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Der Main und das Mainvorland an der Festung vor dem RRK-Bootshaus

 und auch etwas entfernt davon,

seine Veränderungen in den Jahren von 2008 bis 2013

sowie Planungen für die Zukunft

Der Main am RRK-Bootshaus und das RRK-Bootshaus Ende Oktober 2013

Das RRK-Bootshaus am 28. Oktober 2013 − links über der Terrasse ist das Dach des neuen, an der ehemalige Kegelbahn angebauten Wintergartens zu erkennen

Der Main am RRK: Abendstimmung am 26.10.2013

Der Main am RRK: Abendstimmung am 28.10.2013


Bilder von einer "kleinen Radreise" am Main anfangs Oktober 2013:
Vom RRK-Bootshaus zur Mönchhof-Kapelle und zurück (12 km)

Blick auf den Main zwischen Flörsheim und Raunheim

Der Raunheimer Sportboot-Hafen

Blick von der Raunheimer Ölhafen-Brücke zur Autobahn-Brücke und nach Eddersheim

Endpunkt der "kleinen Radreise", die schön hergerichtete Mönchhof-Kapelle

Blick von der Ölhafen-Brücke nach Westen

Blick von der Ölhafen-Brücke zurück zur Autobahn-Brücke

Flaggenmast im Raunheimer Sportboot-Hafen

Blick vom Raunheimer Sportboot-Hafen zu Ausfahrt nach Westen

Flörsheim in Sicht, bald sind wir wieder am RRK-Bootshaus


Ein beeindruckendes Bauwerk: die Ölhafenbrücke in Raunheim

Architekturpreis für Raunheimer Ölhafenbrücke

Aus "Main-Spitze" vom 25.09.2013

(red). Als "ein in Hessen herausragendes Beispiel für Architektur und Baukultur", würdigte Guido Brennert, Ministerialrat und Referatsleiter im Hessischen Ministerium der Finanzen, die Ölhafenbrücke als wichtige Infrastrukturmaßnahme der Region. "Raunheim kann hier mit einem Bilbao-Effekt rechnen." Brennert zieht damit den Vergleich zur spanischen Stadt Bilbao, die durch einen spektakulären Museumsneubau viele Besucher anlockte.

Mit "Bilbao-Effekt" rechnen

Die Auszeichnung für die Ölhafenbrücke bei Raunheim als Landessieger im hessenweiten Wettbewerb "Zusammengebaut – Leben mit Wasser" ist nach Ansicht von Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe eine große Anerkennung. "Unsere Kooperation mit den Nachbarstädten Rüsselsheim und Kelsterbach läuft hervorragend. Wir haben eine Vorbildfunktion übernommen." Für den Bau der Radfahrer- und Fußgängerbrücke über die Einfahrt am Raunheimer Ölhafen wurden die drei Kommunen in Wiesbaden von der Landesinitiative "Baukultur in Hessen" als Landessieger mit einer Plakette ausgezeichnet. Der Preis wird zum dritten Mal vergeben. In diesem Jahr lautete das Wettbewerbsthema "Leben mit Wasser". Beteiligt hatten sich hessenweit 33 Projekte. Die Jury bewertete insbesondere die Kriterien Kooperation, Funktionalität, Gestaltung, Innovation und Nachhaltigkeit und Kooperation.

Die Ölhafenbrücke bringt auf der südlichen Seite des Flusses für Radfahrer und Fußgänger einen Lückenschluss. Der Mainuferweg verfügt nach Ansicht von Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burghardt mit dem jetzt preisgekrönten architektonischen Höhepunkt über ein weiteres Ausflugsziel, das bereits heute viele Besucher aus nah und fern anlockt. "Der nächste Abschnitt der gemeinsamen Radwegeverbindung ist mit dem Opelsteg in Rüsselsheim bereits in Planung", ergänzt Kelsterbachs Bürgermeister Manfred Ockel. Er hebt heraus, dass der Mainuferweg durchgängig attraktiv und gut befahrbar sein müsse.

Mit der aktuellen Auszeichnung für die Ölhafenbrücke wird nach Darstellung von Professorin Dr. Luise Hölscher, Staatssekretärin im für den Wettbewerb zuständigen Hessischen Finanzministerium, ein zukunftsweisendes und vorbildhaftes Projekt gefördert und dauerhaft in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. "Die Kooperation der Städte mit allen beteiligten Planern, Ingenieuren, Baufirmen hat dieses einzigartige Bauwerk erst möglich gemacht." Marion-Schmitz-Stadtfeld, Leiterin des Fachbereichs Integrierte Stadt- und Gewerbeflächenentwicklung der NH Projekt-Stadt, hebt heraus, dass die sowohl gestalterische als auch funktional herausragende Brücke das Ergebnis des gemeinsamen Aushandelns um die beste Lösung sei.


Lückenschluss im September 2014

Fahrradsteg am Opelhafen – Regionalparkgeschäftsführer Ockel präsentiert Modell des Konstrukts

Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 19. September 2013

pel - Vor der Sitzung der interkommunalen Stadtverordnetenversammlung der Kommunen Raunheim, Kelsterbach und Rüsselsheim wurde am Freitag das Modell des Fahrradstegs am Opelhafen vorgestellt. Im September 2014 könnte der Steg eingeweiht werden.

Obwohl die Stadtverordneten und Bürger der drei Städte Raunheim, Kelsterbach und Rüsselsheims von der kommunalen Zusammenarbeit künftig eher Schwarzbrot in Form von abgestimmten Einsparmaßnahmen erwarten dürften, brachte Kelsterbachs Bürgermeister Manfred Ockel zur feierlichen Dreiersitzung am Freitag zunächst ein Bonbon mit. Ein Modell des von den drei Städten unter Regie der Regionalpark Südwest GmbH, deren Geschäftsführer Ockel ist, geschulterten Fahrradstegs am Opelhafen. En miniature ist detailreich bis in die Rostfarbe der Hafenspundwand zu sehen, wie der letzte Lückenschluss des Mainufer-Fernradwegs Aschaffenburg-Mainz einmal aussehen soll.

Detail und Überblick: Der künftige Fahrradsteg entlang des Opelhafens liegt als Modell vor. Im Ausschnitt rechts ist die Verankerung des brückenartigen Stegs zwischen dem landseitigen Auflager der vorgebauten Hafenspundwand und der in die Flusssohle gerammten Bohlen zu erkennen. Der Zeitplan sieht die Fertigstellung im September 2014 vor.

Wie berichtet, war dieses Bonbon der interkommunalen Zusammenarbeit wegen der damit verbundenen Kosten und Folgekosten für die Stadt einigen Rüsselsheimer Stadtverordneten und insbesondere der Bürgerinitiative gegen die Grundsteuererhöhung sauer aufgestoßen. Nach Diskussionen war dem Rüsselsheimer Beitrag von insgesamt 13 Prozent der Gesamtkosten von rund 2,2 Millionen Euro mit Rücksicht auf die kommunalen Partner und unter "Bauchschmerzen", wie es von vielen Seiten hieß, dann letztlich doch zugestimmt worden.

Somit steuert Rüsselsheim knapp 300.000 Euro zum Bau des Stegs (Teilkosten 1,3 Millionen Euro) und der mit Radwegebau und Radwegeverlegung verbundenen Anbindungen bei, genauso viel wie Kelsterbach und Raunheim. Der Löwenanteil von bis zu 70 Prozent der Kosten wird aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) investiert, mit dem Bund und Land Straßen- und Radwegebau fördern.

Nach diesem interkommunalen Muster war auch das Fünf-Millionen-Projekt der Raunheimer Ölhafenbrücke geschultert worden, für das die Rüsselsheimer Stadtverordneten im Jahr 2011 600.000 Euro genehmigt hatten.

Folgekosten und weitere Verpflichtungen

Aus dem Opelsteg entstehen der Stadt freilich auch Folgekosten von 45.000 Euro pro Jahr für die Unterhaltung des Stegs und der auf Stadtgebiet liegenden Radwegeabschnitte. Mit der Zustimmung zum Bau des Opelstegs hat sich die Stadt zudem verpflichtet, sich mit 150.000 Euro am Regionalparkprojekt "Kelsterbacher Terrassen" zu beteiligen. Ein vornehmlich von der Stadt Kelsterbach gestemmtes, aus mehreren Einzelmaßnahmen bestehendes 1,5-Millionen-Euro Projekt zur Aufwertung und teilweisen naturnahen Umgestaltung des als Hochterrasse angelegten Kelsterbacher Mainufers. Darin enthalten sind zwei Treppenanlagen an der Mündung der Kelster sowie am Restaurant Grüner Baum, die den Zugang zum Fluss ermöglichen sollen.

Das Projekt Opelhafensteg wurde letztlich durch Opel selbst ermöglicht, bei der aus Sicherheitsgründen notwendig gewordenen Sanierung der 400 Meter langen Hafenspundwand hatte das Unternehmen den Bau des Stegs gleich einkalkuliert, war ein einziges Ingenieurbüro mit beiden Projekten beschäftigt. Die der alten vorgebaute neue stützende Spundwand wird dem Steg-Konstrukt als landseitiges Auflager dienen, wasserseitig wird es von großen Pollern gestützt. Pläne zur Überwindung der Opelhafenlücke lagen bei der Regionalpark Südwest GmbH schon seit rund fünf Jahren in den Schubladen, die Umsetzung scheiterte aber stets am Autobauer, der seinen Hafen als solchen nutzbar erhalten wollte. Die jetzt gewählte Lösung ließe sich später mit einem Hafenbetrieb vereinbaren.

Zum Zeitplan der Umsetzung sagte Bürgermeister und Regionalparkgeschäftsführer Manfred Ockel im Rathaus vor der Presse, dass er den vom Land verschickten Förderbescheid im Oktober erwarte. Sei das Geld bewilligt, werde es binnen sechs Monaten zu Ausschreibung und Baubeginn kommen, mit der Fertigstellung des Stegs rechne er für September 2014. Dann ist die letzte Lücke im Fernradweg geschlossen, rechnen Verantwortliche der Stadt mit einer deutlichen, touristisch nutzbaren, Belebung und Aufwertung des Mainvorlands.


Maximal 300.000 Euro für Rüsselsheim

OPEL-STEG   Finanzierung erfolgt zum überwiegenden Teil im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit

Von Alexandra Groth (aus "Main-Spitze" vom 12. September 2013)

Der geplante Steg am Opel-Hafen für den Mainradweg ist nach den kontroversen Ausschussberatungen auf vielfache Kritik gestoßen. Angesichts der notwendigen Haushaltskonsolidierung gibt es wenig Verständnis für diese Investition, die rund 45.000 Euro Folgekosten pro Jahr nach sich zieht. Am Donnerstag steht die endgültige Abstimmung auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung.

Opel hat die Spundwand saniert

Auf Nachfrage hieß es aus dem Rathaus, dass der Opel-Steg, der eine Lücke auf dem südlichen Mainradweg schließen soll, eine "einmalige Chance" sei, da Opel die Spundwand, an die der Steg angebracht wird, nun saniert habe. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Stadt maximal 300.000 Euro von den 2,2 Millionen Euro Investitionskosten tragen müsse, da der Rest wegen der interkommunalen Zusammenarbeit mit Rauheim und Kelsterbach sowie durch Fördergelder des Landes Hessen finanziert werde.

Mit dem Beschluss zum Opel-Steg ist auch die Zustimmung zu den Kelsterbacher Terrassen verbunden, für die die Stadt Rüsselsheim einen Anteil von 150.000 Euro tragen müsste. Da sich Rüsselsheim im Zuge der interkommunalen Zusammenarbeit auch am Bau der Ölhafenbrücke in Raunheim mit 600.000 Euro beteiligt habe, würde sie selbst nicht von der Kooperation profitieren, sollten die Stadtverordneten den Bau des Opel-Stegs ablehnen.

Stadt: "Eine neue Attraktion"

Natürlich müsse eine deutliche Abwägung stattfinden, ob sich die Stadt diese Investition leisten kann, da sie genauso wie andere Projekte aus dem vom Regierungspräsidium vorgegebenen Finanzrahmen von 12 Millionen Euro finanziert werden muss, heißt es in der Antwort außerdem. Dennoch sei man der Auffassung, dass der Opel-Steg für die Rüsselsheimer und auswärtige Besucher eine neue Attraktion sei, die vom Main aus einen neuen Blick auf das Opel-Werk ermögliche. Zur Frage nach den hohen jährlichen Unterhaltungskosten von 45.000 Euro heißt es, dass die Berechnung auf der für solche Bauwerke üblichen Basis erfolgt sei. Sie beinhalte neben der Reinigung auch Rückstellungen für werterhaltende Instandhaltungsmaßnahmen.


Opelsteg ist weiter strittig

MAINRADWEG   Mehrheit im Haupt- und Finanzausschuss steht aber hinter dem Lückenschluss am Hafen

Von Nina Henrich (aus "Main-Spitze" vom 05.09.2013)

Der Ausbau des Mainradwegs im Rahmen der interkommunalen Kooperation mit den Städten Raunheim und Kelsterbach fand auch im Haupt- und Finanzausschuss eine Mehrheit. Wie berichtet, will sich die Stadt nach dem bereits abgeschlossenen Ausbau der Ölhafenbrücke in Raunheim mit rund 450.000 Euro am Bau des Opelstegs und der Gestaltung der Kelsterbacher Terrassen beteiligen. Bei drei Enthaltungen aus den Reihen von Grünen, Linken und einer Gegenstimme von Abdullah Sert (RFFW) stimmten die Ausschussmitglieder dem Projekt mehrheitlich zu.

An der Kaimauer des Opel-Hafens soll der Fahrradsteg montiert werden. Das sehen die Pläne für den Lückenschluss des Mainradweges vor.

Radler in die Stadt leiten?

Ein Antrag des Fraktionslosen Achim Weidner, die Drucksache an den Magistrat zurückzuverweisen und nach kostengünstigeren Alternativen zum Bau des Opelstegs zu suchen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Linke stimmte für den Antrag, die RFFW und zwei Vertreter der Grünen enthielten sich. Man könne den Radweg beispielsweise durch Rüsselsheim umleiten und kulturelle Angebote in der Stadt geschickt einbinden. So gestalte man den Weg sogar attraktiver und bringe die Radfahrer zum Anhalten in der Stadt, sagte Weidner.

Es handele sich dabei außerdem nicht um einen Wortbruch gegenüber den anderen Kommunen, sondern um eine Anpassung der Planung aufgrund der finanziellen Situation. "Wir müssen den Bürgern signalisieren, dass wir zeitgemäß und flexibel reagieren. Bei der derzeitigen finanziellen Situation und der Diskussion in der Bevölkerung ist ein solcher Luxusradweg nicht zu rechtfertigen", sagte Weidner. Ähnlich äußerte sich Bernd Niebisch, Vertreter der Interessengemeinschaft Grundsteuer B, der in der Bürgeranhörung die Forderung der Interessengemeinschaft an den Magistrat wiederholte, das Handeln den finanziellen Gegebenheiten anzupassen und auf die Finanzierung des Radwegs zu verzichten.

Mit Lückenschluss das Areal wiederbeleben

Frank Tollkühn (SPD) sagte, man müsse hier langfristig denken, mit dem Lückenschluss im Radweg könne man das Areal beleben und einen Mehrwert erlangen, sodass sich die Investitionen wieder rechneten. Man hoffe daher, dass die Stadt die Chance nutze, die Radfahrer zum Anhalten in Rüsselsheim zu bringen, betonte auch Birgit Steinborn (Grüne). Wenngleich die Zustimmung angesichts der finanziellen Lage nicht leicht falle, habe man hier aufgrund der Landeszuschüsse die Chance, mit einem im Vergleich zur Gesamtsumme geringen Betrag eine ganze Menge zu bewegen. Thorsten Weber (CDU) sprach sich ebenfalls für das Projekt aus und betonte, dass, im Falle einer Ablehnung, das eingesparte Geld nicht so einfach für andere Dinge zu verwenden sei, wie dies unter anderem von Weidner suggeriert worden war.

Anders äußerten sich Sert und Christian Vogt (Grüne), die dem Antrag nicht zustimmten. Wenn man die Auflagen des Regierungspräsidiums ernst nehme, könne man den Radweg gar nicht bauen, weil er Kosten von rund 45.000 Euro jährlich verursache, sagte Vogt. Laut RP dürfe die Stadt aber keine Investitionen mehr tätigen, die Folgekosten verursachten. Vogt kritisierte außerdem, dass eine Diskussion darüber, was sich die Stadt überhaupt noch leisten könne, immer noch nicht stattgefunden habe. Sert erkundigte sich, ob eine Übernahme der Kosten durch die Firma Opel im Rahmen eines Sponsorings geprüft worden sei. Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) sagte, bei Opel hätten in letzter Zeit die eigenen Probleme dominiert, weshalb eine solche Finanzierung eher auszuschließen sei.


Opelsteg als Lückenschluss schön − aber auch teuer

Planungsausschuss stimmt der Beteiligung in Höhe von 450.000 Euro zu / Stadt steht bei dem interkommunalen Projekt im Wort

Aus "Main-Spitze" vom 30.08.2013

(nih). Mit maximal 300.000 Euro will sich die Stadt Rüsselsheim im Rahmen des interkommunalen Projekts Mainradweg an der Errichtung des Opel-Stegs beteiligen, weitere 150.000 Euro soll die Beteiligung an der Gestaltung der Kelsterbacher Terrasse kosten. Dem stimmten die Mitglieder des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses am Mittwoch bei einer Enthaltung einstimmig zu. Mit diesen Maßnahmen sollen die letzten bestehenden Lücken im Mainradweg zwischen Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim geschlossen und das interkommunale Projekt zwischen den drei Gemeinden vollendet werden.

Die jährlichen Folgekosten für die Unterhaltung des Opel-Stegs werden auf 45.000 Euro geschätzt. Obwohl die Vorlage im Ausschuss vor dem Hintergrund der finanziellen Lage kontrovers diskutiert wurde, waren die Stadtverordneten mehrheitlich der Meinung, dass man sich doch als verlässlicher Partner zeigen müsse. Im Rahmen des interkommunalen Projekts war im vergangenen Jahr bereits die Ölhafenbrücke bei Raunheim errichtet worden. Der Opel-Steg am Rüsselsheimer Opelhafen soll jetzt die letzte Lücke in dem Radweg schließen.

"Hier schlagen zwei Herzen in meiner Brust", sagte Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU). Zum einen das des Kämmerers, der wisse, dass hier in schwierigen Zeiten viel Geld ausgegeben werde, und zum anderen das des Oberbürgermeisters, der den anderen Kommunen mit dem Beschluss zur Ölhafenbrücke auch die Zusage zu den Folgeprojekten gegeben habe.

Karl-Heinz Schneckenberger (Linke) betonte zwar, dass man nach einmal gemachter Zusage an die anderen Kommunen jetzt nicht einfach aussteigen könne, sah den Vorgang aber als Beweis dafür, wie dubios das Gerede um den Regierungspräsidenten sei. Schließlich finanziere man hier auch eine freiwillige Leistung, der Radweg sei zwar eine schöne Sache aber nicht lebensnotwendig. Burghardt erläuterte, dass das Geld aber bereits im Haushaltsplan 2013 eingestellt und damit verfügbar sei. Er kündigte außerdem auf Nachfrage an, dass man in der interkommunalen Stadtverordneten-Versammlung am 13. September Maßnahmen besprechen werde, wie sich die drei Kommunen auch über dieses Projekt hinaus gegenseitig entlasten könnten. Andreas Andel (RFFW) mahnte, dass das Projekt des Mainradwegs zwar eine schöne Gelegenheit sei, für relativ wenig Geld an den touristischen Eckpfeilern in der Region mitzuwirken, man sich aber darüber hinaus überlegen müsse, wie man den Radweg für Rüsselsheim fruchtbar machen könne. "Das Ganze bringt nur etwas, wenn die Radfahrer auch hier anhalten." Christian Vogt (Grüne), der sich bei der Abstimmung als einziger enthielt, sagte, es sei bei der derzeitigen städtischen Lage nicht das richtige Signal, sich eine Sache zu leisten, die nicht notwendig, sondern nur schön sei.


Stählerner Steg schließt die Lücke

Mainradweg – Planung für Opelhafen-Querung abgeschlossen – 2,2 Millionen Euro Kosten – Baubeginn in diesem Jahr?

Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 6. August 2013  | bje

Vor etwa fünf Jahren war das Projekt schon einmal spruchreif, planerisch ausgearbeitet samt Kostenermittlung. Allein am Widerstand des Opelwerks scheiterte der damals vorletzte Lückenschluss im Radwegnetz zwischen Mainz und Aschaffenburg. Denn es sollte der Opelhafen über einen Steg gequert werden. Der Autobauer scheute jedoch die Kosten für die zuvor notwendige, aber ohnehin fällige Kaimauersanierung. Schon wenig später ließ Opel verlauten, dass der Hafenbetrieb intensiviert werden solle und damit auch der Anleger erneuert werde.

Details zum Projekt liegen vor

Interkommunal wird auch der Mainuferradwegschluss mit einem Steg im Opelhafen gefördert: Bei der Erläuterung des Rüsselsheimer Projekts mit Jens Grode und Stadtrat Nils Kraft waren daher auch die Nachbar-Bürgermeister Manfred Ockel (Kelsterbach) und Thomas Jühe (Raunheim) vertreten.

Damit konnten die Planungen, für die die Regionalpark Südwest GmbH verantwortlich zeichnet, wieder aufgenommen werden. Diese sind inzwischen abgeschlossen, wie schon vor drei Wochen bei einer SPD-Radtour durch den Kreis zu vernehmen war. Und am Sonntag, als wiederum Genossen sich in Gustavsburg in den Sattel schwangen zu einer Fahrt entlang des Gewässers nach Kelsterbach, gab es Details zu diesem Projekt.

Die hielt Nils Kraft als Rüsselsheimer Baudezernent für die 20 Radler bei der Rast am Mainstrand bereit. Demnach wird für die Maßnahme ein Kostenrahmen von 2,2 Millionen Euro veranschlagt, wovon 1,3 Millionen auf den eigentlichen Steg entfallen, der samt der Rampen zur Festlandanbindung etwa 400 Meter lang sein wird. Der Restbetrag fällt für die Weiterführung des Weges im Westen bis zum bereits auf Bischofsheimer Gelände ausgebauten Maindammweg an. Ebenso wird der Radweg auf der Ostseite bis zum Hafen in Ufernähe verlegt. Bisher verläuft er ab Landungsplatz auf der Dammkrone und in der Straße Am Maindamm.

Für den Großteil der Kosten erwartet Manfred Ockel, Geschäftsführer der Regionalpark Südwest und Kelsterbacher Bürgermeister, Fördermittel von 70 Prozent nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Den verbleibenden Gemeindeanteil wird sich Rüsselsheim mit Raunheim und Kelsterbach im Sinn der interkommunalen Zusammenarbeit teilen. Dies wurde bereits bei Raunheims Ölhafenbrücke so praktiziert, die seit Mai eine weitere Lücke der Mainradwegroute schließt.

Der "Eiserne Steg" am Untermain wird etwa zwei Meter unterhalb der Kaimauerkante abgesenkt verlaufen, eine 2,50 Meter breite Verkehrsfläche aufweisen und zum Wasser hin mit Gittern abgesichert sein, die es auch oberhalb an der Kaikante gibt. Vom Fluss her wird die Rad- und Fußweganlage durch Rohre gesichert, die in rund 30 Meter Abstand im Main eingerammt werden und gegen Schiffe schützen sollen. Als Plattform für den Radwegsteg dient eine zweite Spundwand, die Opel vor die vorhandene setzen lässt.

Baudezernent Kraft geht davon aus, dass für die Realisierung des Projekts noch eine Stellungnahme des Wasser- und Schifffahrtsamts nötig ist, da es den Main als Verkehrsweg berührt. Daher werde eine Genehmigung über das Regierungspräsidium erfolgen.

Vernachlässigtes Mainvorland

Bei Hochwasser freilich wird die stählerne Hafenquerung gesperrt werden müssen. Doch dies betreffe ohnehin die gesamte Uferroute, wie Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe anmerkte. Er stellte für "sein" inzwischen preisgekröntes Ölhafenbauwerk auch benachbarte gastronomische Angebote in Aussicht, Einkehrmöglichkeiten als touristische Ziel- und Höhepunkte. Auch solche Maßnahmen dienten der Aufwertung dieses Naherholungsgebiets, somit der Zielsetzung der Regionalpark-Organisation. Denn das Mainvorland, zumal im Rüsselsheimer Bereich, sei in der Wahrnehmung der Bevölkerung vernachlässigt, so Nils Kraft. Mehr Radverkehr werde es beleben und es besser erlebbar machen, meint der Dezernent.

Gestärkt von Hand- und Spundekäs samt Brezeln und erfrischenden Getränken setzte die Radfahrergruppe ihre Tour auf Einladung des Landtagskandidaten Jens Grode in Richtung Kelsterbach zum Sommerfest des SPD-Ortsvereins fort, wobei die neue Raunheimer Brücke und die Mönchhofkapelle noch Stationen waren.


RRK-Bootshaus beim Opel-Firmenlauf am 27. Juni 2013


Bilder vom 3. Juni 2013: Hochwasser am Main, es steigt weiter (Pegel Raunheim 415)

Die RRK-Tennisplätze sind schon wieder durch das Hochwasser überflutet

Blick von der Bootshaus-Terrasse zum RRK-Bootssteg Richtung Main

Blick nach Westen von der Tennis-Terrasse


Bilder vom 2. Juni 2013: Hochwasser am Main im Sommer (Pegel Raunheim 396) − das ist ein Ding!!!

Blick von der Bootshaus-Terrasse zum RRK-Bootssteg Richtung Main

Blick nach Westen von der Bootshaus-Terrasse

RRK-Bootshaus gesehen von der Opel-Brücke bei Hochwasser

Die Ölhafenbrücke in Raunheim wurde am Pfingstmontag offiziell in Betrieb genommen.


"Das ist mal was ganz anderes"

ÖLHAFENBRÜCKE   Fünf-Millionen-Euro-Bauwerk eingeweiht / Vorbildliche Zusammenarbeit dreier Städte

Von Michael Kapp (aus "Main-Spitze" vom 21.05.2013)

Mit dem Durchschneiden eines roten Bandes, was wegen der Enge vor Ort allerdings nur wenige Bürger zu sehen bekamen, wurde am Pfingstmontag die Ölhafenbrücke offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Nachdem anhaltender Regen das Umfeld der Brücke mehr oder weniger in eine Schlammwüste verwandelt hatte, was einige Teilnehmer, die mit dem Auto gekommen waren, mit verschmutzten Schuhen bezahlen musste, riss der Himmel kurzzeitig auf, um der Sonne die Gelegenheit zu geben, das zur Eröffnung stehende Bauwerk im besten Licht erscheinen zu lassen. Bevor das fünf Millionen Euro teure Bauprojekt, das vom Land Hessen mit drei Millionen bezuschusst wird, seiner Bestimmung übergeben wurde, bedurfte es bei den mehrere Hundert Teilnehmern, von denen viele mit dem Fahrrad gekommen waren, jedoch einiger Geduld. In Anbetracht der dunklen Regenwolken, die sich am Horizont auftürmten, hätten sich nicht wenige Teilnehmer mehr Eile bei der Eröffnung der Brücke gewünscht. Während der Beitrag des Rüsselsheimer Shanty-Chors durchaus gefiel, zeigten sich nicht wenige Leute von der folgenden Talkrunde genervt, bei der Rundfunkmoderator Carsten Jens seine Sendezeit füllte.

Für Justizstaatsekretär Dr. Rudolf Kriszeleit, der in Vertretung von Verkehrsminister Florian Rensch zur Eröffnung kam, ist das 170 Meter lange und 375 Tonnen schwere Bauwerk nicht nur ein wichtiges Angebot für Pendler und Erholungsuchende, die sich nun den Umweg um den Ölhafen sparen können, sondern auch ein "symbolträchtiger Brückenschlag". Die Städte, die die Pläne zum Bau der Brücke gemeinsam vorangetrieben haben, rücken damit weiter zusammen. Raunheim, Rüsselsheim und Kelsterbach, die für ihre interkommunale Zusammenarbeit kürzlich zum Landessieger der Innenstadt-Initiative "Ab in die Mitte" erklärt wurden, seien damit auch Vorbild für andere Kommunen.

Neben den Mitteln, die vom Land für den Brückenschlag zur Verfügung gestellt wurden, standen zur Realisierung Gelder vom Bund, der Regionalpark Südwest GmbH sowie Fraport Real Estate zur Verfügung. Die Koordinierung des Projektes lag in den Händen der NH ProjektStadt, deren Vertreterin Marion Schmitz-Stadtfeld von einer Vorbildfunktion, "nicht nur in der Region, sondern in ganz Hessen", sprach.

Der ausführende Architekt Michael Schumann freute sich, dass die Kommunen dem Architekturbüro freie Hand bei der Gestaltung der Brücke gelassen hatten. "Schön denken können wir, man muss uns aber auch lassen“, erklärte Schumann. Projektleiter Norbert Reißfelder erinnerte daran, dass die Errichtung des Bauwerkes "viel Innovation" erforderlich gemacht habe.

An den Enden des Bauwerks, auf dem sich gestern Bürger aller drei Städte begegneten, war für Speisen und Getränke gesorgt. Radfahrer und Fußgänger zeigten sich von dem architektonisch gelungenen Bauwerk begeistert. Romana Vestweber, die mit Ehemann Manfred an der Einweihungsfeier teilnahm, erwartet, dass mit der Eröffnung der Ölhafenbrücke nun auch mehr Ausflügler nach Raunheim kommen. Ihr Ehemann zeigte sich von der Form der Brücke angetan. "Das ist mal was ganz anderes", sagte der Raunheimer.


Neue Brücke über Ölhafen

In Raunheim wird der Brückenschlag gefeiert

Aus "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 18. Mai 2013

mch. Die Radler und Spaziergänger am Main haben sie sich schon seit mehr als 20 Jahren gewünscht. Die Machbarkeitsstudie für eine Brücke über den Ölhafen in Raunheim wurde dann vor knapp zehn Jahren in Auftrag geben. Am Pfingstmontag soll nun das 170 Meter lange und rund fünf Millionen Euro teure Gemeinschaftsprojekt von gleich drei Städten, Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim, mit Prunk und Pomp um 14 Uhr eröffnet werden. Mit dabei ist ein Vertreter der Landesregierung, denn so häufig findet es sich nicht, dass Nachbarstädte an einem Strang ziehen und ein Vorhaben zu gleichen Teilen, in diesem Fall mit jeweils 600.000 Euro, mit Unterstützung von Land, Bund und Fraport, finanzieren.

Die Ölbrücke ist nicht nur als Kooperationsprojekt etwas Besonderes. Sie schafft eine neue Verbindung am Mainufer. Bisher war der Hafen eine Sperre für den Mainuferweg, der wiederum Teil des Regionalparks ist. Radler und Fußgänger wurden umständlich durch unattraktives Gewerbegebiet umgeleitet, mussten eine Bundes- und Hauptverkehrsstraße queren. Die drei Städte habe n errechnet, dass künftig 170.000 Personen die Brücke im Jahr nutzen werden, zur Erholung, auf dem Weg zur Arbeit oder touristisch.

Das größte Problem für die Brücke war aber der Ölhafen selbst, der täglich von ein bis drei Schiffen mit Kraftstoff angefahren wird. An ihn werden höchste Sicherheitsanforderungen gestellt. Wie Kelsterbachs Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) erläuterte, war die Vorgabe einzuhalten, dass ein Schiff, sollte es einmal brennen, egal bei welchem Wasserstand rückwärts aus dem Hafen gezogen werden kann. Die geschwungene Form der Brücke und die bis zu drei Meter hohe Brüstung in Richtung Hafen ist denn auch nicht aus ästhetischen Gründen so gewählt worden: Passanten sollen nicht die Möglichkeit haben, Zigaretten in Richtung Ölhafen zu werfen, wie sich auch auf der anderen Seite keine Gelegenheit bietet, Gegenstände auf durchfahrende Schiffe zu werfen.

Die dadurch gefundene besondere Form der Brücke bietet dafür einen schönen Ausblick auf den Main und die Landschaft. Und noch eines mussten die Planer berücksichtigen: Die Brücke sollte aufgrund der Wünsche der Naturschützer so wenig Raum am Mainufer wie möglich in Anspruch nehmen, um ausreichend Raum für Hochwasser zu behalten. Barrierefrei sollte die Brücke natürlich auch noch sein und nicht zu steil für diejenigen, die mit dem Rollstuhl unterwegs sind.

Die Ölbrücke ist nicht das einzige Vorhaben der drei Städte. Unter dem Tiiel "Drei gewinnt" sind sie seit 2006 in das Förderprogramm Stadtumbau in Hessen aufgenommen und erst dieser Tage bei "Ab in die Mitte" als Landessieger ausgezeichnet worden. Nach dem Willen der Städte geht es auch am Mainufer weiter. Geplant ist ein "Opelsteg" am Rüsselsheimer Hafen, womit man dann endgültig von der Mündung bei Gustavsburg bis zum Gelände der Infraserv in Frankfurt-Höchst durchgängig am Main radeln könnte.

Kreislauf: Über eine Spirale geht es rauf und runter.


Kühner Schwung über die Hafeneinfahrt

Ölhafenbrücke – Politiker aus drei Städten loben die Gestaltung des neuen Bauwerkes

Von Rüdiger Koslowski (aus "Rüsselsheimer Echo" vom 06. Mai 2013)

Am Pfingstmontag, 20. Mai, wird die Brücke über die Einfahrt des Ölhafens eröffnet. Die Öffentlichkeit ist eingeladen, an der feierlichen Einweihung teilzunehmen, die um 11 Uhr beginnt. Warum an einem Feiertag? Weil davon auszugehen sei, dass am Pfingstmontag viele Fahrradfahrer und Spaziergänger unterwegs sind und an der Zeremonie viele Menschen teilnehmen sollen, so Bürgermeister Thomas Jühe.

Er besichtigte am Samstag mit seinen Amtskollegen Patrick Burghardt, Oberbürgermeister von Rüsselsheim, und Manfred Ockel aus Kelsterbach sowie den Bauausschüssen der Städte die fast fertige Brücke.

"Elegant", "modern", "schnittig", "faszinierend", "sehr schön" – die Kommunalpolitiker aus den drei Städten waren voll des Lobes über das Bauwerk. Auch wenn die Arbeiten noch nicht ganz abgeschlossen sind, zeigt die Brücke doch schon ihre ganze Attraktivität. Gerade als die Bauausschussmitglieder gemächlichen Schrittes über die Brücke schlenderten, wurden sie neben des überzeugenden architektonischen Charakters auch der funktionellen Bedeutung gewahr. Denn sie verbindet die beiden Uferabschnitte am Ölhafen auf direktem Weg, erleichtert und verkürzt die Strecke von Raunheim nach Kelsterbach und umgekehrt um ein Vielfaches. Bis zum Pfingstmontag sind aber noch einzelne Handgriffe nötig. Der Sicht- und Überwurfschutz muss noch gestrichen werden. Wie die Öltanklager erhält er ein weißes Farbkleid, so dass er sich in die Umgebung einfügt, erklärte Thomas Jühe. Dann wird noch ein Anti-Graffiti-Schutz aufgetragen, der es möglich macht, Farbe leichter zu entfernen. Graffiti würden sich nicht verhindern lassen, ist sich der Rathauschef sicher, denn der Bereich würde sich außerhalb der sozialen Kontrolle befinden.

Die Zwischenräume im Geländer werden noch mit Drahtnetzen gefüllt. An den Handläufen wird eine Beleuchtung montiert. Das Rondell und die Rampe müssen noch asphaltiert werden. Die Brückenplätze werden mit Natursteinen gestaltet. Bänke und Papierkörbe werden gestellt. Eigentlich sollten die Arbeiten an der Brücke schon zu einem früheren Zeitpunkt abgeschlossen worden sein, der Winter machte dem Ziel jedoch einen Strich durch die Rechnung. Mitunter wurden Schweißarbeiten unter wärmenden Planen durchgeführt.

"Die Brücke ist ein Unikat", betonte Norbert Reißfelder von der Bauüberwachung. Wegen ihrer geschwungenen Form würde kein Blech dem anderen gleichen. Einige Bleche hätten in zwei Richtungen gekrümmt werden müssen, was bereits bei einem dünnen Blatt Papier Schwierigkeiten bereiten würde. Die Brücke hat eine leichte S-Form mit einem Rondell an ihrem nördlichen Abgang und einer Rampe am südlichen Abgang.

Auf ihrer zum Hafen liegenden Seite wurde ein Sicht- und Überwurfschutz montiert, mit dem verhindert werden soll, dass Passanten Gegenstände in das Becken werfen. "Das Interesse etwas reinzuwerfen sinkt, wenn man nicht sieht, wenn es unten Plumps macht", erläuterte Norbert Reißfelder. Bürgermeister Jühe erinnerte unterdessen an die Entstehungsgeschichte, mit einer Brücke die Hafeneinfahrt zu überwinden. Weil für Spaziergänger und Fahrradfahrer der Weg eben an einem Zaun endete, wurde bereits vor 25 Jahren ein erster Vorstoß unternommen. Das Projekt wurde allerdings wegen Sicherheitsbedenken gleich zu den Akten gelegt. Vor einigen Jahren wurden die Gespräche wieder aufgenommen. Mit rund 30 Akteuren, wie der Rathauschef betonte.

Er wies auch auf die interkommunale Zusammenarbeit der Städte Raunheim, Rüsselsheim und Kelsterbach hin, die sich die Kosten von fünf Millionen Euro teilen. Außerdem muss sich der Flughafenbetreiber Fraport aufgrund der Verträge zum Verkauf des Mönchhofgeländes beteiligen, Fördermittel gibt es über das Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungsgesetz und von der Regionalpark GmbH.


Brückenschlag über den Ölhafen

Aus "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 4. Februar 2013

Drei große Lücken haben bisher verhindert, dass der bei Radlern und Spaziergängern beliebte südliche Abschnitt des Mainuferwegs zwischen Frankfurt und Mainz durchgängig genutzt werden konnte. Nun sind es nur noch zwei Lücken − dort, wo sich in Frankfurt das Infraserv-Gelände und in Rüsselsheim die Adam Opel AG befinden. Denn die dritte Lücke ist seit diesem Wochenende so gut wie geschlossen: Über den Ölhafen in Raunheim gibt es nun eine Brücke.

In stundenlanger Arbeit wurde ein 200 Tonnen schweres und 70 Meter langes Stahlstück vom Main her "eingeschwommen" und von einem schwimmenden Kran aus an die richtige Stelle der insgesamt 170 Meter langen Brücke gehievt. Damit ist der Brückenschlag über den Ölhafen gelungen. Bis zum Mai, wenn die Radsaison beginnt, wird nun die Brücke angestrichen, um sie vor Witterung und Rost zu schützen; parallel werden die Wege zur Brücke ausgebaut. Erwartet wird, dass etwa 150.000 Radler und Fußgänger die Ölhafenbrücke im Jahr nutzen.

Der Brückenbau ist ein Projekt der Städte Raunheim, Kelsterbach und Rüsselsheim. Unter dem Titel "Drei gewinnt" hatten sich die Mainstädte zusammengeschlos­sen, sich für das Förderprogramm "Stadtumbau in Hessen" beworben und in diesem Zuge auch den Brückenschlag vorangetrieben. Das rund fünf Millionen Euro teure Vorhaben haben die Städte − jede Kommune hat 600.000 Euro eingebracht − ebenso finanziert wie das Land Hessen, der Bund, die Fraport AG und die Regionalparkgesellschaft. Denn nicht nur für den Mainuferweg, sondern auch für den Regionalpark war die Lücke ein Nachteil. Die bisherige Route führte in einem weiten Bogen um das Tanklager und den Ölhafen herum. Im Frühjahr wird nun die Regionalparkroute entsprechend ausgeschildert. Der Ölhafen wird nach Angaben der Stadt Raunheim täglich von bis zu drei Tankschiffen angesteuert. Vom Tanklager aus werden die Rhein-Main-Region und insbesondere der Frankfurter Flughafen mit Kraftstoff versorgt (mch)

Die Ölhafenbrücke wurde am Sonntagvormittag an ihren Platz gebracht.


Brücke ist an ihrem Platz

ÖLHAFEN   Arbeiten konnten aber erst am Sonntagvormittag abgeschlossen werden / Zahlreiche Zuschauer

Von Michael Kapp (aus "Main-Spitze" vom 04.02.2013)

Erst am Sonntagvormittag wurde am Ölhafen die Lücke zwischen den beiden Ufern geschlossen. Kurz vor 9.30 Uhr hatten die Arbeiter das 200 Tonnen schwere Brückenteil, das mit einem Schwimmkran eingeschwommen wurde, erstmals kurz mit den Händen zu fassen bekommen.

Eigentlich hätte das rund 70 Meter lange Bauteil, das in den vergangenen Tagen vor Ort aus drei Schüssen, wie die Teile in der Fachsprache der Bauingenieure genannt werden, zusammengeschweißt wurde, bereits am Samstagnachmittag am vorgesehen Platz sein sollen. Wegen des am späten Nachmittag aufkommenden Windes mussten die Arbeiten dann aber bei Einbruch der Dunkelheit eingestellt werden, nachdem das Bauteil noch am Haken des Schwimmkrans festgemacht werden konnte. Die Mitarbeiter der an dem Projekt beteiligten Firmen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einen fast zwölfstündigen Arbeitstag hinter sich.

Im Schotter festgefahren

Ursprünglich war vorgesehen, dass der Schwimmkran das fehlende Bauteil, mit dem der Brückenschluss zwischen den beiden Ufern dies- und jenseits der Ölhafeneinfahrt erfolgen sollte, bereits am Samstagmittag einhebt, sodass anschließend mit der Montage hätte begonnen werden können. Dass der Zeitplan ganz gehörig in Verzug geriet, war dem anhaltenden Regen in den vorangegangen Tagen zu verdanken. Dieser hatte dafür gesorgt, dass sich die beiden mehrachsigen Auflieger, die das 200-Tonnen schwere Brückenteil am Samstagmorgen auf den vorgegebenen Weg zum Ölhafenbecken transportierten, abwechselnd in der Schotterpiste festfuhren.

Nachdem sich Holzplatten, die unter dem tonnenschweren Gewicht zu Staub zerbarsten, und anschließend auch Stahlplatten nur bedingt als hilfreich erwiesen, mussten Schwerlastfahrzeuge dabei behilflich sein, die tonnenschwere Last wieder in Bewegung zu setzen. Als auch das nicht mehr half, wurde eine auf dem Schwimmbagger montierte Seilwinde hinzugezogen.

Als die Bauleitung am Samstag gegen 17 Uhr die Entscheidung traf, die Arbeiten abzubrechen, hatten sich die meisten Zuschauer, die sich während der vorangegangen Stunden auf der Rampe zum Tanklager eingefunden hatten, um dem Vorgang beizuwohnen, schon wieder auf den Heimweg gemacht. Wer sich nicht mit heißen Getränken und Verpflegung ausgestattet hatte, einige Raunheimer waren sogar mit Campingstühlen angerückt, konnte Durst und Hunger im Verlauf des Tages beim Roten Kreuz stillen, das sein Verpflegungszeit auf dem nahen Parkplatz aufgeschlagen hatte.

Vom Abbruch der Arbeiten am Samstag abgesehen, sei der Einbau der Brücke "genau so" abgelaufen, wie es sich Jochen Brune, der bei der Stadt Raunheim für das Bauprojekt zuständige Mitarbeiter, vorgestellt hatte. Brune hatte neben den (Ober-)Bürgermeistern aus Rüsselsheim und Kelsterbach, Patrick Burghardt und Manfred Ockel, alle Hände voll zu tun, um die Fragen der zahllosen Journalisten von Printmedien und Fernsehen zu beantworten. Bürgermeister Thomas Jühe, der sich nach Auskunft des städtischen Mitarbeiters für die Farbgebung der Brücke stark gemacht hatte, war nicht dabei. Vorausgesetzt der Terminplan kann gehalten werden, ist die Übergabe des Brückenbauwerks im Mai vorgesehen.


Bilder vom 2. Februar 2013: Die Ölhafenbrücke bewegt sich noch nicht


Bilder vom 2. Februar 2013: Hochwasser am Main


Richtfest an der Raunheimer Ölhafenbrücke

Aus "Main-Spitze" vom 31.01.2013 - RAUNHEIM

(mka). An der Ölhafenbrücke wird am kommenden Samstag mit der Einbringung des Mittelteils Richtfest gefeiert. Das knapp 200 Tonnen schwere Bauteil wird von der Flussseite her mit einem Schwimmkran zwischen die beiden Rampen gehoben. Zur Vollendung des Bauwerks bleiben nur zehn Zentimeter Platz. "Wir sind heilfroh, wenn das passt", sagt Projektleiter Ingo Weißer.

Das sogenannte Einschwimmen des 70 Meter langen Brückenteils ist nicht nur für Ingenieure und Stahlbauer eine spannende Angelegenheit, sondern wird auch viele Bürger anlocken, die bei dem entscheidenden Schritt dabei sein wollen. Zwar zieht sich der gesamte Vorgang über mehrere Stunden hin, die entscheidende Phase wird jedoch zwischen 9.30 und 12 Uhr erwartet. Alle Interessenten sind eingeladen, das Geschehen vor Ort mitzuverfolgen. Dazu steht den Gästen der Parkplatz am Tanklager zur Verfügung, wo das Deutsche Rote Kreuz die Zuschauer mit heißen Getränken und Snacks versorgen wird.

Mit dem rund 170 Meter langen Bauwerk für Radfahrer und Fußgänger wird eine Brücke über den Ölhafen geschlagen. Die Überfahrt, die voraussichtlich ab Mai zur Verfügung stehen soll, ist nicht nur ein wichtiger Mosaikstein auf dem Mainuferweg zwischen Aschaffenburg und Mainz − und damit nicht zuletzt auf dem dort verlaufenden Regionalparkweg. Das rund fünf Millionen Euro teure Projekt steht auch für die Verbindung zwischen den Städten Raunheim, Kelsterbach und Rüsselsheim. Diese hatten sich vor rund fünf Jahren im Förderprogramm "Stadtumbau in Hessen" zusammengeschlossen, um das Projekt gemeinsam realisieren zu können. Alle drei Kommunen beteiligen sich mit je 600.000 Euro an der Finanzierung. Die verbleibenden Kosten werden von der Regionalparkgesellschaft, dem Bund sowie Fraport Real Estate Mönchhof aufgebracht. Die Brücke wird außerdem vom hessischen Verkehrsministerium als Impuls- und Pilotprojekt gefördert.

Für Bürgermeister Thomas Jühe erhöht die Brücke die Attraktivität und den Freizeitwert des Mainufers. Kelsterbachs Rathauschef Manfred Ockel, zugleich der Geschäftsführer der Regionalpark RheinMain Südwest-Gesellschaft, sieht in dem Bauwerk einen "bedeutenden Lückenschluss" auf dem Mainuferweg. Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burghardt spricht von einem Meilenstein. Die drei Bürgermeister wollen sich am Samstag um 10 Uhr zur Begrüßung einfinden. Die Fein-Positionierung und der Einhub des Brückenteils ist in der Zeit von 10.30 bis 11.30 Uhr vorgesehen.


Bilder vom 22. Januar 2013: Winter am Main − trüb, kalt und Schnee

RRK-Bootshaus im Schnee

Blick nach Westen vom RRK-Bootssteg auf den Main

Blick nach Osten vom RRK-Bootssteg auf den Main


Bilder vom 14. Januar 2013: Winter am Main bei untergehender Sonne − kalt und kein Schnee

Blick nach Westen von der RRK-Bootshaus-Terrasse auf den Main und das Mainvorland

Blick nach Westen vom RRK-Bootssteg auf den Main

Blick nach Westen vom RRK-Bootssteg auf den Main

RRK-Bootshaus in der untergehenden Abendsonne


Herausforderung für Baufachleute

Ölhafenbrücke − Schwimmender Kran setzt Anfang Februar am Main das letzte 160 Tonnen schwere Stahlteil ein

Von Susanne Wildmeister (aus "Main-Spitze" vom 04.01.2013)

Der Bau der Ölhafenbrücke liegt gut im Zeitplan. Das berichtet Marion Schmitz-Stadtfeld, Leiterin Integrierte Stadt- und Gewerbeflächenentwicklung der den Prozess moderierenden und steuernden NH ProjektStadt (Nassauische Heimstätte) in Frankfurt. Die barrierefreie Brücke am Ölhafen gilt als wichtiger Lückenschluss auf dem Mainuferweg zwischen Aschaffenburg und Mainz. Das etwa 170 Meter lange, rund fünf Millionen Euro teure Bauwerk für Radfahrer und Fußgänger soll im Mai freigegeben werden. Rund 150.000 Menschen werden die Brücke schätzungsweise künftig pro Jahr nutzen.

So soll die Ölhafenbrücke nach ihrer Fertigstellung aussehen.

Richtfest der Brückenbauer

Zuvor können die Bürger am 2. Februar eine spektakuläre Aktion auf der Baustelle am Raunheimer Ölhafen beobachten: das Einschwimmen. Das ist das Richtfest der Brückenbauer. Das letzte, knapp 160 Tonnen schwere Stahlteil wird vom Wasser von einem schwimmenden Kran in der Brücke eingesetzt.

Die Stahl- und Betonbauer haben bis zu 20 Meter tiefe Pfahlfundamente gegossen, schwere Eisenstücke bewegt, geflext, geschweißt, geschraubt und die aus zwei tschechischen Stahlwerken angelieferten Brückenteile verbunden. Die Ölhafenbrücke ist selbst für den erfahrenen Fachmann Franz Stöffler (50) aus dem Zillertal eine große Herausforderung, obwohl er bei Baustellen in seiner Heimat schon größere Täler überbrückt hat, als die nur 70 Meter breite Einfahrt zu einer Anlegestelle für Mineralstoff-Kähne. Den Engpass passieren täglich ein bis drei Schiffe. Der Bauleiter von Bilfinger MCE zeigt sich dennoch von der besonderen Statik und der schwierigen Geometrie in der Fertigung der Brücke beeindruckt.

Das Großprojekt sei in mehrfacher Hinsicht ein Gemeinschaftswerk, lobt Projektleiter Norbert Reißfelder vom Frankfurter Ingenieurbüro Schüßler-Plan. So musste seine Firma in enger Kooperation mit dem Frankfurter Architekturbüro Schneider und Schumacher an der Ölhafeneinfahrt einen besonderen Brückenquerschnitt kreieren. Zudem waren im Vorfeld ganz unterschiedliche Behörden und Organisationen wie das Wasser- und Schifffahrtsamt, die Untere Wasserbehörde, das Amt für Straßen und Verkehrswesen, Behindertenverbände, die Untere Naturschutzbehörde oder etwa der Eigentümer und Betreiber des Ölhafens Unitank, die Tanklager Raunheim Gesellschaft und die Shell AG zu hören.

Mehr noch: Auch zwischen den drei Nachbarstädten Raunheim, Rüsselsheim und Kelsterbach gelingt mit dem Großprojekt ein Brückenschlag in der interkommunalen Zusammenarbeit. Das kommunale Trio hat bereits 2008 unter dem Titel "Drei gewinnt" eine Kooperation im Förderprogramm "Stadtumbau in Hessen" gegründet. Gemeinsam beleben alle drei Kommunen den sie verbindenden Landschaftsraum Mainufer und gestalten ihn attraktiver. Diese Partnerschaft sei in der Städtebauförderung einzigartig, betont Marion Schmitz-Stadtfeld. Alle drei Kommunen beteiligen sich laut Dennis Hofmann, zuständiger Projektleiter der NH, mit je 600.000 Euro an der Finanzierung der Brücke. Geldgeber sind außerdem die Regionalpark-Gesellschaft, Bund, Land und die Fraport Real Estate Mönchhof-Gesellschaft (350.000 Euro).

Interkommunale Kooperation

Das beeindruckende Bauwerk wird vom hessischen Verkehrsministerium als Impuls- und Pilotprojekt gepriesen und gefördert. Es erhöhe die Attraktivität und den Freizeitwert des Mainufers, sagt Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe. Sein Kelsterbacher Amtskollege Manfred Ockel ist überzeugt, dass sich die reizvolle Landschaft dieses Naherholungsgebietes für die Menschen im Ballungsraum jetzt erst so richtig erschließe. Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burghardt bezeichnet den Brückenschlag als "Meilenstein auf der Regionalparkroute".

Das Bauwerk ist für die Baufachleute eine besondere Herausforderung. Schon allein die Lage stelle hohe Anforderungen an die Planer, betont der Projektleiter und Diplom-Ingenieur Ingo Weißer von Schüßler-Plan. Das Umschlagen von hoch entzündlichen Treibstoffen für den Frankfurter Airport im benachbarten Tanklager beinhalte ein hohes Sicherheitsrisiko. Um das Baurecht zu erhalten, habe "der Eintrag von Zündquellen" wie etwa das Wegwerfen von Zigaretten von der Brücke ausgeschlossen werden müssen, so Ingenieur Weißer. Die Planer haben diese besonderen Auflagen unter anderem durch eine Sicherheitswand auf der Brückenseite zum Ölhafen hin erfüllt. Zur Mainseite ragt hinter dem schräg stehenden Geländer am Boden ein rund 2,50 Meter langer Überstand über den Fluss. Die Brücke gibt sich zum Wasser hin weit und offen. 


Bild vom 27. Dezember 2012: Das Mainvorland vom Bootshaus nach Westen − mit leichtem Hochwasser


Zwei tonnenschwere Teile für die zukünftige Ölhafenbrücke wurden mittels Spezialtransport bereits nach Raunheim geliefert.

 

Erste Teile auf Baustelle eingetroffen

ÖLHAFENBRÜCKE   Arbeiten sollen im März 2013 abgeschlossen sein / Integrales Bauwerk

Von Michael Kapp (aus "Main-Spitze" vom 03.11.2012)

In der Nacht auf Freitag wurden die ersten beiden Brückenschüsse für die zukünftige Ölhafenbrücke angeliefert. Die Brückenbauteile werden in einem Stahlwerk in Tschechien angefertigt. Die tonnenschweren Teile wurden mittels Spezialtransport nach Raunheim gebracht. Eigentlich hätte bereits gestern Vormittag mit dem Abheben der Brückenteile von den Tiefladern und dem Aufsetzen auf die Montagehilfskonstruktion, die oberhalb der Brückenbaustelle eingerichtet wurde, begonnen werden sollen. Da die Montageplätze jedoch zunächst nicht den Anforderungen entsprachen, verschob sich der Abladevorgang entsprechend.

Die Brückenbauteile, in der Architektenfachsprache als Schüsse bezeichnet, werden vor Ort zusammengesetzt und verschweißt, bevor sie mit einem Autokran auf den zukünftigen Platz gehoben werden sollen. Im Bauamt der Stadt Raunheim war davon ausgegangen worden, dass die ersten Teile erst innerhalb der nächsten zwei Wochen angeliefert werden. Der Mittelteil der Brücke wird von einem Schwimmkran, der kürzlich auch schon bei Brückenbauarbeiten in Frankfurt zum Einsatz kam, eingebracht. Diese Arbeiten, die übrigens von der Rampe zum Tanklager aus gut zu verfolgen sein werden, sind für Mitte Januar vorgesehen. Wie hoch sich die Brücke über die Hafeneinfahrt erheben wird, kann gut an dem Spindelbauwerk auf der östlichen Hafenseite gesehen werden. Die Durchfahrthöhe für die Schiffe beträgt zehn Meter.

Bauingenieur Jochen Brune macht darauf aufmerksam, dass es sich bei der Ölhafenbrücke um ein anspruchsvolles Bauwerk handelt, das den beteiligten Baufirmen einiges an Know-how abverlangt habe. Brune greift dabei die Einschätzung des Poliers auf, der gesagt haben soll, dass es sich dabei nicht um ein Bauwerk „von der Stange“ handele. Bei der Gründung der Ölhafenbrücke war unter anderem eine im Untergrund liegende zweite Spundwand zu berücksichtigen, um die mehr oder weniger herumgebaut werden musste.

Bei der Ölhafenbrücke handelt sich um ein integrales Bauwerk. Der Brückenkörper liegt nicht auf einem Widerlager, sondern wird fest mit den sich kreuzenden Brückenpfeilern verbunden sein. Es wird davon ausgegangen, dass die Brückenbauarbeiten bis März abgeschlossen sind. Anschließend sollen die Wege in Angriff genommen werden.

Eine markante, weiße Brücke wird bis zum Jahresende den Ölhafen am Main überspannen. Animationen: Stadt Raunheim


Freie Aussicht auf den Main

ÖLHAFENBRÜCKE   Städtebund Raunheim, Rüsselsheim und Kelsterbach schließt die Lücke im Radweg

Aus "Main-Spitze" vom 31.03.2012

(red). Ein durchgängiger Mainuferweg von Mainz bis Aschaffenburg: Diese regional bedeutsame Wegebeziehung wird es nun endlich geben. Die hierfür erforderliche Brücke über den Raunheimer Ölhafen schließt künftig die vorletzte Lücke auf dieser Strecke. Die Vorarbeiten gehen zügig voran, so dass laut einer Rathaus-Mitteilung noch im Frühsommer mit der Fertigung begonnen wird. Bis zum Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen und die Brücke ihrer Bestimmung übergeben sein.

"Für die Bewohner der Städte am Untermain gewinnt das Mainufer durch Brücke und Wegeverbindung enorm an Attraktivität und Freizeitwert. Zudem wird die gesamte Region durch dieses Bauwerk noch besser am wachsenden Radtourismus teilhaben", freut sich Bürgermeister Thomas Jühe einhellig mit seinen Amtskollegen Manfred Ockel (Kelsterbach) und Patrick Burghardt (Rüsselsheim). Denn im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit sind neben Raunheim auch die Nachbarstädte an Planung und Finanzierung des Fünf-Millionen-Projektes beteiligt.

Auf dieser Ansicht von oben ist der spindelartige Teil der Brücke deutlich zu erkennen

Die Lage der Brücke erforderte schon in der Planung besondere Sorgfalt. Denn im Ölhafen und dem benachbarten Tanklager werden hoch entzündliche Treibstoffe umgeschlagen und gelagert. Die Architektur der 170 Meter langen Brücke trägt diesem Umstand Rechnung und verbindet sicherheitstechnische Anforderungen mit dem Anspruch, hier eine Freizeitbrücke zu errichten, die man gerne nutzt. So entstand die Idee eines Brückenquerschnitts der besonderen Art: Zum Ölhafen hin sorgt eine hohe Stahlwand für die sicherheitsrelevante Abschirmung. Zur Mainseite jedoch signalisiert die Brücke Offenheit und Weite. Gleichzeitig wird durch den bis zu 2,50 Meter breiten Überstand über die Geländerlinie hinaus eine ausreichende Sicherheitszone errichtet. Wer die Brücke überquert, genießt freie Aussicht auf den Main.

Optisch soll sich die Stahlbrücke in die Umgebung einpassen und zugleich Blickfang sein: Strahlend weiß − so wie die benachbarten Tanklagerbehälter. Von Raunheim aus führt die Rampe zunächst leicht ansteigend über die 70 Meter breite Hafeneinfahrt und mündet schließlich in einen spindelartigen Abgang zum Mainuferradweg in Richtung Mönchhof. Über 200 Tonnen Stahl werden für den Bau der Brücke benötigt. Für das Brückenfundament werden daher zahlreiche Bohrpfähle bis zu 20 Meter tief in die Erde getrieben, mit Beton ausgegossen und fest verankert. Zum Jahresende soll auch die Umgestaltung des Mainufers im Bereich des Mönchhofgeländes so weit abgeschlossen sein, dass die dort angelegten Fußgänger- und Radfahrerwege mit der neuen Brücke verbunden werden können.

Ufergelände wird auch umgestaltet

Auch das gesamte Ufergelände zwischen Brücke, Winterdeich und Unterführung Hafenstraße soll landschaftlich aufgewertet werden. Hier arbeiten Hochwasserschutz und Landschaftsarchitektur Hand in Hand. Das Ergebnis soll ein naturnah gestalteter Naherholungsraum mit zahlreichen Bäumen, Sträuchern, Grünland, Kräuterwiesen und weiteren Pflanzungen sein.

"Die Ölhafenbrücke zeigt, dass wir auch schwierigste Aufgabenstellungen bewältigen und konsequent an der Verbesserung der Lebensqualität der hier lebenden Menschen arbeiten", betont Jühe.


Bilder vom 8. Februar 2012: Winter am Main bei untergehender Sonne − große Kälte und etwas Schnee

RRK-Bootshaus angestrahlt von der untergehenden Sonne

Blick vom RRK-Bootshaus Richtung Main nach Westen

Blick nach Westen vom RRK-Bootssteg auf den Main mit Eisschollen


Bild vom 20. Dezember 2011: Das Mainvorland vom Bootshaus nach Westen

Mit einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Ölhafen — hier eine Computeranimation — soll eine der letzten noch bestehenden Lücken entlang des Mainufers geschlossen werden.


 

Mainufer wird befahrbar

LÜCKENSCHLUSS   Rüsselsheim beteiligt sich an Raunheimer Ölhafenbrücke

Aus "Main-Spitze" vom 09.12.2011

(dom). Trotz eines nicht unwesentlichen Investitionsvolumens machten die Mitglieder des Bauausschusses kurzen Prozess mit dem Bau der Ölhafenbrücke in Raunheim — wohl nicht zuletzt wegen der weiter hinten auf der Tagesordnung anstehenden Brocken wie Köbelhalle und Marktstraße.

Mit einstimmigem Votum und ohne Debatte gaben die Stadtverordneten dem Bauvorhaben im Rahmen des interkommunalen Stadtumbaus zwischen Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach grünes Licht und bewilligten den Rüsselsheimer Beitrag zu den insgesamt 4,8 Millionen Euro Gesamtkosten. Die Stadtkasse wird, ebenso wie die Budgets der anderen beteiligten Kommunen, zwischen 2012 und 2017 mit jährlich 100.000 Euro belastet.

Die restlichen Gelder zur Errichtung der Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Raunheimer Ölhafen kommen von Förderprogrammen sowie aus Mitteln der Regionalpark GmbH (200.000 Euro) und von Fraport (350.000 Euro). Fertiggestellt sein soll das Bauwerk 2013. Wie Manfred Ockel, Bürgermeister von Kelsterbach und Regionalpark-Geschäftsführer, den Ausschussmitgliedern darlegte, soll mit der Brücke eine der beiden noch bestehenden Lücken in der durchgehenden Befahrbarkeit des Mainufers geschlossen werden.

Die zweite Lücke, der am Main gelegene Teil des Opelwerkes, sei trotz Schwierigkeiten bei der Planung aber "immer noch ein ganz wichtiges Projekt", das man nicht aus den Augen verlieren wolle.

Die Rampe für die Brücke über die Einfahrt zum Ölhafen ist fertiggestellt.


Mainufer für Brückenbau modelliert

Ölhafen: 1.300 Kubikmeter Erde werden zur Rampe – Die eigentliche Stahlbrücke kommt aus Tschechien

Von Rüdiger Koslowski (aus "Rüsselsheimer Echo" vom 2. Dezember 2011)

Die vorbereitenden Baumaßnahmen für die Brücke am Ölhafen sind abgeschlossen. Dies berichtet Carola Becker vom Bauamt auf Anfrage. Damit sind zum einen die Erdaufschüttungen für die Rampe und die Spindel der Brücke, zum anderen die Erdabtragungen am früheren Winterdeich westlich der Unterführung Hafenstraße, um Retentionsraum für Hochwasser zu gewinnen, gemeint.

Auf der Westseite der Einfahrt zum Ölhafen wurden für die Rampe 1.300 Kubikmeter Erde aufgeschüttet. An ihrer höchsten Stelle ist sie drei Meter hoch. Dort wird das Widerlager der Brücke angesetzt, die über zwei Stützen über die Einfahrt des Hafens geführt wird. Die Seiten der Rampe wurden als flach abfallende Böschung modelliert. Dort wurde zudem eine sogenannte Nasssaat für Gras aufgespritzt. Für die Spindel auf der östlichen Seite wurde ebenfalls Erde aufgeschüttet. Hier genügten allerdings 300 Kubikmeter. Die Straße für den Baustellenverkehr wurde ebenfalls bereits vorbereitet.

Im März, spätestens im April, werden die Tiefbauarbeiten für die Ölhafenbrücke aufgenommen, bis dahin ruht die Baustelle erst einmal. Im Sommer soll dann mit den Arbeiten für die Strahlbrücke begonnen werden. Sie wird übrigens von MCE Stahl- & Maschinenbau in Slany/Tschechien gefertigt.

Die insgesamt 1.500 Kubikmeter Erde wurden am Winterdeich ausgebaggert. Weil dem Main für den Brückenbau Rückzugsraum bei Hochwasser verloren geht, musste die Stadt am Mainufer neuen Retentionsraum gewinnen. Um Auflagen zu erfüllen, sollten dort insgesamt 3.300 Kubikmeter ausbaggert werden, 1.700 Kubikmeter wurden auf einer Deponie entsorgt. Die Böschung des Winterdeichs wurde ebenfalls modelliert. Dort wurde Buschwerk angepflanzt und Nasssaatgut aufgetragen. Auf der Böschung soll eine helle grüne Fläche entstehen, so Carola Becker. Auf der Krone des früheren Deichs ist dagegen Wildwuchs vorgesehen. Sie wird nicht genutzt und ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.


Bilder vom 23. November 2011: Das Mainvorland von Rüsselsheim in der Mittagssonne

RRK-Bootshaus vom Main aus gegen die mittägliche Sonne

Blick vom RRK-Bootssteg auf den Main nach Nord-Osten

Blick vom RRK-Bootssteg auf den Main nach Westen

Blick nach Osten vom RRK-Bootshaus

Blick nach Südwesten vom RRK-Bootshaus

Gelände vor dem RRK-Bootshaus in der mittäglichen Novembersonne


Bilder vom 16. August 2011: Das Mainvorland am Bootshaus − Handwerker erneuern die Heizung im Bootshaus

Blick nach Westen vom RRK-Bootshaus

Blick nach Südwesten vom RRK-Bootshaus

RRK-Bootshaus: Handwerker im Haus und Ruderer auf dem Wasser


Bilder vom 28. Juli 2011: Das Mainvorland von Rüsselsheim in der Abendsonne

Blick nach Westen von der Opel-Brücke in Richtung RRK auf das Feucht-Biotop "Altmain"

Der Main mit RRK-Bootshaus und Opel-Turm von der Opel-Brücke

RRK-Bootshaus von Westen


Bilder vom 20. Januar 2011: Das Hochwasser am Bootshaus fällt extrem schnell !!!

Blick von der Terrasse des Bootshauses nach Westen am 20.01.2011 gegen 12 Uhr, Pegel Raunheim etwa 350

Blick von der Bootshaus-Terrasse zur Bootspritsche

Blick von der Terrasse des Bootshauses auf die Tennisplätze, viel Schlamm


Bilder vom 14. Januar 2011: Das Hochwasser am Bootshaus fällt leicht

Hochwasser am RRK-Bootshaus am 14.01.2011 gegen 13 Uhr, Pegel Raunheim 488

Blick vom Sitzplatz der Tennisplätze zum Main

Blick vom Eingang zu den Duschräumen zu den Tennisplätzen


Bilder vom 10. Januar 2011: Das Hochwasser am Bootshaus steigt weiter und es ist neblig

Blick von der Terrasse des Bootshauses nach Westen

Blick von der Terrasse des Bootshauses auf die Tennisplätze

RRK-Bootshaus am 10.01.2011 - Hochwassergefahr

Hochwasser am RRK-Bootshaus am 10.01.2011 gegen 12 Uhr


Bilder vom 9. Januar 2011: Das Hochwasser am Untermain steigt

Blick von der Terrasse des Bootshauses nach Westen

Blick auf das Bootshaus, das Wasser kommt

Blick von der Terrasse des Bootshauses zum Main


Bilder vom 17. Dezember 2010: Wintertag mit viel Schnee

Blick auf das RRK-Bootshaus von Westen

Blick von der Bootshaus-Terrasse Richtung Westen über das Mainvorland

Blick vom RRK-Bootshaus nach Südwesten Richtung Landungsplatz


Bild vom 23. September 2010: Spätsommer-Morgen am RRK-Bootshaus mit Schwanenfamilie am Bootssteg

Blick von der RRK-Bootshausterrasse zum Bootssteg


Bilder vom 1. August 2010: Sommerliche Abendstimmung bei 28ºC

Blick vom RRK-Bootssteg nach Osten Richtung Opelbrücke

Blick vom RRK-Bootssteg nach Westen

Blick Richtung Opelbrücke auf das Feucht-Biotop

Blick vom Mainuferweg nach Süden zum RRK-Bootshaus

Blick nach Westen von der Opel-Brücke in Richtung RRK auf das Feucht-Biotop "Altmain"


Bild vom 28. Februar 2010: Hochwasser und Sturm

"Alter Mann" mit Hund bei Sturm und Hochwasser am Main


Bilder vom 21. Dezember 2009: "Es hat geschneit!"

Blick vom Mainuferweg nach Osten zum RRK-Bootshaus

Blick vom Mainuferweg nach Süden zum RRK-Bootshaus

Blick vom Mainuferweg nach Süd-Osten zum RRK-Bootshaus

Blick von der Opel-Brücke nach Süd-Westen

Das RRK-Bootshaus von der Opel-Brücke

Das Feucht-Biotop im Schnee

Blick nach Westen von der Opel-Brücke in Richtung RRK auf das Feucht-Biotop "Altmain"


Bilder vom 8. Dezember 2009

Blick vom RRK-Bootssteg nach Westen

Blick vom RRK-Bootssteg nach Osten Richtung Opelbrücke

Winterstimmung am RRK-Bootshaus


Bilder vom 23. September 2009

Blick vom Main auf das nun nicht mehr "zuwachsende" RRK-Bootshaus

Blick vom RRK-Bootssteg nach Westen

Blick vom RRK-Bootssteg nach Osten: "Starker Schiffsverkehr"

"Touristik trifft Sport" auf dem Main vor Rüsselsheim

Blick vom Mainuferweg nach Osten zum RRK-Bootshaus

Blick von Osten Richtung RRK-Bootshaus auf das Feucht-Biotop: "Wird das noch etwas?"


Bilder vom 6. August 2009

Blick auf das langsam "zuwachsende" RRK-Bootshaus

Blick vom Mainuferweg nach Osten zum RRK-Bootshaus

Blick Richtung Opelbrücke auf das Feucht-Biotop

Blick Richtung RRK-Bootshaus auf das Feucht-Biotop

Blick nach Westen von der Opel-Brücke in Richtung RRK auf das Feucht-Biotop "Altmain"


Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 29.07.2009:

Neues Biotop am Main: Anspritzgrün trifft auf Wasserminze

Als die Stadt gestern Nachmittag die Presse zum Bepflanzungsauftakt an das neu zu schaffende Biotop im Mainvorland lud, hatten die Helfer vom Ausbildungsverbund Metall (AVM) schon weitgehend den Grundstock zum Gedeih dieses Stücks Natur gelegt. 440 am Vortag gesetzte Uferstauden säumten den zentralen See und badeten ihrer Wurzeln im Uferfiltrat des Mains. Insgesamt 13 einheimische Arten, von der Wasserminze bis zum Igelkolben, wurden streng nach Besiedelungsplan am Ufer verteilt. Ein Gießener Spezialunternehmer verspritzte zudem ein müffelndes Gemisch aus Grassämereien, organischem Kleber und Dünger (kurz Anspritzbegrünung) auf das 7000 Quadratmeter große, an eine Kraterlandschaft erinnernde Gelände, das schon im Herbst frisches Grasgrün decken und vor Erdabtrag schützen soll. Wie berichtet, teilen sich die Stadt, die Regionalpark GmbH und die "Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region" zu je einem Drittel diese ökologische Aufwertung des Mainufers, auf Höhe des Stadions, zwischen Fußballplatz und Mahdwiesen. Der Natur in dieser artenarmen Nachbarschaft per Pflanzung nicht auf die Sprünge zu helfen, würde nur Klette, Brennnessel und Brombeere Tür und Tor öffnen, erklärte Bernd Hoffmann vom planenden Umweltbüro.

Bei den Arbeiten am Gelände und bei der späteren Pflege kooperiert die Stadt mit dem AVM, der Qualifizierungsgruppen mit Jugendlichen und älteren Teilnehmern einsetzt. Wegen der Sommerferien waren Mitglieder der AVM-Qualifizierungsgruppe 50Plus grüne Geburtshelfer. Im Spätherbst werden dann noch auentypische Bäume gepflanzt und neben dem AVM auch Schulklassen eingebunden. Norbert Bauer, Rüsselsheimer Gewässerschutzwart, zeigte sich gestern überglücklich über das Zustandekommen des naturnahen, artenreichen Sees. Ähnliches sei schon vor Jahren im "Arbeitskreis Wasser" der Lokalen Agenda gefordert, damals aber von der Stadt "auf die lange Bank geschoben" worden.

Beim gestrigen Pressetermin mit Baustadträtin Silke Klinger und Bernd Abeln von der Flughafenstiftung war auch die Rede, dass sich Rüsselsheim mit diesem Vorhaben stärker dem Fluss öffne. Hier hakte Bernd Hoffmann ein und verwies gleich auf „die nächste Baustelle“, den Ufersaum mit den hohen Bäumen. Den gelte es auszudünnen, damit vom neuen Uferweg aus überhaupt etwas vom Fluss zu sehen ist.

Schulklassen und Kitas, die den See als "grünes Klassenzimmer" für Biologieunterricht im Freien nutzen wollen, wenden sich an Reinhard Ebert, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Planung, Telefon 06142 832180. pel

Mitarbeiter vom AVM bepflanzen die Ufer des neuen Biotops am Mainvorland nahe der Opelbrücke.


Aus "Main-Spitze" vom 29.07.2009:

"Refugium zur Erholung"

MAINUFER   Erdarbeiten am künftigen Biotop abgeschlossen / 39 000 Euro Stiftungszuschuss

(tos). "Im Herbst wird man nicht mehr erkennen können, dass hier eine Baustelle war", verspricht Stadträtin Silke Klinger. Gerade hat die Gießener Firma Bender per "Hydrosieder" ein Samen-Naturkleber-Gemisch auf den braunen, bislang nur sehr spärlich bewachsenen Boden gespritzt, der bald als neues Naturbiotop so aussehen soll, als ob nie ein Mensch Hand an diese Fläche gelegt hätte.

So sieht es das Konzept von Bernd Hoffmann vor, der Planer des Renaturierungsprojekts am Mainufer nahe der Opelbrücke. 117 000 Euro lässt die Stadt sich die Wiederbegrünung kosten, deren Erdarbeiten bereits abgeschlossen sind. Das Herzstück des Biotops bildet ein Grundwasser-Teich, der in einem Altmainarm liegt. 39 000 Euro übernimmt die Stiftung Flughafen Frankfurt, deren Geschäftsführer Bernd Abeln sich ein Bild von der Lage machte.

"Rüsselsheim entdeckt wieder, dass es am Main liegt", befand Abeln. Die Stadt würde mit dem Begrünungsprojekt "die Verbindung zwischen Fluss und Stadt für die Bürger" wieder herstellen. Die Gestaltung dieser Verbindung ist detailliert geplant. Damit nicht Brombeeren und Schilf am Mainvorland Wildwuchs treiben, führen die Mitarbeiter des Ausbildungsverbundes Metall (AVM) eine flächendeckende Bepflanzung durch.

Die, wie Hoffmann betonte, ausschließlich heimischen Gewächse wachsen auf einer Spezialoberfläche, deren Grundlage ein vollständig natürlicher Zellulosekleber bildet, der den Boden und das Saatgut binden soll. Mit Strohhexel versehen, stellt die "Klebe-Schicht" eine "homogene Boden-Grundlage" für Dünger und Samen dar. Die Feuchtigkeit sammelt sich auf dieser Oberfläche und lässt ein gleichmäßiges, rasches Wachstum des Saatguts zu.

Rund 200 immergrüne Binsengraspflanzen sollen auf der dem Main zugewandten Seite des Biotops wachsen, damit den Bürgern ein bequemer Weg zum Teich geebnet wird. 440 höher wachsende Uferstauden in 16 unterschiedlichen Arten am Ufer und auf der Rückseite des Gewässers sowie zwei Röhrichtzonen an den Seiten des Teichs geben dem "Refugium zur Erholung, das Mensch und Natur zusammenbringen soll" (Klinger), einen wildromantischen Charakter. Das Biotop soll auch als "grünes Klassenzimmer" dienen, wie Klinger betonte. Schulklassen sollen dort, nach erhoffter Ansiedlung von Wasservögeln, Amphibien und Insekten, die heimische Natur erkunden.

"Es ist eine Sache der Pflege, wie es jetzt weitergeht", betonte Hoffmann. Diesbezüglich hat AVM-Projektleiter Hans-Herbert Kirchhof bereits zugesichert, dass seine Qualifizierungsgesellschaft die Entwicklung des Biotops im Blick halten wird.


Bilder vom 29. Juni 2009 (der neue Mainufer-Weg ist asphaltiert)

Blick nach Westen von der Bootshaus-Terrasse

Blick nach Norden zum RRK-Bootssteg von der Bootshaus-Terrasse

Blick zum Bootshaus vom RRK-Bootssteg

Blick nach Osten vom Bootshaus

Blick nach Westen vom Bootshaus


Aus "Main-Spitze" vom 23.06.2009:

Altmainarm sorgt für Wasser

MAINUFER   Biotop wird gebaut / Neuer Uferweg Ende der Woche für Benutzung frei

Von Alexandra Dehne

Noch ist es ein großes Erdloch mit Wasser, doch schon in wenigen Wochen sollen die ersten Anpflanzungen für das künftige Biotop nahe der Opelbrücke am Mainvorland erfolgen. Schon vor längerer Zeit waren größere Aushubarbeiten durchgeführt worden, da die Erde für den Bau des neuen Mainuferweges benötigt wurde. Seit etwa zwei Wochen haben die eigentlichen Arbeiten zur Verbreitung des Loches und der Verflachung der Ufer begonnen, wie Stadtsprecherin Silke Fey auf Nachfrage der "Main-Spitze" erläuterte.

Befüllt mit Wasser werden muss das Biotop nicht, der nahe Main sorgt dafür ganz von selbst, liegt es doch in einem Altmainarm, so dass so genanntes Uferfiltrat von selbst aus dem Mainwasser hochgedrückt wird. Wenn Mitte Juli die Erdarbeiten fertig sind, werden Wasserpflanzen gesetzt, die Bäume können allerdings aus Vegetationsgründen erst im Herbst folgen.

Beschwerden, wie es sie bei Bekanntwerden der Pläne für das Biotop aus der Bevölkerung gegeben hatte, gebe es derzeit nicht mehr, berichtete Fey. Viele Rüsselsheimer hatten die Fällung der 43 Pappeln beklagt, die jedoch nach Gutachten größtenteils morsch waren und mit rund 40 Jahren ihre Lebenszeit erreicht hatten.

Finanziert wird das Biotop von der Regionalpark RheinMain GmbH, der Stadt Rüsselsheim und der Stiftung Flughafen Frankfurt für die Region. Es soll auch von Kindergärten und Schulen für den Unterricht genutzt werden, der Ausbildungsverbund Metall ist bereits jetzt an der Realisierung beteiligt.

Während die Gänze des Biotops wohl erst im nächsten Jahr richtig zur Geltung kommen wird, kann voraussichtlich schon ab Ende der Woche der neue Mainuferweg zur Benutzung frei gegeben werden. Dieser drei Meter breite asphaltierte Weg war nach dem Bau der Kerosinpipeline von Gustavsburg zum Frankfurter Flughafen durch deren Betreiber Mainline GmbH erstellt worden. Dafür wird der derzeit vorhandene Weg, der deutlich weiter weg vom Main liegt, zurückgebaut und renaturiert.

Insgesamt ist die Umgestaltung des Mainvorlandes, die bis 2020 andauern soll und am Donnerstag in der Stadtverordnetensitzung zum Beschluss ansteht, mit 4,8 Millionen Euro veranschlagt. Erarbeitet wurde sie durch Arbeitsgruppen anhand eines Magistratsentwurfs aus dem Jahr 2007.

So ist beispielsweise in Höhe des Biotops auch vorgesehen, eine Anbindung des künftigen Sportparks auf dem ehemaligen Opelbad-Gelände zum Main zu schaffen. Da aber der Umzug des SC Opel dorthin noch einige Jahre dauern wird, ist im Mainufer-Konzept das Jahr 2012 dafür genannt.


Bilder vom 18. Juni 2009 (der neue Mainufer-Weg wird asphaltiert)

Blick nach Norden zum RRK-Bootssteg von der Bootshaus-Terrasse

Blick nach Westen von der Bootshaus-Terrasse

Blick nach Osten zum RRK-Bootshaus

Blick vom RRK-Bootshaus nach Westen

Blick vom Bootssteg nach Süden zum RRK-Bootshaus

Baustelle des Radwegs vor den Tennisplätzen

Baustelle des Radwegs am Sportplatz

Baustelle de Radwegs zwischen Feucht-Biotop und Main

Blick Richtung Opelbrücke auf die Baustelle des Feucht-Biotops

Blick nach Westen von der Opel-Brücke in Richtung RRK auf die Baustelle des Feucht-Biotops "Altmain"


Bilder vom 6. Juni 2009 (der neue Mainufer-Weg wird geschottert, der alte beseitigt)

Blick nach Osten zum RRK-Bootshaus

Zeichen an den Fotografen von der Bootshaus-Terrasse: "Einladung zum Bier?"

Blick nach Westen zum RRK-Bootshaus

Blick nach Südwesten zum RRK-Bootshaus

Blick nach Westen von der Opel-Brücke in Richtung RRK auf die Baustelle des Feucht-Biotops "Altmain"

Blick nach Westen von der Bootshaus-Terrasse

Blick nach Norden zum RRK-Bootssteg von der Bootshaus-Terrasse


Aus "Main-Spitze" vom 12.05.2009:

Umgestaltungspläne am Mainufer: Öffentliches WC als zentraler Wunsch

Für die Neugestaltung der Grün- und Freiflächen am Mainufer, nach Ansicht des Magistrats "eines der wichtigsten Projekte für die Rüsselsheimer Stadtentwicklung der nächsten Jahre", hat das oberste Rathaus-Gremien den Stadtverordneten eine ungewöhnlich umfangreiche Vorlage von zehn eng beschriebenen Text-Seiten vorgelegt, die Planungen bis ins Jahr 2020 beschreibt. Hierfür sind Ausgaben in Höhe von 4,8 Millionen Euro vorgesehen. Die Kommunalpolitiker sollen in der Juni-Sitzungsrunde über das Konzept entscheiden.

Nachdem bereits im Jahr 2007 erste Entwürfe für eine Umgestaltung des Mainufers vorgestellt und auch vom Parlament beschlossen wurden, haben anschließend Sitzungen der Arbeitsgruppen stattgefunden, an denen sich neben den politischen Fraktionen auch Fachgremien aus den Bereichen Naturschutz, Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Sport sowie Anwohner und städtische Ämter beteiligten.

Der Weg östlich des RRK-Tennisplätze zum Main mit neuen Bäumen

Zusätzlicher Festplatz

Das Ergebnis ist, so der Magistrat, dass die Planung eines Frankfurter Landschaftsarchitekten-Büros breite Zustimmung erfuhr, allerdings gab es auch zahlreiche zusätzliche Anregungen oder auch Ablehnungen.

So soll eine vorgesehene Schaffung eines zusätzlichen Festplatzes im Wiesenbereich östlich des Landungsplatzes nicht weiter verfolgt werden. Ein starkes Interesse wird hingegen an der Schaffung von Spielangeboten auf dem Mainvorland gesehen, und zwar vor allem im Bereich Westend. Sie müssen naturnah und auch verträglich mit dem Überschwemmungsgebiet sein.

Als zentraler Wunsch wurde die Schaffung einer öffentlichen Toilette am Main notiert, sie wird jetzt auch als festes Ziel festgehalten, obwohl im Dammbereich technisch schwierig zu verwirklichen und damit finanziell aufwendig.

Im Bereich vor Festung und Opelvillen wird derzeit ­ wie berichtet ­ schon der neue Radweg über der Ölfernleitung geschaffen, der auch zu dem Gesamtkonzept gehört. Auch drei Uferplätze mit Sitzgelegenheiten sind bereits mit Hilfe der Regionalpark GmbH realisiert. Intensiv wurde über die zugehörigen Wegeverbindungen,  zum Beispiel zwischen Ufer- und Dammweg. Eine solche soll - barrierefrei - nun in Verlängerung der Ludwig-Dörfler-Allee geschaffen werden.

Gemeinsam von Sportverein RRK und Vertretern de Landschaftsschutzes wird die Anlage einer Bucht am Uferbereich vor dem Vereinshaus angeregt. Sie soll bessere Möglichkeiten zum Ein- und Ausstieg in die Boote schaffen und auch ökologisch positive Wirkungen zeigen. Eine Realisierung mit einer Größe von 20 auf 50 Meter wird für das Jahr 2012 vorgesehen. Die Pipeline und die Radwegeführung wurde in diesem Bereich vorausschauend schon entsprechend verschwenkt.

Anbindung an künftigen "Sportpark"

Ein Stück weiter ist auf Dauer ein Rückbau der RRK-Tennisplätze vorgesehen, wenn der Pachtvertrag 2018 ausläuft. Man stört sich an diesen, weil sie eine "optische und funktionale Barriere" im Mainvorland bilden. Der Gastronomiebereich des RRK-Bootshauses soll zudem attraktiver gestaltet werden. Zusätzlich Bankstandorte sind hier auch vorgesehen und das Pflanzen schattenspendender Bäume.

Kurz vor der Realisierung steht bereits das Feuchtbiotop Altmain, das auch einen Steg zum Fluss erhalten soll. Feste Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas ist hier geplant. In diesem Uferbereich ist auch eine Anbindung des künftigen "Sportparks" vorgesehen, womit die schon vielfach diskutierte Nutzung de Ex-Stadionbades durch Fußballplätze, unter anderem für den SC Opel geplant ist. In dem Mainufer-Konzept ist das Jahr 2012 für deren Einrichtung eingetragen.

Ausschnitt aus dem Plan zur Umgestaltung des Mainvorlands von Rüsselsheim für den Bereich des RRK-Bootshauses und der Opel-Villen

So könnte das Mainvorland an der Festung vor dem RRK-Bootshaus in einigen Jahren vielleicht aussehen


Bilder vom April 2009 (der Wegebau hat begonnen)

Blick nach Westen

Blick nach Osten


Aus "Rüsselsheimer Echo" vom 28.07.2008:

Planspiele zu "Bootshafen"

RRK: Vorsitzender Dietmar Klausen ist froh, dass Idee "nicht gleich abgeschmettert" wurde

bje - Bereits ein Jahr nach seiner Gründung legte sich der damalige Ruderverein Rüsselsheim (seit 1942 RRK) eine Bootshalle zu, der am Festungsgraben das Gesellschaftshaus folgte (1925). Die Bootshalle wurde 1944 durch Bomben restlos zerstört. Nun trägt sich der RRK-Vorstand mit dem Gedanken, einen kleinen Ruderboothafen unterhalb seines Domizils anzulegen. Oberbürgermeister Stefan Gieltowski sprach jedenfalls diese Überlegungen in seinen Grußworten zur Jubiläumsfeier an.

Ob dies mit Hilfe der Stadt Wirklichkeit werden könnte, wollte er dabei nicht versprechen, zudem fehlten noch verlässliche Zahlen und Kosten. Solche Planspiele könnten aber Auftrieb gewinnen, wenn sich der RRK noch stärker am Mainufer der Öffentlichkeit präsentiere. Denn die Stadt wolle diesen Bereich deutlicher erlebbar machen. Dazu sei man in der konzeptionellen Phase und in Gesprächen mit Anliegern, also auch dem RRK.

Außer für Kultur, Freizeit und Erholung sei hier auch ein "Sportfenster" in der künftigen Gestaltung (betrieben mit der Regionalpark GmbH) vorgesehen. "Vielleicht sind das Ansätze, an die der RRK in Höhe seines Bootshauses anknüpfen kann", hielt Gieltowski fest. Für den RRK-Vorsitzenden Dietmar Klausen ist dies ein Hoffnungsschimmer. Denn er zeigte sich "froh, dass diese Bootshafen-Idee nicht gleich abgeschmettert" wurde, sondern Gespräche geführt werden.


Bild vom Mai 2008 (die Kerosin-Pipeline liegt)

"Umgewühltes" Gelände nach der Leitungsverlegung vor dem RRK-Bootshaus


Bilder vom März 2008 (die Arbeiten zur Verlegung der Kerosin-Pipeline laufen)

Leitungsverlegung vor dem RRK-Bootssteg

Blick nach Westen

Blick nach Osten


Aus "Main-Spitze" vom 13.03.2008:

Kerosin per Pipeline statt mit Schiff

Bremer Reeder lässt neue Mineralölleitung von Bischofsheim zum Flughafen bauen

Am Mainvorland sind derzeit nicht nur wegen der Umgestaltung des Naherholungsbereichs Bauarbeiten im Gange, sondern dieser Tage wurde dort auch mit dem Verlegen einer Mineralölleitung begonnen, die von Bischofsheim bis zum Flughafen reichen soll.

Von Alexandra Dehne

Die Kerosinmengen, die am Frankfurter Flughafen benötigt werden, sind riesig. Angeliefert wird das Kerosin derzeit in der Regel per Schiff von Rotterdam bis zum Kelsterbacher Hafen. Doch diese Transporte sind stark von den Pegelständen – hauptsächlich auf dem Rhein – abhängig. Und gerade bei Kaub sei es oft so flach, dass die Frachter nicht voll beladen werden können, erläutert Heinz-Dieter Pauli, Inhaber des mit dem Bau der Leitung beauftragten Ingenieurbüros aus Waldsolms im Hintertaunus.

Der Weg der Pipeline

Die Leitung beginnt in Bischofsheim am Mainspitz-Dreieck, verläuft parallel der Autobahn bis zum Main, dann parallel des Maindamms bis zum Opelhafen, weiter am Mainvorland bis nordöstlich von Raunheim. Autobahn sowie ICE-Trasse und Kelsterbacher Wald werden gekreuzt, um dann parallel der ICE-Bahn das Tanklager der Hydranten-Betriebsgesellschaft auf dem Flughafengelände zu erreichen.

Die Abnahme des Kerosins erfolgt im Tanklager Gustavsburg, wo eine europaweite Pipeline der Rhein-Main-Rohrleitungstransportgesellschaft ankommt.

Doch auch bei halber Ladung bleiben die Betriebskosten ähnlich hoch. Da nun ab dem Jahr 2013 auch alle Binnenfrachter doppelwandig ausgestattet sein müssen, müssten die Reedereien kräftig investieren. Ein Bremer Reeder hat sich daher nun entschlossen, die Pipeline zu bauen. Denn allein um die Anfragen seiner derzeitigen Auftraggeber zu erfüllen, würde er vier bis fünf neue Schiffe benötigen. Die Investitionskosten für die Mineralölleitung bewegten sich dagegen in der Größenordnung eines Schiffes, so Pauli. Zudem könnte der Reeder die Leitung auch an andere vermieten.

Auch die Ökobilanz der Pipeline sei im Gegensatz zum Schiff wesentlich besser. Beim Bau werde sehr vorsichtig vorgegangen, zwar werde die Bodenstruktur verändert, doch sehe man nach Fertigstellung nichts mehr von der Leitung. Denn durch das Verlegeverfahren namens Horizontal Directional Drilling (HDD) muss nicht auf der gesamten Strecke das Erdreich aufgegraben werden, sondern die Pipeline wird unterirdisch verlegt. Dazu seien 16 Bohrlöcher auf den 19 Kilometern zwischen Bischofsheim und Flughafen notwendig. Mittels eines Bohr-Spülverfahrens werde die Grube stets vergrößert, bis das Rohr mit einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern hinein passe, erläutert der Tiefbauingenieur.

Während an den meisten Stellen die Leitung in ein Meter Tiefe verlaufe, gehe es am Landungsplatz zehn Meter hinunter. Zum einen muss dort ein vorhandener Kanal unterquert werden, zum anderen aber gingen die Verankerungen des dort zu Festen aufgestellten Riesenrades fünf Meter in die Tiefe.

Bevor die Rohre aber ins Erdreich versenkt werden, werden sie an Land zusammengeschweißt, vom TÜV kontrolliert und mit mehr als 100 bar auf ihre Dichtheit überprüft. Der Betriebsdruck belaufe sich später dann nur auf 22,5 bar.

Überprüft werde die Leitung üblicherweise alle zwei Wochen per Hubschrauber, zwei Mal im Jahr werde sie sogar zu Fuß begangen. Probleme könne es in der Regel allenfalls durch Beschädigungen durch Bauarbeiten geben, so die Erfahrung von Pauli.

Begonnen wird mit dem Bau der Leitung, die im August in Betrieb gehen soll, in Rüsselsheim, um dort bis zum Mainfest Anfang Mai fertig zu sein. Im ersten Schritt gehe es in Richtung Bischofsheim, dann folge der Ausbau in die andere Richtung. Im Zuge der Arbeiten wird in Rüsselsheim gleich der neue Radweg am Main erstellt. Deshalb ist der Weg in Mainnähe für diese Zeit gesperrt, Ausweichmöglichkeiten gibt es aber über den Damm.

Mit der Leitung können etwa 500 Kubikmeter die Stunde befördert werden, was in etwa 16 Tanklastwagenladungen entspricht. Würden die Pumpen noch ausgetauscht, könnte noch mehr befördert werden, doch sei dies derzeit nicht geplant.

Pauli betont, dass der Bau der Leitung nicht im Zusammenhang mit dem geplanten Flughafenausbau stehe. Es sollen auf diese Weise nur die Schiffstransporte ersetzt werden. Zudem verhandelten die Airlines direkt mit den Mineralölgesellschaften, der Flughafenbetreiber Fraport habe damit nichts zu tun.