gedächtnispreis endgültig nach Rüsselsheim bringen. Und auch der Junior-Vierer in der Besetzung mit Heinrich Wagner, Adolf Schmitt, Otto Hauck, Martin Popp und Stm. Philipp Wagner überzeugt, er rudert mit 7:00 min die schnellste Zeit des Tages aller Viererboote, schlägt damit die Fechenheimer RG und den WSV Schierstein und holt damit den zweiten Sieg für die "Undine".

Auch bei der zweiten Verbandsregatta in Offenbach ist die "Undine" mit ihren Mannschaften natürlich am Start, kann zwei wertvolle Siege erringen, muss jedoch den einen durch Schiedsgerichtsentscheid wieder abgeben. Zunächst können die Jungmannen Heinrich Hauschild, Heinrich Hägele, Wilhelm Wolf, Ernst Müller und Stm. Josef Müller den Zweiten Jungmann-Vierer gegen Höchst und Mainz 03 mit über zwei Längen Vorsprung für sich entscheiden. Über dem folgenden Jungmann-Achter liegt für die "Undine", die in der Besetzung mit Heinrich Pflug, Heinrich Hauschild, Jakob Wolf, Heinrich Hägele, Hugo Martin, Wilhelm Wolf, Willi Allgaier, Ernst Müller und Stm. Josef Müller rudert, kein guter Stern. Nach dem ersten Start der drei Boote kollidieren Fechenheimer RG und Undine Frankfurt bei der Tausend-Meter-Marke, das Rennen wird abgebrochen und von dieser Stelle fliegend neu gestartet. Es kommt erneut zur Kollision, was zum Ausschluss von Fechenheim führt, doch die "Undine" geht mit zwei Längen Vorsprung durchs Ziel. Nach Protest von Undine Frankfurt wird ein erneuter Start angesetzt, zu dem die "Undine" nicht mehr antritt. Undine Frankfurt geht allein über die Strecke und wird zum Sieger erklärt.

Anzeige in der "Main-Spitze" am 28. Juli 1932

Titelseite des Programmhefts der Meisterschaftsregatta 1932 in Rüsselsheim

Am 30. und 31. Juli 1932 lässt der Gau Süddeutschland des Deutschen Wassersportverbandes seine Meisterschaften mit Rahmenregatta von der "Undine" auf dem Main in Rüsselsheim ausrichten. Von den ausgeschriebenen 30 Rennen kommen 24 zustande, darunter die Meisterschaften im Einer, Vierer ohne und mit Steuermann sowie im Achter. Alle Rennen sind hervorragend besetzt. Sechzehn Vereine mit 88 Booten und 481 Ruderern gehen an den Start. Start der vollkommen gerade verlaufenden Regattastrecke mit fünf Startplätzen ist oberhalb des "Undine"-Bootshauses, das Ziel liegt am Hochheimer Viktoriabrunnen. Ein großes gedecktes Wirtschaftszelt am Ziel auf Rüsselsheimer Seite des Mains bietet reichlich Sitzgelegenheit sowie der zugehörige Restaurationsbetrieb Speisen, Bier und Apfelwein.

Die "Undine" meldet bei ihrer Regatta zu zwölf Rennen und bestreitet zehn davon mit ihren Mannschaften. In der Königsklasse des Ruderns, dem Achter, kann die "Undine" drei Bootsbesatzungen stellen, die im Jungmann-, Junior- und Alte-Herren-Achter an den Start gehen. Im Vier-Boote-Feld des Jungmann-Achters starten für die "Undine" Heinrich Pflug, Heinrich Hauschild, Jakob Wolf, Heinrich Hägele, Hugo Martin, Wilhelm Wolf, Willi Allgaier, Ernst Müller und Stm. Josef Müller und müssen sich nach wechselnder Führung auf der Strecke im Ziel etwa eine Viertellänge hinter der Fechenheimer RG mit dem zweiten Platz begnügen. Die gleiche Mannschaft der Fechenheimer RG startet auch gegen die "Undine" mit Heinrich Wagner, Hermann Müller, Albert Göbel, Adolf Schmitt, Ferdinand Ullrich, Ernst Müller, Otto Hauck, Martin Popp und Stm. Philipp Wagner im Junior-Achter, und auch hier kann Fechenheim nach hartem Kampf auf der Strecke am Schluss noch klar gewinnen. Das dritte Achterrennen für die "Undine" bestreitet die Mannschaft mit Philipp Eberle, Josef Müller, Walter Schaeffter, Anton Habenthal, Paul Schubert, Karl Westhoven, Peter Eberle, Karl Müller und Stm. Ludwig Erbes im Alte-Herren-Achter über 30 Jahre, den Vorwärts Offenbach vor Borussia Frankfurt, der "Undine" und Mainz 03 für sich entscheidet.

Alte-Herren-Achter (MA 30 Jahre) der "Undine", 3. Platz bei der Meisterschaftsregatta des Süddeutschen Ruderverbandes in Rüsselsheim 1932 (Stm. Ludwig Erbes, Karl Müller, Peter Eberle, Karl Westhoven, Paul Schubert, Anton Habenthal, Walter Schaeffter, Josef Müller, Philipp Eberle)

Im Vierer startet die "Undine" im Begrüßungs-, Main-, Junior-, Zweiten Jungmann-, Zweiten Senior-, Dritten Senior- und Alte-Herren-Vierer, doch zum Sieg reicht es nur in zwei Rennen. Nah dran an einem Sieg sind Erich Wolf, Fritz Blümel, Georg Böhm, Ludwig Erbes und Stm. Josef Müller im beschränkten Rennen des Main-Vierers, wo nach klarer Führung auf der Strecke im "Undine"-Boot die Steuerleine reißt, so daß nur noch der zweite Platz "gerettet" werden kann. Ebenfalls zweite Plätze gelingen im Junior- und Alte-Herren-Vierer. Klare Start-Ziel-Siege dagegen können Heinrich Pflug, Willi Allgaier, Hugo Martin, Jakob Wolf und Stm. Josef Müller im Zweiten Jungmann-Vierer sowie Heinrich Wagner, Martin Popp, Otto Hauck, Karl Hägele und Stm. Philipp Wagner im Zweiten Senior-Vierer nach Hause fahren.

Der auf der Herbstregatta in Fechenheim 1932 siegreiche Jungmann-Achter der "Undine" mit Willi Allgaier, Heinrich Hauschild, Hugo Martin, Stm. Philipp Wagner, Heinrich Pflug, Wilhelm Wolf, Jakob Wolf, Heinrich Hägele und Ernst Müller

Damit sind die Verbandsregatten schon beendet, doch zu der der Herbstregatta in Fechenheim am 21. August 1932 melden Heinrich Hauschild, Jakob Wolf, Hugo Martin, Willi Allgaier, Heinrich Pflug, Heinrich Hägele, Wilhelm Wolf, Ernst Müller und Stm. Philipp Wagner zu einem Rennen über 1.000-Meter im Jungmann-Achter, fahren auf eigene Rechnung zur Regatta, müssen in einem geliehenen Boot rudern und können nach Rückstand auf der Strecke dennoch einen schönen 3/4-Längen-Sieg über Borussia Frankfurt, Germania Offenbach und WSV Bürgel erringen.

Anzeige in der "Main-Spitze" am 17. September 1932

Anzeige in der "Main-Spitze" am 30. Dezember 1932

Am 18. September veranstaltet die "Undine" ihr Abrudern verbunden mit der Vereinsmeisterschaft im Vierer und Achter. Erstmals wird auch ein Rennen für Paddler ausgetragen. Am Abend treffen sich dann alle bei dem Vereins-Mitglied Knauff in der Gaststätte "Zum Schützenhof".

Vierzehn Tage später, am 1. Oktober, wird die Jahresversammlung der "Undine" abgehalten, die sich regen Zuspruchs erfreut. Lassen wir die "Main-Spitze" berichten:

Jahresversammlung der RG Undine Rüsselsheim

Am vergangenen Samstag fand die gutbesuchte Jahresversammlung der Rudergesellschaft Undine 1919 statt. In einer umfangreichen Tagesordnung fanden die einzelnen Berichte des verflossenen Geschäftsjahres bei den Mitgliedern besondere Beachtung. Der vom 1. Vorsitzenden gegebene Jahresbericht brachte in der Einleitung die weiterhin verschlechterten wirtschaftlichen Verhältnisse zum Ausdruck, unter denen speziell die Sportvereine zu leiden hätten. Unter diesem Gesichtspunkte sei auch die diesjährige Vereinstätigkeit zu bewerten. Mitgliederbewegung, Neuanschaffungen und Reparaturen, sportliche Veranstaltungen sowie Allgemeines waren die Hauptpunkte des Berichtes. Der Mitgliederstand konnte durch die Gründung der Paddelabteilung  einen geringen Zuwachs erfahren.

Zum Punkt Neuanschaffungen ist in der Hauptsache zu erwähnen: Renovierung des gesamten Sportmaterials, Erstellung einer Paddelhalle sowie ganz besonders der Ankauf eines neuen Renn-Vierers. Sämtliche Anschaffungen wurden trotz der heutigen Verhältnisse aus eigenen Mitteln erworben, was nur durch größte Sparsamkeit gelingen konnte. Die vom Verein abgehaltenen Veranstaltungen erfreuten sich eines guten Besuchs und verliefen zufriedenstellend.

Der vom 2. Instruktor verlesene Sportbericht erwähnte den Besuch der offiziellen Verbandsregatten sowie die sportlichen Leistungen. Es konnten aus vier Regatten sechs Siege und mehrere zweite Plätze belegt werden, wobei erwähnt sei, dass die Junior- und Seniorsiege den Jungmann-Siegen die Waage hielten. Waren bis dahin alle Berichte gut, so durfte der Kassenbericht auch keine Ausnahme machen. Er machte sie auch nicht.

In der anschließenden Vorstandswahl wurde mit wenigen Ausnahmen der alte Vorstand wiedergewählt. Nach Erledigung verschiedener Kommissionswahlen kam man zum Schluss der Versammlung und freute sich des Erfolgs im letzten Geschäftsjahr. Mit der Bitte an die Vorstandsmitglieder, auch im nächsten Geschäftsjahr ihre Posten mit der größten Gewissenhaftigkeit auszufüllen, um über die Notzeiten hinwegzukommen, schloss der 1. Vorsitzende die gut verlaufene Jahresversammlung."

Die Rudersaison des Jahres 1932 ist für die "Undine" so erfolgreich, dass sie am Ende in der Wertungstabelle des Gaues Süddeutschland im Deutschen Wassersportverband den vierten Platz unter 24 Verbandsvereinen einnimmt. Was man jedoch auf den Regatten vermisste, waren die Schüler der "Undine". Zwei Jahre von Erfolg zu Erfolg eilend, standen sie immer auf dem 1. Tabellenplatz. Doch 1932 fehlte der Nachwuchs, daher beschließt die "Undine" die Einführung von Werbemonaten für Jugendliche vom 14. bis 18. Lebensjahr.

Mit einer großen Silvester-Feier im "Frankfurter Hof" beendet die "Undine" bei Tanz und guter Stimmung das Jahr 1932 und beginnt hoffnungsvoll das Jahr 1933.

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