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      6. Platz für Martin Kraft bei der Deutschen Sprintmeisterschaft 2000

von Martin Kraft       

Am 1. Oktoberwochenende war es endlich soweit, der Abschluß der Regattasaison stand für mich in Form der Sprintmeisterschaft in Heidelberg vor der Tür. Ich hatte mich entschlossen, bei dieser Regatta im Einer anzutreten, da ich im Herbst insgesamt fünf Rennen in dieser Bootsklasse gewinnen konnte. Durch das Training unter Günter Müller und einer Portion Entschlossenheit räumte ich mir eine Chance auf eine Teilnahme im Endlauf ein.

Samstags Morgens schnallten Günter und ich den Einer auf den alten VW-Bus und fuhren Richtung Heidelberg. Dort angekommen hieß es gleich Boot "aufriggern" und ab aufs Wasser, da der Vorlauf bald gestartet werden sollte. Immerhin haben für den Männereiner insgesamt 15 Boote gemeldet, was schon recht beeindruckend für eine 500-m-Strecke ist.

Vor dem Rennen war ich eigentlich noch zuversichtlich, bin nochmals den Rennablauf mental durchgegangen, habe mir eingeprägt, auf was ich achten muß ... doch nach dem Startsignal ist alles anders gelaufen. Aus irgendeinem Grund war ich auf der Rolle zu schnell und in der Länge zu kurz - zum Glück konnte ich einen Panik-Schub noch unterdrücken.Jedenfalls kam ich im Vorlauf knapp hinter dem Zweiten ins Ziel, was bedeutete, das ich mich über den Hoffnungslauf für das Halbfinale am Sonntag qualifizieren mußte.

Nach der Rennanalyse und der Einsicht, die gleichen Fehler wie schon als 16jähriger gemacht zu haben, machte ich mich am frühen Abend gut erholt für den Hoffnungslauf bereit. Hier stand schon mehr auf dem Spiel, würde eine schlechte Plazierung ein frühes "Aus" bedeuten. Also mußte noch mehr Entschlossenheit her. Dies sollte sich auch auszahlen, denn es klappte alles wie es sollte und ich konnte meinen Hoffnungslauf gewinnen und somit auch sonntags am weiteren Rennverlauf teilnehmen.

Am Sonntag ging es schon recht früh los, was mir gar nicht so gelegen kam, denn sonntagmorgens hatte ich schon öfters Probleme ( die Kälte, die Uhrzeit ). Beim Aufwärmen hat alles gut geklappt und ich konnte eigentlich beruhigt an dem Startnachen zum Halbfinale anlegen. Dann fing das Grauen erst richtig an, denn beim dritten Startschlag fing ich gleich einen "Krebs", der mir den ganzen Start versaute und ich mußte gleich einiges gutmachen, um unter die ersten Zwei zu kommen, um am Finale teilzunehmen.


Wie es kommen muß, fing ich auch noch auf der Strecke zwei weitere "Krebse" auf Steuerbord - es gab heftigen Schiebewind - und ich landete schließlich auf Rang drei, gerade einmal 61 Hundertstel hinter dem Zweiten.

Äußerst ärgerlich, die Finalteilnahme durch solche Patzer zu verpassen, aber was will man im nachhinein machen, außer sich auf das B-Finale vorzubereiten, das man auf jeden Fall noch meistern sollte.

Verlieren konnte ich nichts mehr, denn das Finale hatte ich bereits verpaßt, also konnte ich ganz ruhig an das Rennen herangehen. Das hat wohl auch geholfen, denn das B-Finale konnte ich wieder mit einem guten Vorsprung gewinnen, was einen wieder ein wenig aufbaut.

Das Finale gewann Thomas Walkenhorst ( Regensburger RV ) vor Max von Luttichan ( RG "Ghibellinia" Waiblingen ) und Andreas Kelch ( Berliner RC )

Letztendlich habe ich den 6. Platz von 15 Teilnehmern belegt, was gar nicht schlecht ist für jemanden, der sich gerademal 8 Wochen auf die Herbstsaison vorbereitet hat. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, wieder einmal Regattaluft im Einer zu Schnuppern (den Benzingeruch der Schiedsrichterboote kriegt man nie aus der Nase). Wenn ich mich am Riemen reißen kann, ist auch der Besuch an Herbstregatten im kommenden Jahr möglich - wir werden sehen. Besonders schön war es, das sich Günter so viel Zeit genommen hat, um mich wieder so richtig schnell über die 500 m zu hetzen!!