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Dr. Dietmar Klausen

Editorial

Bericht des 1. Vorsitzenden Prof. Dr. Dietmar Klausen zur Jahreshauptversammlung des RRK am 8. April 2011

"Mit Freude kann ich beobachten, dass sich immer wieder Mitglieder der Betreuung unserer Jugendlichen widmen oder sich − allerdings beklagenswert selten − in verantwortungsvolle Positionen in den Abteilungen wählen lassen. Ihnen und den "Altgedienten" in den Abteilungsvorständen und im Gesamtvorstand gilt an dieser Stelle mein besonderer Dank.

Ich danke zudem allen Mitgliedern, die zu einem insgesamt gesehen guten Betriebsklima im RRK und zu einem toleranten Miteinander beigetragen haben. Ich danke allen passiven Mitgliedern, die dem RRK die Treue halten und ihre Beiträge zahlen ohne aufzubegehren oder zu fordern. Ich danke den Aktiven, die auf den Spielfeldern oder auf dem Wasser durch sportliche Erfolge und diszipliniertes Auftreten Ehre für den RRK eingelegt haben. Ich danke den Eltern, die durch Engagement und Ideenreichtum den RRK unterstützen und damit letztendlich zur Entspannung der finanziellen Situation unseres Klubs beitragen. Ich danke dem "Förderverein RRK-Hockey e.V." und seinen Aktivitäten. Ich danke der Stadt Rüsselsheim, die uns Sportstätten von hoher Qualität zur Verfügung stellt und uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten finanzielle Unterstützung gewährt. Ich danke dem Kreis Groß-Gerau und dem Land Hessen für die finanzielle Unterstützung bei einigen unserer Projekte. Ich danke den Gönnern und Sponsoren − im Besonderen der KSKGG und der GEWOBAU Rüsselsheim − die uns 2010 unterstützten und das finanzielle Überleben insbesondere unserer Hockeyabteilung sicherstellten. Dank insbesondere an unser Klubmitglied Jürgen Kaul, der viel Zeit und Geduld bei der Suche nach neuen Sponsoren für die Hockeyabteilung aufwendet.

Über den Sport werden wir im Anschluss an meinen Bericht Näheres hören. Nur soviel: Erfreuliches gibt es aus der Ruderabteilung zu berichten. Trainer Udo Hild − dem ich auf diesem Wege baldige Genesung wünsche − und seinen − zugegeben viel zu wenigen − Mitarbeitern ist es gelungen, eine nicht unerhebliche Zahl Jugendlicher für den Rudersport zu begeistern. Diese sind zwar noch nicht "regattatauglich", aber ein Anfang ist gemacht und es ist zu wünschen, dass aus diesen ruderwilligen Jugendlichen einmal aktive Rennruderer werden. In diesem Zusammenhang wünsche ich mir, dass die Werbung an den Schulen weiter intensiviert wird.

Nach wie vor unbefriedigend ist, dass sich kaum mehr Klubmitglieder finden, die die Ruderjugend betreuen, in das Rudern einweisen und ggf. trainieren. Auch die Betreuung neu hinzukommender ruderwilliger Erwachsener ist nicht mehr gewährleistet. Beispielgebend dürfte in dieser Hinsicht die Mainzer Rudergesellschaft sein, der es offensichtlich gelungen ist, Neuzugänge im Alter zwischen 25 und 40 Jahren durch vielfältige Aktionen in die Rudergesellschaft einzubinden und − daraus resultierend − für ehrenamtliche Tätigkeiten zu gewinnen.

Ich will denen danken, die trotz aller Probleme im vergangenen Jahr engagiert im Bereich Rudern tätig waren. Das gilt für die Aktiven, aber auch für Trainer, Anfängerausbilder und Betreuer. Insbesondere Martin Kraft, der das nicht leichte Amt des Leiters der Ruderabteilung ausübt, wünsche ich weiterhin Kraft (!) und Erfolg. Erfreulich ist, dass sich Werner Alt als stellvertretender Leiter der Ruderabteilung zur Verfügung gestellt hat, um Martin Kraft zu unterstützen.

Im Bereich Hockey sind die ganz großen Erfolge ausgeblieben. Abteilungsleiter Martin Müller hat die Saison zwar als "durchwachsen" gekennzeichnet, aber die erfolgreiche Teilnahme an Deutschen, Süddeutschen und Hessischen Meisterschaften verdeutlicht, dass die Aktiven der Hockeyabteilung wieder einmal auf hohem sportlichen Niveau agiert haben.

Gleichwohl musste die Hockeyabteilung Rückschläge hinnehmen und Hoffnungen begraben. Trainerwechsel und Abgänge bei den 1. Herren sowie "Generationenkonflikte" bei den 1. Damen haben Spuren hinterlassen. Darüber wird in den anschließenden Sportberichten sicher zu hören sein. Die Mitgliederfluktuation in der Hockeyabteilung ist unverändert groß, ist aus meiner Sicht jedoch in keiner Weise besorgniserregend. Auch die kürzlich beschlossene, z. T. drastische Erhöhung des "Sonderbeitrags Hockey" wird uns in dieser Hinsicht diese oder jenes Mitglied kosten. Dennoch war diese Beitragserhöhung zwar schmerzlich, aber sie macht Sinn und der Gesamtvorstand des RRK steht voll hinter der Entscheidung der Hockeyabteilung. Denn die derzeitige finanzielle Situation der Hockeyabteilung ist dramatisch und es muss mit Hochdruck daran gearbeitet werden, diese Situation zu verbessern, um unser hohes sportliches Niveau zumindest halten zu können. Eines ist offenkundig und in diesem Zusammenhang klarzustellen: Der RRK kann Spielerinnen und Spielern der 1. Mannschaften keine finanzielle Unterstützung und nur bedingt Perspektiven anbieten. Dies gilt sowohl für die Unterstützung bei der Wohnungsbeschaffung, bei der Beschaffung eines Arbeits- oder Studienplatzes und natürlich auch für eine finanzielle Unterstützung. Klar ist, dass ein eher kleiner Klub wie der RRK derartige Bedürfnisse nicht oder nur unzureichend schultern kann.

Denn dazu bedarf es eines attraktiven Umfeldes, über das die Stadt Rüsselsheim nicht verfügt. Dazu bedarf es einer gewachsenen Struktur des Mäzenatentums, die leider fehlt. Dazu bedarf es einer Klubkultur, der sich die Mitgliedschaft und hier insbesondere die ehemaligen Aktiven verpflichtet fühlen.

Umso mehr ist die Kampagne "Ein Klub − ein Netzwerk" zu begrüßen, die die Hockeyabteilung angestoßen hat und auf die ich besonders hinweisen möchte. Und um so mehr sind die Aktivitäten des Fördervereins RRK-Hockey mit ihrer Vorsitzenden Elke Göring-Rapp zu würdigen. Der Verein weist derzeit 59 Mitglieder auf. Ich würde mir wünschen, dass sich erheblich mehr RRKler entschließen könnten, dem Förderverein beizutreten. Ein monatlicher Beitrag von etwa 5 Euro sollte kein Hinderungsgrund sein.

Was ist über Tennis im RRK zu sagen? Nun die Zahl der dem Tennisspiel zuzuordnenden Mitglieder ist nahezu unverändert geblieben, aber nur wenige Mitglieder nehmen das Angebot wahr, im RRK aktiv Tennis zu spielen. Und dennoch ist Tennis nicht nur wegen der vielen geselligen Veranstaltungen ein fester Bestandteil des RRK. Der Gesamtvorstand steht hinter seiner Tennisgruppe und ihrem Vorsitzenden Thomas Susenburger.

Mitgliederzahl 01.01.2011: 625 Mitglieder. Damit hat der RRK gegenüber 01.01.2010 knapp 3% neue Mitglieder gewinnen können. Der Hockeyabteilung gehören − Aktive und Passive zusammengerechnet − etwa 70% aller RRKler an. Die Mitgliederzahl der Ruder- und Tennisabteilung ist unverändert geblieben.

Über die vielen Aktivitäten und Veranstaltungen kann ich aus Zeitgründen an dieser Stelle leider nicht berichten. Nur so viel: Hockey-, Ruder- und Tennisabteilung und auch unsere Golf spielenden Mitglieder haben durch ihre Aktivitäten das Jahr 2010 bereichert. Als Beispiele darf ich nennen:

  •        An- und Abkleppern der Tennisgruppe

  •        An- und Abrudern der Ruderabteilung

  •        Fahrradtour der Tennisgruppe im Mai nach Frankfurt-Schwanheim

  •        RRK-Klubturnier mit anschließender Greyhound-Fete im Mai

  •        RRK-Meisterfeier im November im Bootshaus

  •        (Die ebenfalls im November geplante Jubilarenehrung musste wegen vieler Absagen ausfallen)

  •        Eierfahrt und Ruderer-Brunch im Januar

  •        Kurt-Becker-Cup und Oliver-Domke-Cup der Hockeyspieler

Ich darf allen Beteiligten sehr herzlich für ihr vielfältiges Engagement danken. Der RRK hat sich auch durch ihre Arbeit hervorragend in der Öffentlichkeit dargestellt und den guten Ruf des RRK gefestigt.

Natürlich waren auch die Mitglieder des Gesamtvorstandes nicht untätig:

  •        9 reguläre Vorstandssitzungen, dazu Sondersitzungen

  •        Veranstaltungen des Sportbundes sowie der Sportämter der Stadt und des Kreises und Veranstaltungen der Stadt Rüsselsheim,

  •        Geburtstagsfeiern, Ehrungen von Klubmitgliedern, Betreuung von Gästen.

Am Kultursommer der Stadt Rüsselsheim 2010 hat sich der RRK nicht beteiligt. Unter dem Motto "Kunst trifft Sport" hatte der RRK 2009 zusammen mit dem Freundeskreis Stiftung Festung und Opelvillen sowie dem SC Opel ein buntes Programm gestaltet. Allerdings war die Resonanz auf diese Veranstaltung eher enttäuschend, so dass der RRK 2010 auf eine vergleichbare Aktion verzichtet hat.

Die unter dem Motto "Meister treffen Jubilare" stehende Meisterfeier und Jubilarenehrung im November 2009 im "Adlerpalast" hatte einen erfreulichen Zuspruch nicht nur von RRKlern sondern auch von der Rüsselsheimer Prominenz erfahren. Da die Veranstaltung jedoch ein beachtliches finanzielles Defizit erbrachte, wurde 2010 auf eine Wiederholung verzichtet.

Die RRK-Homepage ist nach wie vor die Informationsquelle schlechthin. Dank unserer Webmaster Wilfried Hoffmann und Willi Schwanke wird dieses Forum nahezu täglich aktualisiert. Mittlerweile dient die RRK-Homepage bundesweit als Informationsquelle und wird als vorbildhaft angesehen.

Wie sie wissen, wurde unser Bootshaus im Jahr 2008 umfassend saniert: Schallschutzfenstern sowie eine Wärme- und Schalldämmung im oberen Geschoß, neue Dacheindeckung des alten Gebäudes, neuer Anstrich, Blitzschutzanlage usw. Rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum erstrahlte unser Bootshaus in neuem Glanz.

2009 und 2010 standen keine größeren Arbeiten an, sodass keine nennenswert hohen Beträge in Instandhaltung und Investitionen flossen. Das allerdings wird sich in diesem Jahr ändern, wie unser Schatzmeister und Vorsitzender des Bauausschusses, Wilfried Hoffmann, im Anschluss erläutern wird.

Wie den meisten bekannt ist, wurde unsere Kegelbahn wegen hoher Unterhaltungskosten und rückläufiger Einnahmen Ende 2010 geschlossen und die Einrichtung abgebaut. Die vorläufigen Planungen sehen stattdessen die Einrichtung eines Fitnessraumes vor, der an die Umkleiden im unteren Stockwerk des Bootshauses angebunden werden soll.

In diesem Zusammenhang sei die unermüdliche Arbeit von Andreas Hartmann besonders hervorgehoben, der sich nicht nur um den Umbau der Kegelbahn, sondern auch um die Neuinstallation der notwendigen Elektroversorgung und um die Erneuerung der Heizungsanlage kümmert. Dank auch an unseren Architekten Ragnar Otto, der die Umbaumaßnahmen fachmännisch begleiten wird. Auch unserem Hausverwalter Jochen Zimmermann sei gedankt, der in ehrenamtlicher Arbeit viele Missstände im Bootshaus kompetent beseitigen konnte. Dank aber auch an alle Helfer und Freiwilligen, die sich in und um das Bootshaus herum nützlich machen und so für einen gepflegten Gesamteindruck unseres Anwesens sorgen.

Unser Schatzmeister Wilfried Hoffmann lotet in diesem Zusammenhang jede Möglichkeit einer Bezuschussung durch die öffentlichen Hände aus, er sorgt für eine geordnete Buchführung und er steht in ständigem Kontakt mit dem Pächter der Gaststätte. Dadurch konnten manche Missverständnisse ausgeräumt und ein für beide Seiten zufrieden stellendes Miteinander gesichert werden. Dies führte u.a. auch dazu, den Pachtvertrag mit dem Wirt um weitere 5 Jahre zu verlängern.

Das Thema "Kindeswohl im Verein" wurde auch vom RRK aufgenommen. Mit unserem Vorstandsmitglied Karin Scheelke konnte eine Ansprechpartnerin gewonnen werden.

In Sachen "Mainvorlandgestaltung" ist der RRK natürlich verstärkt eingebunden, denn alle Maßnahmen tangieren den RRK in besonderem Maße und werden von ihm aufmerksam verfolgt.

Lassen sie mich abschließend einige Erwartungen aussprechen: Der RRK muss auch in diesem Jahr deutlich machen, dass er nichts von seiner Vitalität und Leistungsbereitschaft einbüßen will. Seine Struktur muss stabil und intakt bleiben, dies vor allem im Hinblick auf die sich ständig verändernden Anforderungen.

Dazu gehört vor allem eine professionelle Klubführung, das heißt insbesondere, dass die Hauptamtlichkeit zu einer tragende Säule für die ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigenden Aufgaben werden muss. Die Erfahrungen, die der RRK und auch andere Vereine in den letzten Jahren machen mussten, haben mich in der Auffassung verstärkt, dass ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen zu den "Auslaufmodellen" gehören. Dem Engagement, das unsere Vorgänger insbesondere nach dem Krieg gezeigt haben oder den aus einer gewissen Dankbarkeit resultierende Tätigkeiten der nachfolgenden Generationen wird heute mit Verwunderung und Unverständnis begegnet.

Wir werden uns also darauf einstellen müssen, dass die Geschicke des RRK sehr bald von hauptamtlich in Voll- oder Teilzeit beschäftigten Personen bestimmt werden. Die Herausforderung wird darin bestehen, dafür ein geeignetes Finanzierungsmodell zu erarbeiten.

Alle Mitglieder haben Einfluss darauf, was im RRK geschieht und was nicht. Daher darf ich alle, denen der RRK etwas bedeutet, zur Mitarbeit auffordern, an welcher Stelle und in welcher Funktion auch immer.

Ich habe keine Visionen, denn ich habe, was das Machbare in einem Sportverein wie diesem angeht, gelernt, Realist zu sein. Ich wünsche mir für die vor uns liegende Zeit eine vertrauensvolle und engagierte Zusammenarbeit aller. Dies zum Wohle unseres Sports und für unseren RRK."