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Nachdem die RVR-Aktiven gegen Ende des Jahres 1925
mit dem Hockeyspiel als Ausgleichssport begonnen haben, werden zu
Beginn des Jahres 1926 die ersten Hockeyspiele ausgetragen. Die
"Main-Spitze" berichtet am 16. Januar 1926:
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"Für
Rüsselsheim eine neue Sportart. Das Verdienst, sie einzuführen,
darf der Ruderverein Rüsselsheim für sich in Anspruch nehmen. Er
hat Hockey als Wintertraining für seine Ruderer aufgegriffen und
damit bei letzteren großen Anklang gefunden. Das Hockeyspiel
selbst kommt dem Fußballspiel im Aufbau sehr nahe, mit dem
Unterschied, dass der kleine Holzball mit den Hockeyschlägern von
den Spielern fortbewegt wird, wobei jede gegenseitige Berührung
verpönt ist. Es kommt bei diesem Spiel, genau wie bei dem Fußball,
auf Schnelligkeit, Kombination und Schussvermögen an, und die
Mannschaft, die diese Eigenschaften am vollkommensten in sich
vereinigt, wird Sieger bleiben. – Der Ruderverein Rüsselsheim hat
bereits eine Kampfmannschaft zusammengestellt, die ihr erstes
Spiel am zweiten Weihnachtsfeiertag hierselbst gegen die
Damenmannschaft der Frankfurter Eintracht austrug. Am verflossenen
Sonntag weilte die Mannschaft in Frankfurt bei der Turn- und
Sportgemeinde Eintracht und spielte gegen die zweite
Herrenmannschaft. Beide Spiele verlor der RVR mit 2:0 Toren,
ehrenvolle Resultate in Anbetracht des kurzen Trainings. Am
kommenden Sonntag Vormittag kommt eine Mannschaft der Turngemeinde
Rödelheim nach Rüsselsheim zur Austragung eines Wettspiels." |
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Erste
Hockey-Wettspielmannschaft des RVR am 10. Januar 1926 nach einer
0:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt II (hinten: Richard
Trapp, Peter Horle, Adam Ihrig, Paul Diehl, Carl Nebelung,
Fritz Weidmann, Rudolf Enz, Heinrich Klein, ..., Friedrich Traiser; vorn:
..., Richard Baer, Alfred Körbel) |

Anzeige am 16.
Januar 1926 in der "Main-Spitze" zur Ankündigung des "Hockey-Wettspiels"
gegen die TG Rödelheim |
Zu Beginn des Jahres
1926 werden weitere Hockeyspiele, die in Rüsselsheim auf dem Sportplatz
links der Straße zum Schönauer Hof am Schützenhaus stattfinden, gegen
Mannschaften aus Griesheim, Wiesbaden und Offenbach ausgetragen, jedoch
zunächst ohne Siegchancen. Anfangs April veranstaltet der
RVR sein 1. Oster-Hockey-Turnier, zu dem nicht weniger
als fünf, zum Teil sehr spielstarke Mannschaften aus Bad Homburg, Wiesbaden, Hanau, Aschaffenburg
und Rödelheim melden. Es finden drei Spiele statt, die auf dem
Borussia-Sportplatz
an der Haßlocher Straße ausgetragen werden, wobei die Mannschaft des RVR
ihr Spiel gegen die Mannschaft des Turn- und Fecht-Clubs Hanau gewinnen
kann.
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Postkarte
anlässlich des 1. Oster-Hockeyturniers des RVR 1926 |

Anzeige in der "Main-Spitze" am 1. April 1926 anlässlich des 1.
Oster-Hockey-Turniers des RVR |
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Frl. Irmgard von Opel stellt den Antrag, aktiv im RVR
rudern zu dürfen, so dass die Mitgliederversammlung den
Beschluss faßt, in Zukunft auch Damenrudern
zuzulassen. Um den Trainingsbetrieb nicht zu stören, muss
das Rudern der Damen jedoch um 18 Uhr beendet sein.
Die ordentliche Generalversammlung des RVR, zu der knapp 60
Mitglieder erscheinen, wird am 13. März 1926 im Bootshaus abgehalten.
Aus dem Jahresbericht des RVR-Vorsitzenden, Paul Nebelung, ist vor allem
die Fertigstellung des neuen "Gesellschaftshauses" hervorzuheben,
das
einen Kostenaufwand von etwa 80.000 Mark erforderte. Der Kassenbericht
des Kassierers, Oscar Schlieben, schließt mit einem Bestand von 1.219,68
Mark. Der Ruderbericht des 1. Ruderwarts, Adam Ihrig, zeigt auf,
dass der RVR auch im sportlichen Bereich im Jahr 1925 ein gutes Stück
vorangekommen ist. Wie 1925 konnte für das Jahr 1926 als Ruderlehrer
wieder Albert Meixner aus Frankfurt gewonnen werden - die Ruderleitung
hofft mit einem Jungmann-Vierer, einem Jungmann-Achter und einem
Senior-Vierer herauszukommen. Ein neuer bei der Bootswerft Leux
bestellter Schulzweier und ein neues bei der Bootswerft Kraus in Mainz
bestelltes Motorboot werden bei der Ausbildung der Ruderer gute Dienste
leisten. Bei der
Vorstandswahl zeugt die fast restlose Wiederwahl der seitherigen
Vorstandsmitglieder von dem entgegengebrachten Vertrauen. Aus Rücksicht
auf die gegebenen wirtschaftlichen Verhältnisse wird von einer Erhöhung
der Mitgliedsbeiträge abgesehen. Mit Übernahme der Ausrichtung der
großen Mittelrheinischen Ruder-Regatta am 10. und 11. Juli 1926 hat sich
die Vereinsleitung eine große Aufgabe vorgenommen und hofft auf die
Mitwirkung arbeits- und opferfreudiger Mitglieder.
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Anzeige in der "Main-Spitze" zum Anrudern |

Anzeige in der "Main-Spitze" zur Trainingsverpflichtung |
Nach Beendigung des Wintertrainings, das mit Hockeyspiel,
Beckenrudern und Gymnastik ausgefüllt war, wird am 2. Mai 1926 gemeinsam mit
der RG Undine, den beiden Flörsheimer Vereinen und dem Ruder-Club
Raunheim angerudert.
Die Auffahrt beginnt am Bootshaus der Rudergesellschaft Undine
Rüsselsheim, führt bis zur Raunheimer Schleuse, von da zurück zur
"Undine" und endet am Bootshaus des Rudervereins Rüsselsheim. Am Abend
veranstaltet der RVR in seinem Bootshaus einen Familienabend, in dessen
Verlauf die Rennruderer des RVR zum strengen Training verpflichtet
werden.
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Erste Ruderregatta
beim Ruderverein Rüsselsheim am 10. und 11. Juli 1926 bei Hochwasser
(Zuschauertribüne am Landungsplatz) |
Anschließend werden die ersten Regatten in Worms, Mainz, Frankfurt und
Mannheim besucht, jedoch trotz guter Leistung im Vierer und Einer (Emil Zogbaum und Peter Horle) gelingt zunächst kein
Sieg. Am 10. und 11. Juli 1926 findet in Rüsselsheim die 14.
Mittelrheinische Ruder-Regatta statt. Wir zitieren die
"Presse":
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"Nur noch zwei
Tage trennen uns von der großen wassersportlichen Veranstaltung
des Mittelrheinischen Regatta-Verbandes, deren Ausführung in
diesem Jahr der Ruderverein Rüsselsheim übernommen hat. Der gute
Ausfall der Meldungen (34 Vereine, 167 Boote, 925 Ruderer)
stempelt diese Regatta zu einem der größten wassersportlichen
Ereignisse Süddeutschlands. Die 26 Rennen verteilen sich auf
zwei volle Tage. Die Vorrennen werden jeweils an den Vormittagen
ausgefahren.
Alle Rennen weisen eine sehr gute Besetzung auf. In erster Linie
versprechen die erstklassigen Rennen ganz hervorragenden Sport;
treffen sich doch hier die Mannschaften des Kölner Clubs für
Wassersport, die Offenbacher RG Undine, die Kasteler RG und die
Frankfurter RG Germania., die bereits schon einmal in Frankfurt
ihre Kräfte gemessen haben. Der Mainzer RV hat in die
erstklassigen Rennen lediglich seinen Berg-Vierer gemeldet.
Die zweit- und drittklassigen Rennen weisen zum Teil sehr starke
Felder auf und werden sich schon in den Vorrennen recht
erbitterte Kämpfe abspielen, um die Berechtigung am
Entscheidungslauf teilzunehmen, zu erlangen. Unter den Skullern
sind in erster Linie Wolf (Worms), Brühl (Limburg) und Hügel von
der Frankfurter Germania zu nennen, die sich im
Carmen-Silva-Einerrennen treffen. Die fast gerade Regattastrecke
ist sehr ideal gelegen und vom Ziel aus kann die ganze Strecke
übersehen werden. Die Eintrittspreise sind sehr volkstümlich
gehalten, um einem möglichst großen Kreis von Interessenten den
Besuch zu ermöglichen." |
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Anzeige in der "Main-Spitze" |

Deckblatt des Programmhefts |

Anzeige in der "Main-Spitze" |
Es
ist die größte Regatta seit Bestehen des
Mittelrheinischen Regatta-Verbandes. Die Abwicklung der
Regatta liegt in den Händen des RVR, der hierzu zehn
Arbeitsausschüsse gebildet hat. Der Vorstand des Regatta-Ausschusses
wird gebildet von den Herren Paul Nebelung (Vorsitzender), Ernst Neumann
(Vorsitzender des Mittelrheinischen Regatta-Verbandes), Adam Ihrig und
Oscar Schlieben. Trotz plötzlich
auftretenden Hochwassers am ersten Regattatag, kann die
Regatta glatt abgewickelt werden. Insgesamt werden 26 Rennen
ausgetragen, wobei zu den beiden Ersten Achtern je vier Boote gemeldet
sind, zum Zweiten Achter ebenfalls vier Boote. Zum Dritten Achter sind sogar 13 Boote, darunter auch der RVR mit
Karl "Carlo" Hungsberg, Paul
Diehl, Richard Trapp, Carl Nebelung, Richard Baer, Emil Zogbaum, Peter
Horle, Dr. Theo Brand und Stm. Georg Schmitt, am Start, so dass zunächst
einmal Vorrennen gefahren werden müssen, die der RVR jedoch nicht
übersteht. Emil Zogbaum siegt samstags im
Jungmann-Einer mit mehreren Längen vor seinem Vereinskameraden Peter Horle
und Peukert von der Mainzer RG sowie sonntags im Junior-Einer
nach klarem Vorlaufsieg im Hauptrennen ebenfalls mit mehreren Längen vor Peukert von der Mainzer RG
und Lerch von der Wormser RG. Wir entnehmen dem "Wassersport" zur
Rüsselsheimer Regatta:
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"Die Leistungen der Mannschaften waren nicht alle auf der zu
wünschenden Höhe. Dies kann aber auch nicht anders sein auf
einer Regatta, wo neben Mannschaften der ersten Klasse doch
zahlreiche Anfänger in Schutzrennen rudern. Auch ist zu
berücksichtigen, dass hier mitunter Mannschaften herauskommen,
die von Ruderern ausgebildet werden, deren Lehrtalent nicht über
jeden Zweifel erhaben ist. Lassen wir bei der Besprechung der
Mannschaften den Gastgebern den Vorzug. Die Mannschaften vom
Ruderverein Rüsselsheim waren im Vierer und im Achterin in
ganz ansprechender Form. Meist lagen sie auch gut in den Rennen,
aber im Endkampf hatten sie zumeist ihr Pulver schon
verschossen. Bei härterer Wasserarbeit und kräftigerem Endzug
dürften sie bald wieder auf der alten Höhe sein. Prächtig
ruderte Zogbaum in den Einerrennen. Zogbaum hatte schon auf den
seitherigen Regatten, ebenso wie sein Klubgenosse Horle, schöne
Rennen gemacht. In Rüsselsheim konnte er zwei Rennen sicher
heimbringen. Horle ist weniger stark wie Zogbaum, er hatte
keinen Erfolg, aber es wäre falsch, wenn er deshalb die Flinte
ins Korn werfen wollte. Horle dürfte ebenso wie Roller von
Frankfurt noch manches gewinnen können." |
Es folgen für die RVR-Ruderer noch die Regatten in Heidelberg, Offenbach, Limburg,
Neuwied, Breslau, Gießen und Frankfurt.
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Der siegreiche
Seniorachter des RVR im "Ausgehdress" mit Damen auf der Gießener
Regatta 1926: Friedrich Traiser, ..., Carl Nebelung, ..., Wilhelm
Horle, Paul Diehl, ..., ..., Georg Schmitt (vorn sitzend), Alfred
Körbel, Peter Horle, ..., Richard Trapp, ... und Fritz Weidmann |
Sieben Einersiege durch Emil Zogbaum
im Jungmann-, Junior- und
Senior-Einer, vier Vierersiege, davon drei durch die Schüler Georg Petzold, Philipp Jung,
Ludwig Eisele, Karl Hitzel und Stm. Karl Hill
im Jugend-Vierer
(Heidelberg, Limburg und Neuwied) und einen im Senior-Vierer (Neuwied),
sowie
ein Sieg im Seniorachter in Gießen
mit Friedrich Traiser, Alfred Körbel,
Wilhelm Horle, Richard Trapp, Peter Horle, Fritz Weidmann, Paul Diehl, Carl Nebelung
und Stm. Georg Schmitt sind schließlich zu verzeichnen. Zwölf
Regattasiege für den RVR führen in der Punktwertung des Deutschen
Ruderverbandes zum 40. Platz von etwa 500 Vereinen und zum 4. Platz
von 32 Vereinen im Mittelrheinischen Regatta-Verband.
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Emil
Zogbaum 1926, sieben Einersiege für den RVR |

Emil
Zogbaum |
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Seniorvierer
des RVR, Sieger im Rheinvierer in Neuwied 1926
(Carl Nebelung,
Paul Diehl, Stm. Georg Schmitt, Wilhelm Horle, Richard Trapp) |

Schülervierer des RVR 1926 ,
siegreich in Heidelberg, Limburg und Neuwied
(Stm. Karl Hill,
Karl Hitzel, Ludwig Eisele, Philipp Jung und Georg Petzold) |
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 Seniorachter
des RVR, Sieger in Gießen 1926 (Stm. Georg Schmitt, Carl Nebelung, Paul Diehl,
Fritz Weidmann, Wilhelm Horle, Richard Trapp, Peter Horle,
Alfred Körbel, Friedrich Traiser) |
Abschluss der Regattasaison ist das Abrudern mit Interner Regatta.
Verbunden damit ist wieder ein frei vereinbartes Achterrennen der
Senioren und ein Viererrennen der Schüler zwischen dem
Flörsheimer RV, der RG Undine und dem RVR. Höhepunkt ist natürlich das "Stadtachterrennen",
das dieses Mal die RG Undine mit einer halben Länge vor dem RVR gewinnt,
dieser wieder eine halbe Länge vor dem FRV. Das Schülerrenen gewinnt
der FRV vor dem RVR und der "Undine".
Insgesamt werden von 55 Ruderern des RVR während der Rudersaison 952
Fahrten mit 3.264 Bootskilometern und 12.675 Mannschaftskilometern
durchgeführt. Sieger des Fahrtenpreises ist Carl Nebelung mit
199 Fahrten und 893 Kilometern vor Richard Trapp und dem Steuermann
Georg Schmitt.
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Anzeige in der "Main-Spitze" am 16. September 1926
anlässlich
der
Internen Regatta des RVR mit "Stadtachter" |

Ausschnitt
aus dem Lageplan zum Gesuch des Rudervereins Rüsselsheim
auf
Errichtung einer Motorboots-Halle im Main aus dem August 1926 |
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