Rüsselsheimer Ruder-Klub 08 "Archiv und Chronik"

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Frédéric Brossier

Frédéric Brossier ist in einem Haus ganz in der Nähe der Rüsselsheimer Festung aufgewachsen. Hier geht er gerne spazieren, wenn er seine Familie besucht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Rüsselsheimer erobert
die amerikanische Filmwelt

Der Schauspieler Frédéric Brossier ist derzeit bei Netflix in dem Weihnachtsfilm "A Heidelberg Holiday" zu sehen. Was ihn mit Rüsselsheim verbindet, und wie er seine Zukunft sieht.

Von Daniela Hamann (aus "Main-Spitze" vom 24.12.2024)

Wer in der Vorweihnachtszeit beim Streaminganbieter Netflix nach einem romantischen Weihnachtsfilm suchte, dem wurde mit einiger Sicherheit "A Heidelberg Holiday" vorgeschlagen. Produziert von Hallmark, einer auf Wohlfühlfilme und Serien spezialisierten großen US-Produktionsfirma, spielt der Film im beschaulichen Heidelberg. Eine junge Künstlerin aus dem US-Bundesstaat Colorado hat den großen Wunsch, ihre handgefertigten Produkte auf dem Heidelberger Weihnachtsmarkt zu verkaufen – denn ihre Wurzeln liegen in der Stadt am Neckar. Hier verliebt sie sich in einen jungen Mann, bei dessen Familie sie sich für den Aufenthalt eingemietet hat.

Dieser Mann wird von Frédéric Brossier verkörpert, der mit der Rolle einen weiteren wichtigen Schritt in seiner Schauspielkarriere machen konnte. "Für mich war diese Produktion ein Glücksfall, zumal mich die Castinganfrage wirklich kurzfristig, nur zwei Wochen vor Drehbeginn, erreichte", erinnert sich der 32-Jährige gut gelaunt bei einem Gespräch im Café der Rüsselsheimer Festung.

Teil des Jungen Ensembles

Frédéric Brossier hat den Treffpunkt in der Festung bewusst gewählt, ist er doch in einem Haus ganz in der Nähe des historischen Gebäudes aufgewachsen. Nach dem Besuch der Grundschule Innenstadt ging der Rüsselsheimer auf das Max-Planck-Gymnasium und konnte hier bereits erste Erfahrungen in der Schauspielerei sammeln.

"Ich habe Darstellendes Spiel als Wahlpflichtfach gewählt und schnell gemerkt, wie viel Spaß mir das macht." So wurde Frédéric Brossier bald Teil des Jungen Ensembles der Stadt Rüsselsheim. Nach dem Abitur habe er sich zunächst ein Jahr lang eine Auszeit gegönnt. "Ich wusste erst nicht genau, was ich mit meinem Leben machen möchte. Ich habe an die 20 Bewerbungen im Bereich der Wirtschaft geschrieben und eine einzige an die Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover geschickt." Dort gebe es immer wesentlich weniger Studienplätze als Bewerber, erinnert sich der 32-Jährige.

Von Corona ausgebremst

Doch Frédéric Brossier bekam den Platz und beendete das Studium vier Jahre später mit Diplom. Zu Beginn seines Studiums hatte er zudem das Förderstipendium für junge Künstler der Stadt Rüsselsheim erhalten. "Ich war für das Stipendium sehr dankbar. Es hat mir sehr geholfen und deutlich gezeigt, wie wichtig der Stadt die Förderung der Kunst ist." Schon während des Studiums spielte Brossier Theater, zum Beispiel in Potsdam, an der Neuköllner Oper und im Schillertheater am Kurfürstendamm.

Kurz nach dem Ende seines Studiums – Frédéric Brossier fasste gerade in der Theaterszene von Berlin Fuß – kam die Corona-Pandemie. "Nichts passierte mehr, alles stand still und ich war total pleite", gibt der junge Schauspieler unumwunden zu. Doch Brossier hielt durch und wurde mit einer Rolle in der ARD-Serie "All you need" belohnt. Danach kamen Rollen in "Der Schiffsarzt", "Mordsschwestern", "Soko Potsdam".

Seit zwei Jahren gehört Brossier zum festen Cast bei "Der Bergdoktor". Und auch bei Hallmark hinterließ der junge Schauspieler einen guten Eindruck, dreht er doch jetzt einen weiteren Film mit der Produktionsfirma. Weitere Projekte, wie eine Rolle auf dem "Traumschiff" sind in Planung. Ehrenamtlich engagiert sich der Rüsselsheimer für Kinder und möchte sich zudem als Mediator ausbilden lassen, denn: "Ich hoffe zwar, dass es weiter so gut läuft, aber es ist immer besser, ein zweites Standbein zu haben."