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Nach der am 11. und 12. Juni 1921 in Frankfurt
stattfindenden Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes, auf der die RGUR
nicht startet, meldet die RGUR eine Woche später bei der 34. Regatta des
Süddeutschen Ruderverbandes in Mainz zum Jungmann-Vierer, zum
Ermunterungs-Vierer und zum Schüler-Vierer. Während im Jungmann-Vierer
in aussichtsreicher Position aufgegeben werden muss und auch der
Schüler-Vierer eine gute Leistung bietet, kann die Mannschaft der
"Undine" mit Christoph Renker, Theodor Kaiser, Otto Ruf, Karl Westhofen und
Steuermann Max Seifert den Ermunterungs-Vierer im gedeckten Gigboot "Else" für
sich entscheiden. Berücksichtigt man das ungünstige Wetter und die
starke Konkurrenz der Vereine aus Mainz, Ludwigshafen, Mannheim, Kastel,
Flörsheim und Frankfurt, so kann man ermessen, was dieser Sieg für die
"Undine" bedeutet.
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Sieg der "Undine" im Ermunterungs-Vierer auf der Mainzer Regatta
im Jahr 1921 mit der Mannschaft Christoph Renker, Theodor Kaiser, Otto Ruf, Karl Westhofen
und Steuermann Max Seifert |
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Und auch von der Regatta in Mannheim am 31. Juli 1921 kehrt die RGUR
nicht ohne Erfolg zurück. Wir zitieren die "Main-Spitze":
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"Am Sonntag, den
31. Juli, konnte die Rudergesellschaft Undine einen schönen Erfolg
von Mannheim mit nach Hause bringen. Im Ermunterungs-Vierer konnten
die Herren Walter Schaeffter, Josef Müller, Paul Schubert, Karl
Müller, Stm. Max Seifert mit fünf Bootslängen gegen acht
Konkurrenten als Sieger aus diesem Rennen hervorgehen. Dies zeigt
eine schöne sportliche Leistung, da dieselbe Mannschaft kurz
vorher im Jungmann-Vierer ihrem Mannheimer Gegner dicht auf den
Fersen folgte, schließlich aber knapp mit mit einer
Luftkastenlänge unterlag.
Alle übrigen Mannschaften wie Anfänger-, Schüler- und Pfalzvierer
zeigten sich in sehr schöner Form, waren aber infolge eines zu
kurzen Trainings, das sie hinter sich hatten, ihren strammen
Gegnern nicht gewachsen. Alles in allem zeigt, dass die
Rudergesellschaft unter der Leitung ihres gutbewährten
Instrukteurs Max Seifert bemüht ist, sportlich auch einmal in die
Höhe zu kommen. Da aber immer noch mit altem Bootsmaterial
gekämpft werden muss, fällt dies noch sehr schwer. Trotzdem
wünschen wir der Rudergesellschaft Undine ein gutes Gelingen auf
der am Sonntag, den 4. September, stattfindenden Regatta in
Flörsheim.
Bei dem am letzten Sonntag in Raunheim stattgefundenen
Schau-Wettschwimmen konnten Otto Ruf im 500-Meter-Schwimmen den
ersten, Jakob Oswald im 200-Meter-Schwimmen den dritten und Karl Hägele den
ersten Platz im 85-Meter-Schwimmen belegen." |
Am 4. September 1921 startet die "Undine" bei der 1.
Flörsheimer Ruderregatta in vier Viererrennen. Im Gastvierer und im
Jungmann-Vierer gehen Walter Schaeffter,
Josef Müller, Paul Schubert, Karl Müller und Stm. Max Seifert an den
Start, im Anfänger-Vierer rudern Georg Eberle, Karl Kromm, Karl Heppel,
Peter Cezanne, Stm. Max Seifert und den Schüler-Vierer bestreiten Jakob
Oswald, Wilhelm Heymann, Karl Götz, Fritz Ullmann mit Stm. Konrad Brand.
Leider kann kein Rennen gewonnen werden.
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Seiten aus dem "Festbuch" des Flörsheimer Rudervereins 1908 zur 1.
Flörsheimer Ruder-Regatta am 4. September 1921 |
Zum
Abschluss der Rudersaison veranstaltet die RGUR
am 25. September eine "Interne Regatta", zu der 115 Ruderer in 23 Mannschaften
aus 5 Vereinen des Süddeutschen Ruderverbandes gemeldet haben. Die
ausgefahrenen sechs Rennen werden in der Mehrzahl erst kurz vor dem Ziel
entschieden. Obwohl die "Undine" im Jungmann-Vierer mit drei
Mannschaften – Müller-Vierer, Westhofen-Vierer und Etter-Vierer – an den
Start geht, kann sie den Kastelern den Sieg nicht entreißen. Den
Löwenanteil der Siege (4) erringt der Kasteler RC Germania, so dass für
den Flörsheimer RV 08 und die RG Undine Rüsselsheim nur je ein Sieg
verbleiben. Dabei siegt die "Undine" im Schüler-Vierer bis 17 Jahre.
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Anzeige in der "Main-Spitze"
am 24. September 1921 |
 Anzeige in der
"Main-Spitze" am 31. Dezember 1921 |
Am 22. November 1921 schreibt der Vorstand der "Undine"
folgenden Brief an die Rüsselsheimer Bürgermeisterei:
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Rüsselsheim, den 22. November 1921
An Hessische Bürgermeisterei Rüsselsheim
Endesunterzeichneter Verein bittet die verehrliche Bürgermeisterei ganz
ergebenst um Gewährung einer Beihilfe zur Beschaffung eines neuen Bootes.
Wir begründen unsere Bitte mit nachfolgenden Tatsachen:
Bekanntlich ist die Rudergesellschaft "Undine" infolge des Krieges um
ihr gesamtes Eigentum einschließlich des Bootshauses gekommen. Auf die
Einzelheiten näher einzugehen erübrigt sich wohl, da dieselben den
Herren der Gemeindevertretung bekannt sind. Um den Verein wieder in die
Höhe zu bringen und unserer heranwachsenden Jugend einen gesunden Sport
zu liefern, will der Verein mit allem ihm zu Gebote stehenden Mitteln
dahin wirken, dieses Ziel zu erreichen. Aus eigener Kraft ist es nicht
möglich, da die Mitglieder durchweg dem Arbeiterstande angehören und
außerordentliche Beiträge von ihnen nicht zu erwarten sind. Aus
Monatsbeiträgen allein können wir ein Boot zum Preise von 16 - 18.000
Mk. nicht erwerben. Mit dem alten vorhandenen Bootsmaterial kann unsere
Mannschaft auch nicht in Konkurrenz treten. Festliche Veranstaltungen
bringen bei der Höhe der darauf lastenden Steuer auch keine Überschüsse
mehr ein.
Deshalb wenden wir uns vertrauensvoll an unsere als loyal bekannte
Gemeindevertretung um Unterstützung. Sollte es nicht möglich sein, den
Verein mit einer Barsumme zu unterstützen, so wäre es vielleicht
angängig, durch Gewährung von zwei oder drei steuerfreien
Veranstaltungen dem Unternehmen behilflich zu sein.
Wir bitten ganz ergebenst, unser Anliegen im Gemeinderat wohlwollend
prüfen zu lassen und zeichnen in dieser Erwartung
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mit hochachtungsvoller
Ergebenheit
Rudergesellschaft Undine 1919 Rüsselsheim
Ullmann,
1. Schriftführer Karl Etter,
1. Vorsitzender |
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Zum Jahreswechsel veranstaltet die "Undine" in den
Räumen des "Frankfurter Hofes" einen Silvesterball. Dabei wird
nicht nur den Tanzfreunden Gelegenheit gegeben, sich auszutoben, sondern
auch die weniger Tanzfreudigen sollen auf ihre Kosten kommen. So wird
ein Berufskomiker engagiert und eine gediegene Musikkapelle.
Am Ende des Jahres hat sich die Mitgliederzahl gegenüber
dem Vorjahr verdoppelt, so dass nunmehr etwa 100 Personen der
"Undine" als Mitglied angehören.
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