Rüsselsheimer Ruder-Klub 08 "Archiv und Chronik"

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Wilfried "Willi" Schwanke

 ©Vollfomat

 

 

 

 

 

 

 

Fotografie und Malerei tun sich in Rüsselsheim zusammen

Fotograf Willi Schwanke und Malerin Anna Brune konzipierten die Ausstellung "Scheunentanz", die bis 27. Juli im Tanzsaal des Rüsselsheimer Bootshauses zu sehen ist.

Von Gregor Ries (aus "Main Spitze" vom 23. Juli 2025)

Seit zehn Jahren besitzt Fotograf Willi Schwanke ein Atelier im Tanzsaal des Bootshauses neben der Festung. Doch erst jetzt präsentiert der ehemalige Elektroplaner bei Opel und Ex-Bahnbetriebsleiter hier seine erste Ausstellung. Seinen Abschluss als Diplom-Fotodesigner absolvierte der Rüsselsheimer 2023 am IBKK Design und Kunstzentrum Bochum. Für die Ausstellung "Scheunentanz" tat er sich mit Malerin Anna Maria Alexandra Brune zusammen.

Zunächst stand sie als Model vor Schwankes Kamera. Ihr gefielen seine Arbeiten, weshalb sie über Instagram mit ihm in Verbindung trat. Seit 2012 beschäftigt sich Brune jedoch mit intuitiver Prozessmalerei. 15 ihrer Werke wurden nun in Schwankes Atelier gewissermaßen versteckt. Man muss teils genau hinsehen, da die Bilder teils knapp über dem Boden platziert wurden oder sich mit den hervortretenden Backsteinen verbinden. Das Atelier selbst wurde Teil der Inszenierung. Da es Schwanke gehört, stellte es kein Problem dar, Wände zu behängen oder zu bemalen. Passend wurden die auf den Fotos verwendeten Materialien in die Ausstellung eingebaut: Herbstlaub, Spiegel, Wildschweinschädel, Trockenhauben oder zerknülltes, bemaltes Papier stehen oder liegen vor den Werken.

Als oft unbekleidetes Model trifft man Anna Brune auf Schwankes Fotografien – oft gemeinsam mit Kollegin Bella. Die ersten Arbeiten entstanden 2021. Es findet sich viel Nacktheit, aber keine Erotik, stellte der Rüsselsheimer Künstler Yannik Pfeifer in einer Vernissage-Führung fest. In den oft schwarz-weiß gehaltenen Fotografien hebt Schwanke Teile des Körpers hervor, spiegelt Gesichter und Körper oder setzt die beiden Frauen miteinander in Relation. Ein Spiegel schneidet Brunes Antlitz in zwei Teile. Wenn der Besucher in einen Spiegel sieht, erblickt er nicht nur die Fotografien vor und hinter sich, sondern wird selbst Teil von Inszenierung und Kunstwerk.

Eine Werkserie versprüht den Charme der 70er Jahre

Eine Serie mit Anna und Bella samt Retro-Trockenhauben ("Blur Will Save the World") erinnert im verschwommenen Duktus an die stilisierte Afri-Cola-Werbung der Siebziger. Aus dieser Zeit stammen ebenso die orangefarbenen Föhnhauben, die Schwanke nicht ohne Schwierigkeiten auftreiben konnte. Als nicht einfach in Szene zu setzen war zudem eine farbige Serie, bei der die Models von Seifenblasen umhüllt wurden. Bei drei Bildern "Schwarz-Rot-Gold" spielt der Fotograf mit Licht/Schatten-Effekten und versteckt das weibliche Gesicht hinter einem Gitter.

Malerei und Fotografie verschränkten sich bei einer zurückgenommenen Schwarz-Weiß-Serie. Für die an einer Schnur aufgehängten Bilder verlieh Schwanke einer Wand mit schwarzen Farbklecksen und goldenem Bilderrahmen einen expressionistischen Anstrich. Ein Tisch mit weiteren kleinen Abzügen ergänzt die Ausstellung.

Viele dieser Aufnahmen entstanden in Willi Schwankes Atelier. Einige wurden zudem in Anna Brunes Werkstatt in der Nähe von Köln angefertigt. Ihr steht eine alte Scheune zur Verfügung, was zum Titel "Scheunentanz" führte. In ihren Gemälden verwendet sie Materialien und organische Elemente wie Sumpfkalk, Hautleim oder Marmormehl. Entstehungsprozess und Verfall spielen eine entscheidende Rolle. Ihre Werke leben weiter, unterstrich es Yannik Pfeifer.

Jede Fotografie ist 13-mal zum Verkauf verfügbar, sagte Willi Schwanke. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 27. Juli, von 14 bis 20 Uhr im Tanzsaal an der Festung 2 zu sehen.