FDP lobt Konzept für Köbel-Halle
Aus "Main-Spitze" vom
16.07.2010
Die FDP Rüsselsheim hält das
seitens der Interessengruppe Walter-Köbel-Halle (IG) vorgelegte
Sanierungskonzept der sechs Rüsselsheimer Gewerbebetriebe für eine gute
Grundlage, um über das weitere Vorgehen bezüglich Sanierung oder Neubau
der Halle sach- und kostengerecht entscheiden zu können.
Die IG habe damit der Stadt
und ihrer Bürgerschaft vor dem Hintergrund der sportlichen, der
kulturellen wie auch der stadtgeschichtlichen Bedeutung der Halle für
Rüsselsheim einen großen Dienst erwiesen, der es nun ermögliche, die
bisher seitens des Magistrats in den Raum gestellten prognostizierten
Sanierungskosten kritisch zu hinterfragen und auf ihre Seriosität hin zu
bewerten, heißt es in einer Mitteilung.
Ohne der Stellungnahme des
Magistrats, auf die die FDP mit Interesse warte, vorgreifen zu wollen,
könne allerdings heute schon festgestellt werden, dass die wesentlichen
Eckpunkte, mit denen Magistrat und Koalition ihren Neubaubeschluss
sachlich begründeten, von der IG verworfen wurden und diese damit
zumindest in dieser Absolutheit nicht mehr haltbar seien.
So wurde stets gesagt, dass
eine Hallensanierung teurer als ein Neubau einer – keineswegs
gleichwertigen – Halle sei. Das Gegenteil ist nach Meinung der IG der
Fall, und zwar mit großem Abstand. Außerdem sei gesagt worden, dass bei
einer Sanierung die Halle für ein bis zwei Jahre stillgelegt werden
müsse, da eine Sanierung in Abschnitten nicht möglich sei. Die IG
dagegen sei bereit, die Halle sogar in kleinteiligen Abschnitten und
damit während des laufenden Betriebs zu sanieren, ziehen die Liberalen
den Vergleich.
Die FDP Rüsselsheim sieht
sich mit der Vorlage des Sanierungskonzepts der Rüsselsheimer
Gewerbebetriebe in ihrer bisherigen, den Hallenneubau ablehnenden,
Haltung bestärkt. "Vor dem Hintergrund der katastrophalen Finanzlage der
Stadt halten wir eine Beschränkung der Hallensanierung auf das
unumgängliche, den Hallenbetrieb sicherstellende, Maß (Brandschutz- und
Sicherheitsauflagen) für angemessen, eine Maßnahme, die seitens der IG
mit etwa einem Drittel der Sanierungskosten veranschlagt wird und mit
einer hohen Kostensicherheit verbunden wäre", schreiben die Liberalen.
Debatte im Stadtparlament um
Walter-Köbel-Halle
Aus "Rüsselsheimer Echo" vom
03.07.2010
liz - William Shakespeares
"Viel Lärm um nichts" wurde am Donnerstagabend im Rathaus-Innenhof
gespielt – und streckenweise traf der Titel auch auf die
Stadtparlaments-Debatte im Sitzungssaal des Rathauses zum Thema
Walter-Köbel-Halle zu. Sechs zu einer "Interessengruppe
Walter-Köbel-Halle" zusammengeschlossene Rüsselsheimer Handwerksbetriebe
haben am Montag ein Sanierungskonzept vorgelegt, wonach sie sich
imstande sehen, das fast 40 Jahre alte Gebäude – bei laufendem Betrieb –
für 10,419 Millionen Euro so zu sanieren, dass es Neubaustandard
entspricht.
Das Stadtparlament hatte im
September 2009 den Abriss und Neubau einer etwas kleineren Halle
beschlossen, die Kosten wurden mit 13,4 Millionen Euro beziffert. Eine
Sanierung würde mit mindestens 17 Millionen Euro zu Buche schlagen und
die Schließung der Halle für zwei Jahre bedeuten, hatte ein von der
Stadt beauftragtes Unternehmen aus Düsseldorf ermittelt.
CDU, FDP und Karl-Heinz
Schneckenberger brachten für die Sitzung des Stadtparlaments am
Donnerstag einen gemeinsamen Antrag ein, wonach der Beschluss vom
September vorerst nicht weiterverfolgt und der Magistrat beauftragt
werden soll, eine neue Vorlage zu präsentieren, in die das Konzept der
Handwerker-Initiative einbezogen ist. Weitere Planungsarbeiten würden
unnötige Kosten verursachen, sollte das Parlament den Neubau-Beschluss
aufheben, so die Argumentation.
Einen inhaltlich fast
gleichlautenden Antrag legten auch SPD und Grüne vor. Der Magistrat soll
dem Stadtparlament einen Beschlussvorschlag zum Sanierungskonzept der
Handwerkergruppe unterbreiten und – um unnötige Mehrkosten zu vermeiden
– bis zur Beschlussfassung keine Fakten schaffen, die den Beschluss vom
September "unumkehrbar" machen würden.
Dank und Lob gab es unisono
für die sechs Betriebe. Die Initiative sei ein Ausdruck
bürgerschaftlichen Engagements, das die Stadt zu schätzen wisse,
erklärte Oberbürgermeister Stefan Gieltowski (SPD). Die Fachverwaltung
werde die Vorschläge "zügig und mit der notwendigen Sorgfalt"
durcharbeiten und der Magistrat werde eine Vorlage zur Beschlussfassung
erarbeiten. Gieltowski: "Sie, die Stadtverordneten, entscheiden." Bis
dahin würden keine weiteren Umsetzungsschritte erfolgen, daher bedürfe
es auch nicht der Aussetzung des Beschlusses. Der OB verwies jedoch
darauf, "dass die Stadt die gefahrlose Nutzung der Halle verantworten
muss."
Das bürgerschaftliche
Engagement der Handwerker sei eine "sehr gute Sache", lobte
SPD-Fraktionsvorsitzender Jens Grode (SPD), diese hätten der Stadt einen
"großen Dienst erwiesen", erklärte Wolfgang Merz (FDP). Grode bot CDU
und FDP an, die SPD sei "für einen gemeinsamen Antrag offen". Ein
Angebot, auf das von der Opposition nicht eingegangen wurde. Zu einer
Detail-Diskussion sehe sich die SPD noch nicht in der Lage, da ein
Informationsgespräch von SPD und Grünen mit den Handwerkern noch
ausstehe, so Grode. Die CDU hatte ein solches Gespräch für den Montag
vereinbart und auch die anderen Fraktionen dazu eingeladen. SPD und
Grüne kamen allerdings nicht. Die Art und Weise, wie die CDU "das an
sich gerissen hat", habe ihm missfallen, kritisierte Grode.
Turbulent wurde es dann, als
der CDU-Fraktionsvorsitzende Heinz Schneider ausführlich Daten aus dem
Sanierungskonzept der Handwerker, das er als "professionell,
nachvollziehbar und transparent" bezeichnete, den von dem Düsseldorfer
Unternehmen ermittelten Daten gegenüberstellte und die Seriosität dieses
Gutachtens in Frage stellte. Grünen-Fraktionschef Dennis Grieser
forderte daraufhin per Geschäftsordnungsantrag das Ende der Debatte,
diese Diskussion dürfe erst geführt werden, wenn alle Fraktionen
vorbereitet seien.
Dem Antrag wurde mit
rot-grüner Mehrheit stattgegeben. Mit der gleichen Mehrheit wurde der
gemeinsame Antrag von CDU, FDP und Karl-Heinz Schneckenberger abgelehnt.
Der fast gleichlautende Antrag von SPD und Grünen wurde beschlossen,
auch mit der Stimme von Karl-Heinz Schneckenberger.
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Walter-Köbel-Halle |
"Der Oberbürgermeister soll
mir jetzt einmal erklären, wie wir mit dieser widersprüchlichen
Abstimmung umgehen sollen", forderte daraufhin Hannelore Lenz (CDU)
konsterniert. Antwort von Gieltowski: "Gehen Sie davon aus, dass der
Magistrat des Lesens mächtig ist."
Abriss-Beschluss zurücknehmen?
KÖBELHALLE
Stadt will zügig prüfen
Von Ralf
Schuster
(aus "Main-Spitze" vom 30.06.2010)
Die Fachverwaltung der Stadt
werde das von sechs Unternehmen vorgelegte Konzept zur Sanierung der
Köbelhalle, über das die "Main-Spitze" schon berichtete, "so zügig wie
möglich, aber auch mit der gebotenen Sorgfalt" prüfen, das wurde gestern
aus dem Rathaus mitgeteilt. Dann werde der Magistrat sich damit
befassen, anschließend umgehend das Parlament informiert. Für die
Sitzung am morgigen Donnerstag ist schon ein Punkt "Handwerkerinitiative
Walter-Köbel-Halle" auf der Tagesordnung. Dazu haben die Fraktionen von
CDU, FDP und der Stadtverordnete Schneckenberger (Linke) bereits einen
Antrag eingebracht, der die Aussetzung der Planungsarbeiten zum Neubau
der Walter-Köbel-Halle fordert. Die Liste Rüssel schließe sich eventuell
noch an, hieß es am Abend.
Die detaillierte
Ausarbeitung, die man sich am Montagabend bei einer Veranstaltung der
CDU erläutern ließ, zu der alle Fraktionen außer den Grünen gekommen
waren, habe gezeigt, dass eine vollständige Sanierung abschnittsweise
und ohne längerfristige Behinderungen des Sportbetriebs geschehen
könnte, so die Begründung. In einem ersten Schritt notwendige Maßnahmen
zum Brandschutz könnten sogar bereits für rund vier Millionen Euro
durchgeführt werden.
Gewerbevereinspräsident Dirk
Schäfer, im Konsortium als Chef der Dachdeckerfirma Bender, hatte
deutlich gemacht, dass man in die Analysen auch die Vereinbarkeit der
Arbeiten mit dem Hallenbetrieb und die vorübergehende Verlegung von
Sportaktivitäten – maximal sechs Wochen in der Halle – einbezogen habe.
Trotz des Spareffekts entstünden auch ganz neue Möglichkeiten, zum
Beispiel ein überdachter Hof.
Für die Außenfassade schlägt
das Konsortium vor, die vorhandenen typischen Natursteine zu erhalten,
sie nur mit Dämmmaterial zu unterfüttern. Das Aussehen der Köbelhalle
bleibe durch die Arbeiten nach dem Konzept erhalten: "Sie werden nicht
merken, dass da was verändert ist." Unternehmer Knut Schaeffter sagte,
man erreiche Neubaustandard. Von CDU-Fraktionschef Heinz Schneider kam
daraufhin die Frage: "Wann können sie anfangen?"
Billigeres Sanierungskonzept
Sechs Firmen präsentieren
ihre Vorschläge für Rüsselsheimer Köbelhalle
Von Ralf
Schuster
(aus "Main-Spitze" vom 29.06.2010)
Die sechs Rüsselsheimer
Unternehmer, die im November vergangenen Jahres angeboten haben, eine
billigere Sanierung der Walter-Köbel-Halle zu prüfen, haben das
offensichtlich geschafft: Am Montag legten sie ein detailliertes Konzept
zunächst dem hauptamtlichen Magistrat und gleich anschließend den
Fraktionen des Parlaments vor. Es sieht ein Gesamtsanierungspaket für
gut zehn Millionen Euro vor, inklusive Mehrwertsteuer. Die
Stadtverwaltung war von 17 Millionen ausgegangen und hatte deshalb einen
Abriss und Neubau für 13,4 Millionen favorisiert, wozu auch schon ein
Parlamentsbeschluss erging.
"Die Köbelhalle ist für die
Stadt Rüsselsheim ein wichtiges, weil identitätsstiftendes Gebäude. Es
ist multifunktional und hat eine überregionale Bedeutung für Sport und
Kultur", diese Motivation stellen die Firmen ihrer Arbeit voraus. Eine
neue Halle könne kein gleichwertiger Ersatz sein und nicht diese
Bedeutung erlangen. Als Vorteile einer Sanierung gegenüber dem Neubau
wird aufgezählt, dass mehr Kostensicherheit bestehe, weil Bauabschnitte
über längere Zeiträume sukzessive abgearbeitet werden könnten und eine
Aufteilung in Sanierungsabschnitte möglich sei.
Nach Begutachtung des
Bauzustandes haben die örtlichen Fachleute entsprechende Vorschläge für
einzelne Bereiche gemacht. So werden die sanitären Einrichtungen als
noch "voll gebrauchsfähig" bezeichnet. Lediglich eine Umstellung des
Frischwassersystems wird vorgeschlagen. Auch die Heizung müsse nicht
generell verworfen, aber auf einen energetisch sinnvollen Stand gebracht
werden. Knapp zwei Millionen werden hier veranschlagt.
Über diese Marke geht es
allerdings sowohl im Elektrobereich wie auch bei Trockenbau und
energetischer Sanierung. Jedoch schlägt das Konzept auch hier immer
wieder Einsparmöglichkeiten vor, zum Beispiel eine "Einhausung"
bestehender Leitungen. Im Dachbereich kommt man mit weniger als einer
Million Euro aus: Die Eindeckung sei weitgehend in einwandfreiem
Zustand, heißt es. Für Verglasung, Türen, Fenster und Metallbau sind 1,4
Millionen eingetragen, hier wird aber erwähnt, dass "viele kleine
Bauabschnitte" zeitlich versetzt erledigt werden könnten. Brandschutz-
und Schadstoffvorgaben könnten durch ihr vorgelegtes Sanierungskonzept
erfüllt werden, betonen die sechs Unternehmen, Betriebssicherheit sei
gewährleistet und die Energieeinsparverordnung werde erfüllt. Allerdings
wurde wegen "unnötiger Verteuerung" auf die Passivhaus-Vorgaben
verzichtet. Auch gewünschte ästhetische Maßnahmen könnten nachträglich
erbracht werden.
Aus "Rüsselsheimer Echo" vom
29.06.2010:
Sanierung doch möglich
Walter-Köbel-Halle: Sechs
Firmen übergeben Unterlagen – Neubau nur zweitbeste Lösung
ber - Ob es bei dem im
September vergangenen Jahres gefassten Beschluss der
Stadtverordnetenversammlung bleibt, für Abriss und Neubau der
Walter-Köbel-Halle 13,4 Millionen Euro (oder noch mehr?) auszugeben,
darf seit gestern bezweifelt werden. Denn die sechs zu einer
"Interessengruppe Walter-Köbel-Halle" zusammengeschlossenen
Rüsselsheimer Handwerksbetriebe, haben ein Sanierungskonzept vorgelegt,
dass die Neubaupläne womöglich zur zweitbesten Lösung degradiert.
Wesentlicher Inhalt der Fleißarbeit: Die Betriebe sehen sich imstande.
das fast 40 Jahre alte Bauwerk für 10,419 Millionen Euro so aufzuwerten,
dass es Neubaustandard entspricht.
Die Walter-Köbel-Halle ist
für Rüsselsheim ein wichtiges, multifunktional nutzbares Bauwerk mit
überregionaler Bedeutung für Sport und Kultur, für das eine neue, zumal
abgespeckte Halle nach Meinung der Firmengruppe kein gleichwertiger
Ersatz sein kann. Vorgeschlagen wird deshalb eine in Abschnitte
aufgeteilte Sanierung, die dem Anforderungsprofil der Verwaltung
entsprechen wird. Im Gegensatz zum Neubau müssen die Gesamtkosten nicht
innerhalb der Bauzeit erbracht werden, Kostensteigerungen sind leichter
zu kompensieren und finanzielle Engpässe über verschiedene Bauabschnitte
hinweg zu strecken.
Die Unternehmen hatten
anlässlich des Beschlusses für Abriss und Neubau angeboten, ein Konzept
zur Sanierung im Bestand vorzulegen. Das Parlament hatte dazu zwar den
Auftrag erteilt, aber zugleich die Absicht des Magistrats, die Planungen
für einen Neubau weiter voranzutreiben, gutgeheißen. Allerdings gibt es
bisher aus dieser Richtung nichts Neues.
"Wir sind sehr gespannt",
sagte CDU-Fraktionschef Heinz Schneider gestern Abend zu Beginn der
Veranstaltung im Rathaus, die die Union initiiert hatte, Vertreten waren
auch die SPD, die FDP, die Liste Rüssel und Die Linken. Die Erwartungen
wurden nicht enttäuscht. "Professionell und nachvollziehbar" beurteilte
Schneider die Unterlagen, die mit großem Aufwand und detaillierten
Kostenrahmen für alle Gewerke von den beteiligten Betrieben Edling &
Schaeffter (Heizung, Sanitär und Lüftung), Rudolf Fritz (Elektro),
Bender (Dach), Andel (Trockenbau, energetische Sanierung), Bockius
(Verglasung, Türen und Fenster) und Josch (Metallbau) erarbeitet worden
sind.
Für die arm gewordene Stadt
Rüsselsheim sind freilich auch zehneinhalb Millionen ein Batzen Geld.
Nach der Kostenübersicht des Gesamtpakets splittet sich die Summe wie
folgt auf: 1,831 Millionen für Sanitär, Heizung, Lüftung, 2,275
Millionen für Elektro, 0,905 Millionen für Dach, 2,4 Millionen für
Trockenbau und energetische Sanierung sowie 1,344 Millionen für
Verglasung, Türen, Fenster und Metallbau. Hinzu kommt die Umsatzsteuer.
Aber es geht auch wesentlich billiger: Die Betriebe empfehlen zugleich
ein so genanntes Low-Budget-Paket, das nur die wichtigsten Maßnahmen
beinhaltet. Die Kosten dafür würden sich auf ein Drittel der Gesamtsumme
reduzieren. Dabei wird auf energetische Maßnahmen nach
Passivhaus-Standard verzichtet, da ohnehin keine langfristige
Amortisierung durch Energieeinsparungen möglich sei.
Dass die Unterlagen der
bisher vom Magistrat betonten Auffassung, wegen des Schulsportbetriebs
sei eine etappenweise Sanierung unmöglich, widersprechen, sorgte für
Verwunderung.
Vorausgegangen war gestern
Nachmittag ein Gespräch mit Oberbürgermeister Stefan Gieltowski und
Baudezernentin Silke Klinger. Nach einer Mitteilung aus dem Rathaus
wurde dabei vereinbart, dass die Handwerker den Fachleuten zur weiteren
Prüfung der Unterlagen zur Verfügung stehen. Die Verwaltung werde danach
die Ergebnisse so zügig wie möglich, aber auch mit der gebotenen
Sorgfalt prüfen. Dirk Schäfer, Sprecher der Firmengruppe, äußerte sich
am Abend enttäuscht, dass nicht der komplette Magistrat bei dem
Nachmittagstermin vertreten war.
Aus "Main-Spitze" vom
10.02.2010:
"Institution in der Stadt" erhalten
KÖBELHALLE
Interessengemeinschaft unter bestimmten Umständen für Sanierung /
Eventuell Bürgerbegehren
Von Alexandra Dehne
"Es gibt eine größere Zahl
von ehemaligen und aktiven Sportlern, denen die Walter-Köbel-Halle mehr
bedeutet als nur eine Halle." So begründet Dieter Nachtigall, ehemaliger
Vorsitzender des SC Opel und ehemaliger Sportamtsleiter, warum es eine
ganze Gruppe von Rüsselsheimern gibt, die in der Interessengemeinschaft
"Pro Köbelhalle" dem Magistrat einen "Denkanstoß" geben wollen, noch
einmal über Abriss oder Neubau der Halle nachzudenken. Anlass für diesen
Entschluss sei das Engagement von sechs Handwerksbetrieben, die bis Ende
März ein Konzept vorlegen wollen, ob die Halle kostengünstiger als in
einem von der Stadt beauftragten Gutachten errechnet, zu sanieren ist.
Die Stadtverordneten hatten Ende November für den Abriss und den Neubau
einer kleineren Halle votiert.
|

"Pro Köbelhalle“ nennt
sich die Interessengemeinschaft, von derem Gründungstreffen
Ex-Sportamtsleiter Dieter Nachtigall, RRK-Hockeyspieler Mirco Fuchs,
der frühere Kantschule-Sportlehrer Peter Müller, der ehemalige
Hockey-Nationalspieler Fritz Schmidt und der pensionierte
Kantschule-Sportlehrer Rainer Obmann berichteten. |
Bei einem Treffen
verschiedener Vereinsvertreter vergangene Woche sei sehr sachlich
diskutiert worden, sagte Nachtigall. Keiner habe Vorwürfe gegen die
Stadt erhoben. Man verstehe die Aktion auch nicht als Agitation gegen
die Stadt, betonte er. "Die Köbelhalle ist eine Institution in der
Stadt", hat Nachtigall festgestellt, da ihn sogar Leute angesprochen
hätten, die mit der Halle direkt nichts zu tun hätten.
"Bürgerbegehren nicht ganz
abwegig"
Grundlage für das weitere
Vorgehen der Interessengemeinschaft sei das Ergebnis der sechs
Handwerksbetriebe. Entscheidend seien die Kosten und dass die Halle
nicht zu lange für den Sportbetrieb geschlossen werde. "Wenn es
kostenmäßig interessant ist, sollte man die Halle auf jeden Fall
erhalten", so die Meinung von Fritz Schmidt, ehemaliger
RRK-Hockeyspieler, der zugleich betont, dass man nicht "mit aller Gewalt
gegen einen Neubau" sei. Es müsse doch aber im Interesse der Stadt sein,
Kosten zu sparen. Sollte die von den Handwerkern errechnete Sanierung
günstiger sein als ein Neubau, der mit 12 bis 13 Millionen Euro
veranschlagt ist, sei ein "Bürgerbegehren nicht ganz abwegig", so
Nachtigall. Dann wolle man mit dem Sportbund, der sich bisher nach
Ansicht der Interessengemeinschaft "etwas zu zurückhaltend" geäußert
habe, über das weitere Vorgehen sprechen, ebenso mit Magistrat und
Stadtverordneten. Aus Sicht von Schmidt sei es "kein Genickbruch", wenn
die Stadtverordneten ihre Entscheidung für einen Neubau rückgängig
machten.
Das immer wieder diskutierte
Argument, dass bei einer Sanierung die Halle für zwei Jahre komplett
geschlossen werden müsse, können die Sportler nicht nachvollziehen.
Rainer Obmann, Volleyballer und einstiger Sportlehrer am Kantgymnasium,
ist "zuversichtlich, dass es in einem zumutbaren Rahmen möglich ist, den
Schulsport aufrecht zu erhalten". Es sei durchaus eine Sanierung in
Etappen mit nur kurzen Zeiträumen der Schließung möglich.
Rüsselsheim verliert "Ort der
Tradition"
In einer neuen Halle gebe es
nicht mehr die vielen Möglichkeiten der Köbelhalle, gerade nicht die
vielen Nebenräume. Auch wenn jetzt bei einigen Sportarten die
Zuschauerzahlen rückläufig seien, könne sich dies jederzeit wieder
ändern. Dann ärgere man sich vielleicht über einen Abriss, so Schmidt.
Außerdem gebe es in der Region keine Halle dieser Größenordnung, sondern
nur viel kleinere oder größere, sagte Obmann.
Peter Müller, ehemaliger
Sportlehrer am Kantgymnasium, sieht zwar ebenso die Fakten im
Vordergrund, doch das Emotionale, das viele mit der Halle verbinden, sei
davon nicht zu trennen. So verliere Rüsselsheim bei einem Abriss einen
"Ort mit Tradition", zudem werde der Begriff der Sportstadt in Frage
gestellt. "Sonst haben wir nur Negativimage", weiß Obmann, dass die
Köbelhalle von Gastsportlern stets gelobt wird.
Aus "Frankfurter
Rundschau" vom
10.02.2010:
Neuer Anlauf gegen Abriss
In der Diskussion um die
Walter-Köbel-Halle mischt ein weiterer Akteur mit. Um den früheren
Rüsselsheimer Sportamtsleiter Dieter Nachtigall hat sich die
Interessengemeinschaft (IG) Pro Köbelhalle gegründet. Das Gebäude bietet
nicht nur Platz für Wettkämpfe, sondern auch für Breitensport,
Kulturveranstaltungen, Konzerte, Messen und Ausstellungen. Allerdings
ist es sanierungsbedürftig und soll abgerissen werden. Stattdessen soll
ein Neubau für rund zwölf Millionen Euro entstehen.
Weil sich nicht nur die
Initiative nicht von dem traditionsreichen Gebäude trennen möchte,
prüfen lokale Handwerksbetriebe derzeit nochmals die Möglichkeit einer
Sanierung. Für die IG steht fest: Ist eine Sanierung auch mit Blick auf
die Folgekosten günstiger als Abriss und Neubau, wird mit allen Mitteln
versucht, den Abriss des "Schmuckstücks", wie der Rüsselsheimer
Hockeynationalspieler Fritz Schmidt die Halle nennt, zu verhindern. "Ein
Bürgerbegehren ist nicht abwegig", sagte Dieter Nachtigall am Ende eines
Pressegesprächs, bei dem neben ihm und Schmidt die ehemaligen
Sportlehrer der Kantschule Rainer Obmann und Peter Müller sowie
Hockeyspieler Mirko Fuchs die Ergebnisse des ersten IG-Treffens mit 24
Teilnehmern eine Woche zuvor erläuterten.
Aus "Rüsselsheimer Echo" vom
10.02.2010:
"Ein Bürgerbegehren ist nicht
abwegig"
Köbelhalle: Sportler,
Funktionäre und Sportlehrer gründen Interessengemeinschaft
Sie wollen "keine Agitatoren
gegen die Stadt" und "kein Störfeuer zwischen dem Magistrat und den
sechs Handwerksbetrieben sein", die derzeit die Variante Sanierung der
Walter-Köbel-Halle noch einmal prüfen, wie es der frühere Rüsselsheimer
Sportamtsleiter Dieter Nachtigall formuliert. Und sie wollen laut dem
ehemaligen RRK-Hockeynationalspieler Fritz Schmidt die Köbelhalle auch
nicht "als unbezahlbares Sportlerdenkmal erhalten". Doch eines steht für
die Mitglieder der neu gegründeten Interessengemeinschaft (IG) "Pro
Köbelhalle" fest: Sollten die Handwerksbetriebe zu dem Ergebnis kommen,
eine Sanierung werde günstiger als der Abriss und der für rund zwölf
Millionen Euro geplante Neubau, wird die IG versuchen, mit allen Mitteln
und mit Unterstützung der Bevölkerung den Abriss des "Schmuckstücks"
(Schmidt) zu verhindern. "Ein Bürgerbegehren ist nicht abwegig", sagte
Dieter Nachtigall gestern am Ende eines Pressegesprächs, bei dem neben
ihm und Schmidt die ehemaligen Kantschule-Sportlehrer Rainer Obmann und
Peter Müller sowie RRK-Hockeyspieler Mirco Fuchs die Ergebnisse des
ersten IG-Treffens mit 24 Teilnehmern eine Woche zuvor erläuterten.
Ehemalige und aktive
Sportler aus vielen Disziplinen wie Hockey, Judo, Volleyball, Fußball
und Leichtathletik, Funktionäre und Sportlehrer, "denen die Köbelhalle
mehr bedeutet als nur eine Halle zu sein" (Nachtigall), haben sich in
der IG zusammengefunden, um für den Erhalt der Halle zu kämpfen – aber
nur unter der Voraussetzung, dass die Kosten auch unter Berücksichtigung
der Folgekosten unter denen des Neubaus liegen. Bis die Expertise der
sechs Rüsselsheimer Handwerksbetriebe Ende des Monats vorliegt, heißt es
deshalb erst einmal abwarten, ob und zu welchen Konditionen die Halle
saniert werden kann. Erste Signale, dass die Sanierung den Schulsport
nicht so stark beeinträchtigen könnte, wie befürchtet, seien allerdings
schon empfangen worden.
"Die Halle ist
Rüsselsheimer Kulturgut und eine der schönsten Hockeyhallen
Deutschlands", meint Fritz Schmidt. "Wenn die Kosten im Rahmen bleiben,
wäre es Blödsinn, so eine Halle aufzugeben, denn so einen Luxus bekommen
wir nie wieder." Für Rainer Obmann gehört die Halle neben den Opelvillen
zu den Dingen, die Außenstehende positiv mit Rüsselsheim verbinden. "Und
mit ihrer mittleren Größe ist sie einmalig im Rhein-Main-Gebiet." Der
ehemalige Kantschule-Sportlehrer warnt davor, den Fehler der sechziger
Jahre zu wiederholen, "als Identifikationspunkte in der Innenstadt
einfach platt gemacht wurden, denen man heute nachtrauert". Er kann sich
vorstellen, dass auch aus anderen Gründen der Abriss der Köbelhalle
forciert wird: "Schließlich ist das ein Filet-Grundstück und vielleicht
hat schon der eine oder andere Investor ein Auge drauf geworfen".
Wie Obmann ist auch der
RRK-Hockeyspieler und Kantschule-Sportlehrer Mirco Fuchs der Meinung,
dass "Breitensport auch Spitzensport" benötigt. Zwar seien die
Zuschauerzahlen in den Rüsselsheimer Kernsportarten Hockey, Volleyball
und Judo derzeit nicht so groß wie in den erfolgreichen siebziger und
achtziger Jahren, doch eine Aufwärtstendenz "angesichts verstärkter
Bemühungen im Schulsport in den vergangenen Jahren" (Peter Müller) sei
nicht ausgeschlossen. Und Spitzensport sei in der nur noch 800 statt
bisher mehr als 2.000 Zuschauer fassenden neuen Halle kaum noch möglich.
"Die neue Halle wird nicht
viel größer als die Sporthalle Dicker Busch mit etwas mehr
Tribünenplätzen", befürchtet Rainer Obmann, während Dieter Nachtigall
auch der Verlust der vielen Nebenräume in der Köbelhalle schmerzen
würde. Nachtigall sieht die IG als "Interessenvertreter des
Rüsselsheimer Sports" und deutet damit an, dass er und andere
Mitstreiter nicht immer glücklich mit der Rolle des Sportbunds bei der
Diskussion um die Zukunft der Köbelhalle waren. Gleichwohl wollen die
IG-Mitglieder nach Bekanntwerden der Handwerker-Expertise mit dem
Sportbund Gespräche führen und, so Nachtigall, "möglichst mit einer
Stimme sprechen".
Aus "Main-Spitze" vom
07.01.2010:
Die Zeichen stehen auf Abriss
KÖBELHALLE
Mehrheit der Fraktionen sieht Angebot von Unternehmern zur Sanierung
eher skeptisch
Die "Main-Spitze" hat den
Fraktionen im Stadtparlament Fragen zu wichtigen Rüsselsheimer Themen
gestellt. Diese drucken wir in loser Reihenfolge ab.
Wie sehen Sie die Chance,
dass durch das Engagement der Unternehmer die Köbelhalle vielleicht doch
saniert werden kann?
|

Die Tage der
Walter-Köbel-Halle scheinen gezählt zu sein. |
Nils Kraft und Jens Grode,
SPD: Bürgerschaftliches Engagement im allgemeinen ist erst einmal
ausdrücklich zu begrüßen. Von Seiten der Stadt wurde ein Konzept
erstellt, das den gesamten sportlichen aber auch brandschutztechnischen,
energetischen, finanziellen und sonstigen Anforderungen sowie der
Schadstoffsanierung genüge tat und in der Stadtverordnetenversammlung
eine Mehrheit fand.
Wir sind äußerst skeptisch,
dass jenseits der durch die Fachleute der städtischen Bauverwaltung
dargelegten Alternativen ein noch überzeugenderes Konzept gefunden
werden kann. Die SPD will aber natürlich solch eine Initiative nicht im
Keim ersticken. Die SPD geht davon aus, dass der bereits eingeschlagene
Weg nach Prüfung durch die sechs Unternehmer auf noch größere Akzeptanz
stoßen wird.
Dennis Grieser, Grüne:
Nach unserem gegenwärtigen Wissensstand erscheint der Abriss mit
anschließendem Neubau für die Stadt am günstigsten, für die Umwelt unter
dem Gesichtspunkt der Energieeinsparung am nachhaltigsten und für die
Sportler am wenigsten beeinträchtigend, da der Sportbetrieb während der
Arbeiten aufrechterhalten werden kann. Dennoch warten wir aufgeschlossen
auf die Ergebnisse der Unternehmer.
Heinz Schneider, CDU:
Das Engagement der Gruppe Rüsselsheimer Handwerker ist ausgesprochen
lobenswert und kommt dem Wunsch zahlreicher Rüsselsheimer entgegen, die
diese Sport- und Festhalle als einen wichtigen Identifikationspunkt in
dieser Stadt betrachten. Wir erwarten, dass die städtische Verwaltung
diese Unternehmer ernsthaft unterstützt. Wir hoffen natürlich, dass hier
möglicherweise ein Weg aufgezeigt wird, um die Halle zu erhalten und
auch noch städtische Gelder eingespart werden können. Dazu vertrauen wir
auf die Sach- und Fachkompetenz dieser Gruppe. Wir wünschen auch, dass
sie sich mit dem Projekt nicht übernehmen und die nötige Kraft haben,
diese Aufgabe zu lösen. Das Endergebnis können wir aber zu diesem
Zeitpunkt nicht vorhersehen, denn wir kennen die Tücken von
Sanierungsmaßnahmen von altem Bestand. Ein positives Ergebnis wäre
jedoch ein "Knaller" für diese Stadt.
Wolfgang Merz, FDP:
Die Bereitschaft der Unternehmer, die Sanierung der WKH in eigener Regie
und auf eigene Kosten zu prüfen belegt bürgerschaftliches Engagement und
ist höchst ehrenwert. Hier zeigt sich, dass es den Bürgern in
Rüsselsheim eben doch nicht egal ist, wie mit den Werten und
Einrichtungen ihrer Stadt umgegangen wird. Aber anstatt dieses
Engagement dann auch positiv zu würdigen, musste man den Eindruck
gewinnen, dass diese Initiative der politischen Spitze aus Magistrat und
Koalition unwillkommen ist. Ein größere Baumaßnahme, insbesondere eine
Sanierung, lässt sich niemals bis ins letzte Detail im Vorhinein
berechnen. Sanierung oder Neubau der WKH ist weniger eine Frage der
Kosten, als vielmehr eine der Einstellung. Wer einer gesichts- und
geschichtslosen Stadt das Wort redet, der reißt ab und baut neu, auch
mit dem Ziel, sich selbst mit einer "zeitgemäßen" Mehrzweckhalle ein
Denkmal zu setzen.
Florian Haupt, Liste
Rüssel: Auch wenn die Liste Rüssel das Engagement begrüßt, ob man
die Halle doch noch sanieren kann, ist die falsche Fragestellung und
geht völlig an der Realität vorbei. Der Neubau der Halle ist in der
derzeitige Finanzsituation absoluter Wahnsinn. Die Stadt wird durch
Kredite und Betrieb der Halle mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro pro
Jahr für die nächsten Jahrzehnte belastet. Das ist finanzpolitischer
Wahnsinn! Keine der Fraktionen, die den Beschluss gefasst haben, haben
auch nur eine Silbe zur Finanzierung dieser Kosten gesagt. Der
Oberbürgermeister genauso wenig. Ein völliges Politikversagen auf ganzer
Linie!
Aus "Main-Spitze" vom
31.12.2009:
Ein Wahrzeichen als Wrack
BILANZ 2009
Stadtverordnete beschließen Neubau der Köbelhalle / Unternehmer
erstellen Sanierungskonzept
|

Die Zukunft der
Köbelhalle ist nach wie vor ungewiss, ein Neubau derzeit die
aktuelle Sachlage. |
(ade). Während in der
Innenstadt nach wie vor auf eine Umgestaltung gewartet wird, geht es
2009 am Mainvorland weiter voran. Nachdem ein privater Investor 2008
eine Kerosin-Pipeline verlegt hat, wird ein neuer Fuß- und Radweg,
deutlich näher am Main, erstellt. Zum Verweilen laden die Uferplätze
ein, die bereits 2008 unmittelbar am Fluss angelegt wurden. Getrübt wird
die Freude allerdings dadurch, dass Unbekannte immer wieder das Pflaster
der Plätze herausreißen und die Bänke beschmieren.
Neu ist das Biotop, das
anstelle eines Pappelwäldchens in Höhe des alten Opelschwimmbades
eingerichtet wird. Es soll später mit einem Weg an das Opelbad
angebunden werden. Denn hierhin soll der SC Opel, der bisher sein
Trainingsgelände an der Walter-Köbel-Halle hat, verlegt werden. Wann,
ist allerdings völlig offen. Denn zuerst muss endgültig entschieden
werden, was mit der Köbelhalle geschieht – Sanierung oder Neubau. Bei
einem Neubau, der nach den bisherigen Plänen neben der alten Halle
errichtet werden soll, wird eventuell auch etwas Gelände des bisherigen
Sportplatzes benötigt, auf dem ansonsten Wohnbebauung entstehen soll.
Eigentlich sind im Stadtetat
keine Mittel für solch ein teures Projekt vorhanden, doch die Auflagen
des Brandschutzes haben beim Regierungspräsidenten eine
Ausnahmegenehmigung für diese 12,4 Millionen Euro teure Investition
ermöglicht. Zwar haben die Stadtverordneten sich mehrheitlich für einen
Neubau ausgesprochen, doch sechs Rüsselsheimer Unternehmer haben Ende
November angeboten, auf eigene Kosten einen Vorschlag für eine Sanierung
des Rüsselsheimer Wahrzeichens zu erarbeiten. Sie wollen nun bis Ende
März ein Konzept vorlegen, parallel laufen jedoch die Planungen für
einen Neubau weiter.
Nicht nur die Unternehmer
und viele Bürger wollen "Rüsselsheims gut Stubb" erhalten, sondern auch
einige Vereine haben Bedenken gegen einen Neubau geäußert, weil sie
glauben, dann nicht mehr die Bedingungen vorzufinden, die sie benötigen.
Die Stadtverwaltung geht aber davon aus, dass 95 Prozent der jetzigen
Möglichkeiten auch später vorhanden sein werden. Einige Vereine fühlen
sich nicht ausreichend im Vorfeld angehört. Ein Gespräch mit der
Magistratsspitze hilft schließlich, Bedenken auszuräumen.
Aus "Rüsselsheimer Echo" vom
04.12.2009:
Konsortium will Termine
Köbelhalle: Offener Brief
der Handwerker, die ein Bürgergutachten erstellen wollen
In einem offenen Brief hat
sich das sechsköpfige Konsortium von Rüsselsheimer Handwerksbetrieben,
das sich wie mehrmals berichtet erboten hat, zum Erhalt der
Walter-Köbel-Halle ein kostenloses Gutachten zu erstellen, an
Oberbürgermeister Stefan Gieltowski gewandt. In dem Schreiben, das auch
den Fraktionen im Stadtparlament überstellt wurde, heißt es, als
"langjähriger Rüsselsheimer Bürger" werde Gieltowski "sicherlich
Verständnis" für die Motivation haben, ein "identitätsstiftendes Gebäude
dieser Stadt zu erhalten".
Das Stadtparlament habe
einstimmig beschlossen, dieses "bürgerschaftliche Engagement für den
möglichen Erhalt der Walter-Köbel-Halle" zuzulassen.
Man wolle fachliches
Know-How einbringen, um die "uns zu hoch erscheinenden Sanierungskosten"
zu minimieren. Man sei der Meinung, dass es nicht abschließend
gewürdigte alternative Lösungsansätze gebe. In einer hochverschuldeten
Stadt müssten kostenreduzierende Lösungen "sicher willkommen" sein.
Dazu benötige man aber "die
uneingeschränkte Einsicht in alle relevanten Unterlagen, sowie
Unterstützung und Meinungsaustausch mit den zuständigen
Verwaltungsstellen".
Dafür benötige man
"baldmöglichst Auswahltermine für ein Treffen mit Ihnen, bei dem wir die
weitere Vorgehensweise, eventuell auch schon mit weiteren Vertretern der
Veraltung, besprechen können". Es sei bekannt, "dass das Parlament
zeitlich begrenzte Vorstellungen hat, wann unsere Vorschläge vorliegen
sollen. Dies kann nur gelingen, wenn wir Ihre uneingeschränkte
Unterstützung erfahren".
Aus "Frankfurter Rundschau"
vom 28.11.2009:
Neubau hat Priorität
Die
Stadtverordnetenversammlung hat am Donnerstagabend einstimmig einem
Dringlichkeitsantrag der CDU zugestimmt, dass sechs Rüsselsheimer
Handwerksbetrieben, die auf eigene Kosten ein Sanierungskonzept für die
Köbelhalle vorlegen wollen, keine Steine in den Weg gelegt werden: Der
Magistrat soll nun "den Firmen schnellstmöglich alle zur Erstellung des
Konzeptes erforderlichen Unterlagen einschließlich der erstellten
Gutachten zur Verfügung stellen".
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Walter-Köbel-Halle |
Aber das Entgegenkommen hat
Grenzen: Mit 23 gegen 22 Stimmen setzte sich die rot-grüne Koalition
gegen die Opposition durch, wonach der Parlamentsbeschluss vom September
nicht bis Februar 2010 ausgesetzt wird. Also laufen die Vorbereitungen
für den Hallenneubau mit Kosten in Höhe von 13,4 Millionen Euro
ungestört weiter. Laut Baudezernentin Silke Klinger (parteilos) steht
schon die Ausschreibung des Architektenwettbewerbs an.
CDU-Fraktionschef Heinz
Schneider hatte gefordert, gute Ideen müssten in dieser Stadt eine
Chance haben. Angesichts des großen finanziellen Aufwandes berühre die
Köbelhalle die Zukunft der Stadt. Dass der Magistrat nicht einmal mehr
drei Monate Zeit verlieren will, verwundert Schneider.
Zeit ist kein Problem?
Nils Kraft (SPD) erinnerte
daran, dass es in Sachen Köbelhalle eine Entscheidung gibt, "die wir für
richtig halten". Auch seine Fraktion wolle den Gewerbetreibenden nicht
vor den Kopf stoßen, glaube aber nicht an ein praktikables Ergebnis.
Nach Auffassung von Dennis Grieser (Grüne) bleibt es den Anbietern
unbenommen, sich bis Februar mit dem Projekt zu beschäftigen, "ohne dass
wir heute den Beschluss aussetzen". Diese Haltung wiederum verwunderte
Wolfgang Merz (FDP): Die Lösung des Problems Köbelhalle sei schon so
lange hinausgeschoben, dass es auf drei Monate nicht mehr ankomme.
Während Karl-Heinz
Schneckenberger (Die Linke) dafür plädierte, jede Möglichkeit der
Kosteneinsparung zu prüfen, nannte Florian Haupt (Liste Rüssel) den
September-Beschluss unverantwortlich. Er warf dem Magistrat vor, kein
Wort zur Finanzierung einer jährlichen Belastung von 1,5 Millionen Euro
durch Zinsen und Tilgung zu verlieren.
Gegen Sanierung
Oberbürgermeister Stefan
Gieltowski (SPD) erklärte, bei allem Respekt für das Engagement gebe es
keine Veranlassung, das Verfahren Neubau zu unterbrechen. Schadstoff-
und Brandschutzauflagen, energetische Vorgaben und die Sicherheit
sprächen deutlich gegen eine Sanierung. Stadträtin Klinger machte eine
Rechnung auf, die ihrer Einschätzung nach mit dem Angebot der Betriebe
nie erfüllt werden könne. Denn deren Angebot müsste um fünf Millionen
Euro unter den errechneten Sanierungskosten von 17,4 Millionen Euro
liegen, um mit einem Neubau konkurrieren zu können.
SPD-Chef Herbert Schmidt
stellte mit Blick auf "endlose Debatten" fest, Rüsselsheim habe ein
Entscheidungsproblem. Da werde monatelang beraten, um anschließend
wieder alle Ergebnisse in Frage zu stellen. Schmidt: "Die Frage ist,
sanieren oder neu bauen? Wir haben entschieden." (eda)
Aus "Frankfurter Rundschau"
vom 26.11.2009:
Stadt bietet Handwerkern
Gespräch zu Köbelhalle an
Als Zeichen
bürgerschaftlichen Engagements hat die Stadt Rüsselsheim die Initiative
der Handwerksbetriebe gelobt, die anbieten, ein Sanierungskonzept für
die Walter-Köbel-Halle zu erstellen. Sie weist aber darauf hin, dass die
Sporthalle ein komplexes Bauwerk sei in Bezug auf Brandschutz und
Schadstoffsanierung. In einer Pressemitteilung heißt es, die Stadt sei
daher bereit, den Handwerkern von Fachleuten darlegen zu lassen, "was
der Stand der Vorprüfungen war", die zu dem Beschluss des
Stadtparlaments geführt haben, das Gebäude abzureißen und ein neues zu
bauen. (ers)
Aus "Frankfurter Rundschau"
vom 24.11.2009:
Vorschlag zur Köbelhalle
Sechs Rüsselsheimer
Unternehmen haben sich zusammengetan, um den Abriss der
Walter-Köbel-Halle doch noch zu verhindern. Sie bieten der Stadt an,
kostenfrei ein Sanierungskonzept auszuarbeiten. Ihr Angebot unterbreiten
sie dem Magistrat und den Stadtverordneten in einem Brief, der mit der
Betreffzeile "Bürgerliches Engagement zur Köbelhalle" überschrieben ist.
Im September hat die
Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Sporthalle abreißen und
einen Neubau errichten zu lassen. Nach Auffassung der sechs Unternehmer
habe die Köbelhalle aber eine gute Bausubstanz. Eine Sanierung bei
laufendem Betrieb, gestreckt auf mehrerer Jahre, könnte kostengünstiger
sein als der geplante Neubau, erklärt Knut Schaeffter, Sprecher der
Fachbetriebe.
Für ein Konzept müssten die
Stadtverordneten drei Voraussetzungen schaffen: Erstens den Neubau- und
Abrissbeschluss aussetzen, zweitens der kostenfreien Ausarbeitung eines
Sanierungskonzepts zustimmen und drittens den Magistrat beauftragen,
alle Unterlagen zu Verfügung zu stellen. Ihren Stempel unter den Brief
gesetzt haben die Sanitärfirma Edling & Schaeffter, die Josch
Metallgestaltung, die Elektrotechniker Rudolf Fritz GmbH & Co. KG, die
Dachdeckerei Bender, der Glasbauer Bockius und die Fritz Andel
Baudekoration. (vol/ers)
Aus "Frankfurter Rundschau"
vom 06.06.2009:
Köbelhalle – Neubau oder
Sanierung?
Von Madeleine Reckmann
Die Walter-Köbel-Halle ist
den Sportlern ans Herz gewachsen. Eine wahre Perle sei sie, sagte
Jörg-Dieter Häußer vom Sportbund Rüsselsheim in der
Ausschuss-Sondersitzung am Donnerstag. Schließlich trainierten in den
diversen Übungsräumen und Hallen des Sportzentrums an der
Adam-Opel-Straße 20 Vereine, die dort glücklich seien. Unter anderem
gibt es Ballett-, Boxer- und Krafträume sowie einen Schießstand. Alles
perfekt also. Die Halle soll bleiben. Die Verwaltung hatte die Nutzer um
Stellungnahme gebeten. Denn sie muss über Sein oder Nichtsein der
Walter-Köbel-Halle entscheiden.
Die 1972 erbaute Halle ist
stark sanierungsbedürftig. Der Brandschutz fordert Sicherheitsumbauten,
weil Fluchtwege und rauchdichte Abtrennungen in Deckenbauten und
Technikräumen fehlen. Es wurden Schadstoffe in den Baumaterialien
gefunden und die Halle ist eine wahre Energieschleuder, was für
Baudezernentin Silke Klinger (parteilos) eine energetische Sanierung
erforderlich macht.
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Magistratskonzept
Der Vorschlag des
Magistrats orientiert sich am Bedarf der Immanuel-Kant-Schule und
der Vereine. Er sieht eine große Halle vor, die dreifach
unterteilt werden kann, zudem eine Tribüne für 800 Zuschauer
(jetzt 1880).
Die Trainingsräume
sind vergleichbar mit denen der jetzigen Halle. Räume für moderne
Sporttrends sind eingeplant. Ein Schwimmbad soll es nicht geben.
Lokale
Sportveranstaltungen sind möglich, nationale und internationale
Wettkämpfe nicht. Lokale Messen, Mitarbeitertreffen und der
Sportlerball können wie bisher stattfinden. Für den Auftritt
großer Stars ist die Halle nicht geeignet. |
Eine Sanierung kostet je
nach Berechnung 11,2 Millionen bis zu 19 Millionen Euro. Das
Planungsunternehmen AGN hält sie zudem für "nicht praktikabel", zumal im
laufenden Betrieb wegen der Schadstoffe nicht saniert werden könne.
Die Argumente der
Sachverständigen, die Stadtverwaltung hat neben AGN auch die
Unternehmensberatung Altenburg eingeschaltet, tendieren in Richtung
Neubau, und zwar für die mittlere der drei Planvarianten.
Der Magistrat hat sich
diesem Vorschlag angeschlossen. Die sogenannte Variante 2 soll 11,9
Millionen Euro kosten, deckt den regelmäßigen Trainingsbetrieb der
Vereine und der benachbarten Immanuel-Kant-Schule ab.
Der Nachteil: Wettkämpfe auf
nationalem und internationalem Niveau sind nicht mehr möglich. Die
Schule hatte sich mit diesem Vorschlag einverstanden erklärt. Da der
Betrieb in der alten Halle fortgesetzt werden kann, so lange die neue
auf einem der drei benachbarten Parkplätzen errichtet wird, fallen keine
Sportstunden aus.
Die Kletterwand ist zu hoch
Die Vereine möchten jedoch
auf die Wettkampfbedingungen nicht verzichten. Die Leichtathleten
richten in der Walter-Köbel-Halle Sprintwettbewerbe, die Volleyballer
Erstligaspiele und die Tänzer Tanzwettkämpfe aus. Auch die Kletterer
hätten das Nachsehen. Ihre neun Meter hohe Kletterwand passt in die
Variante 2 nicht hinein.
Wenn es schon ein Neubau
sein müsse, solle eine große Halle in dem Komplex verlängert und die
Deckenhöhe auf neun anstatt sieben Meter angehoben werden, schlagen die
Vereine vor. Die Stadtverordneten sollen am 25. Juni darüber
entscheiden.
Aus "Frankfurter Rundschau"
vom 07.05.2009:
Neubaupläne für die Köbel-Halle
Von Madeleine Reckmann
Die besten Jahre der
Walter-Köbel-Halle sind vorbei. Schon lange ist es her, dass die SG
Wallau-Massenheim ihre Handball-Bundesligaspiele dort ausrichtete.
Ewigkeiten entfernt scheinen die Auftritte von Rockgruppen wie Styx oder
Uriah Heep zu sein. Mike Oldfield präsentierte sich 1982 dort seinen
Fans.
Die Stars kommen nur noch in
die Metropolen, die schon lange mit Konzerthallen nachgerüstet haben.
Seit Jahren gibt es in der Köbelhalle nur noch Reptilien- oder Baumessen
oder Mitarbeiterversammlungen. Heute nutzen die benachbarte
Immanuel-Kant-Schule und 20 Vereine das Gebäude als Sporthalle.
Aber das Alter setzt ihm zu.
Lüftung, Heizung und Sanitäranlagen sind laut Baudezernentin Silke
Klinger (parteilos) dringend sanierungsbedürftig. Fenster und
Gebäudehülle müssten der neusten Energiesparverordnung angepasst werden.
Auch ein barrierefreier Zugang wäre schön. Klinger schätzt den
Sanierungsbedarf der Köbelhalle auf 11,2 Millionen Euro. Oder ist ein
Neubau nicht gleich gescheiter? Der Vorteil wäre, dass Schule und
Vereine die alte Halle weiter nutzen können, bis die neue auf einem der
drei benachbarten Parkplätze fertig ist.
Unternehmensberatung
erarbeitet drei Neubau-Vorschläge
Die Düsseldorfer
Unternehmensberatung Altenburg hat nun im Auftrag der Stadt rein
rechnerisch die Kosten für die Sanierung drei Neubauvarianten von 6,2
Millionen, 11,9 Millionen und 16 Millionen Euro gegenübergestellt. Die
kleinste Variante versorgt den Schulsport, die mittelgroße entspricht
einer multifunktionalen Halle, die etwa der Köbelhalle entspricht. Die
dritte könnte die Handballbundesliga wieder anlocken.
Für welche sich die Stadt
entscheidet, dürfen die Nutzer mitbestimmen. Alle Varianten werden den
Vereinen mit der Bitte um Stellungsnahme vorgestellt. Klinger hofft auf
eine einheitliche Rückmeldung. Angst vor überteuerten Vorstellungen hat
Klinger nicht. "Bislang haben sie konstruktive Vorschläge gemacht", sagt
sie. Am Donnerstag, 4. Juni, um 18 Uhr werden die Pläne im
Sportausschuss vorgestellt. |