Hockeydamen des Rüsselsheimer RK halten sich beim Bundesliga-Comeback bei Hamburger Topteams mehr als wacker und schnuppern sowohl beim UHC als auch bei Titelverteidiger Alster am Punktgewinn.
Von Martin Krieger Sportredakteur MAIN-SPITZE Rüsselsheim
Beachtliche Rückmeldung beim Bundesliga Auftakt für unsere 1. Damen
Das Comeback im Kreis der Besten nach 840 Tagen darf als gelungen bezeichnet werden, auch wenn kein Punkt mit an den Untermain wanderte:
Die Hockeyspielerinnen des Rüsselsheimer RK haben sich bei zwei Hamburger Bundesliga-Topteams derart wacker zurückgemeldet, dass Team und Betreuerstab dem weiteren Saisonverlauf ein stückweit zuversichtlicher entgegenblicken können. Der 2:4-Niederlage beim Uhlenhorster HC, seines Zeichens Normalrunden-Champion der Spielzeit 2018/19, ließ der Wiederaufsteiger am Sonntag ein noch beachtlicheres 1:2 bei Titelverteidiger Club an der Alster folgen. „Wir sind auf Anhieb in der Bundesliga angekommen, haben wirklich gute Leistungen gezeigt, uns nicht unterkriegen lassen und konnten dank unserer Fitness jeweils in den letzten fünf Minuten noch einmal eine Schippe drauflegen. Und deshalb ist es eigentlich ein bisschen schade, dass wir nicht mit zwei Punkten nach Hause fahren“, bilanzierte Norman Hahl.
Dass der RRK-Trainer unter dem Eindruck des für viele unerwartet starken Einstands nun danach strebt, „dass wir am kommenden Wochenende in Mülheim drei Punkte einfahren“, ist nachvollziehbar. Zum Vergleich: In der Vorsaison hatte Neuling SV Zehlendorfer Wespen bei den Alsteranerinnen eine 0:11-Packung kassiert, aber unter dem Strich die Klasse gehalten. Aktuell starteten die Berlinerinnen, die dem Ruderklub im Juni 2018 im letzten Moment den Aufstieg entrissen hatten, mit zwei deutlichen Heimniederlagen – darunter ein 1:5 gegen Uhlenhorst Mülheim. UHC Hamburg – RRK 4:2 (2:1) Die Zuschauer auf der Anlage in Hummelsbüttel staunten nicht schlecht, denn der Aufsteiger aus Hessen versteckte sich keineswegs und hatte anfangs sogar mehr vom Spiel. Insofern passte die Führung durch Goalgetterin Petra Ankenbrand ins Bild, die in einer 1:1-Situation die UHC-Torhüterin flach überwand (22.). Der schöne Vorsprung war freilich bald dahin, „weil wir uns leider zwei dumme Kontertore nach Abspielfehlern eingefangen haben“, so Hahl. Doch weder das etwas unglückliche 1:3 nach einem abgefälschten Schuss, noch das knapp verpasste Anschlusstor durch Celina Hocks‘ Direktabnahme (44.) oder das 1:4 konnten die Gäste demoralisieren. „Wir haben immer an uns als Team geglaubt und nie aufgehört, zu fighten. Es ist ein schönes Gefühl, zu wissen, dass wir auch mit den Großen mithalten können“, fasste Petra Ankenbrand das Geschehen zusammen. Beleg für die gute Moral war der zweite Treffer der 27-Jährigen zum Endstand, für den Neuzugang Natasza Suszynska die Vorarbeit geleistet hatte. „Alle vier Neuen haben sich toll eingefügt“, freute sich Hahl, der einen energischen Schlussspurt seines Teams erlebte.
Tore: 0:1 Ankenbrand (22.), 1:1 Wortmann (24.), 2:1 Notman (30.), 3:1 M. Mävers (38.), 4:1 E. Mävers (50.), 4:2 Ankenbrand (54.); Zuschauer: 80; Schiedsrichter: Knakowski/Schemmann (Berlin); Strafecken: 1:0.
FÜR ALLE FÄLLE
Die verspätete Rückkehr Franka Wolfs aus dem Urlaub hat dem RRK-Damenteam im ersten Bundesligaspiel eine verblüffende Ersatztorhüterin beschert. Die 51 Jahre alte Bianca Heinz, 1992 in Barcelona mit Olympia-Silber dekoriert und 60-malige A-Nationalspielerin, hielt sich auf der Anlage des UHC Hamburg für alle Fälle bereit. Der Schlusspfiff dürfte hier für Erleichterung gesorgt haben...
Club an der Alster – RRK 2:1 (1:0) Am Vortag noch 4:2 beim zweiten Aufsteiger, Großflottbeker THGC, obenauf, musste der Deutsche Meister gegen den Ruderklub um den zweiten Dreier bangen. „Natürlich war Alster stärker und hatte mehr Chancen, aber in den letzten Minuten war ein 2:2 drin“, berichtet Hahl und verweist darauf, dass ein Schuss von Carla Anagnostou um Zentimeter am Pfosten vorbeigeflogen war. So gelang in der druckvollen Endphase, in der der RRK unter den Augen seiner einstigen Galionsfiguren Berti Rauth und Britta Becker aufgrund der Gelben Karte gegen den zu heftig reklamierenden Alster-Coach Jens George in Überzahl agierte, nur noch das 1:2 durch U21-Nationalspielerin Pauline Heinz.
Auch in dieser Partie, in der sich Torhüterin Emily Streib Bestnoten verdiente, war Rüsselsheims Übungsleiter vor allem vom Charakter seines Teams angetan: „In der Pause vor dem letzten Viertel ging es nicht darum, dass wir das Ergebnis halten oder besser gestalten wollen, sondern wir haben uns gesagt, dass wir alles versuchen werden, noch 3:2 zu gewinnen. Und in meinen Augen kann Alster froh sein, dass nach dem Anschlusstor nur noch 90 Sekunden zu spielen waren.“ Dass beide Hamburger Teams darauf verwiesen, aufgrund ihrer EM-Fahrerinnen noch nicht eingespielt zu sein, ließ der 30-Jährige nicht gelten: „Von Nationalspielerinnen kann man erwarten, dass sie voll da sind, wenn die Bundesliga beginnt.“
Tore: 1:0 Aring (19./E), 2:0 Wolbers (38.), 2:1 Heinz (59.); Zuschauer: 60; Schiedsrichter: Borgmann/ Schuschel (Hamburg/Hannover); Strafecken: 8:0.
Rüsselsheimer RK (an beiden Tagen): Streib – Kaltbeitzel, Bentscheck, Wilfer, Wülfing, Mittnacht, Hyla, Heinz, Sack, Tatarczuk, Schopper, Ankenbrand, Hocks, Anagnostou, Zimmermann.
Mit freundlicher Unterstützung der Rüsselsheimer MAIN-SPITZE original Artikel hier