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Geschichte der Rudergesellschaft Undine Rüsselsheim (RGUR)
von 1910 bis 1914 und von 1919 bis 1942

1910

Die Gründung eines zweiten Rudervereins in Rüsselsheim am 10. Juni 1910, der Rudergesellschaft Undine, ist auf Umstände zurückzuführen, die ihren Grund in der Satzung des Deutschen Ruderverbandes haben. Es ist die sogenannte "Amateurbestimmung", nach der zu den Wettfahrten nur solche Mitglieder der Verbandsvereine zugelassen sind, die "ihren Lebensunterhalt nicht mit ihrer Hände Arbeit verdienen" und auch "keine Tätigkeit ausüben, die in der Öffentlichkeit als solche eines Arbeiters" erscheint.

Arbeiter und Handwerker, die im 1908 gegründeten Ruderverein Rüsselsheim keine Aufnahme finden, sind die Initiatoren der Gründung des neuen, zweiten Rudervereins in Rüsselsheim. Es sind dies:

Johann Bastian
Philipp Becker
Georg Cezanne
Karl Cezanne

Georg Diehl
Karl Etter
Adam Hummel
Franz Loos

Ernst Renker
Friedrich Schwarz
Ludwig Schwarz
Max Seifert

Zum 1. Vorsitzenden wird der Bäckermeister Philipp Becker gewählt. Der restliche Vorstand kann wie folgt besetzt werden:

Zweiter Vorsitzender

Ludwig Schwarz

Kassierer

Johann Bastian

Schriftführer

Carl Nagel

Kassenkontrolle

Daniel Scherer

Fahrwart

Gustav Bräutigam

Beisitzer

Friedrich Schwarz, Karl Etter, Georg Schwarz, Franz Loos, Gustav Blusa, Karl Cezanne, Jakob Knopp

Die "Undine" beantragt schon in den ersten Wochen des Bestehens die Aufnahme in den Süddeutschen Ruderverband, eines im Jahr 1905 aus der "Deutschen Rudervereinigung von 1883" und dem "Freien Deutschen Ruderverband" zur Förderung des Rudersports auf volkstümlicher Basis gegründeten Verbandes, in dem allen Volksschichten ohne Unterschied der Person, ohne Ansehen des Berufes, der Konfession oder der politischen Meinung Gelegenheit zur Betätigung im Rudersport gegeben werden soll.

Auf Einladung der Rudergesellschaft Undine besuchen der Mainzer Ruder-Club "Fortuna" 1898 und der Mainzer Ruderklub von 1903 am 31. Juli 1910 mit acht Booten den neu gegründeten "Bruderverein" in Rüsselsheim. Lassen wir die "Main-Spitze" über dieses Ereignis berichten:

"Auf Einladung kamen am verflossenen Sonntag der Mainzer Ruderklub von 1903 und der Mainzer Ruder-Club "Fortuna" trotz des schlechten Wetters gegen 5 Uhr mit zusammen acht Booten hier an. Nachdem die Boote an Land gebracht waren, wurden die Mainzer Gäste von dem Vorsitzenden der hiesigen Rudergesellschaft begrüßt und willkommen geheißen. Hierauf nahmen die Gäste einen Imbiss bei dem Vereinswirte ein. Während dieser Zeit besetzten zwei Mannschaften der Rudergesellschaft Undine zwei Boote, um einmal zu sehen, wie das Rudern in einem Ruderboot eigentlich vor sich geht. Gegen 7 Uhr veranstalteten dann die Mainzer Vereine zwei Rennen, die eine große Zahl Neugieriger anlockten. Nach der Preisverteilung, gegen 8 Uhr, traten die Mainzer Gäste die Heimreise an.

Die kleine interne Veranstaltung kann als wohlgelungen angesehen werden, auf die die Rudergesellschaft Undine stolz zurückblicken kann. Nur schade, daß diese noch über keine Boote verfügt und finanziell so wenig Unterstützung findet."

Bald darauf erwirbt man ein gebrauchtes Boot von einem Kölner Ruderverein und lagert es zunächst im Garten von Johann Bastian, wo es tagsüber mit Tüchern zugedeckt wird, um es vor der Sonnenstrahlung zu schützen. Da dies keine Lösung ist, wird auf einem Acker des Barons von Seckendorf neben der Festung eine Bootshalle errichtet und dann auch noch ein zweites Boot angeschafft. 

Am 5. Oktober beteiligt sich eine Mannschaft der Rudergesellschaft Undine an der Internen Regatta beim Abrudern des Mainzer Ruderklubs von 1903 und kann "nach scharfem Endkampf" das Gastvierer-Rennen mit einem Vorsprung von 3/4 Längen gegen den Mainzer Ruder-Club "Fortuna" gewinnen.

Auf dem Rudertag des Süddeutschen Ruderverbandes am 9. Oktober 1910 in Limburg werden die Rudergesellschaft Undine Rüsselsheim und der Flörsheim Ruderverein 1908 in den Verband aufgenommen.

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