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Geschichte der Rudergesellschaft Undine Rüsselsheim (RGUR)
von 1910 bis 1914 und von 1919 bis 1942

1912

Auch in der zweiten Bootshalle auf dem von der Gemeinde gepachteten Gelände östlich der "Fohlenweide" findet die "Undine" keine glückliche Bleibe. Eines Nachts brennt die Halle mit dem gesamten Inventar ab, so dass sich die Mitglieder entschließen, umgehend als Bootshaus ein "festes Haus" zu bauen.

Der 8. Rudertag des Süddeutschen Ruderverbandes, dem die RGUR seit dem Gründungsjahr 1910 angehört, findet am Sonntag, dem 13. Oktober 1912, in Rüsselsheim statt. Am Vortag des Rudertages werden zunächst die Opel-Werke besichtigt, dann dem Bootshaus der die lokalen Festlichkeiten leitenden RGUR ein Besuch abgestattet und am Abend in der "Schiller-Eiche" ein Festkommers abgehalten. Dem Süddeutschen Ruderverband gehören mittlerweile 15 Vereine an, ein Beweis dafür, dass man dem Ziel, ein würdiger Vertreter des freien volkstümlichen Rudersports zu sein, näher kommt. Der "Wassersport" berichtet am 17. Oktober 1912 von dieser Jahresversammlung in Rüsselsheim:

"Rüsselsheim a. M. Am Sonntag kamen hier im Hotel "Rüsselsheimer Hof" die Delegierten der 15 Verbandsvereine behufs Abhaltung der Jahresversammlung des Süddeutschen Ruder-Verbandes zusammen. Außerdem wohnten den Beratungen. die um 10 Uhr vormittags ihren Anfang nahmen, noch eine größere Zahl Mitglieder der Verbandsvereine bei. Nachdem Herr Ph. Becker, der Vorsitzende der hiesigen RG. "Undine", die Versammlung in den Mauern Rüsselsheims herzlich willkommen hieß, sprach Herr Dörfler von derselben Korporation einen prachtvollen, selbstverfassten Prolog, der allseitigen Beifall fand.

Nach der Verlesung des Protokolls des vorjährigen Rudertags in Gießen durch Herrn P. Castein wurde ein Glückwunschtelegramm des Herrn K. v. d. Emden zur Kenntnis der Versammlung gebracht, worauf der 1. Verbandsvorsitzende, Herr Ph. Heidt, den Jahresbericht erstattete. Hierin hieß es u. a., dass der S. RV. im Laufe der Jahre stetig fortschreiten hätte können und in der deutschen Rudersache sich eine Stellung errungen habe, auf die mit berechtigtem Stolz und wirklicher Befriedigung zurückgeblickt werden dürfe. Besonders das verflossene Jahr, in dem drei Vereine Aufnahme in den Verband fanden, müsse in die Chronik desselben mit goldenen Lettern eingetragen werden. Mit langanhaltendem Beifall wurden die umfangreichen Ausführungen aufgenommen. Der Kassenbericht des Herrn A. Metten weist einen namhaften Überschuss auf.

Die Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: Herr Ph. Heidt wurde in Anerkennung seiner Verdienste um den Verband per Akklamation zum 1. Vorsitzenden wiedergewählt, desgleichen Herr J. Simmer zum 2. Vorsitzenden und Herr P. Castein zum Protokoller. In der Person des Herrn O. Schiff (Frankfurt) wurde der 1. Schriftführer ernannt und zum Kassierer Herr J. Scheinberg (Limburg) neugewählt. Als Beisitzer fungieren die Herren K. Dietz (Frankfurt), W. Walther (Offenbach), Ph. Becker (Rüsselsheim) und K. Ahlhaus (Mainz). Der Gründer des Süddeutschen Ruderverbandes, Herr Kaspar  Zimmermann, Offenbach, wurde einstimmig zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt.

Über die auf der Tagesordnung stehende Neuorganisation des Vorstands referierte Herr J. Simmer. Es wurde beschlossen, dass der Vorstand sich, unbeschadet der neu hinzutretenden Vereine, fürderhin nur noch aus neun Herren zusammensetzen soll. Der Antrag, den Vorstand auf zwei Jahre in zwei Abteilungen zu wählen, von denen im ersten Jahre die eine, im zweiten Jahre die andere Abteilung ausscheidet, wurde nach längerer Debatte abgelehnt, dagegen wurde jedoch angenommen, dass dem § 12 der Statuten zuzufügen ist "oder deren rechtmäßigen Stellvertreter". Auf Antrag des Frankfurter RC. "Alemannia" werden in Zukunft die Regatten innerhalb zehn Wochen abgehalten. Der Kasseler "Germania" wurden folgende Anträge genehmigt: dass der Begrüßungs-Vierer bei der nächsten Gießener Regatta noch einmal im Gigboot ausgefahren wird; dass die Verkürzung der Rennstrecke nur unter Benachrichtigung an sämtliche mitfahrenden Vereine stattfinden darf und dass bei einer Regatta, zu der Vorrennen gefahren werden müssen, im Hauptrennen sämtliche Startnummern besetzt sein sollen. Dass in Städten mit mehr als zwei Verbandsvereinen diese höchstens nur zwei Vertreter in dem Verbandsvorstand haben dürfen, fand auf Antrag von Rüsselsheim Annahme. Auf Antrag der Gießener "Hessen" wurde genehmigt, dass von dem Protokoll jeder Verbandsvorstandssitzung sofort allen Verbandsvereinen eine Abschrift zu geben ist, ferner werden die Statuten dahin abgeändert, dass der Verbandsvorstand nach vorheriger achttägiger Einladung und nach Bekanntgabe der Tagesordnung nur bei Anwesenheit von zwei Dritteln der Mitglieder des Gesamtvorstands beschlussfähig ist. Auf Anordnung des Flörsheimer RV. soll dahingehend gewirkt werden, dass auch bei den Vereinen des S. RV. Jugendab5teilungen errichtet und bei Regatten Jugendrennen eingeschaltet werden. Eine Reihe weiterer Anträge diente teils zur Kenntnis der Versammlung, teils wurden sie zurückgezogen.

In 1913 werden wieder drei Regatten abgehalten und zwar am 29. Juni in Frankfurt a. M. und am 20. Juli in Gießen. Den Termin für die Mainzer Regatta werden die diese abhaltenden Vereine noch bekannt geben. Der Flörsheimer RV. bekam die Abhaltung des nächstjährigen Rudertages am zweiten Sonntag im Oktober zugesprochen. Um 8 ½ abends erreichte die Verhandlungen ihr Ende und Herr Heidt schloss mit Dankesworten an die delegierten den Rudertag, dem am Samstag in der "Schiller-Eiche" ein gelungener Kommers vorausging. Sein Hip, hip, hurra galt dem Weiterblühen des S. RV. und dem freien volkstümlichen Rudersport. Hieran schloss sich ein sehr gut besuchter Ball an, der den 8. Rudertag des S. RV. zu einem würdigen Abschluss brachte."

Am 27. Dezember schreibt der "Wassersport": "Rüsselsheim a.M. Die dem Süddeutschen RV. angehörende hiesige RG. "Undine" errichtet am Main ein hochwasserfreies Bootshaus, das so weit unter Dach und Fach ist und einen sehr schönen Eindruck macht. Praktische Ratschläge für die innere Ausarbeitung seitens Autoritäten sind erwünscht."

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