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"Was ist die richtige Lösung für die Köbelhalle ...

 ... Sanierung oder Abriss und Neubau?"

Interessengemeinschaft "Pro Köbelhalle" gegründet

 

FDP lobt Konzept für Köbel-Halle

Aus "Main-Spitze" vom 16.07.2010

Die FDP Rüsselsheim hält das seitens der Interessengruppe Walter-Köbel-Halle (IG) vorgelegte Sanierungskonzept der sechs Rüsselsheimer Gewerbebetriebe für eine gute Grundlage, um über das weitere Vorgehen bezüglich Sanierung oder Neubau der Halle sach- und kostengerecht entscheiden zu können.

Die IG habe damit der Stadt und ihrer Bürgerschaft vor dem Hintergrund der sportlichen, der kulturellen wie auch der stadtgeschichtlichen Bedeutung der Halle für Rüsselsheim einen großen Dienst erwiesen, der es nun ermögliche, die bisher seitens des Magistrats in den Raum gestellten prognostizierten Sanierungskosten kritisch zu hinterfragen und auf ihre Seriosität hin zu bewerten, heißt es in einer Mitteilung.

Ohne der Stellungnahme des Magistrats, auf die die FDP mit Interesse warte, vorgreifen zu wollen, könne allerdings heute schon festgestellt werden, dass die wesentlichen Eckpunkte, mit denen Magistrat und Koalition ihren Neubaubeschluss sachlich begründeten, von der IG verworfen wurden und diese damit zumindest in dieser Absolutheit nicht mehr haltbar seien.

So wurde stets gesagt, dass eine Hallensanierung teurer als ein Neubau einer – keineswegs gleichwertigen – Halle sei. Das Gegenteil ist nach Meinung der IG der Fall, und zwar mit großem Abstand. Außerdem sei gesagt worden, dass bei einer Sanierung die Halle für ein bis zwei Jahre stillgelegt werden müsse, da eine Sanierung in Abschnitten nicht möglich sei. Die IG dagegen sei bereit, die Halle sogar in kleinteiligen Abschnitten und damit während des laufenden Betriebs zu sanieren, ziehen die Liberalen den Vergleich.

Die FDP Rüsselsheim sieht sich mit der Vorlage des Sanierungskonzepts der Rüsselsheimer Gewerbebetriebe in ihrer bisherigen, den Hallenneubau ablehnenden, Haltung bestärkt. "Vor dem Hintergrund der katastrophalen Finanzlage der Stadt halten wir eine Beschränkung der Hallensanierung auf das unumgängliche, den Hallenbetrieb sicherstellende, Maß (Brandschutz- und Sicherheitsauflagen) für angemessen, eine Maßnahme, die seitens der IG mit etwa einem Drittel der Sanierungskosten veranschlagt wird und mit einer hohen Kostensicherheit verbunden wäre", schreiben die Liberalen.


Debatte im Stadtparlament um Walter-Köbel-Halle

Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 03.07.2010

liz - William Shakespeares "Viel Lärm um nichts" wurde am Donnerstagabend im Rathaus-Innenhof gespielt – und streckenweise traf der Titel auch auf die Stadtparlaments-Debatte im Sitzungssaal des Rathauses zum Thema Walter-Köbel-Halle zu. Sechs zu einer "Interessengruppe Walter-Köbel-Halle" zusammengeschlossene Rüsselsheimer Handwerksbetriebe haben am Montag ein Sanierungskonzept vorgelegt, wonach sie sich imstande sehen, das fast 40 Jahre alte Gebäude – bei laufendem Betrieb – für 10,419 Millionen Euro so zu sanieren, dass es Neubaustandard entspricht.

Das Stadtparlament hatte im September 2009 den Abriss und Neubau einer etwas kleineren Halle beschlossen, die Kosten wurden mit 13,4 Millionen Euro beziffert. Eine Sanierung würde mit mindestens 17 Millionen Euro zu Buche schlagen und die Schließung der Halle für zwei Jahre bedeuten, hatte ein von der Stadt beauftragtes Unternehmen aus Düsseldorf ermittelt.

CDU, FDP und Karl-Heinz Schneckenberger brachten für die Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstag einen gemeinsamen Antrag ein, wonach der Beschluss vom September vorerst nicht weiterverfolgt und der Magistrat beauftragt werden soll, eine neue Vorlage zu präsentieren, in die das Konzept der Handwerker-Initiative einbezogen ist. Weitere Planungsarbeiten würden unnötige Kosten verursachen, sollte das Parlament den Neubau-Beschluss aufheben, so die Argumentation.

Einen inhaltlich fast gleichlautenden Antrag legten auch SPD und Grüne vor. Der Magistrat soll dem Stadtparlament einen Beschlussvorschlag zum Sanierungskonzept der Handwerkergruppe unterbreiten und – um unnötige Mehrkosten zu vermeiden – bis zur Beschlussfassung keine Fakten schaffen, die den Beschluss vom September "unumkehrbar" machen würden.

Dank und Lob gab es unisono für die sechs Betriebe. Die Initiative sei ein Ausdruck bürgerschaftlichen Engagements, das die Stadt zu schätzen wisse, erklärte Oberbürgermeister Stefan Gieltowski (SPD). Die Fachverwaltung werde die Vorschläge "zügig und mit der notwendigen Sorgfalt" durcharbeiten und der Magistrat werde eine Vorlage zur Beschlussfassung erarbeiten. Gieltowski: "Sie, die Stadtverordneten, entscheiden." Bis dahin würden keine weiteren Umsetzungsschritte erfolgen, daher bedürfe es auch nicht der Aussetzung des Beschlusses. Der OB verwies jedoch darauf, "dass die Stadt die gefahrlose Nutzung der Halle verantworten muss."

Das bürgerschaftliche Engagement der Handwerker sei eine "sehr gute Sache", lobte SPD-Fraktionsvorsitzender Jens Grode (SPD), diese hätten der Stadt einen "großen Dienst erwiesen", erklärte Wolfgang Merz (FDP). Grode bot CDU und FDP an, die SPD sei "für einen gemeinsamen Antrag offen". Ein Angebot, auf das von der Opposition nicht eingegangen wurde. Zu einer Detail-Diskussion sehe sich die SPD noch nicht in der Lage, da ein Informationsgespräch von SPD und Grünen mit den Handwerkern noch ausstehe, so Grode. Die CDU hatte ein solches Gespräch für den Montag vereinbart und auch die anderen Fraktionen dazu eingeladen. SPD und Grüne kamen allerdings nicht. Die Art und Weise, wie die CDU "das an sich gerissen hat", habe ihm missfallen, kritisierte Grode.

Turbulent wurde es dann, als der CDU-Fraktionsvorsitzende Heinz Schneider ausführlich Daten aus dem Sanierungskonzept der Handwerker, das er als "professionell, nachvollziehbar und transparent" bezeichnete, den von dem Düsseldorfer Unternehmen ermittelten Daten gegenüberstellte und die Seriosität dieses Gutachtens in Frage stellte. Grünen-Fraktionschef Dennis Grieser forderte daraufhin per Geschäftsordnungsantrag das Ende der Debatte, diese Diskussion dürfe erst geführt werden, wenn alle Fraktionen vorbereitet seien.

Dem Antrag wurde mit rot-grüner Mehrheit stattgegeben. Mit der gleichen Mehrheit wurde der gemeinsame Antrag von CDU, FDP und Karl-Heinz Schneckenberger abgelehnt. Der fast gleichlautende Antrag von SPD und Grünen wurde beschlossen, auch mit der Stimme von Karl-Heinz Schneckenberger.

Walter-Köbel-Halle

"Der Oberbürgermeister soll mir jetzt einmal erklären, wie wir mit dieser widersprüchlichen Abstimmung umgehen sollen", forderte daraufhin Hannelore Lenz (CDU) konsterniert. Antwort von Gieltowski: "Gehen Sie davon aus, dass der Magistrat des Lesens mächtig ist."


Abriss-Beschluss zurücknehmen?

KÖBELHALLE   Stadt will zügig prüfen

Von Ralf Schuster (aus "Main-Spitze" vom 30.06.2010)

Die Fachverwaltung der Stadt werde das von sechs Unternehmen vorgelegte Konzept zur Sanierung der Köbelhalle, über das die "Main-Spitze" schon berichtete, "so zügig wie möglich, aber auch mit der gebotenen Sorgfalt" prüfen, das wurde gestern aus dem Rathaus mitgeteilt. Dann werde der Magistrat sich damit befassen, anschließend umgehend das Parlament informiert. Für die Sitzung am morgigen Donnerstag ist schon ein Punkt "Handwerkerinitiative Walter-Köbel-Halle" auf der Tagesordnung. Dazu haben die Fraktionen von CDU, FDP und der Stadtverordnete Schneckenberger (Linke) bereits einen Antrag eingebracht, der die Aussetzung der Planungsarbeiten zum Neubau der Walter-Köbel-Halle fordert. Die Liste Rüssel schließe sich eventuell noch an, hieß es am Abend.

Die detaillierte Ausarbeitung, die man sich am Montagabend bei einer Veranstaltung der CDU erläutern ließ, zu der alle Fraktionen außer den Grünen gekommen waren, habe gezeigt, dass eine vollständige Sanierung abschnittsweise und ohne längerfristige Behinderungen des Sportbetriebs geschehen könnte, so die Begründung. In einem ersten Schritt notwendige Maßnahmen zum Brandschutz könnten sogar bereits für rund vier Millionen Euro durchgeführt werden.

Gewerbevereinspräsident Dirk Schäfer, im Konsortium als Chef der Dachdeckerfirma Bender, hatte deutlich gemacht, dass man in die Analysen auch die Vereinbarkeit der Arbeiten mit dem Hallenbetrieb und die vorübergehende Verlegung von Sportaktivitäten – maximal sechs Wochen in der Halle – einbezogen habe. Trotz des Spareffekts entstünden auch ganz neue Möglichkeiten, zum Beispiel ein überdachter Hof.

Für die Außenfassade schlägt das Konsortium vor, die vorhandenen typischen Natursteine zu erhalten, sie nur mit Dämmmaterial zu unterfüttern. Das Aussehen der Köbelhalle bleibe durch die Arbeiten nach dem Konzept erhalten: "Sie werden nicht merken, dass da was verändert ist." Unternehmer Knut Schaeffter sagte, man erreiche Neubaustandard. Von CDU-Fraktionschef Heinz Schneider kam daraufhin die Frage: "Wann können sie anfangen?"


Billigeres Sanierungskonzept

Sechs Firmen präsentieren ihre Vorschläge für Rüsselsheimer Köbelhalle

Von Ralf Schuster (aus "Main-Spitze" vom 29.06.2010)

Die sechs Rüsselsheimer Unternehmer, die im November vergangenen Jahres angeboten haben, eine billigere Sanierung der Walter-Köbel-Halle zu prüfen, haben das offensichtlich geschafft: Am Montag legten sie ein detailliertes Konzept zunächst dem hauptamtlichen Magistrat und gleich anschließend den Fraktionen des Parlaments vor. Es sieht ein Gesamtsanierungspaket für gut zehn Millionen Euro vor, inklusive Mehrwertsteuer. Die Stadtverwaltung war von 17 Millionen ausgegangen und hatte deshalb einen Abriss und Neubau für 13,4 Millionen favorisiert, wozu auch schon ein Parlamentsbeschluss erging.

"Die Köbelhalle ist für die Stadt Rüsselsheim ein wichtiges, weil identitätsstiftendes Gebäude. Es ist multifunktional und hat eine überregionale Bedeutung für Sport und Kultur", diese Motivation stellen die Firmen ihrer Arbeit voraus. Eine neue Halle könne kein gleichwertiger Ersatz sein und nicht diese Bedeutung erlangen. Als Vorteile einer Sanierung gegenüber dem Neubau wird aufgezählt, dass mehr Kostensicherheit bestehe, weil Bauabschnitte über längere Zeiträume sukzessive abgearbeitet werden könnten und eine Aufteilung in Sanierungsabschnitte möglich sei.

Nach Begutachtung des Bauzustandes haben die örtlichen Fachleute entsprechende Vorschläge für einzelne Bereiche gemacht. So werden die sanitären Einrichtungen als noch "voll gebrauchsfähig" bezeichnet. Lediglich eine Umstellung des Frischwassersystems wird vorgeschlagen. Auch die Heizung müsse nicht generell verworfen, aber auf einen energetisch sinnvollen Stand gebracht werden. Knapp zwei Millionen werden hier veranschlagt.

Über diese Marke geht es allerdings sowohl im Elektrobereich wie auch bei Trockenbau und energetischer Sanierung. Jedoch schlägt das Konzept auch hier immer wieder Einsparmöglichkeiten vor, zum Beispiel eine "Einhausung" bestehender Leitungen. Im Dachbereich kommt man mit weniger als einer Million Euro aus: Die Eindeckung sei weitgehend in einwandfreiem Zustand, heißt es. Für Verglasung, Türen, Fenster und Metallbau sind 1,4 Millionen eingetragen, hier wird aber erwähnt, dass "viele kleine Bauabschnitte" zeitlich versetzt erledigt werden könnten. Brandschutz- und Schadstoffvorgaben könnten durch ihr vorgelegtes Sanierungskonzept erfüllt werden, betonen die sechs Unternehmen, Betriebssicherheit sei gewährleistet und die Energieeinsparverordnung werde erfüllt. Allerdings wurde wegen "unnötiger Verteuerung" auf die Passivhaus-Vorgaben verzichtet. Auch gewünschte ästhetische Maßnahmen könnten nachträglich erbracht werden.


Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 29.06.2010:

Sanierung doch möglich

Walter-Köbel-Halle: Sechs Firmen übergeben Unterlagen – Neubau nur zweitbeste Lösung

ber - Ob es bei dem im September vergangenen Jahres gefassten Beschluss der Stadtverordnetenversammlung bleibt, für Abriss und Neubau der Walter-Köbel-Halle 13,4 Millionen Euro (oder noch mehr?) auszugeben, darf seit gestern bezweifelt werden. Denn die sechs zu einer "Interessengruppe Walter-Köbel-Halle" zusammengeschlossenen Rüsselsheimer Handwerksbetriebe, haben ein Sanierungskonzept vorgelegt, dass die Neubaupläne womöglich zur zweitbesten Lösung degradiert. Wesentlicher Inhalt der Fleißarbeit: Die Betriebe sehen sich imstande. das fast 40 Jahre alte Bauwerk für 10,419 Millionen Euro so aufzuwerten, dass es Neubaustandard entspricht.

Die Walter-Köbel-Halle ist für Rüsselsheim ein wichtiges, multifunktional nutzbares Bauwerk mit überregionaler Bedeutung für Sport und Kultur, für das eine neue, zumal abgespeckte Halle nach Meinung der Firmengruppe kein gleichwertiger Ersatz sein kann. Vorgeschlagen wird deshalb eine in Abschnitte aufgeteilte Sanierung, die dem Anforderungsprofil der Verwaltung entsprechen wird. Im Gegensatz zum Neubau müssen die Gesamtkosten nicht innerhalb der Bauzeit erbracht werden, Kostensteigerungen sind leichter zu kompensieren und finanzielle Engpässe über verschiedene Bauabschnitte hinweg zu strecken.

Die Unternehmen hatten anlässlich des Beschlusses für Abriss und Neubau angeboten, ein Konzept zur Sanierung im Bestand vorzulegen. Das Parlament hatte dazu zwar den Auftrag erteilt, aber zugleich die Absicht des Magistrats, die Planungen für einen Neubau weiter voranzutreiben, gutgeheißen. Allerdings gibt es bisher aus dieser Richtung nichts Neues.

"Wir sind sehr gespannt", sagte CDU-Fraktionschef Heinz Schneider gestern Abend zu Beginn der Veranstaltung im Rathaus, die die Union initiiert hatte, Vertreten waren auch die SPD, die FDP, die Liste Rüssel und Die Linken. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. "Professionell und nachvollziehbar" beurteilte Schneider die Unterlagen, die mit großem Aufwand und detaillierten Kostenrahmen für alle Gewerke von den beteiligten Betrieben Edling & Schaeffter (Heizung, Sanitär und Lüftung), Rudolf Fritz (Elektro), Bender (Dach), Andel (Trockenbau, energetische Sanierung), Bockius (Verglasung, Türen und Fenster) und Josch (Metallbau) erarbeitet worden sind.

Für die arm gewordene Stadt Rüsselsheim sind freilich auch zehneinhalb Millionen ein Batzen Geld. Nach der Kostenübersicht des Gesamtpakets splittet sich die Summe wie folgt auf: 1,831 Millionen für Sanitär, Heizung, Lüftung, 2,275 Millionen für Elektro, 0,905 Millionen für Dach, 2,4 Millionen für Trockenbau und energetische Sanierung sowie 1,344 Millionen für Verglasung, Türen, Fenster und Metallbau. Hinzu kommt die Umsatzsteuer. Aber es geht auch wesentlich billiger: Die Betriebe empfehlen zugleich ein so genanntes Low-Budget-Paket, das nur die wichtigsten Maßnahmen beinhaltet. Die Kosten dafür würden sich auf ein Drittel der Gesamtsumme reduzieren. Dabei wird auf energetische Maßnahmen nach Passivhaus-Standard verzichtet, da ohnehin keine langfristige Amortisierung durch Energieeinsparungen möglich sei.

Dass die Unterlagen der bisher vom Magistrat betonten Auffassung, wegen des Schulsportbetriebs sei eine etappenweise Sanierung unmöglich, widersprechen, sorgte für Verwunderung.

Vorausgegangen war gestern Nachmittag ein Gespräch mit Oberbürgermeister Stefan Gieltowski und Baudezernentin Silke Klinger. Nach einer Mitteilung aus dem Rathaus wurde dabei vereinbart, dass die Handwerker den Fachleuten zur weiteren Prüfung der Unterlagen zur Verfügung stehen. Die Verwaltung werde danach die Ergebnisse so zügig wie möglich, aber auch mit der gebotenen Sorgfalt prüfen. Dirk Schäfer, Sprecher der Firmengruppe, äußerte sich am Abend enttäuscht, dass nicht der komplette Magistrat bei dem Nachmittagstermin vertreten war.


Aus "Main-Spitze" vom 10.02.2010:

"Institution in der Stadt" erhalten

KÖBELHALLE   Interessengemeinschaft unter bestimmten Umständen für Sanierung / Eventuell Bürgerbegehren

Von Alexandra Dehne

"Es gibt eine größere Zahl von ehemaligen und aktiven Sportlern, denen die Walter-Köbel-Halle mehr bedeutet als nur eine Halle." So begründet Dieter Nachtigall, ehemaliger Vorsitzender des SC Opel und ehemaliger Sportamtsleiter, warum es eine ganze Gruppe von Rüsselsheimern gibt, die in der Interessengemeinschaft "Pro Köbelhalle" dem Magistrat einen "Denkanstoß" geben wollen, noch einmal über Abriss oder Neubau der Halle nachzudenken. Anlass für diesen Entschluss sei das Engagement von sechs Handwerksbetrieben, die bis Ende März ein Konzept vorlegen wollen, ob die Halle kostengünstiger als in einem von der Stadt beauftragten Gutachten errechnet, zu sanieren ist. Die Stadtverordneten hatten Ende November für den Abriss und den Neubau einer kleineren Halle votiert.

"Pro Köbelhalle“ nennt sich die Interessengemeinschaft, von derem Gründungstreffen Ex-Sportamtsleiter Dieter Nachtigall, RRK-Hockeyspieler Mirco Fuchs, der frühere Kantschule-Sportlehrer Peter Müller, der ehemalige Hockey-Nationalspieler Fritz Schmidt und der pensionierte Kantschule-Sportlehrer Rainer Obmann berichteten.

Bei einem Treffen verschiedener Vereinsvertreter vergangene Woche sei sehr sachlich diskutiert worden, sagte Nachtigall. Keiner habe Vorwürfe gegen die Stadt erhoben. Man verstehe die Aktion auch nicht als Agitation gegen die Stadt, betonte er. "Die Köbelhalle ist eine Institution in der Stadt", hat Nachtigall festgestellt, da ihn sogar Leute angesprochen hätten, die mit der Halle direkt nichts zu tun hätten.

"Bürgerbegehren nicht ganz abwegig"

Grundlage für das weitere Vorgehen der Interessengemeinschaft sei das Ergebnis der sechs Handwerksbetriebe. Entscheidend seien die Kosten und dass die Halle nicht zu lange für den Sportbetrieb geschlossen werde. "Wenn es kostenmäßig interessant ist, sollte man die Halle auf jeden Fall erhalten", so die Meinung von Fritz Schmidt, ehemaliger RRK-Hockeyspieler, der zugleich betont, dass man nicht "mit aller Gewalt gegen einen Neubau" sei. Es müsse doch aber im Interesse der Stadt sein, Kosten zu sparen. Sollte die von den Handwerkern errechnete Sanierung günstiger sein als ein Neubau, der mit 12 bis 13 Millionen Euro veranschlagt ist, sei ein "Bürgerbegehren nicht ganz abwegig", so Nachtigall. Dann wolle man mit dem Sportbund, der sich bisher nach Ansicht der Interessengemeinschaft "etwas zu zurückhaltend" geäußert habe, über das weitere Vorgehen sprechen, ebenso mit Magistrat und Stadtverordneten. Aus Sicht von Schmidt sei es "kein Genickbruch", wenn die Stadtverordneten ihre Entscheidung für einen Neubau rückgängig machten.

Das immer wieder diskutierte Argument, dass bei einer Sanierung die Halle für zwei Jahre komplett geschlossen werden müsse, können die Sportler nicht nachvollziehen. Rainer Obmann, Volleyballer und einstiger Sportlehrer am Kantgymnasium, ist "zuversichtlich, dass es in einem zumutbaren Rahmen möglich ist, den Schulsport aufrecht zu erhalten". Es sei durchaus eine Sanierung in Etappen mit nur kurzen Zeiträumen der Schließung möglich.

Rüsselsheim verliert "Ort der Tradition"

In einer neuen Halle gebe es nicht mehr die vielen Möglichkeiten der Köbelhalle, gerade nicht die vielen Nebenräume. Auch wenn jetzt bei einigen Sportarten die Zuschauerzahlen rückläufig seien, könne sich dies jederzeit wieder ändern. Dann ärgere man sich vielleicht über einen Abriss, so Schmidt. Außerdem gebe es in der Region keine Halle dieser Größenordnung, sondern nur viel kleinere oder größere, sagte Obmann.

Peter Müller, ehemaliger Sportlehrer am Kantgymnasium, sieht zwar ebenso die Fakten im Vordergrund, doch das Emotionale, das viele mit der Halle verbinden, sei davon nicht zu trennen. So verliere Rüsselsheim bei einem Abriss einen "Ort mit Tradition", zudem werde der Begriff der Sportstadt in Frage gestellt. "Sonst haben wir nur Negativimage", weiß Obmann, dass die Köbelhalle von Gastsportlern stets gelobt wird.


Aus "Frankfurter Rundschau" vom 10.02.2010:

Neuer Anlauf gegen Abriss

In der Diskussion um die Walter-Köbel-Halle mischt ein weiterer Akteur mit. Um den früheren Rüsselsheimer Sportamtsleiter Dieter Nachtigall hat sich die Interessengemeinschaft (IG) Pro Köbelhalle gegründet. Das Gebäude bietet nicht nur Platz für Wettkämpfe, sondern auch für Breitensport, Kulturveranstaltungen, Konzerte, Messen und Ausstellungen. Allerdings ist es sanierungsbedürftig und soll abgerissen werden. Stattdessen soll ein Neubau für rund zwölf Millionen Euro entstehen.

Weil sich nicht nur die Initiative nicht von dem traditionsreichen Gebäude trennen möchte, prüfen lokale Handwerksbetriebe derzeit nochmals die Möglichkeit einer Sanierung. Für die IG steht fest: Ist eine Sanierung auch mit Blick auf die Folgekosten günstiger als Abriss und Neubau, wird mit allen Mitteln versucht, den Abriss des "Schmuckstücks", wie der Rüsselsheimer Hockeynationalspieler Fritz Schmidt die Halle nennt, zu verhindern. "Ein Bürgerbegehren ist nicht abwegig", sagte Dieter Nachtigall am Ende eines Pressegesprächs, bei dem neben ihm und Schmidt die ehemaligen Sportlehrer der Kantschule Rainer Obmann und Peter Müller sowie Hockeyspieler Mirko Fuchs die Ergebnisse des ersten IG-Treffens mit 24 Teilnehmern eine Woche zuvor erläuterten.


Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 10.02.2010:

"Ein Bürgerbegehren ist nicht abwegig"

Köbelhalle: Sportler, Funktionäre und Sportlehrer gründen Interessengemeinschaft

Sie wollen "keine Agitatoren gegen die Stadt" und "kein Störfeuer zwischen dem Magistrat und den sechs Handwerksbetrieben sein", die derzeit die Variante Sanierung der Walter-Köbel-Halle noch einmal prüfen, wie es der frühere Rüsselsheimer Sportamtsleiter Dieter Nachtigall formuliert. Und sie wollen laut dem ehemaligen RRK-Hockeynationalspieler Fritz Schmidt die Köbelhalle auch nicht "als unbezahlbares Sportlerdenkmal erhalten". Doch eines steht für die Mitglieder der neu gegründeten Interessengemeinschaft (IG) "Pro Köbelhalle" fest: Sollten die Handwerksbetriebe zu dem Ergebnis kommen, eine Sanierung werde günstiger als der Abriss und der für rund zwölf Millionen Euro geplante Neubau, wird die IG versuchen, mit allen Mitteln und mit Unterstützung der Bevölkerung den Abriss des "Schmuckstücks" (Schmidt) zu verhindern. "Ein Bürgerbegehren ist nicht abwegig", sagte Dieter Nachtigall gestern am Ende eines Pressegesprächs, bei dem neben ihm und Schmidt die ehemaligen Kantschule-Sportlehrer Rainer Obmann und Peter Müller sowie RRK-Hockeyspieler Mirco Fuchs die Ergebnisse des ersten IG-Treffens mit 24 Teilnehmern eine Woche zuvor erläuterten.

Ehemalige und aktive Sportler aus vielen Disziplinen wie Hockey, Judo, Volleyball, Fußball und Leichtathletik, Funktionäre und Sportlehrer, "denen die Köbelhalle mehr bedeutet als nur eine Halle zu sein" (Nachtigall), haben sich in der IG zusammengefunden, um für den Erhalt der Halle zu kämpfen – aber nur unter der Voraussetzung, dass die Kosten auch unter Berücksichtigung der Folgekosten unter denen des Neubaus liegen. Bis die Expertise der sechs Rüsselsheimer Handwerksbetriebe Ende des Monats vorliegt, heißt es deshalb erst einmal abwarten, ob und zu welchen Konditionen die Halle saniert werden kann. Erste Signale, dass die Sanierung den Schulsport nicht so stark beeinträchtigen könnte, wie befürchtet, seien allerdings schon empfangen worden.

"Die Halle ist Rüsselsheimer Kulturgut und eine der schönsten Hockeyhallen Deutschlands", meint Fritz Schmidt. "Wenn die Kosten im Rahmen bleiben, wäre es Blödsinn, so eine Halle aufzugeben, denn so einen Luxus bekommen wir nie wieder." Für Rainer Obmann gehört die Halle neben den Opelvillen zu den Dingen, die Außenstehende positiv mit Rüsselsheim verbinden. "Und mit ihrer mittleren Größe ist sie einmalig im Rhein-Main-Gebiet." Der ehemalige Kantschule-Sportlehrer warnt davor, den Fehler der sechziger Jahre zu wiederholen, "als Identifikationspunkte in der Innenstadt einfach platt gemacht wurden, denen man heute nachtrauert". Er kann sich vorstellen, dass auch aus anderen Gründen der Abriss der Köbelhalle forciert wird: "Schließlich ist das ein Filet-Grundstück und vielleicht hat schon der eine oder andere Investor ein Auge drauf geworfen".

Wie Obmann ist auch der RRK-Hockeyspieler und Kantschule-Sportlehrer Mirco Fuchs der Meinung, dass "Breitensport auch Spitzensport" benötigt. Zwar seien die Zuschauerzahlen in den Rüsselsheimer Kernsportarten Hockey, Volleyball und Judo derzeit nicht so groß wie in den erfolgreichen siebziger und achtziger Jahren, doch eine Aufwärtstendenz "angesichts verstärkter Bemühungen im Schulsport in den vergangenen Jahren" (Peter Müller) sei nicht ausgeschlossen. Und Spitzensport sei in der nur noch 800 statt bisher mehr als 2.000 Zuschauer fassenden neuen Halle kaum noch möglich.

"Die neue Halle wird nicht viel größer als die Sporthalle Dicker Busch mit etwas mehr Tribünenplätzen", befürchtet Rainer Obmann, während Dieter Nachtigall auch der Verlust der vielen Nebenräume in der Köbelhalle schmerzen würde. Nachtigall sieht die IG als "Interessenvertreter des Rüsselsheimer Sports" und deutet damit an, dass er und andere Mitstreiter nicht immer glücklich mit der Rolle des Sportbunds bei der Diskussion um die Zukunft der Köbelhalle waren. Gleichwohl wollen die IG-Mitglieder nach Bekanntwerden der Handwerker-Expertise mit dem Sportbund Gespräche führen und, so Nachtigall, "möglichst mit einer Stimme sprechen".


Aus "Main-Spitze" vom 07.01.2010:

Die Zeichen stehen auf Abriss

KÖBELHALLE   Mehrheit der Fraktionen sieht Angebot von Unternehmern zur Sanierung eher skeptisch

Die "Main-Spitze" hat den Fraktionen im Stadtparlament Fragen zu wichtigen Rüsselsheimer Themen gestellt. Diese drucken wir in loser Reihenfolge ab.

Wie sehen Sie die Chance, dass durch das Engagement der Unternehmer die Köbelhalle vielleicht doch saniert werden kann?

Die Tage der Walter-Köbel-Halle scheinen gezählt zu sein.

Nils Kraft und Jens Grode, SPD: Bürgerschaftliches Engagement im allgemeinen ist erst einmal ausdrücklich zu begrüßen. Von Seiten der Stadt wurde ein Konzept erstellt, das den gesamten sportlichen aber auch brandschutztechnischen, energetischen, finanziellen und sonstigen Anforderungen sowie der Schadstoffsanierung genüge tat und in der Stadtverordnetenversammlung eine Mehrheit fand.

Wir sind äußerst skeptisch, dass jenseits der durch die Fachleute der städtischen Bauverwaltung dargelegten Alternativen ein noch überzeugenderes Konzept gefunden werden kann. Die SPD will aber natürlich solch eine Initiative nicht im Keim ersticken. Die SPD geht davon aus, dass der bereits eingeschlagene Weg nach Prüfung durch die sechs Unternehmer auf noch größere Akzeptanz stoßen wird.

Dennis Grieser, Grüne: Nach unserem gegenwärtigen Wissensstand erscheint der Abriss mit anschließendem Neubau für die Stadt am günstigsten, für die Umwelt unter dem Gesichtspunkt der Energieeinsparung am nachhaltigsten und für die Sportler am wenigsten beeinträchtigend, da der Sportbetrieb während der Arbeiten aufrechterhalten werden kann. Dennoch warten wir aufgeschlossen auf die Ergebnisse der Unternehmer.

Heinz Schneider, CDU: Das Engagement der Gruppe Rüsselsheimer Handwerker ist ausgesprochen lobenswert und kommt dem Wunsch zahlreicher Rüsselsheimer entgegen, die diese Sport- und Festhalle als einen wichtigen Identifikationspunkt in dieser Stadt betrachten. Wir erwarten, dass die städtische Verwaltung diese Unternehmer ernsthaft unterstützt. Wir hoffen natürlich, dass hier möglicherweise ein Weg aufgezeigt wird, um die Halle zu erhalten und auch noch städtische Gelder eingespart werden können. Dazu vertrauen wir auf die Sach- und Fachkompetenz dieser Gruppe. Wir wünschen auch, dass sie sich mit dem Projekt nicht übernehmen und die nötige Kraft haben, diese Aufgabe zu lösen. Das Endergebnis können wir aber zu diesem Zeitpunkt nicht vorhersehen, denn wir kennen die Tücken von Sanierungsmaßnahmen von altem Bestand. Ein positives Ergebnis wäre jedoch ein "Knaller" für diese Stadt.

Wolfgang Merz, FDP: Die Bereitschaft der Unternehmer, die Sanierung der WKH in eigener Regie und auf eigene Kosten zu prüfen belegt bürgerschaftliches Engagement und ist höchst ehrenwert. Hier zeigt sich, dass es den Bürgern in Rüsselsheim eben doch nicht egal ist, wie mit den Werten und Einrichtungen ihrer Stadt umgegangen wird. Aber anstatt dieses Engagement dann auch positiv zu würdigen, musste man den Eindruck gewinnen, dass diese Initiative der politischen Spitze aus Magistrat und Koalition unwillkommen ist. Ein größere Baumaßnahme, insbesondere eine Sanierung, lässt sich niemals bis ins letzte Detail im Vorhinein berechnen. Sanierung oder Neubau der WKH ist weniger eine Frage der Kosten, als vielmehr eine der Einstellung. Wer einer gesichts- und geschichtslosen Stadt das Wort redet, der reißt ab und baut neu, auch mit dem Ziel, sich selbst mit einer "zeitgemäßen" Mehrzweckhalle ein Denkmal zu setzen.

Florian Haupt, Liste Rüssel: Auch wenn die Liste Rüssel das Engagement begrüßt, ob man die Halle doch noch sanieren kann, ist die falsche Fragestellung und geht völlig an der Realität vorbei. Der Neubau der Halle ist in der derzeitige Finanzsituation absoluter Wahnsinn. Die Stadt wird durch Kredite und Betrieb der Halle mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr für die nächsten Jahrzehnte belastet. Das ist finanzpolitischer Wahnsinn! Keine der Fraktionen, die den Beschluss gefasst haben, haben auch nur eine Silbe zur Finanzierung dieser Kosten gesagt. Der Oberbürgermeister genauso wenig. Ein völliges Politikversagen auf ganzer Linie!


Aus "Main-Spitze" vom 31.12.2009:

Ein Wahrzeichen als Wrack

BILANZ 2009   Stadtverordnete beschließen Neubau der Köbelhalle / Unternehmer erstellen Sanierungskonzept

Die Zukunft der Köbelhalle ist nach wie vor ungewiss, ein Neubau derzeit die aktuelle Sachlage.

(ade). Während in der Innenstadt nach wie vor auf eine Umgestaltung gewartet wird, geht es 2009 am Mainvorland weiter voran. Nachdem ein privater Investor 2008 eine Kerosin-Pipeline verlegt hat, wird ein neuer Fuß- und Radweg, deutlich näher am Main, erstellt. Zum Verweilen laden die Uferplätze ein, die bereits 2008 unmittelbar am Fluss angelegt wurden. Getrübt wird die Freude allerdings dadurch, dass Unbekannte immer wieder das Pflaster der Plätze herausreißen und die Bänke beschmieren.

Neu ist das Biotop, das anstelle eines Pappelwäldchens in Höhe des alten Opelschwimmbades eingerichtet wird. Es soll später mit einem Weg an das Opelbad angebunden werden. Denn hierhin soll der SC Opel, der bisher sein Trainingsgelände an der Walter-Köbel-Halle hat, verlegt werden. Wann, ist allerdings völlig offen. Denn zuerst muss endgültig entschieden werden, was mit der Köbelhalle geschieht – Sanierung oder Neubau. Bei einem Neubau, der nach den bisherigen Plänen neben der alten Halle errichtet werden soll, wird eventuell auch etwas Gelände des bisherigen Sportplatzes benötigt, auf dem ansonsten Wohnbebauung entstehen soll.

Eigentlich sind im Stadtetat keine Mittel für solch ein teures Projekt vorhanden, doch die Auflagen des Brandschutzes haben beim Regierungspräsidenten eine Ausnahmegenehmigung für diese 12,4 Millionen Euro teure Investition ermöglicht. Zwar haben die Stadtverordneten sich mehrheitlich für einen Neubau ausgesprochen, doch sechs Rüsselsheimer Unternehmer haben Ende November angeboten, auf eigene Kosten einen Vorschlag für eine Sanierung des Rüsselsheimer Wahrzeichens zu erarbeiten. Sie wollen nun bis Ende März ein Konzept vorlegen, parallel laufen jedoch die Planungen für einen Neubau weiter.

Nicht nur die Unternehmer und viele Bürger wollen "Rüsselsheims gut Stubb" erhalten, sondern auch einige Vereine haben Bedenken gegen einen Neubau geäußert, weil sie glauben, dann nicht mehr die Bedingungen vorzufinden, die sie benötigen. Die Stadtverwaltung geht aber davon aus, dass 95 Prozent der jetzigen Möglichkeiten auch später vorhanden sein werden. Einige Vereine fühlen sich nicht ausreichend im Vorfeld angehört. Ein Gespräch mit der Magistratsspitze hilft schließlich, Bedenken auszuräumen.


Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 04.12.2009:

Konsortium will Termine

Köbelhalle: Offener Brief der Handwerker, die ein Bürgergutachten erstellen wollen

In einem offenen Brief hat sich das sechsköpfige Konsortium von Rüsselsheimer Handwerksbetrieben, das sich wie mehrmals berichtet erboten hat, zum Erhalt der Walter-Köbel-Halle ein kostenloses Gutachten zu erstellen, an Oberbürgermeister Stefan Gieltowski gewandt. In dem Schreiben, das auch den Fraktionen im Stadtparlament überstellt wurde, heißt es, als "langjähriger Rüsselsheimer Bürger" werde Gieltowski "sicherlich Verständnis" für die Motivation haben, ein "identitätsstiftendes Gebäude dieser Stadt zu erhalten".

Das Stadtparlament habe einstimmig beschlossen, dieses "bürgerschaftliche Engagement für den möglichen Erhalt der Walter-Köbel-Halle" zuzulassen.

Man wolle fachliches Know-How einbringen, um die "uns zu hoch erscheinenden Sanierungskosten" zu minimieren. Man sei der Meinung, dass es nicht abschließend gewürdigte alternative Lösungsansätze gebe. In einer hochverschuldeten Stadt müssten kostenreduzierende Lösungen "sicher willkommen" sein.

Dazu benötige man aber "die uneingeschränkte Einsicht in alle relevanten Unterlagen, sowie Unterstützung und Meinungsaustausch mit den zuständigen Verwaltungsstellen".

Dafür benötige man "baldmöglichst Auswahltermine für ein Treffen mit Ihnen, bei dem wir die weitere Vorgehensweise, eventuell auch schon mit weiteren Vertretern der Veraltung, besprechen können". Es sei bekannt, "dass das Parlament zeitlich begrenzte Vorstellungen hat, wann unsere Vorschläge vorliegen sollen. Dies kann nur gelingen, wenn wir Ihre uneingeschränkte Unterstützung erfahren".


Aus "Frankfurter Rundschau" vom 28.11.2009:

Neubau hat Priorität

Die Stadtverordnetenversammlung hat am Donnerstagabend einstimmig einem Dringlichkeitsantrag der CDU zugestimmt, dass sechs Rüsselsheimer Handwerksbetrieben, die auf eigene Kosten ein Sanierungskonzept für die Köbelhalle vorlegen wollen, keine Steine in den Weg gelegt werden: Der Magistrat soll nun "den Firmen schnellstmöglich alle zur Erstellung des Konzeptes erforderlichen Unterlagen einschließlich der erstellten Gutachten zur Verfügung stellen".

Walter-Köbel-Halle

Aber das Entgegenkommen hat Grenzen: Mit 23 gegen 22 Stimmen setzte sich die rot-grüne Koalition gegen die Opposition durch, wonach der Parlamentsbeschluss vom September nicht bis Februar 2010 ausgesetzt wird. Also laufen die Vorbereitungen für den Hallenneubau mit Kosten in Höhe von 13,4 Millionen Euro ungestört weiter. Laut Baudezernentin Silke Klinger (parteilos) steht schon die Ausschreibung des Architektenwettbewerbs an.

CDU-Fraktionschef Heinz Schneider hatte gefordert, gute Ideen müssten in dieser Stadt eine Chance haben. Angesichts des großen finanziellen Aufwandes berühre die Köbelhalle die Zukunft der Stadt. Dass der Magistrat nicht einmal mehr drei Monate Zeit verlieren will, verwundert Schneider.

Zeit ist kein Problem?

Nils Kraft (SPD) erinnerte daran, dass es in Sachen Köbelhalle eine Entscheidung gibt, "die wir für richtig halten". Auch seine Fraktion wolle den Gewerbetreibenden nicht vor den Kopf stoßen, glaube aber nicht an ein praktikables Ergebnis. Nach Auffassung von Dennis Grieser (Grüne) bleibt es den Anbietern unbenommen, sich bis Februar mit dem Projekt zu beschäftigen, "ohne dass wir heute den Beschluss aussetzen". Diese Haltung wiederum verwunderte Wolfgang Merz (FDP): Die Lösung des Problems Köbelhalle sei schon so lange hinausgeschoben, dass es auf drei Monate nicht mehr ankomme.

Während Karl-Heinz Schneckenberger (Die Linke) dafür plädierte, jede Möglichkeit der Kosteneinsparung zu prüfen, nannte Florian Haupt (Liste Rüssel) den September-Beschluss unverantwortlich. Er warf dem Magistrat vor, kein Wort zur Finanzierung einer jährlichen Belastung von 1,5 Millionen Euro durch Zinsen und Tilgung zu verlieren.

Gegen Sanierung

Oberbürgermeister Stefan Gieltowski (SPD) erklärte, bei allem Respekt für das Engagement gebe es keine Veranlassung, das Verfahren Neubau zu unterbrechen. Schadstoff- und Brandschutzauflagen, energetische Vorgaben und die Sicherheit sprächen deutlich gegen eine Sanierung. Stadträtin Klinger machte eine Rechnung auf, die ihrer Einschätzung nach mit dem Angebot der Betriebe nie erfüllt werden könne. Denn deren Angebot müsste um fünf Millionen Euro unter den errechneten Sanierungskosten von 17,4 Millionen Euro liegen, um mit einem Neubau konkurrieren zu können.

SPD-Chef Herbert Schmidt stellte mit Blick auf "endlose Debatten" fest, Rüsselsheim habe ein Entscheidungsproblem. Da werde monatelang beraten, um anschließend wieder alle Ergebnisse in Frage zu stellen. Schmidt: "Die Frage ist, sanieren oder neu bauen? Wir haben entschieden." (eda)


Aus "Frankfurter Rundschau" vom 26.11.2009:

Stadt bietet Handwerkern Gespräch zu Köbelhalle an

Als Zeichen bürgerschaftlichen Engagements hat die Stadt Rüsselsheim die Initiative der Handwerksbetriebe gelobt, die anbieten, ein Sanierungskonzept für die Walter-Köbel-Halle zu erstellen. Sie weist aber darauf hin, dass die Sporthalle ein komplexes Bauwerk sei in Bezug auf Brandschutz und Schadstoffsanierung. In einer Pressemitteilung heißt es, die Stadt sei daher bereit, den Handwerkern von Fachleuten darlegen zu lassen, "was der Stand der Vorprüfungen war", die zu dem Beschluss des Stadtparlaments geführt haben, das Gebäude abzureißen und ein neues zu bauen. (ers)


Aus "Frankfurter Rundschau" vom 24.11.2009:

Vorschlag zur Köbelhalle

Sechs Rüsselsheimer Unternehmen haben sich zusammengetan, um den Abriss der Walter-Köbel-Halle doch noch zu verhindern. Sie bieten der Stadt an, kostenfrei ein Sanierungskonzept auszuarbeiten. Ihr Angebot unterbreiten sie dem Magistrat und den Stadtverordneten in einem Brief, der mit der Betreffzeile "Bürgerliches Engagement zur Köbelhalle" überschrieben ist.

Im September hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Sporthalle abreißen und einen Neubau errichten zu lassen. Nach Auffassung der sechs Unternehmer habe die Köbelhalle aber eine gute Bausubstanz. Eine Sanierung bei laufendem Betrieb, gestreckt auf mehrerer Jahre, könnte kostengünstiger sein als der geplante Neubau, erklärt Knut Schaeffter, Sprecher der Fachbetriebe.

Für ein Konzept müssten die Stadtverordneten drei Voraussetzungen schaffen: Erstens den Neubau- und Abrissbeschluss aussetzen, zweitens der kostenfreien Ausarbeitung eines Sanierungskonzepts zustimmen und drittens den Magistrat beauftragen, alle Unterlagen zu Verfügung zu stellen. Ihren Stempel unter den Brief gesetzt haben die Sanitärfirma Edling & Schaeffter, die Josch Metallgestaltung, die Elektrotechniker Rudolf Fritz GmbH & Co. KG, die Dachdeckerei Bender, der Glasbauer Bockius und die Fritz Andel Baudekoration. (vol/ers)


Aus "Frankfurter Rundschau" vom 06.06.2009:

Köbelhalle – Neubau oder Sanierung?

Von Madeleine Reckmann

Die Walter-Köbel-Halle ist den Sportlern ans Herz gewachsen. Eine wahre Perle sei sie, sagte Jörg-Dieter Häußer vom Sportbund Rüsselsheim in der Ausschuss-Sondersitzung am Donnerstag. Schließlich trainierten in den diversen Übungsräumen und Hallen des Sportzentrums an der Adam-Opel-Straße 20 Vereine, die dort glücklich seien. Unter anderem gibt es Ballett-, Boxer- und Krafträume sowie einen Schießstand. Alles perfekt also. Die Halle soll bleiben. Die Verwaltung hatte die Nutzer um Stellungnahme gebeten. Denn sie muss über Sein oder Nichtsein der Walter-Köbel-Halle entscheiden.

Die 1972 erbaute Halle ist stark sanierungsbedürftig. Der Brandschutz fordert Sicherheitsumbauten, weil Fluchtwege und rauchdichte Abtrennungen in Deckenbauten und Technikräumen fehlen. Es wurden Schadstoffe in den Baumaterialien gefunden und die Halle ist eine wahre Energieschleuder, was für Baudezernentin Silke Klinger (parteilos) eine energetische Sanierung erforderlich macht.

Magistratskonzept

Der Vorschlag des Magistrats orientiert sich am Bedarf der Immanuel-Kant-Schule und der Vereine. Er sieht eine große Halle vor, die dreifach unterteilt werden kann, zudem eine Tribüne für 800 Zuschauer (jetzt 1880).

Die Trainingsräume sind vergleichbar mit denen der jetzigen Halle. Räume für moderne Sporttrends sind eingeplant. Ein Schwimmbad soll es nicht geben.

Lokale Sportveranstaltungen sind möglich, nationale und internationale Wettkämpfe nicht. Lokale Messen, Mitarbeitertreffen und der Sportlerball können wie bisher stattfinden. Für den Auftritt großer Stars ist die Halle nicht geeignet.

Eine Sanierung kostet je nach Berechnung 11,2 Millionen bis zu 19 Millionen Euro. Das Planungsunternehmen AGN hält sie zudem für "nicht praktikabel", zumal im laufenden Betrieb wegen der Schadstoffe nicht saniert werden könne.

Die Argumente der Sachverständigen, die Stadtverwaltung hat neben AGN auch die Unternehmensberatung Altenburg eingeschaltet, tendieren in Richtung Neubau, und zwar für die mittlere der drei Planvarianten.

Der Magistrat hat sich diesem Vorschlag angeschlossen. Die sogenannte Variante 2 soll 11,9 Millionen Euro kosten, deckt den regelmäßigen Trainingsbetrieb der Vereine und der benachbarten Immanuel-Kant-Schule ab.

Der Nachteil: Wettkämpfe auf nationalem und internationalem Niveau sind nicht mehr möglich. Die Schule hatte sich mit diesem Vorschlag einverstanden erklärt. Da der Betrieb in der alten Halle fortgesetzt werden kann, so lange die neue auf einem der drei benachbarten Parkplätzen errichtet wird, fallen keine Sportstunden aus.

Die Kletterwand ist zu hoch

Die Vereine möchten jedoch auf die Wettkampfbedingungen nicht verzichten. Die Leichtathleten richten in der Walter-Köbel-Halle Sprintwettbewerbe, die Volleyballer Erstligaspiele und die Tänzer Tanzwettkämpfe aus. Auch die Kletterer hätten das Nachsehen. Ihre neun Meter hohe Kletterwand passt in die Variante 2 nicht hinein.

Wenn es schon ein Neubau sein müsse, solle eine große Halle in dem Komplex verlängert und die Deckenhöhe auf neun anstatt sieben Meter angehoben werden, schlagen die Vereine vor. Die Stadtverordneten sollen am 25. Juni darüber entscheiden.


Aus "Frankfurter Rundschau" vom 07.05.2009:

Neubaupläne für die Köbel-Halle

Von Madeleine Reckmann

Die besten Jahre der Walter-Köbel-Halle sind vorbei. Schon lange ist es her, dass die SG Wallau-Massenheim ihre Handball-Bundesligaspiele dort ausrichtete. Ewigkeiten entfernt scheinen die Auftritte von Rockgruppen wie Styx oder Uriah Heep zu sein. Mike Oldfield präsentierte sich 1982 dort seinen Fans.

Die Stars kommen nur noch in die Metropolen, die schon lange mit Konzerthallen nachgerüstet haben. Seit Jahren gibt es in der Köbelhalle nur noch Reptilien- oder Baumessen oder Mitarbeiterversammlungen. Heute nutzen die benachbarte Immanuel-Kant-Schule und 20 Vereine das Gebäude als Sporthalle.

Aber das Alter setzt ihm zu. Lüftung, Heizung und Sanitäranlagen sind laut Baudezernentin Silke Klinger (parteilos) dringend sanierungsbedürftig. Fenster und Gebäudehülle müssten der neusten Energiesparverordnung angepasst werden. Auch ein barrierefreier Zugang wäre schön. Klinger schätzt den Sanierungsbedarf der Köbelhalle auf 11,2 Millionen Euro. Oder ist ein Neubau nicht gleich gescheiter? Der Vorteil wäre, dass Schule und Vereine die alte Halle weiter nutzen können, bis die neue auf einem der drei benachbarten Parkplätze fertig ist.

Unternehmensberatung erarbeitet drei Neubau-Vorschläge

Die Düsseldorfer Unternehmensberatung Altenburg hat nun im Auftrag der Stadt rein rechnerisch die Kosten für die Sanierung drei Neubauvarianten von 6,2 Millionen, 11,9 Millionen und 16 Millionen Euro gegenübergestellt. Die kleinste Variante versorgt den Schulsport, die mittelgroße entspricht einer multifunktionalen Halle, die etwa der Köbelhalle entspricht. Die dritte könnte die Handballbundesliga wieder anlocken.

Für welche sich die Stadt entscheidet, dürfen die Nutzer mitbestimmen. Alle Varianten werden den Vereinen mit der Bitte um Stellungsnahme vorgestellt. Klinger hofft auf eine einheitliche Rückmeldung. Angst vor überteuerten Vorstellungen hat Klinger nicht. "Bislang haben sie konstruktive Vorschläge gemacht", sagt sie. Am Donnerstag, 4. Juni, um 18 Uhr werden die Pläne im Sportausschuss vorgestellt.