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Geschichte der Rudergesellschaft Undine Rüsselsheim (RGUR)
von 1910 bis 1914 und von 1919 bis 1942

1921

Nach der am 11. und 12. Juni 1921 in Frankfurt stattfindenden Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes, auf der die RGUR nicht startet, meldet die RGUR eine Woche später bei der 34. Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes in Mainz zum Jungmann-Vierer, zum Ermunterungs-Vierer und zum Schüler-Vierer. Während im Jungmann-Vierer in aussichtsreicher Position aufgegeben werden muss und auch der Schüler-Vierer eine gute Leistung bietet, kann die Mannschaft der "Undine" mit Christoph Renker, Theodor Kaiser, Otto Ruf, Karl Westhofen und Steuermann Max Seifert den Ermunterungs-Vierer im gedeckten Gigboot "Else" für sich entscheiden. Berücksichtigt man das ungünstige Wetter und die starke Konkurrenz der Vereine aus Mainz, Ludwigshafen, Mannheim, Kastel, Flörsheim und Frankfurt, so kann man ermessen, was dieser Sieg für die "Undine" bedeutet.

Sieg der "Undine" im Ermunterungs-Vierer auf der Mainzer Regatta im Jahr 1921 mit der Mannschaft Christoph Renker, Theodor Kaiser, Otto Ruf, Karl Westhofen und Steuermann Max Seifert

Und auch von der Regatta in Mannheim am 31. Juli 1921 kehrt die RGUR nicht ohne Erfolg zurück. Wir zitieren die "Main-Spitze":

"Am Sonntag, den 31. Juli, konnte die Rudergesellschaft Undine einen schönen Erfolg von Mannheim mit nach Hause bringen. Im Ermunterungs-Vierer konnten die Herren Walter Schaeffter, Josef Müller, Paul Schubert, Karl Müller, Stm. Max Seifert mit fünf Bootslängen gegen acht Konkurrenten als Sieger aus diesem Rennen hervorgehen. Dies zeigt eine schöne sportliche Leistung, da dieselbe Mannschaft kurz vorher im Jungmann-Vierer ihrem Mannheimer Gegner dicht auf den Fersen folgte, schließlich aber knapp mit mit einer Luftkastenlänge unterlag.

Alle übrigen Mannschaften wie Anfänger-, Schüler- und Pfalzvierer zeigten sich in sehr schöner Form, waren aber infolge eines zu kurzen Trainings, das sie hinter sich hatten, ihren strammen Gegnern nicht gewachsen. Alles in allem zeigt, dass die Rudergesellschaft unter der Leitung ihres gutbewährten Instrukteurs Max Seifert bemüht ist, sportlich auch einmal in die Höhe zu kommen. Da aber immer noch mit altem Bootsmaterial gekämpft werden muss, fällt dies noch sehr schwer. Trotzdem wünschen wir der Rudergesellschaft Undine ein gutes Gelingen auf der am Sonntag, den 4. September, stattfindenden Regatta in Flörsheim.

Bei dem am letzten Sonntag in Raunheim stattgefundenen Schau-Wettschwimmen konnten Otto Ruf im 500-Meter-Schwimmen den ersten, Jakob Oswald im 200-Meter-Schwimmen den dritten und Karl Hägele den ersten Platz im 85-Meter-Schwimmen belegen."

Am 4. September 1921 startet die "Undine" bei der 1. Flörsheimer Ruderregatta in vier Viererrennen. Im Gastvierer und im Jungmann-Vierer gehen Walter Schaeffter, Josef Müller, Paul Schubert, Karl Müller und Stm. Max Seifert an den Start, im Anfänger-Vierer rudern Georg Eberle, Karl Kromm, Karl Heppel, Peter Cezanne, Stm. Max Seifert und den Schüler-Vierer bestreiten Jakob Oswald, Wilhelm Heymann, Karl Götz, Fritz Ullmann mit Stm. Konrad Brand. Leider kann kein Rennen gewonnen werden.

Seiten aus dem "Festbuch" des Flörsheimer Rudervereins 1908 zur 1. Flörsheimer Ruder-Regatta am 4. September 1921

Zum Abschluss der Rudersaison veranstaltet die RGUR am 25. September eine "Interne Regatta", zu der 115 Ruderer in 23 Mannschaften aus 5 Vereinen des Süddeutschen Ruderverbandes gemeldet haben. Die ausgefahrenen sechs Rennen werden in der Mehrzahl erst kurz vor dem Ziel entschieden.  Obwohl die "Undine" im Jungmann-Vierer mit drei Mannschaften – Müller-Vierer, Westhofen-Vierer und Etter-Vierer – an den Start geht, kann sie den Kastelern den Sieg nicht entreißen. Den Löwenanteil der Siege (4) erringt der Kasteler RC Germania, so dass für den Flörsheimer RV 08 und die RG Undine Rüsselsheim nur je ein Sieg verbleiben. Dabei siegt die "Undine" im Schüler-Vierer bis 17 Jahre.

Anzeige in der  "Main-Spitze" am 24. September 1921

Anzeige in der  "Main-Spitze" am 31. Dezember 1921

Am 22. November 1921 schreibt der Vorstand der "Undine" folgenden Brief an die Rüsselsheimer Bürgermeisterei:

Rüsselsheim, den 22. November 1921

An Hessische Bürgermeisterei Rüsselsheim

Endesunterzeichneter Verein bittet die verehrliche Bürgermeisterei ganz ergebenst um Gewährung einer Beihilfe zur Beschaffung eines neuen Bootes.

Wir begründen unsere Bitte mit nachfolgenden Tatsachen:

Bekanntlich ist die Rudergesellschaft "Undine" infolge des Krieges um ihr gesamtes Eigentum einschließlich des Bootshauses gekommen. Auf die Einzelheiten näher einzugehen erübrigt sich wohl, da dieselben den Herren der Gemeindevertretung bekannt sind. Um den Verein wieder in die Höhe zu bringen und unserer heranwachsenden Jugend einen gesunden Sport zu liefern, will der Verein mit allem ihm zu Gebote stehenden Mitteln dahin wirken, dieses Ziel zu erreichen. Aus eigener Kraft ist es nicht möglich, da die Mitglieder durchweg dem Arbeiterstande angehören und außerordentliche Beiträge von ihnen nicht zu erwarten sind. Aus Monatsbeiträgen allein können wir ein Boot zum Preise von 16 - 18.000 Mk. nicht erwerben. Mit dem alten vorhandenen Bootsmaterial kann unsere Mannschaft auch nicht in Konkurrenz treten. Festliche Veranstaltungen bringen bei der Höhe der darauf lastenden Steuer auch keine Überschüsse mehr ein.

Deshalb wenden wir uns vertrauensvoll an unsere als loyal bekannte Gemeindevertretung um Unterstützung. Sollte es nicht möglich sein, den Verein mit einer Barsumme zu unterstützen, so wäre es vielleicht angängig, durch Gewährung von zwei oder drei steuerfreien Veranstaltungen dem Unternehmen behilflich zu sein.

Wir bitten ganz ergebenst, unser Anliegen im Gemeinderat wohlwollend prüfen zu lassen und zeichnen in dieser Erwartung

mit hochachtungsvoller Ergebenheit

Rudergesellschaft Undine 1919 Rüsselsheim

Ullmann, 1. Schriftführer          Karl Etter, 1. Vorsitzender

Zum Jahreswechsel veranstaltet die "Undine" in den Räumen des "Frankfurter Hofes" einen Silvesterball. Dabei wird nicht nur den Tanzfreunden Gelegenheit gegeben, sich auszutoben, sondern auch die weniger Tanzfreudigen sollen auf ihre Kosten kommen. So wird ein Berufskomiker engagiert und eine gediegene Musikkapelle.

Am Ende des Jahres hat sich die Mitgliederzahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelt, so dass nunmehr etwa 100 Personen der "Undine" als Mitglied angehören.

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