Rüsselsheimer Ruder-Klub 08 "Archiv und Chronik"

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Julian Jacobi

Julian Jacobi vom Rüsselsheimer RK gewinnt mit der U16-Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes das große Sommerturnier im niederländischen Houten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

RRK-Hockeytalent Julian Jacobi
trifft für Deutschlands U16

Julian Jacobi macht beim Rüsselsheimer RK auf sich aufmerksam. Der Traum, im Nationaltrikot zu spielen, ging nun in Erfüllung – und er darf sich inoffizieller Europameister nennen.

Von Martin Krieger (aus "Main-Spitze" vom 26.07.2025)

Rüsselsheim/Mainz. Besser haben Sommerferien für Julian Jacobi wohl noch nie begonnen. Wenn der 16-Jährige nun in Frankreich die Beine hochlegen und die Seele baumeln lassen kann, dann tut er das nicht nur als weiterer Jugend-Nationalspieler des Rüsselsheimer RK, sondern obendrein als inoffizieller Hockey-Europameister. Während die Mitschüler am Bischöflichen Willigis-Gymnasium in Mainz die freie Zeit bereits nach Belieben gestalten konnten, ackerte Jacobi bis zum vergangenen Samstag an sieben Tagen insgesamt 350 Minuten mit der U16-Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) beim großen Sommerturnier im niederländischen Houten. Und das mit fünf Siegen sowie gekrönt vom finalen 6:2 gegen Spanien und der entsprechenden Medaille optimal erfolgreich.

"Da das Turnier wie eine Europameisterschaft aufgezogen und top besetzt war, aber es leider keine U16-EM mehr gibt, ist das halt nur ein inoffizieller Titel. Für mich ist das trotzdem das bislang Größte in meiner Laufbahn, auch wenn ich am Ende echt gut platt war", berichtet Julian.

Stolzer Träger des deutschen Nationaltrikots und in gewisser Weise auch Europameister: Julian Jacobi vom Rüsselsheimer RK gewinnt mit der U16-Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes das große Sommerturnier im niederländischen Houten.

"Ein Zocker, feiner Techniker und lernwillig"

Vor einem Jahr hätte der linke Offensivspieler von einer solchen Entwicklung allenfalls zu träumen gewagt. Zuvor stets nur als Nachrücker für DHB-Lehrgänge nominiert, "konnte ich es erst gar nicht glauben, als beim Zentrallehrgang Mitte März mein Name auf der Liste für das Osterturnier in England stand", erinnert er sich. Der Premiere im Nationaltrikot am 18. April gegen England (3:1) folgte beim 5:4 über Belgien der erste Länderspieltreffer. "Mein bislang bestes Spiel war aber in Brüssel beim 9:4 gegen England. Neben meinem zweiten Tor habe ich da viele gefährliche Aktionen eingeleitet und auch defensiv gut gestanden", sagt Julian, der in Rüsselsheim Hockey spielt, "seit ich denken kann".

Sein Talent basiert offenkundig auf besonderen Genen: Vater Benjamin war viele Jahre Leistungsträger beim TSV Schott Mainz, Onkel Nicolas (117 Länderspiele) unter anderem Torwart der deutschen Olympiasieger von 2012, seine Tanten Lisa (2000) und Lena (2012) jeweils Hallen-Europameisterinnen. Tante Lisa beurteilt die Qualitäten ihres Neffen zudem als frühere DHB-Nachwuchstrainerin so: "Julian ist ein Zocker, feiner Techniker, schlau und sehr lernwillig."

Deutsche Hockey-A-Nationalmannschaft "ist das ganz große Ziel"

Längst haben Spitzenvereine Julian Jacobi im Blick: "Beide Mannheimer Clubs haben schon angefragt, aber zumindest 2026 bleibe ich auf jeden Fall in Rüsselsheim. Die Regionalliga bietet ein gutes Niveau, um mich an die ganz andere Körperlichkeit im Herrenhockey zu gewöhnen. In der Bundesliga hätte ich bestimmt überwiegend auf der Bank gesessen. Ich möchte versuchen, nun auch im deutschen U18-Kader Fuß zu fassen, was nicht leicht wird. Und auch wenn das noch ganz weit weg ist – natürlich ist das ganz große Ziel die A-Nationalmannschaft."

Ab dem kommenden Frühjahr darf der waschechte Mainzer im ersten RRK-Team auflaufen, wo er bereits seit Anfang diesen Jahres mittrainiert. Auch von DHB-Seite sei ihm dazu geraten worden, "mich vorerst im gewohnten Umfeld weiterzuentwickeln", erzählt Julian, der das Hallen- dem Feldhockey vorzieht: "Da kommt es zu mehr Aktionen in der Box."

Und nach zwölf Länderspielen ist der Teenager auch bemüht, seine gymnasiale Laufbahn ordentlich voranzutreiben. Die gewählten Leistungsfächer Erdkunde, Deutsch und Biologie lassen auf dem Weg zum Abitur neben hockeyspezifischen auch auf vielschichtige schulische Fertigkeiten schließen.