Home

Allgemein

Hockey

Rudern

Tennis

Archiv Kontakt Sitemap Impressum

Das Mainvorland an der Festung vor dem RRK-Bootshaus,

seine Veränderungen in den Jahren 2008, 2009 und 2010

sowie Planungen für die Zukunft

Bilder vom 28. Februar 2010: Hochwasser und Sturm

"Alter Mann" mit Hund bei Sturm und Hochwasser am Main


Bilder vom 21. Dezember 2009: "Es hat geschneit!"

Blick vom Mainuferweg nach Osten zum RRK-Bootshaus

Blick vom Mainuferweg nach Süden zum RRK-Bootshaus

Blick vom Mainuferweg nach Süd-Osten zum RRK-Bootshaus

Blick von der Opel-Brücke nach Süd-Westen

Das RRK-Bootshaus von der Opel-Brücke

Das Feucht-Biotop im Schnee

Blick nach Westen von der Opel-Brücke in Richtung RRK auf das Feucht-Biotop "Altmain"


Bilder vom 8. Dezember 2009

Blick vom RRK-Bootssteg nach Westen

Blick vom RRK-Bootssteg nach Osten Richtung Opelbrücke

Winterstimmung am RRK-Bootshaus


Bilder vom 23. September 2009

Blick vom Main auf das nun nicht mehr "zuwachsende" RRK-Bootshaus

Blick vom RRK-Bootssteg nach Westen

Blick vom RRK-Bootssteg nach Osten: "Starker Schiffsverkehr"

"Touristik trifft Sport" auf dem Main vor Rüsselsheim

Blick vom Mainuferweg nach Osten zum RRK-Bootshaus

Blick von Osten Richtung RRK-Bootshaus auf das Feucht-Biotop: "Wird das noch etwas?"


Bilder vom 6. August 2009

Blick auf das langsam "zuwachsende" RRK-Bootshaus

Blick vom Mainuferweg nach Osten zum RRK-Bootshaus

Blick Richtung Opelbrücke auf das Feucht-Biotop

Blick Richtung RRK-Bootshaus auf das Feucht-Biotop

Blick nach Westen von der Opel-Brücke in Richtung RRK auf das Feucht-Biotop "Altmain"


Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 29.07.2009:

Neues Biotop am Main: Anspritzgrün trifft auf Wasserminze

Als die Stadt gestern Nachmittag die Presse zum Bepflanzungsauftakt an das neu zu schaffende Biotop im Mainvorland lud, hatten die Helfer vom Ausbildungsverbund Metall (AVM) schon weitgehend den Grundstock zum Gedeih dieses Stücks Natur gelegt. 440 am Vortag gesetzte Uferstauden säumten den zentralen See und badeten ihrer Wurzeln im Uferfiltrat des Mains. Insgesamt 13 einheimische Arten, von der Wasserminze bis zum Igelkolben, wurden streng nach Besiedelungsplan am Ufer verteilt. Ein Gießener Spezialunternehmer verspritzte zudem ein müffelndes Gemisch aus Grassämereien, organischem Kleber und Dünger (kurz Anspritzbegrünung) auf das 7000 Quadratmeter große, an eine Kraterlandschaft erinnernde Gelände, das schon im Herbst frisches Grasgrün decken und vor Erdabtrag schützen soll. Wie berichtet, teilen sich die Stadt, die Regionalpark GmbH und die "Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region" zu je einem Drittel diese ökologische Aufwertung des Mainufers, auf Höhe des Stadions, zwischen Fußballplatz und Mahdwiesen. Der Natur in dieser artenarmen Nachbarschaft per Pflanzung nicht auf die Sprünge zu helfen, würde nur Klette, Brennnessel und Brombeere Tür und Tor öffnen, erklärte Bernd Hoffmann vom planenden Umweltbüro.

Bei den Arbeiten am Gelände und bei der späteren Pflege kooperiert die Stadt mit dem AVM, der Qualifizierungsgruppen mit Jugendlichen und älteren Teilnehmern einsetzt. Wegen der Sommerferien waren Mitglieder der AVM-Qualifizierungsgruppe 50Plus grüne Geburtshelfer. Im Spätherbst werden dann noch auentypische Bäume gepflanzt und neben dem AVM auch Schulklassen eingebunden. Norbert Bauer, Rüsselsheimer Gewässerschutzwart, zeigte sich gestern überglücklich über das Zustandekommen des naturnahen, artenreichen Sees. Ähnliches sei schon vor Jahren im "Arbeitskreis Wasser" der Lokalen Agenda gefordert, damals aber von der Stadt "auf die lange Bank geschoben" worden.

Beim gestrigen Pressetermin mit Baustadträtin Silke Klinger und Bernd Abeln von der Flughafenstiftung war auch die Rede, dass sich Rüsselsheim mit diesem Vorhaben stärker dem Fluss öffne. Hier hakte Bernd Hoffmann ein und verwies gleich auf „die nächste Baustelle“, den Ufersaum mit den hohen Bäumen. Den gelte es auszudünnen, damit vom neuen Uferweg aus überhaupt etwas vom Fluss zu sehen ist.

Schulklassen und Kitas, die den See als "grünes Klassenzimmer" für Biologieunterricht im Freien nutzen wollen, wenden sich an Reinhard Ebert, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Planung, Telefon 06142 832180. pel

Mitarbeiter vom AVM bepflanzen die Ufer des neuen Biotops am Mainvorland nahe der Opelbrücke.


Aus "Main-Spitze" vom 29.07.2009:

"Refugium zur Erholung"

MAINUFER   Erdarbeiten am künftigen Biotop abgeschlossen / 39 000 Euro Stiftungszuschuss

(tos). "Im Herbst wird man nicht mehr erkennen können, dass hier eine Baustelle war", verspricht Stadträtin Silke Klinger. Gerade hat die Gießener Firma Bender per "Hydrosieder" ein Samen-Naturkleber-Gemisch auf den braunen, bislang nur sehr spärlich bewachsenen Boden gespritzt, der bald als neues Naturbiotop so aussehen soll, als ob nie ein Mensch Hand an diese Fläche gelegt hätte.

So sieht es das Konzept von Bernd Hoffmann vor, der Planer des Renaturierungsprojekts am Mainufer nahe der Opelbrücke. 117 000 Euro lässt die Stadt sich die Wiederbegrünung kosten, deren Erdarbeiten bereits abgeschlossen sind. Das Herzstück des Biotops bildet ein Grundwasser-Teich, der in einem Altmainarm liegt. 39 000 Euro übernimmt die Stiftung Flughafen Frankfurt, deren Geschäftsführer Bernd Abeln sich ein Bild von der Lage machte.

"Rüsselsheim entdeckt wieder, dass es am Main liegt", befand Abeln. Die Stadt würde mit dem Begrünungsprojekt "die Verbindung zwischen Fluss und Stadt für die Bürger" wieder herstellen. Die Gestaltung dieser Verbindung ist detailliert geplant. Damit nicht Brombeeren und Schilf am Mainvorland Wildwuchs treiben, führen die Mitarbeiter des Ausbildungsverbundes Metall (AVM) eine flächendeckende Bepflanzung durch.

Die, wie Hoffmann betonte, ausschließlich heimischen Gewächse wachsen auf einer Spezialoberfläche, deren Grundlage ein vollständig natürlicher Zellulosekleber bildet, der den Boden und das Saatgut binden soll. Mit Strohhexel versehen, stellt die "Klebe-Schicht" eine "homogene Boden-Grundlage" für Dünger und Samen dar. Die Feuchtigkeit sammelt sich auf dieser Oberfläche und lässt ein gleichmäßiges, rasches Wachstum des Saatguts zu.

Rund 200 immergrüne Binsengraspflanzen sollen auf der dem Main zugewandten Seite des Biotops wachsen, damit den Bürgern ein bequemer Weg zum Teich geebnet wird. 440 höher wachsende Uferstauden in 16 unterschiedlichen Arten am Ufer und auf der Rückseite des Gewässers sowie zwei Röhrichtzonen an den Seiten des Teichs geben dem "Refugium zur Erholung, das Mensch und Natur zusammenbringen soll" (Klinger), einen wildromantischen Charakter. Das Biotop soll auch als "grünes Klassenzimmer" dienen, wie Klinger betonte. Schulklassen sollen dort, nach erhoffter Ansiedlung von Wasservögeln, Amphibien und Insekten, die heimische Natur erkunden.

"Es ist eine Sache der Pflege, wie es jetzt weitergeht", betonte Hoffmann. Diesbezüglich hat AVM-Projektleiter Hans-Herbert Kirchhof bereits zugesichert, dass seine Qualifizierungsgesellschaft die Entwicklung des Biotops im Blick halten wird.


Bilder vom 29. Juni 2009 (der neue Mainufer-Weg ist asphaltiert)

Blick nach Westen von der Bootshaus-Terrasse

Blick nach Norden zum RRK-Bootssteg von der Bootshaus-Terrasse

Blick zum Bootshaus vom RRK-Bootssteg

Blick nach Osten vom Bootshaus

Blick nach Westen vom Bootshaus


Aus "Main-Spitze" vom 23.06.2009:

Altmainarm sorgt für Wasser

MAINUFER   Biotop wird gebaut / Neuer Uferweg Ende der Woche für Benutzung frei

Von Alexandra Dehne

Noch ist es ein großes Erdloch mit Wasser, doch schon in wenigen Wochen sollen die ersten Anpflanzungen für das künftige Biotop nahe der Opelbrücke am Mainvorland erfolgen. Schon vor längerer Zeit waren größere Aushubarbeiten durchgeführt worden, da die Erde für den Bau des neuen Mainuferweges benötigt wurde. Seit etwa zwei Wochen haben die eigentlichen Arbeiten zur Verbreitung des Loches und der Verflachung der Ufer begonnen, wie Stadtsprecherin Silke Fey auf Nachfrage der "Main-Spitze" erläuterte.

Befüllt mit Wasser werden muss das Biotop nicht, der nahe Main sorgt dafür ganz von selbst, liegt es doch in einem Altmainarm, so dass so genanntes Uferfiltrat von selbst aus dem Mainwasser hochgedrückt wird. Wenn Mitte Juli die Erdarbeiten fertig sind, werden Wasserpflanzen gesetzt, die Bäume können allerdings aus Vegetationsgründen erst im Herbst folgen.

Beschwerden, wie es sie bei Bekanntwerden der Pläne für das Biotop aus der Bevölkerung gegeben hatte, gebe es derzeit nicht mehr, berichtete Fey. Viele Rüsselsheimer hatten die Fällung der 43 Pappeln beklagt, die jedoch nach Gutachten größtenteils morsch waren und mit rund 40 Jahren ihre Lebenszeit erreicht hatten.

Finanziert wird das Biotop von der Regionalpark RheinMain GmbH, der Stadt Rüsselsheim und der Stiftung Flughafen Frankfurt für die Region. Es soll auch von Kindergärten und Schulen für den Unterricht genutzt werden, der Ausbildungsverbund Metall ist bereits jetzt an der Realisierung beteiligt.

Während die Gänze des Biotops wohl erst im nächsten Jahr richtig zur Geltung kommen wird, kann voraussichtlich schon ab Ende der Woche der neue Mainuferweg zur Benutzung frei gegeben werden. Dieser drei Meter breite asphaltierte Weg war nach dem Bau der Kerosinpipeline von Gustavsburg zum Frankfurter Flughafen durch deren Betreiber Mainline GmbH erstellt worden. Dafür wird der derzeit vorhandene Weg, der deutlich weiter weg vom Main liegt, zurückgebaut und renaturiert.

Insgesamt ist die Umgestaltung des Mainvorlandes, die bis 2020 andauern soll und am Donnerstag in der Stadtverordnetensitzung zum Beschluss ansteht, mit 4,8 Millionen Euro veranschlagt. Erarbeitet wurde sie durch Arbeitsgruppen anhand eines Magistratsentwurfs aus dem Jahr 2007.

So ist beispielsweise in Höhe des Biotops auch vorgesehen, eine Anbindung des künftigen Sportparks auf dem ehemaligen Opelbad-Gelände zum Main zu schaffen. Da aber der Umzug des SC Opel dorthin noch einige Jahre dauern wird, ist im Mainufer-Konzept das Jahr 2012 dafür genannt.


Bilder vom 18. Juni 2009 (der neue Mainufer-Weg wird asphaltiert)

Blick nach Norden zum RRK-Bootssteg von der Bootshaus-Terrasse

Blick nach Westen von der Bootshaus-Terrasse

Blick nach Osten zum RRK-Bootshaus

Blick vom RRK-Bootshaus nach Westen

Blick vom Bootssteg nach Süden zum RRK-Bootshaus

Baustelle des Radwegs vor den Tennisplätzen

Baustelle des Radwegs am Sportplatz

Baustelle de Radwegs zwischen Feucht-Biotop und Main

Blick Richtung Opelbrücke auf die Baustelle des Feucht-Biotops

Blick nach Westen von der Opel-Brücke in Richtung RRK auf die Baustelle des Feucht-Biotops "Altmain"


Bilder vom 6. Juni 2009 (der neue Mainufer-Weg wird geschottert, der alte beseitigt)

Blick nach Osten zum RRK-Bootshaus

Zeichen an den Fotografen von der Bootshaus-Terrasse: "Einladung zum Bier?"

Blick nach Westen zum RRK-Bootshaus

Blick nach Südwesten zum RRK-Bootshaus

Blick nach Westen von der Opel-Brücke in Richtung RRK auf die Baustelle des Feucht-Biotops "Altmain"

Blick nach Westen von der Bootshaus-Terrasse

Blick nach Norden zum RRK-Bootssteg von der Bootshaus-Terrasse


Aus "Main-Spitze" vom 12.05.2009:

Umgestaltungspläne am Mainufer: Öffentliches WC als zentraler Wunsch

Für die Neugestaltung der Grün- und Freiflächen am Mainufer, nach Ansicht des Magistrats "eines der wichtigsten Projekte für die Rüsselsheimer Stadtentwicklung der nächsten Jahre", hat das oberste Rathaus-Gremien den Stadtverordneten eine ungewöhnlich umfangreiche Vorlage von zehn eng beschriebenen Text-Seiten vorgelegt, die Planungen bis ins Jahr 2020 beschreibt. Hierfür sind Ausgaben in Höhe von 4,8 Millionen Euro vorgesehen. Die Kommunalpolitiker sollen in der Juni-Sitzungsrunde über das Konzept entscheiden.

Nachdem bereits im Jahr 2007 erste Entwürfe für eine Umgestaltung des Mainufers vorgestellt und auch vom Parlament beschlossen wurden, haben anschließend Sitzungen der Arbeitsgruppen stattgefunden, an denen sich neben den politischen Fraktionen auch Fachgremien aus den Bereichen Naturschutz, Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Sport sowie Anwohner und städtische Ämter beteiligten.

Der Weg östlich des RRK-Tennisplätze zum Main mit neuen Bäumen

Zusätzlicher Festplatz

Das Ergebnis ist, so der Magistrat, dass die Planung eines Frankfurter Landschaftsarchitekten-Büros breite Zustimmung erfuhr, allerdings gab es auch zahlreiche zusätzliche Anregungen oder auch Ablehnungen.

So soll eine vorgesehene Schaffung eines zusätzlichen Festplatzes im Wiesenbereich östlich des Landungsplatzes nicht weiter verfolgt werden. Ein starkes Interesse wird hingegen an der Schaffung von Spielangeboten auf dem Mainvorland gesehen, und zwar vor allem im Bereich Westend. Sie müssen naturnah und auch verträglich mit dem Überschwemmungsgebiet sein.

Als zentraler Wunsch wurde die Schaffung einer öffentlichen Toilette am Main notiert, sie wird jetzt auch als festes Ziel festgehalten, obwohl im Dammbereich technisch schwierig zu verwirklichen und damit finanziell aufwendig.

Im Bereich vor Festung und Opelvillen wird derzeit ­ wie berichtet ­ schon der neue Radweg über der Ölfernleitung geschaffen, der auch zu dem Gesamtkonzept gehört. Auch drei Uferplätze mit Sitzgelegenheiten sind bereits mit Hilfe der Regionalpark GmbH realisiert. Intensiv wurde über die zugehörigen Wegeverbindungen,  zum Beispiel zwischen Ufer- und Dammweg. Eine solche soll - barrierefrei - nun in Verlängerung der Ludwig-Dörfler-Allee geschaffen werden.

Gemeinsam von Sportverein RRK und Vertretern de Landschaftsschutzes wird die Anlage einer Bucht am Uferbereich vor dem Vereinshaus angeregt. Sie soll bessere Möglichkeiten zum Ein- und Ausstieg in die Boote schaffen und auch ökologisch positive Wirkungen zeigen. Eine Realisierung mit einer Größe von 20 auf 50 Meter wird für das Jahr 2012 vorgesehen. Die Pipeline und die Radwegeführung wurde in diesem Bereich vorausschauend schon entsprechend verschwenkt.

Anbindung an künftigen "Sportpark"

Ein Stück weiter ist auf Dauer ein Rückbau der RRK-Tennisplätze vorgesehen, wenn der Pachtvertrag 2018 ausläuft. Man stört sich an diesen, weil sie eine "optische und funktionale Barriere" im Mainvorland bilden. Der Gastronomiebereich des RRK-Bootshauses soll zudem attraktiver gestaltet werden. Zusätzlich Bankstandorte sind hier auch vorgesehen und das Pflanzen schattenspendender Bäume.

Kurz vor der Realisierung steht bereits das Feuchtbiotop Altmain, das auch einen Steg zum Fluss erhalten soll. Feste Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas ist hier geplant. In diesem Uferbereich ist auch eine Anbindung des künftigen "Sportparks" vorgesehen, womit die schon vielfach diskutierte Nutzung de Ex-Stadionbades durch Fußballplätze, unter anderem für den SC Opel geplant ist. In dem Mainufer-Konzept ist das Jahr 2012 für deren Einrichtung eingetragen.

Ausschnitt aus dem Plan zur Umgestaltung des Mainvorlands von Rüsselsheim für den Bereich des RRK-Bootshauses und der Opel-Villen

So könnte das Mainvorland an der Festung vor dem RRK-Bootshaus in einigen Jahren vielleicht aussehen


Bilder vom April 2009 (der Wegebau hat begonnen)

Blick nach Westen

Blick nach Osten


Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 28.07.2008:

Planspiele zu "Bootshafen"

RRK: Vorsitzender Dietmar Klausen ist froh, dass Idee "nicht gleich abgeschmettert" wurde

bje - Bereits ein Jahr nach seiner Gründung legte sich der damalige Ruderverein Rüsselsheim (seit 1942 RRK) eine Bootshalle zu, der am Festungsgraben das Gesellschaftshaus folgte (1925). Die Bootshalle wurde 1944 durch Bomben restlos zerstört. Nun trägt sich der RRK-Vorstand mit dem Gedanken, einen kleinen Ruderboothafen unterhalb seines Domizils anzulegen. Oberbürgermeister Stefan Gieltowski sprach jedenfalls diese Überlegungen in seinen Grußworten zur Jubiläumsfeier an.

Ob dies mit Hilfe der Stadt Wirklichkeit werden könnte, wollte er dabei nicht versprechen, zudem fehlten noch verlässliche Zahlen und Kosten. Solche Planspiele könnten aber Auftrieb gewinnen, wenn sich der RRK noch stärker am Mainufer der Öffentlichkeit präsentiere. Denn die Stadt wolle diesen Bereich deutlicher erlebbar machen. Dazu sei man in der konzeptionellen Phase und in Gesprächen mit Anliegern, also auch dem RRK.

Außer für Kultur, Freizeit und Erholung sei hier auch ein "Sportfenster" in der künftigen Gestaltung (betrieben mit der Regionalpark GmbH) vorgesehen. "Vielleicht sind das Ansätze, an die der RRK in Höhe seines Bootshauses anknüpfen kann", hielt Gieltowski fest. Für den RRK-Vorsitzenden Dietmar Klausen ist dies ein Hoffnungsschimmer. Denn er zeigte sich "froh, dass diese Bootshafen-Idee nicht gleich abgeschmettert" wurde, sondern Gespräche geführt werden.


Bild vom Mai 2008 (die Kerosin-Pipeline liegt)

"Umgewühltes" Gelände nach der Leitungsverlegung vor dem RRK-Bootshaus


Bilder vom März 2008 (die Arbeiten zur Verlegung der Kerosin-Pipeline laufen)

Leitungsverlegung vor dem RRK-Bootssteg

Blick nach Westen

Blick nach Osten


Aus "Main-Spitze" vom 13.03.2008:

Kerosin per Pipeline statt mit Schiff

Bremer Reeder lässt neue Mineralölleitung von Bischofsheim zum Flughafen bauen

Am Mainvorland sind derzeit nicht nur wegen der Umgestaltung des Naherholungsbereichs Bauarbeiten im Gange, sondern dieser Tage wurde dort auch mit dem Verlegen einer Mineralölleitung begonnen, die von Bischofsheim bis zum Flughafen reichen soll.

Von Alexandra Dehne

Die Kerosinmengen, die am Frankfurter Flughafen benötigt werden, sind riesig. Angeliefert wird das Kerosin derzeit in der Regel per Schiff von Rotterdam bis zum Kelsterbacher Hafen. Doch diese Transporte sind stark von den Pegelständen – hauptsächlich auf dem Rhein – abhängig. Und gerade bei Kaub sei es oft so flach, dass die Frachter nicht voll beladen werden können, erläutert Heinz-Dieter Pauli, Inhaber des mit dem Bau der Leitung beauftragten Ingenieurbüros aus Waldsolms im Hintertaunus.

Der Weg der Pipeline

Die Leitung beginnt in Bischofsheim am Mainspitz-Dreieck, verläuft parallel der Autobahn bis zum Main, dann parallel des Maindamms bis zum Opelhafen, weiter am Mainvorland bis nordöstlich von Raunheim. Autobahn sowie ICE-Trasse und Kelsterbacher Wald werden gekreuzt, um dann parallel der ICE-Bahn das Tanklager der Hydranten-Betriebsgesellschaft auf dem Flughafengelände zu erreichen.

Die Abnahme des Kerosins erfolgt im Tanklager Gustavsburg, wo eine europaweite Pipeline der Rhein-Main-Rohrleitungstransportgesellschaft ankommt.

Doch auch bei halber Ladung bleiben die Betriebskosten ähnlich hoch. Da nun ab dem Jahr 2013 auch alle Binnenfrachter doppelwandig ausgestattet sein müssen, müssten die Reedereien kräftig investieren. Ein Bremer Reeder hat sich daher nun entschlossen, die Pipeline zu bauen. Denn allein um die Anfragen seiner derzeitigen Auftraggeber zu erfüllen, würde er vier bis fünf neue Schiffe benötigen. Die Investitionskosten für die Mineralölleitung bewegten sich dagegen in der Größenordnung eines Schiffes, so Pauli. Zudem könnte der Reeder die Leitung auch an andere vermieten.

Auch die Ökobilanz der Pipeline sei im Gegensatz zum Schiff wesentlich besser. Beim Bau werde sehr vorsichtig vorgegangen, zwar werde die Bodenstruktur verändert, doch sehe man nach Fertigstellung nichts mehr von der Leitung. Denn durch das Verlegeverfahren namens Horizontal Directional Drilling (HDD) muss nicht auf der gesamten Strecke das Erdreich aufgegraben werden, sondern die Pipeline wird unterirdisch verlegt. Dazu seien 16 Bohrlöcher auf den 19 Kilometern zwischen Bischofsheim und Flughafen notwendig. Mittels eines Bohr-Spülverfahrens werde die Grube stets vergrößert, bis das Rohr mit einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern hinein passe, erläutert der Tiefbauingenieur.

Während an den meisten Stellen die Leitung in ein Meter Tiefe verlaufe, gehe es am Landungsplatz zehn Meter hinunter. Zum einen muss dort ein vorhandener Kanal unterquert werden, zum anderen aber gingen die Verankerungen des dort zu Festen aufgestellten Riesenrades fünf Meter in die Tiefe.

Bevor die Rohre aber ins Erdreich versenkt werden, werden sie an Land zusammengeschweißt, vom TÜV kontrolliert und mit mehr als 100 bar auf ihre Dichtheit überprüft. Der Betriebsdruck belaufe sich später dann nur auf 22,5 bar.

Überprüft werde die Leitung üblicherweise alle zwei Wochen per Hubschrauber, zwei Mal im Jahr werde sie sogar zu Fuß begangen. Probleme könne es in der Regel allenfalls durch Beschädigungen durch Bauarbeiten geben, so die Erfahrung von Pauli.

Begonnen wird mit dem Bau der Leitung, die im August in Betrieb gehen soll, in Rüsselsheim, um dort bis zum Mainfest Anfang Mai fertig zu sein. Im ersten Schritt gehe es in Richtung Bischofsheim, dann folge der Ausbau in die andere Richtung. Im Zuge der Arbeiten wird in Rüsselsheim gleich der neue Radweg am Main erstellt. Deshalb ist der Weg in Mainnähe für diese Zeit gesperrt, Ausweichmöglichkeiten gibt es aber über den Damm.

Mit der Leitung können etwa 500 Kubikmeter die Stunde befördert werden, was in etwa 16 Tanklastwagenladungen entspricht. Würden die Pumpen noch ausgetauscht, könnte noch mehr befördert werden, doch sei dies derzeit nicht geplant.

Pauli betont, dass der Bau der Leitung nicht im Zusammenhang mit dem geplanten Flughafenausbau stehe. Es sollen auf diese Weise nur die Schiffstransporte ersetzt werden. Zudem verhandelten die Airlines direkt mit den Mineralölgesellschaften, der Flughafenbetreiber Fraport habe damit nichts zu tun.